Millionenschwer und unterhaltsam

 

„Wir bei Dir“: Stadtwerke und OP besuchten Neustadt  Eine Flüchtlingsunterkunft, zwei Meinungen

Um schnell die neuesten Nachrichten aus der Region zu bekommen – deswegen lesen laut Umfrage die meisten Menschen die Oberhessische Presse. Eine These, die Thomas Groll unterschreiben dürfte.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. 1,04 Millionen Euro erhält die Stadt Neustadt aus dem Bundesprogramm und Landesprogramm „Kommunale Infrastruktur“. Diese Nachricht bekam Thomas Groll von OP- Lokalchef Till Conrad übermittelt, als Neustadts Bürgermeister am Dienstagmittag den Tourbus „Wir bei Dir – gemeinsam hier“ besuchte. Die Stadtwerke Marburg und die Oberhessische Presse wollen mit dieser Aktion auf die Menschen zugehen, erfahren, was sie bewegt, was sie zufrieden macht, aber auch ihre Sorgen und Ängste kennenlernen.

Neustadts Rathauschef war ob der guten, neuen Nachricht der fröhlichste Besucher des Tourbusses. Aber auch viele andere Menschen, die sich auf die Gespräche mit Redakteuren und Mitarbeitern ihrer Lokalzeitung und des regionalen Energieversorgers einließen, hatten ihren Spaß. Und das nicht nur, wenn sie vor laufender Kamera erklärten, was ihnen an ihrer Heimatgemeinde gefällt – ein Einsatz, der mit einer Chance auf einen Einkaufsgutschein belohnt wird. Manch einer beschränkte sich auch darauf, seine Meinung in einer kleinen schriftlichen Umfrage kundzutun – was immerhin zur Teilnahme an einem attraktiven Gewinnspiel berechtigt.

Der Momberger Martin Schmidt erfreut sich zum Beispiel besonders an Landschaft und Infrastruktur, der Neustädter Maximilian Happel sieht „seine“ Martin-von-Tours-Schule als einen der Höhepunkte an – eine bemerkenswerte Aussage aus dem Munde eines Schülers, die sonst bekanntermaßen mit ihren Bildungseinrichtungen ja eher hart ins Gericht gehen. Für Maikel Engel ragt der Bürgerpark heraus, dem ehemaligen Junker Hans Marcel Schlitt gefallen besonders die Innenstadt und die Kirmes. „Na, das Wetter schon mal nicht“, ließ Marion Hering angesichts von bedecktem Himmel und starken Windböen verlauten. Ein Thema, das die Menschen spaltet, ist die neue Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge – für die einen ist sie eine Last, für die anderen eine Bereicherung des Stadtlebens und eine Notwendigkeit, die sich aus den Geschehnissen auf

Neustädter Mitteilungsblatt

 

Kanu fahren, klettern und schwimmen

Für die vierte Ferienwoche war eine weitere Freizeit der Jugendpflege des bsj e.V. geplant. Diese sollte zunächst mit dem Kanu auf die Unstrut (Thüringen) führen. Aufgrund des sich abzeichnenden Unwetters und den unklaren Wetterverhältnissen zu Beginn der Woche vom 17. bis 18. August am Zielort in Thüringen, wurde im Laufe des Sonntagnachmittags, in Absprache mit den Eltern aller Teilnehmerinnen, spontan umdisponiert.

Am Montagmorgen trafen sich elf Jungen und Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren im Jugendraum, um gemeinsame Alternativen für Montag und Dienstag ausfindig zu machen. So beschloss man am selbigen Tag nach Wiesbaden in einen Indoor-Waldseilgarten zu fahren, um dem kühlen Nass auszuweichen. Hier haben sich die Teilnehmerinnen auf verschiedenen Parcouren in unterschiedlichen Höhen austoben und anschließend eine Kletterwand über einem Becken von Schaumstoffwürfeln testen können. Zum Abschluss des Tages einigte man sich darauf, am nächsten Tag in ein Schwimmbad zu fahren und auf besseres Wetter ab Mittwoch zu hoffen. So wurde der Weg in das Lagunenbad mit Rutschenpark in Willingen in Angriff genommen. Hier wurden alle Rutschen ausgiebig ausprobiert und ständig neue Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt. Nachdem auch hier alle auf ihre Kosten kamen, konnte die frohe Botschaft verkündet werden, dass sich die Wetterlage bessern sollte und am Mittwochmorgen der Startschuss zu einer dreitägigen Kanutour auf der Lahn fallen sollte. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Im Vergleich eine Vorzeigeeinrichtung

