Hund spuckt todbringenden Brocken aus

Tierhalter finden mit Rasierklingen gespickte Fleischköder in Neustädter Straßen Die Polizei ermittelt

Hundehalter aufgepasst: Am Verbindungsweg Aue zur Kläranlage sowie im Bereich Große und Kleine Brunnenstraße haben bisher Unbekannte mit Rasierklingen gespickte Leberbrocken ausgelegt.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. Es ist immer gut, wenn Hunde ihrem Herrchen gehorchen: Einem Leonberger hat dies das Leben gerettet. Das Tier hatte am Mittwochmorgen einen wohl todbringenden Fleischbrocken bereits im Maul, als sein Herrchen es zwang, den lebensgefährlichen Köder wieder auszuspucken: In dem Stück gebratene Leber befand sich eine abgebrochene Rasierklinge. Der Neustädter alarmierte die Polizei, erstattete Anzeige und informierte die Stadtverwaltung, die ebenso wie weitere Hundebesitzer die Initiative ergriff. Mit wachsamen Augen ging es durch verschiedene Straßen – und weitere tödliche Fallen tauchten auf. Verwaltung und Bürger hängten Warnschilder auf und informierten via Facebook über die hinterhältigen Köder.

„Was gibt es nur für kranke Menschen?“, fragt eine vergleichsweise zurückhaltende

Nutzerin des sozialen Netzwerkes und spricht vielen Bürgern aus dem Herzen. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass Menschen so etwas tun und mit der Gesundheit der Tiere ihrer Mitmenschen spielen. Ich hoffe, dieser Blödsinn findet schnell ein Ende“, sagt Bürgermeister Thomas Groll.

„Es ist nicht auszuschließen, dass auch an anderen, vermutlich bevorzugt zum Ausführen von Hunden genutzten Wegen derartige Fleischstücke ausgelegt wurden“, betont Norbert Gies und mahnt alle Hundehalter zu besonderer Vorsicht. Seines Wissens nach seien dies die ersten Fälle, in denen Köder mit Rasierklingen ausgelegt wurden, ergänzt der Ordnungsamtsleiter. Anfang Februar habe es Hinweise auf vergiftete Hackbällchen gegeben und Hunde seien vorsorglich mit Medikamenten behandelt worden: „Es ist aber zum Glück wohl kein Hund zu Schaden gekommen.“

Ebenfalls mit Rasierklingen versehene Köder fanden Hundebesitzer vor einigen Jahren im Nordkreis: „Wir hatten mal Verdachtsmomente in Cölbe und es kommt immer mal vor, dass vergiftete Köder ausgelegt werden – aber nicht häufig“, berichtet Polizeisprecher Martin Ahlich und kommentiert: „Jeder einzelne Fall ist schlimm und einer zu viel.“ Er rät Hundebesitzern, ihre Tiere an die Leine zu nehmen und sie höchstens fernab der Bebauung frei laufen zu lassen – ein Risiko gebe es dort zwar auch, es sei jedoch geringer als in der Nähe von Wohnhäusern. Die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Tier-Schutzgesetz und versuchter Sachbeschädigung und nimmt ebenso wie die Stadtverwaltung Hinweise entgegen.

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