Trio trägt seine Heimat immer im Herzen

Der neue Junker Hans und seine Burgfräulein im Porträt
„Neustadt ist eine wundervolle Stadt mit einer spannenden Geschichte. Ich finde, jeder sollte sie kennen.“ Daniel Stumpf hat einen guten Grund, sich auf die Zeit als Repräsentant der Stadt zu freuen.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Alljährlich lüften die Neustädter zum Kirmesbeginn das Geheimnis, wer ein Jahr lang als Junker Hans gemeinsam mit zwei Burgfräulein die Stadt Neustadt repräsentieren darf. Danach steht das Trio dann erst mal vier Tage lang im Fokus. „Am Anfang war ich schon etwas nervös“, gibt Daniel Stumpf (23) zu. Doch die Feuertaufe haben er, Sophie Reiche (20) und Theresa Schmid (20) be- und die heiße Phase überstanden – fast schon im wahrsten Sinne des Wortes, denn in ihren historischen Trachten sei es während des Kirmes-Wochenendes durchaus warm gewesen, wie sie berichten. „Aber es macht Spaß“, betont Stumpf und gibt somit „seinem Hauptmann“ Recht: Andreas Gnau, der Chef der Bürgerwehr, hatte ihn – noch passives Mitglied der Gruppe – angesprochen, ob er nicht den Junker Hans geben wolle. „Anfangs habe ich mich etwas geziert, aber eigentlich ist das eine Erfahrung, die man machen sollte“, erklärt der neue Repräsentant Neustadts. Nachdem er nun längere Zeit wegen seiner Ausbildung zum Fachinformatiker Systemintegration in Bad Hersfeld verbracht hat, möchte er zurück in die Region und sich in seiner Heimat verstärkt engagieren. „Ich möchte neue Leute und Vereine kennenlernen und die Gemeinschaft fördern“, gibt Stumpf als Ziel aus.

Sein Vorteil: Durch die Entfernung zum Heimatort sei es einfach gewesen, das Geheimnis zu bewahren, dass er Junker Hans wird. „Nur meine Eltern wussten es. Meiner Schwester Lea konnte ich es nicht sagen, denn sonst hätte es bald ganz Neustadt gewusst“, ergänzt er mit einem breiten Grinsen.
Ihm zur Seite stehen zwei 20-Jährige, die zu einem Freundeskreis gehören, aus dem seit drei Jahren die Burgfräulein stammen. „Letztes Jahr wollten wir auch schon – aber da fanden wir keinen Mann“, erinnert sich Sophie Reiche zurück, das vierte Burgfräulein, das aus Mengsberg stammt. Im Sommer schließt sie ihre Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten ab, um dann noch exakter in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten: Sie arbeitet bereits in der Praxis von Gudrun Schmeck- Reiche – einer ehemaligen Miss Neustadt. Nach ihrer Ausbildung will sie Zahnmedizin studieren: „Egal wo, aber in der Nähe wäre schön“, erklärt die leidenschaftliche Tennisspielerin, die derzeit zumeist in Oberaula ist, wo ihr Freund wohnt.
Auch Theresa Schmid will in Fußstapfen treten – in die ihres Vaters Thomas, der in Neustadt als Allgemeinmediziner tätig ist. Derzeit macht sie eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten in einem Dialysezentrum in Kirchhain und Ziegenhain. Anschließend will sie Medizin studieren: „Am liebsten in Würzburg oder im hohen Norden“. Sprich: Im Gegensatz zu Reiche alles andere als in der Nähe. „Ich fände es gut, mal ein bisschen rauszukommen“, sagte sie und verspricht, später aber wieder nach Neustadt zurückzukommen. Seit klein auf tanzt sie in den Garden des VfL und gehört inzwischen der Prinzengarde an. Zudem ist sie großer Fan des Vereins und steht jedes Wochenende beim Fußball an der Seitenlinie: „Das hat sich so eingebürgert, wahrscheinlich, weil mein Bruder Simon einst für den VfL spielte.“
Besonders freuen sich die drei, ihre Heimat beim derzeit stattfindenden Neustadt-Treffen in Polen repräsentieren zu dürfen. Schmid stellt zudem das Bierfest und den Besuch bei Ministerpräsident Volker Bouffier als Höhepunkte heraus – und natürlich Karneval, wie sie und Reiche hinzufügen. „Die Stadt hat es auf jeden Fall verdient, dass man sie auch außerhalb der Region kennt – die Neustädter sind einfach ein lustiges Volk“, resümiert Schmid.

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