Land gab erstmals einen Einblick in die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge  Kritik hält sich in Grenzen

Stück für Stück schreitet der Umbau der ehemaligen Kaserne und der Ausbau der Infrastruktur der Erstaufnahmeeinrichtung voran – bald erhalten auch Ehrenamtier den lang geforderten Zugang.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. Die Menschen sind freundlich, das Essen ist in Ordnung und die Zimmer sind zum Schlafen gut – so bewertet ein Albaner die Neustädter Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Nur für Babys sei die Situation nicht zufriedenstellend, ergänzt der junge Familienvater: Es sei zu eng und oftmals etwas zu laut in den vollbesetzten Gebäuden. Und gut fände er es auch, wenn Windeln zur Verfügung gestellt würden – das zugeteilte Geld sei schließlich eine schöne Sache, die Summe aber doch eher gering.

Bereits seit zwei Monaten lebt Amir Alamir in der Neustädter Erstaufnahmeeinrichtung. Insgesamt sei er mit der Unterbringung sehr zufrieden, betont der Syrer und freut sich über die Schönheit der Region. Sein einziger Kritikpunkt betrifft die Hygiene in den sanitären Anlagen: Diese würden zwar regelmäßig geputzt, seine „Mitbewohner“ machten sie jedoch schnell wieder schmutzig. Wahrscheinlich müsse er sie einfach einmal ansprechen, gibt er zu und relativiert auch die Bedeutung gelegentlich stattfindender Auseinandersetzungen zwischen den Flüchtlingen: Diese seien normal, wenn so viele Menschen auf begrenztem Raum zusammenlebten. „Im Vergleich eine Vorzeigeeinrichtung“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

„ angekommen“ – Vortrag und Lesung mit den Eheleuten Horst W. und Marianne Gömpel

Stadt Neustadt (Hessen) erinnert an Vertreibung aus dem Sudetenland und den Neuanfang in Nordhessen

Beginnend 1945 wurden in Folge des II. Weltkrieges und der NS- Gewaltherrschaft fast drei Millionen Deutsche aus ihrer angestammten Heimat, dem Sudetenland, vertrieben. Rund 300.000 Menschen fanden dabei den Tod oder wurden vermisst.

2014 verfassten die Eheleute Horst W. und Marianne Gömpel aus Schwalmstadt das Buch „… angekommen“. Auf 500 Seiten dokumentieren sie darin die Vertreibung von etwa 200.000 Sudetendeutschen und deren Neuanfang in Nordhessen.

Die Stadt Neustadt (Hessen), die seit Jahren mit Gedenkveranstaltungen herausragende Ereignisse der deutschen Geschichte würdigt, möchte gemeinsam mit dem Ehepaar Gömpel an die Vertreibung vor nunmehr 70 Jahren erinnern. Daher lädt sie zu Vortrag und Lesung mit den beiden Autoren für Mittwoch, den 7. Oktober 2015, 19.30 Uhr, in das Historische Rathaus am Marktplatz ein. Horst W. und Marianne Gömpel, die bereits über 40 solcher Veranstaltung gen durchführen, werden über das Sudetenland in Vergangenheit und Gegenwart berichten und aus ihrem Buch lesen. Alle Interessierten aus Neustadt und den umliegenden Gemeinden sind hierzu herzlich eingeladen. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Ehrenmal rückt näher heran

Steinmetz schafft drei neue Granitstelen mit Inschriften

In Kürze beginnen in Neustadt die Arbeiten für ein neues Ehrenmal beim Neustädter Rathaus. Bis zum Volkstrauertag soll es fertiggestellt sein.

Neustadt. Die bisherige Gedenkstätte, die vor rund fünfzig Jahren errichtet wurde, weist erhebliche Schäden auf. Beispielsweise mussten mehrere der bronzenen Kreuze, die den Mittelpunkt des Ehrenmales bilden, entfernt werden. Auf Vorschlag von Bürgermeister Thomas Groll sprachen sich Magistrat und Ortsbeirat gegen eine Sanierung der recht weitläufigen Anlage aus, die von Kindern leider auch immer wieder als Spielstätte genutzt wird. Diese soll nun abgebrochen und die Fläche eingesät werden. Teile der Sandsteine sollen nach Möglichkeit als Umrandung des neuen Denkmals wiederverwendet werden. Das neue Ehrenmal wird gegenüber dem Jugendheim an der Rückseite des Rathauses errichtet. „Zukünftig wird es keine so große Distanz mehr zwischen dem Ehrenmal, den offiziellen Vertretern und der Trauergemeinde am Volkstrauertag geben. „Das Ehrenmal wird näher herangeholt und für Fußgänger im Alltag wahrnehmbar“, erklärt Bürgermeister Thomas Groll. Damit solle symbolisiert werden, dass die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt und die Mahnung zum Frieden auch in unseren Tagen aktuell sei. Der Kirchhainer Steinmetz Claus Eufinger wird drei Stelen aus schwedischem Granit herstellen. „Ehrenmal rückt näher heran“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Erzählcafe Mengsberg aktiv durch den Sommer

