Eine Ausstellung wie eine Perlenkette

Jana Dostals Neustadt Fotografien verschönern noch bis Ostern das Foyer und das Treppenhaus im Rathaus
Dostal zeigt unter dem Titel „Neustädter Ansichten“ die Schönheiten der Junker-Hansen-Stadt aus ganz besonderen Blickwinkeln und im Wechsel der Jahreszeiten.
von Karin Waldhüter
Neustadt. Das Neustädter Rathaus dient seit mehreren Jahren nicht nur als Verwaltungsgebäude, sondern bietet örtlichen und regionalen Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Als erste Künstlerin in diesem Jahr zeigt Hobbyfotografin Jana Dostal rund 30 Bilder. Sie präsentiert damit im Foyer und Treppenhaus des Neustädter Rathauses erstmals einen Teil ihrer Fotosammlung, die noch bis Ostern zu sehen ist.

Die 42-Jährige wurde in Komotau/Erzgebirge (Tschechien) geboren und lebt seit 2001 in Neustadt. Die Leidenschaft zur Fotografie entdeckte die Inhaberin einer podologischen Praxis schon früh. Im Alter von acht Jahren bekam sie von ihrem Vater ihre erste Kamera geschenkt. Seit 2013 beschäftigt sich Jana Dostal professioneller mit dem Thema Fotografie. Sie belegt Fortbildungskurse und besucht Fotostammtische in Neukirchen und Marburg und nutzt Freizeit und Urlaub, um ihr Hobby auszuüben. Für ihre Motive bevorzugt Dostal Landschaften und alte Architektur. Für die Aufnahmen nutzt die Hobbyfotografin eine Nikon 750 D und eine Fuji Extel 2 XL-2. Die Ausstellung im Rathaus zeigt viele „schöne Eckchen und Momente, die in Neustadt versteckt sind“.
„Ich bin froh, mit meiner Kamera oftmals genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort und bei besonderen Lichtverhältnissen zu sein, denn es ist genau dieser kurze Moment, der ein Bild zu etwas besonderem macht“, erläuterte sie während der Vernissage, die von Bürgermeister Thomas Groll eröffnet wurde. Mehr als 40 Interessierte, darunter auch zahlreiche Vertreter der Neustädter Kommunalpolitik sowie zahlreiche Freunde und Bekannte der Künstlerin, waren dazu ins Rathaus gekommen. Das Stadtoberhaupt freute sich über die große Resonanz und hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des kulturellen Angebotes im ländlichen Raum hervor, das für ihn ebenso wichtig sei wie in größeren Städten oder Ballungsräumen.
Vor diesem Hintergrund begrüßte Groll, dass sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf mit seinen neuen kulturpolitischen Leitlinien dazu bekenne, diesbezügliche Aktivitäten der Städte und Gemeinden, der Vereine und von Künstlern zu unterstützen. Er übernahm die Aufgabe, die Künstlerin vorzustellen. „Jana Dostal ist es hervorragend gelungen, „Neustädter Ansichten“ zu fotografieren“, hob er hervor. Wenn man seit Jahren und Jahrzehnten in Neustadt lebe, nehme man die Schönheiten der historischen Altstadt zumeist nicht so wahr, wie Besucher. Daher sei es gut, wenn man sich diese immer wieder einmal vor Augen führe. „Wie die Perlen einer Kette ist es der Fotografin gelungen, die Schönheiten unsere Kommune zu fotografieren“, betonte Groll.
„Leider kann ich keine große Rede halten, aber ich kann fotografieren und Füße machen“, erklärte Dostal in einer kurzen Ansprache sympathisch offen. Jeder Betrachter werde die Fotografien durch seine persönlichen Erfahrungen unterschiedlich deuten, nur so erlange ein Bild Bedeutung für jeden Betrachter. Sie ermunterte die Besucher zum genauen Betrachten und zur persönlichen Auseinandersetzung mit den Bildern, um so Erinnerungen zu wecken und Emotionen hervorzurufen. „Das ist der harmonische Einklang zwischen Kunst und Leben“, erläuterte sie.
Die Begeisterung für Fotografie hat Jana Dostal an Sohn Lukas (18 Jahre) weitergeben. Eines seiner Bilder ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

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