Neustädter Mitteilungsblatt

800 Jahre Momberg Kirmes in einem anderen Rahmen

Am 19. und 20. September 2026 findet das traditionelle Kirch­weihfest, die Momberger Kirmes, statt. Im Jubiläumsjahr wird diese aber nicht, wie gewohnt, auf dem Festplatz, sondern im Um­feld der Kirche und auf „Lecher’s Hof“ stattfinden.
In diesem gemütlichen Ambiente beginnen die Veranstaltungen am Samstag, dem 19.9.2026 um 17:00 Uhr mit einem Hof- und Scheunenfest.
Bei leckerem Essen und kühlen Getränken kann man zu live ge­spielter „Scheunenmusik“ bis in die späte Nacht hinein zusammen feiern und sogar der Line-Dance-Gruppe „Step by Step“ beim Reihentanz zuschauen und sich gerne auch einreihen.
Auch die Momberger Ranze-Gar- de wird ihren neuen Show- Tanz präsen­tieren.
Besonders gespannt kann man auf die Mundartmu­siker „Zwä vo ins“ sein, die nach lang­jähriger Bühnenabstinenz unter anderem mit ihren selbstkomponierten Gassenhauern auf „Momerjer“ Platt er­freuen wollen.
Auch für das leibli­che Wohl ist bestens gesorgt: Neben le­ckeren Grillspeziali­täten am Schwälmer Imbiss Richhardt gibt es im „Weinkel­ler“ leckere Weine des Weingutes Rück­ershäuser aus Gau Algesheim.
Gegen 22.30 Uhr fin­det dann endlich das im Sommer ausgefallene Feuerwerk statt.
Am Sonntag, dem 20.9.2026 findet um 10:30 Uhr das Pontifi­kalamt mit dem Fuldaer Bischof Dr. Michael Ger­ber in der Momberger Pfarrkirche statt. Mu­sikalisch umrahmt wird der Gottesdienst durch den St. Johannes Chor Momberg.
Alle Momberger und Gäste sind herzlich zu diesem besonderen Gottesdienst eingeladen.
Im Anschluss gibt es ein gemeinsames Mittagessen auf „Lecher’s Hof“ und um 13 Uhr tritt der Spielmannszug der Freiwilligen Feu­erwehr Momberg auf.
Gegen 14 Uhr werden die Sängerinnen und Sänger des Gesang­vereins Concordia Momberg auf der Bühne ihre aktuellen Lieder präsentieren bevor ab 15 Uhr die Original Momberger Blaskapel­
le die Besucher den ganzen Nachmittag unterhalten wird. Der Frauenverein wird mit leckerem Kaffee und Kuchen die Gäste zur Kaffeezeit verwöhnen und natürlich wird auch der Schwälmer Grill den ganzen Tag Spezialitäten anbieten.
Auf dem „alten Schulhof“ (der Parkplatz vor der Kirche) wird es einen kleinen Vergnügungspark mit Schieß- und Zuckerbude, Hüpfburg und weiteren Attraktionen für Kinder geben.
Am Abend wird das Kirchweihfest dann gemütlich ausklingen und alle Gäste können sich bereits auf die letzte Veranstaltung im Rahmen von Momberg800, dem Weihnachtsmarkt am 05. Dezem­ber 2026 freuen.

Zeitgeschichtliche Veranstaltungsreihe
Sigmar Gabriel: „Amerika ist mehr als seine jeweilige Regierung.“

Klare Aussagen, Positionen, die über das Heute hinausgehen und einen Blick für die wirklichen Probleme der Menschen, das ver­missen gegenwärtig viele in der Politik. Dass es auch anders geht, bewies Sigmar Gabriel am 8. September 2026 vor fast 300 interes­sierten Zuhörerinnen und Zuhörern im Neustädter Kultur- und Bürgerzentrum.
Auf Einladung von Bürgermeister Thomas Groll war der ehemali­ge Spitzenpolitiker zu Gast bei der zeitgeschichtlichen Veranstal­tungsreihe der Kommune. Gabriel war einst Landtagsabgeordneter und Ministerpräsident von Niedersachsen, Bundestagsabgeordne­ter, Bundesumwelt-, später auch Wirtschafts- und Außenminister unseres Landes sowie Vize-Kanzler. Von 2009 bis 2017 war er Vorsitzender der deutschen Sozialdemokraten, solange wie keiner nach Willy Brandt. 30 Jahre war der Goslaer auf Landes- und Bun­desebene aktiv. Heute ist Sigmar Gabriel Publizist, Honorarpro­fessor der Universität Bonn und Vorsitzender der Atlantikbrücke, eines Vereins, der sich um die stetige Verbesserung der Beziehun­gen zwischen Deutschland, den USA und Kanada kümmert.
Das Thema des mit großem Beifall aufgenommenen Vortrages von Sigmar Gabriel lautete „Die USA und Deutschland – eine Be­ziehung im Wandel“. Für die gekonnte musikalische Umrahmung sorgte wieder das Trio „Semplice“ & Friends.
In seinen einleitenden Worten hatte Bürgermeister Thomas Groll auf die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Beziehungen seit 1949 hingewiesen und hervorgehoben, dass diese gegenwärtig an einem Wendepunkt stünden, da die Regierung Trump kaum Inte­resse an einem engen Miteinander habe.
Ausgangspunkt der Betrachtungen des ehemaligen Bundesaußen­ministers waren die Geschehnisse vom 9. September 2001, als is­lamistische Terroristen zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers steuerten und 3.000 Menschen den Tod fanden.
Dies, so Gabriel, sei ein Angriff auf die Idee der Freiheit und den gesamten Westen gewesen. Erstmals sind die USA auf ihrem Ter­ritorium angegriffen worden. In der Folge hätte Deutschland, das seine Wiedervereinigung entscheidend den Vereinigten Staaten zu verdanken habe, eng an der Seite der Amerikaner gestanden. Den Krieg in Afghanistan hätte die Regierung Schröder-Fischer mit­getragen, den Krieg gegen den Irak 2003 hingegen nicht. Damals sei es erstmals zu einem Bruch des Miteinanders gekommen. Die
USA hätten sich in jener Zeit verändert und Frei­heitsrechte hinter Sicher­heitsaspekte zurückge­stellt. Von Europa hätte Bush Junior, anders als sein Vater, Gefolgschaft statt Partnerschaft ver­langt.
Unter Präsident Obama hätte sich das Miteinan­der wieder erkennbar ver­bessert, auch wenn es die Abhör-Affäre gegenüber Kanzlerin Merkel gege­ben hätte. Sein „Yes, we can“ stehe im eklatanten Gegensatz zum „America first“ seines Nachfolgers Donald Trump. Nach
dem Intermezzo von Joe Biden regiere dieser nun wieder die USA. Unter Trump verstehe sich die USA nicht mehr als „Weltpolizist“, sondern blicke nur auf sich selbst und seine Interessen. Europa spiele hier kaum noch eine Rolle, der Blick sei auf China, den wirt­schaftlichen Rivalen Nr. 1, ausgerichtet.
Sigmar Gabriel stellte fest, dass diese Veränderung im amerika­nischen Selbstverständnis die Welt in Unordnung versetzt habe. Europa und damit auch Deutschland müssten mit dieser Verän­derung umgehen. Die EU sollte sich auf ihre Stärke besinnen und selbst agieren. Auf die USA könne man sich leider nicht mehr ver­lassen. Gleichwohl müsse man den Kontakt halten, um möglichst Verbesserungen zu erreichen – mögen sie auch noch so klein sein.
Die USA seien innenpolitisch zerrissen und man dürfe gespannt sein, wie es nach Donald Trump 2028 weitergehe. Eine solche Spaltung sah der einst führende Sozialdemokrat im Übrigen auch in Deutschland.
Mit Blick auf die Ukraine vertrat er die Position, dass Europa hier standhalten müsse, notfalls auch ohne die USA. „In der Ukraine wird letztlich auch unsere Freiheit verteidigt. Wenn Putin siegt, hört er nicht auf, sondern macht weiter“, so Gabriels Fazit.
Im Anschluss an seinen Vortrag bat der ehemalige Vize-Kanzler aufgrund einer kürzlichen Knie-OP um einen Stuhl und nahm sich über 30 Minuten Zeit, um Fragen zu seinen Ausführungen und
der Tagespolitik zu beantworten. Bisher ein Novum bei der zeitge­schichtlichen Veranstaltungsreihe. In Erinnerung werden wohl die Schlussworte Sigmar Gabriels bleiben: „Ich wünsche mir für die Zukunft ein fröhliches Deutschland, das um seine Stärke weiß.“

Neubau Feuerwehrhaus
Informationsfahrt nach Niedersachsen

In der Kernstadt Neustadt muss das Feuerwehrhaus wegen ver­schiedener Mängel neu errichtet werden. Der Baubeginn wird für 2029 angestrebt. Gegenwärtig besichtigen Magistrat und Vertre­
ter der Freiwilligen Feuerwehr verschiedene vergleichbare Bau­ten, um weitere Erkenntnisse für das Großvorhaben zu gewinnen. Kürzlich führte eine weitere Informationsfahrt nach Niedersach­sen. Im Landkreis Helmstedt wurde in Jerxheim (Samtgemeinde Heeseberg) ein Feuerwehrhaus aufgesucht, das 2021 errichtet wurde und über fünf Fahrzeugboxen und eine Waschhalle verfügt. Das Objekt ist für etwa 55 Mitglieder der Einsatzabteilung aus­gelegt.
Bürgermeister Philipp Ralphs und Bauamtsleiter Michael Ka­minsky stellten das Gebäude näher vor.
Grund für die Fahrt nach Niedersach­sen war, dass das Feuerwehrhaus von einem Generalunternehmer errichtet wurde, der Kommunen gemeinsam mit Partnern auch Finanzierungsop­tionen anbietet.
Die Vertreter der Samtgemeinde zeigten sich nach wie vor mit dem Generalunternehmer-Modell sehr zu­frieden.
Die Ergebnisse der bisher durchge­führten Entwicklungen gelte es nun auszuwerten, so Bürgermeister Tho­mas Groll.
Weiterhin müsse der endgültige Standort für den Neubau festgelegt werden. Hierbei werde die Wehr ein­bezogen. Wichtig sei bei der Suche das Einhalten der gesetzlichen Vorausset­zungen insbesondere der Hilfsfrist.

Goldener Biber
Erstklassige Papageisn-Dressur beim Circus-Festival

Zum Neustädter Circus-Festival „Goldener Biber“ gehören seit ei­nigen Jahren auch artgerechte Dressuren, die neben leistungsstar­ker Artistik und lustiger Clownerie Bestandteil eines klassischen Circusprogrammes sind.
In diesem Jahr konnte Bürgermeister Thomas Groll drei hervor­ragende Tierdarbietungen verpflichten. Aus der weitverzweigten deutschen Circusfamilie entstammt Ricardo Frank. Der Tierleh­rer arbeitet im eigenen Familiencircussen und war bereits bei zahl­reichen Weihnachtscircussen präsent.
Nach Neustadt kommt Ricardo Frank mit einer Rasselbande unternehmungslustiger Ponys und einer abwechslungsreichen Zie­gendressur.
Eine der besten Papageien-Dressuren der Gegenwart wird von Julia Hajdu aus Rumänien vorgeführt. Besonders beeindruckend ist der Freiflug der Papageien im Zelt. Julia Hajdu war bereits in zahlreichen Circus-Unternehmen im deutschsprachigen Raum zu Gast und zeigte ihr Können auch bei verschiedenen Weihnachts- Circussen in Süddeutschland.

Am 10., 18.30 Uhr, und 11. Oktober, 14.30 Uhr, 2026 findet wieder das Neustädter Circus-Festival „Goldener Biber“ statt.
Aufgrund der erfreulichen Sponsorenentwicklung, so Bürger­meister Thomas Groll, ist es möglich, allen Kindern bis 14 Jah­ren auf der Tribüne einen Sonderrabatt von 5 Euro beim Kauf der Eintrittskarte zu gewähren. Diese kostet dann nur 12 Euro.
Nach den Worten Grolls werde damit unterstrichen, dass Circus eine kulturelle Veranstaltung für die ganze Familie sei.
Kindern, die bereits eine Tribünenkarte erworben haben, wird der Rabatt bei Vorlage der Karte an der Tageskasse oder im Neu- STADTLADEN natürlich nachträglich gewährt.
Für das Lachen ist in diesem Jahr Clown Jimmie zuständig. Der Niederländer Dave Ruiter ist seit zwei Jahrzehnten als Spaßma­cher unterwegs. Musik und En­tertainment sind seine Welt. Kaum ein Clown kann so viele Instru­mente spielen wie „Jimmie“.
Bei Gaias und Weihnachtscir­cussen tritt Dave Ruiter regelmäßig auf. 2025 feierte er im bekannten österreichischen Circus Pikard große Erfolge.
In Neustadt wird er vor und wäh­rend den Vor­stellungen hu­morvoll für das
Lachen des Publikums sorgen.