Auch in der Sommerzeit öffnete das Mengsberger Erzählcafe einmal im Monat seine Pforte und hat sich damit als regelmäßiger Treffpunkt für die ältere Generation etabliert in dem immer wieder auch Neues gewagt wird. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal ein Ausflug unternommen. Wunschgemäß nicht allzu weit sollte es gehen und so wurde als Ziel Damms Hof in Rauschenberg auserkoren. Der Familienbetrieb Damm betreibt neben der Milchwirtschaft ein Eiscafe mitten im Grünen. Auf der großen Terrasse fand das mit 25 Personen angereiste Erzählcafe Platz und genoss bei herrlichem Wetter den Blick über Rauschenberg und natürlich leckeres Eis aus eigener Produktion des Milchviehbetriebes. Sogar den Ursprung des Eises, also die Milchlieferanten, konnten angeschaut werden, wobei der Melkroboter besonderes Interesse der Besucher aus Mengsberg hervorrief. Gut gefallen hat der kleine Ausflug allen und soll auf jeden Fall wieder auf dem Programm des Erzählcafes stehen, so wie auch der Grillnachmittag, der auch in diesem Jahr am Kirmesfreitag stattfand. Im Pfarrgarten wurde ein geselliger Nachmittag verbracht, der durch den Besuch der Burschenschaft mit Kapelle und Kirmesbär angenehm unterbrochen wurde. Die Burschen legten auf dem Weg zum Ortsvorsteher einen Zwischenstopp ein und sorgten mit dem Kirmesschnäpschen für jeden und Ständchen nach Wunsch für angenehme Unterhaltung. Für die kommenden Treffen des Erzählcafes, an jedem ersten Freitag im Monat um 15.30 Uhr, sind keine Extratouren geplant, trotzdem sind die Treffen wertvoll für alle, die gerne erzählen oder zuhören möchten und jeder und jede sind immer herzlich eingeladen. Das nächste Erzählcafe findet am Freitag, dem 4. September um 15.30 Uhr im Gemeindehaus Mengsberg statt. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Städte mit Erstaufnahmeeinrichtungen erhalten Unterstützung

 

Mehr Rettungsdienst-Einsätze verzeichnet

Fieberhaft sucht das Land Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge, um Zeltcamps zum Winter hin abbauen zu können. Zugleich sind in den Städten, die Erstaufnahmeeinrichtungen haben, Herausforderungen zu bewältigen.

von Michael Rinde

Neustadt. An Interesse, Flüchtlinge zu unterstützen, mangelt es nicht. Nach einem Bericht einer Boulevardzeitung über Hilfen für Flüchtlinge Anfang der Woche, klingelten im Rathaus Telefone. 10 bis 15 Bürger hätten nachgefragt, wie sie konkret helfen könnten, berichtet Bürgermeister Thomas Groll.

Ein weiteres Indiz dafür, wie wichtig eine Anlaufstelle und Koordinierung von ehrenamtlichen Angeboten in der Kleinstadt ist. Voraussichtlich ab Oktober wird nun das Diakonische Werk Oberhessen diese Aufgabe übernehmen (die OP berichtete). Aber es sind weitere Schritte erforderlich, die Groll vom Land erwartet und von dem es auch die entsprechenden Signale gibt.

