Helfer bringen alles, was nötig ist

Verein „Wir für uns“ und Stadt Neustadt organisieren Lieferservice / Auch Rauschenberger initiieren eine Hilfsaktion
VON MICHAEL RINDE
NEUSTADT. Sie müssen zu Hause bleiben, um sich zu schützen: ältere Menschen, Menschen, die zu Risikogruppen gehören. In Neustadt hilft der Bürgerverein „Wir für uns“ gemeinsam mit der Stadt. Sie haben den Einkaufsservice für eben jene Menschen in der Kernstadt und allen Stadtteilen auf den Weg gebracht. Nach Klärung der letzten offenen Fragen ist der Service gestern an den Start gegangen.
Roswitha Trümpert vom Verein „Wir für uns“ erklärt, wie der Service ablaufen soll. „Wobei wir natürlich noch Erfahrungen sammeln müssen“, sagt sie. Wer Einkaufshilfe braucht, der ruft zunächst bei Julia Boos von der Stadtverwaltung oder auf einer Handynummer an. Oder der Hilfesuchende schreibt eine E- Mail. Sprechzeiten sind vormittags von 10 bis 12 und nachmittags von 14 bis 16 Uhr. Alle Kontaktdaten sind am Ende des Textes angegeben.
Julia Boos nimmt die Bestellung auf und koordiniert die Erledigung. Ein ehrenamtlicher Helfer kommt dann zunächst zum Hilfesuchenden nach Hause und holt dort einen Umschlag mit dem nötigen Geld ab. Wechselgeld gibt es anschließend natürlich zurück. „Damit keiner Angst vor Betrügern haben muss, können sich die Helfer ausweisen“, sagt Trümpert. Die Ausweise, so groß wie eine Visitenkarte, hat die Stadt für die Ehrenamtlichen gedruckt. Alles passiere mit dem geforderten Sicherheitsabstand von zwei Metern, die Helfer tragen Einweghandschuhe, betont Trümpert. Ganz im Sinne der Hilfesuchenden und der Helfer. Außerdem hat eine Apotheke selbst hergestelltes Desinfektionsmittel für die Helfer bereitgestellt.
Danach wird der Einkauf erledigt, wobei das „Stoppt- Corona“-Team schon jetzt um Verständnis wirbt, wenn mal nicht alles wie gewünscht zu bekommen ist. Einkäufe, die vormittags bestellt wurden, werden nachmittags geliefert. Wer nachmittags anruft, bekommt seinen Einkauf am nächsten Vormittag gebracht. Rewe und Edeka-Neukauf unterstützen „Stoppt Corona“ mit Kartons oder Kisten. Tüten soll es nicht geben. Der Weg der Helfer endet an der Haustür.
Zunächst gibt es den Service von montags bis freitags. Sollte Bedarf an Samstagen erkennbar sein, dann wollen die Helfer reagieren. Auch in diesem Punkt müssen Erfahrungen gesammelt werden.
Alle Fahrten laufen mit dem Bürgerbus, dessen Linienverkehr derzeit ruht. Bürgerbus-Koordinator Gerd Leissler managt jetzt auch die Einkaufstouren der 14 Ehrenamtlichen. Sie fahren sonst den Neustädter Bürgerbus.
Das Team vom Verein „Wir für uns“ und der Stadtverwaltung hofft, dass sich das neue Hilfsangebot jetzt schnell herumspricht und angenommen wird. Dazu wurden bereits Handzettel verteilt, unter anderem auch an Kunden von „Essen auf Rädern“. Das wirkt. Noch bevor der Einkaufsservice gestern startete gab es die erste Bestellung. Und wenn ein älterer Mensch einfach nur ein Brot dringend braucht? „Dann werden wir sicher auch helfen“, sagt Roswitha Trümpert. Das Gute: Das gesamte Angebot ist für die Hilfesuchenden kostenfrei.
Denn Geld will der Verein damit nicht verdienen.
Bürgermeister Thomas Groll lobt die Initiative des Vereins, aber auch von Neustädtern, die in diesen Tagen ältere Menschen bei Bewältigung der Einkaufsprobleme unterstützen. „Auch wir helfen gerne mit unserer Mitarbeiterin Julia Boos. Wir haben die Kapazitäten dafür“, sagt Groll.
Kontakt: Julia Boos; Telefon 0 66 92 / 89 38, E-Mail: boos@neustadt-hessen.de; Ansprechpartner bei „Wir für uns“: 01 77 / 7 64 90 80.

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