Die Bürgermeister von Neustadt, Rotenburg an der Fulda und Büdingen – Städte mit Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge – stehen seit Wochen in engem Kontakt und stimmen sich in grundsätzlichen Fragen gegenüber dem Land Hessen ab. „Städte mit Erstaufnahmeeinrichtungen erhalten Unterstützung“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Ministerpräsident Volker Bouffier besuchte Erstaufnahmeeinrichtung in Neustadt (Hessen)

Bürgermeister Thomas Groll nutzte Gelegenheit zum Gespräch

In dieser Woche besucht Ministerpräsident Volker Bouffier zahlreiche Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) für Flüchtlinge in ganz Hessen, um sich über die Situation der dort untergebrachten Menschen zu informieren und mit den örtlich Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Am vergangenen Montag kam er nach Aufenthalten in Limburg, Wetzlar und Marburg/L. auch für eine Stunde in die ehemalige Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne nach Neustadt (Hessen), in der momentan rund 760 Flüchtlinge untergebracht sind. Begleitet wurde der Ministerpräsident von Staatssekretär Michael Bußer, dem Sprecher der hessischen Landesregierung, vom Gießener Regierungspräsidenten Dr. Lars Witteck und von Landrätin Kirsten Fründt. Auch Bürgermeister Thomas Groll war im Vorfeld von der Staatskanzlei zu diesem Termin eingeladen worden. Bevor der Ministerpräsident das Gespräch mit den Flüchtlingen suchte, hatte Thomas Groll gemeinsam mit Landrätin Kirsten Fründt die Gelegenheit, ein rund zehnminütiges Gespräch mit dem Ministerpräsidenten zu führen und dabei die Sichtweise der Kommune vorzutragen. Bouffier betonte dabei eingangs, dass ihm sehr wohl bewusst sei, was es für eine kleine Kommune wie Neustadt bedeute, wenn innerhalb weniger Wochen über 750 Flüchtlinge in einer EAE Unterkunft fänden. „Das geht alles nicht reibungslos von statten, das gibt auch Probleme. Beispielsweise Lärm, Müll, das Verhalten im Schwimmbad. Mir ist das als Gießener aus vielen Kontakten mit Bürgern nur zu gut bekannt. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Bouffier kommt zum Blitzbesuch

 

Voraussichtlich ab Oktober soll es in Neustädter Erstaufnahmeeinrichtung ehrenamtliche Angebote geben.

Rund 800 Flüchtlinge sollen es am Ende sein, die in Neustadts Erstaufnahmeeinrichtung ihre ersten Wochen in Deutschland verbringen, aktuell sind es 723, Stand gestern.

von Michael Rinde

Neustadt. Es war ein besonderer Besuch gestern in der Erstaufnahmeeinrichtung in Neustadt. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier verzichtete dabei auf einen Rundgang. Zunächst führte Bouffier kurze Gespräche mit Neustadts Bürgermeister Thomas Groll und Landrätin Kirsten Fründt, danach stellte er sich rund 100 Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtung und beantwortete deren Fragen. Die Presse war da bei nicht zugelassen.

Der Ministerpräsident, begleitet vom Gießener Regierungspräsident Lars Witteck, gab sein Statement vor den Toren ab. Die Flüchtlinge, die überwiegend aus Ländern vom Westbalkan kommen, bewegte dabei laut Bouffier vor allem die zentrale Frage: „Alle möchten schnell wissen, wie es für sie weitergeht.“ „Bouffier kommt zum Blitzbesuch“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Gestaltung der Bahnhofsmauer Stadtjugendpflege und Graffitikünstler wollen Neustadts Altstadt auf Beton „verewigen“

Nachdem Mitglieder des Neustädter Gewerbevereines im vergangenen Jahr die stark verschmutzte Bahnhofsmauer gereinigt hatten, riefen Bürgermeister Thomas Groll und Gewerbevereinsvorsitzender Thomas Heide die Bürgerschaft im Mai 2015 dazu auf, Ideen für die künftige Gestaltung zu äußern.

Dankenswerterweise, so Thomas Groll, seien rund zehn Vorschläge eingegangen. Gemeinsam mit dem Vorstand des Gewerbevereines hat er sich für eine Idee der Stadtjugendpflege ausgesprochen. Jugendpfleger Lars Kietz hatte mit Jugendlichen über das Thema gesprochen und gemeinsam mit einem Stadtallendorfer Graffitikünstler eine Skizze entwickelt. Auf dieser sind u. a. Neustadts „Schmuckstücke“ – Junker-Hansen-Turm und Rathaus – abgebildet. Natürlich wird neben der evangelischen Kirche auch noch die katholische Kirche aufgenommen.

Bürgermeister Thomas Groll ist von dem Entwurf „und seinen kräftigen Farben“ begeistert. „Dieses Bild wäre ein echter Blickfang auf der bisher tristen Mauer.“ Schon vor über 30 Jahren, so Groll, habe sein damaliger Kunstlehrer Klaus-G. Thiem eine Bemalung der Mauer angeregt. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen