Mit Fördermitteln über Wasser halten

 

Stadt Neustadt hofft bei der Sanierung des Freibades auf Unterstützung  Gutachten liegt noch nicht vor

Am Montag (19 Uhr, historisches Rathaus) sollen die Stadtverordneten beschließen, dass sich die Stadt um Fördermittel aus einem „Zukunftsinvestitionsprogramm“ des Bundes bewirbt.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. Es scheint klar zu sein, in welche Richtung es mit dem Neustädter Freibad geht: Die Bürger wollen es, wie eine Umfrage bestätigte, SPD und CDU haben sich bereits für den Erhalt der Einrichtung und eine Sanierung ausgesprochen und der Magistrat hat Förderprogramm im Blick. Und das, obwohl die Ergebnisse eines Ende des Sommers in Auftrag gegebenen Gutachtens noch nicht vorliegen. Die Stadt geht derzeit aufgrund erster Ergebnisse davon aus, dass die Sanierung des Freibades rund zwei Millionen Euro kostet. Eine Summe, die sich Neustadt eigentlich nicht leisten kann.
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Neustädter Mitteilungsblatt

Eine neue Patenschaft zwischen der Bundeswehr und der Kommune wird auf den Weg gebracht

1960 wurde die Stadt Neustadt (Hessen) durch den Bezug der Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne Garnisonstadt der Bundeswehr. Bis zur Auflösung des Panzergrenadierbataillons 142 bestand eine Patenschaft mit diesem. In der Folge wurde eine solche dann mit der Stabskompanie der Panzerbrigade 14 „Hessischer Löwe“ abgeschlossen. Durch die Auflösung dieses traditionsreichen Verbandes konnte aber auch diese nicht aufrechterhalten werden. Da auch nach Schließung der Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne eine enge Bindung zwischen der Kommune, der Bürgerschaft und der Bundeswehr aufrecht erhalten werden sollte, wurde 2009 eine Patenschaft mit der 6. Kompanie des Luftlandefernmeldebataillons Division

Spezielle Operationen aus Stadtallendorf auf den Weg gebracht. Diese war sehr rege und durch zahlreiche gemeinsame Veranstaltungen geprägt. Dies ist insbesondere auch der Historischen Bürgerwehr Neustadt zu verdanken, die sich als „Patenschaftsverein“ in hervorragender Art und Weise eingebracht hat. Leider wurde das Luftlandefernmeldebataillon 2014 aufgelöst, sodass auch diese Patenschaft zum Erliegen kam. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

SPD will zwei Frauen in den Magistrat schicken

Kurz, Wolfig und Schmitz sind nicht mehr mit von der Partie Auf der Liste finden sich fünf „Neue“

Nach der Kommunalwahl 2016 besteht die Stadtverordnetenversammlung Neustadt aus 23 Mitgliedern – entsprechend hat die SPD eine Liste mit 23 Kandidaten zusammengestellt und geschlossen verabschiedet.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. „Wir wollten schon 23 Kandidaten finden, die auch bereit wären, ins Parlament zu gehen“, sagt Hans-Gerhard Gatzweiler und gibt zu, am Anfang skeptisch gewesen zu sein. Letztendlich bekam die SPD die angestrebte Zahl zusammen – zur Freude des Fraktionsvorsitzenden und erneuten Spitzenkandidaten finden sich darunter sechs Frauen. Zudem sei das Verhältnis Kernstadt/Stadtteile recht ausgewogen.

Nicht mehr zur Wahl stellen sich die bisherigen Stadtverordneten Karl-Heinz Kurz und Björn Wolfig (beide aus Mengsberg). Kurz will sich laut Gatzweiler auf seinen Posten als Ortsvorsteher konzentrieren, Wolfig ist aus privaten Gründen nicht mehr dabei. Das gleiche gilt für Stadtrat Manfred Schmitz, der sich nach vielen Jahrzehnten ehrenamtlichen Engagements von der Kommunalpolitikverabschiedet. Dafür finden sich fünf Neue in den Reihe der SPD. Höchster „Neueinsteiger“ ist Stephani Schmitt auf Platz neun. Die Mombergerin gehört (zum zweiten Mal) dem Ortsbeirat an, ist Beamtin bei der Bundeswehr-Verwaltung und, so Ortsvorsteher und Stadtverordneter Jörg Grasse, „sehr engagiert und ein Gewinn“ – vor allem was Verwaltungsfragen und den Baubereich angeht. Sie ist laut Gatzweiler neben Ella Milewski die zweite SPD-Kandidatin für den Magistrat. „SPD will zwei Frauen in den Magistrat schicken“ weiterlesen

Bürger wollen das Haus der Begegnung

CDU sieht sich nach Fragebogen-Aktion in Arbeit bestätigt Ergebnisse gehen auch an andere Fraktionen

Die Neustädter sind mit großer Mehrheit für den Erhalt und die Sanierung von Freibad und Haus der Begegnung – den Sorgenkindern der Stadt, die seit längerem die Kommunalpolitiker beschäftigen.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. 95 Prozent der Neustädter sagen, dass Neustadt auch zukünftig ein Bürgerhaus benötigt. Gar 96,5 Prozent wollen, dass die Stadt weiterhin das über 40 Jahre alte Freibad betreibt – 63 Prozent sprechen sich für eine umfassende Sanierung aus. Das ergab eine Umfrage der CDU, die rund 3 800 Fragebögen an Haushalte in der Kernstadt verteilte. 278 davon kamen zurück. Die Umfrage sei zwar nicht repräsentativ, sagt Fraktionsvorsitzender Franz-W. Michels. Gleichwohl habe seine Partei so das „Ohr am Bürger“ und erhalte Aufschlüsse, wie zumindest ein Teil der Wähler die Geschehnisse in der Kommune beurteile: „Wir sehen uns in unserer Arbeit bestätigt“, lautet sein Fazit. „Bürger wollen das Haus der Begegnung“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Neue Räumlichkeiten für die DRK-Kleiderkammer

Die Kleiderkammer der DRK-Bereitschaft Neustadt (Hessen) hat zunächst für die nächsten Monate eine neue Unterkunft gefunden. Bisher war sie im Zwischenbau des „Hauses der Vereine“ (ehemaliges Schwesternhaus) untergebracht. Die dortigen Räumlichkeiten waren allerdings sehr beengt und für die stark zugenommene Nachfrage seit Schaffung der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der ehemaligen Kaserne nicht mehr geeignet. Zudem standen dort keine ausreichenden Flächen für die Kleiderannahme und -Sortierung zur Verfügung. Die Bereitschaftsleiterin, Frau Ute Kanetscheider, und Vorstandsmitglied Steffen Maurer sprachen daraufhin Bürgermeister Thomas Groll an und baten um Unterstützung bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Da auch der Magistrat die Notwendigkeit nach einer Erweiterung sah, habe man sich entschlossen, so Bürgermeister Thomas Groll, der DRK- Bereitschaft vorübergehend das ehemalige Wohnhaus des „Hauses der Begegnung“ zur Verfügung zu stellen. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Städtische Hausmeister sind jetzt wieder mobil

 

Zwei neue Fahrzeuge für den Neustädter Bauhof

Drei Jahre nach dem Kauf einer landwirtschaftlichen Zugmaschine muss die Stadt für ein solches Fahrzeug erneut tief in die Tasche greifen. Sie hofft nun, dieses Mal mehr Glück zu haben.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. Fast 45 000 Euro hatte die Stadt Neustadt im Jahr 2012 für eine Zugmaschine des Typs Deutz-Fahr berappt. 2 500 Stunden war sie in Betrieb. Immer wieder traten Defekte auf, deren Reparaturen knapp 19 000 Euro verschlangen. Als nun auch noch der Austausch der Reifen und der Kupplung anstanden, zog die Stadt die Notbremse.

„Die Maschine war den Beanspruchungen nicht gewachsen“, erklärt Bürgermeister Thomas Groll, während er die neue Zugmaschine der Firma Claas präsentiert. Seine Mitarbeiter hätten sich mit anderen Bauhöfen ausgetauscht. „Außerdem haben wir uns den Schlepper intensiv vorführen lassen“, betont der Kämmerer und hofft, dass das neue Gerät die Erwartungen erfüllt und länger hält. 55 000 Euro kostete die Neuanschaffung – wovon 20 000 Euro abzuziehen sind, da die Stadt das alte Fahrzeug in Zahlung gab. Die Stadtverordneten hatten diese überplanmäßige Ausgabe in ihrer vergangenen Sitzung einstimmig abgesegnet.

Wie im Haushaltsplan 2015 vorgesehen gehört nun auch ein neuer Opel Combo – ein geräumiger Kleintransporter – im Wert von 17 000 Euro zum städtischen Fuhrpark. Die Nachfrage nach dem städtischen Werbebusschen sei von Seiten der Vereine, der Schule und anderer Institutionen so groß, dass sich das Fahrzeug kaum für den alltäglichen Gebrauch einplanen lasse, betont Groll. „Es kam sogar schon vor, dass Maler mit dem Fahrrad fahren und Hausmeister zu Fuß zu ihren jeweiligen Einsatzorten gehen mussten“, fügt der Rathauschef hinzu und freut sich: „Wir müssen unsere Mitarbeiter mobil halten – und das können wir mit dem neuen Fahrzeug/‘

 

Kleiderstube bekommt mehr Platz

Umzug ins Haus der Begegnung Durch Erstaufnahmeeinrichtung gibt es mehr Spenden und mehr Nutzer

„Die Menschen sind froh, dass es die Kleiderstube gibt“, betont Steffen Maurer. Und die Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes Neustadt sind froh, endlich genug Platz für ihre Angebote zu haben.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. Endlich müssen die Mitglieder der DRK-Bereitschaft und die 24 zusätzlichen ehrenamtlichen Helfer nicht mehr in der Fahrzeughalle die gespendete Kleidung sortieren. Endlich können sie den Besuchern der Kleiderstube mehr Platz beim Stöbern bieten. Die Stadt Neustadt stellt für die soziale Einrichtung ein Jahr lang den einstigen Wohntrakt des Hauses der Begegnung zur Verfügung – also jenen Teil des Gebäudes, in dem später einmal betreutes Wohnen stattfinden soll.

Diese räumliche Vergrößerung war für die Kleiderstube bitter nötig: Seitdem es die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Neustadt gibt, hat sich die Spendenbereitschaft der Menschen massiv erhöht und die Anzahl der Nutzer ist in die Höhe geschossen. Kamen früher etwa 15 bis 20 Stammkunden zu den Öffnungszeiten, so warten inzwischen an jedem zweiten Samstag zwischen 10 und 13 Uhr zwischen 80 und 120 Menschen geduldig vor der Tür. „Kleiderstube bekommt mehr Platz“ weiterlesen

Vom Strauß und einer Perlenkette

Stadtentwicklungsministerin Priska Hinz übergab ersten Förderbescheid aus dem Programm „Soziale Stadt‘

rum das Land die Stadt in das Programm aufgenommen habe. „Wir konnten alle sechs Städte aufnehmen, die Anträge gestellt haben“, ergänzt sie.

58 000 Euro ist ein Blatt Papier wert, das Staatsministerin Priska Hinz gestern im Rathaus der Stadt Neustadt an Bürgermeister Thomas Groll überreichte.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. Der erste Förderbescheid aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Soziale Stadt“ ist da. Die Stadt Neustadt erhält 58 000 Euro, muss selbst noch einmal 19 000 Euro beisteuern und soll das Geld nutzen, um Bedarfe abzuklopfen und ein Stadtteilmanagement zu etablieren. Will heißen: Sie soll ein mit dem Programm „Soziale Stadt“ vertrautes Fachbüro engagieren, das die Kernstadt und angedachte Bauprojekte unter die Lupe nimmt und abschätzt, was realistisch und sinnvoll ist. „Vom Strauß und einer Perlenkette“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Ortsbeirat Momberg

Eine umfangreiche Tagesordnung arbeitete der Ortsbeirat Momberg am 6. Oktober unter dem Vorsitz von Jörg Grasse im Dorfgemeinschaftshaus ab. Zunächst berichtete der Ortsvorsteher über die notwendige Reparatur von Baumscheiben durch den städtischen Bauhof in der Straße „Im Stiegelfeld“. Er habe sich mit dem Bürgermeister darauf verständigt, beschädigte Bäume ersatzlos zu entfernen. Von dieser Regelung sind derzeit zwei Bäume betroffen.

Einen großen Dank richtete der Ortsvorsteher an alle städtischen Mitarbeiter vom Bauhof bis zur Verwaltung, die am Umbau des bisherigen Grundschulgebäudes zum gemeinsamen Kindergarten für Momberg und Mengsberg beteiligt waren und mit ihrem hohen Einsatz die Fertigstellung termingerecht auf den Weg gebracht hatten. „Es war eine Herkulesaufgabe, das Projekt in so kurzer Zeit fertig zu stellen“, betonte Grasse. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Die Selbstbefreiung der Leibeigenen

Rainer Eppelmann blickte auf die Geschichte der DDR und den 9. November 1989, den Tag des Mauerfalls, zurück

Rainer Eppelmann berichtete den Neustädtern, wie es den Bürgern der DDR erging. Foto: Klaus Böttcher

Pfarrer Rainer Eppelmann, eine wichtigen Persönlichkeit der friedlichen Revolution in der DDR, machte die Gedenkveranstaltung „25 Jahre Deutsche Einheit“ zu einem besonderen Erlebnis.

von Klaus Böttcher

Neustadt. Gebannt lauschten die 90 Besucher der fast eineinhalbstündigen Rede von Rainer Eppelmann. Der ehemalige Pfarrer vermittelte, wie die DDR funktionierte oder funktionieren sollte und wie es den Bürgern dort erging.

„Damit man weiß, wo wir heute stehen, muss man in die Erinnerung gehen“, sagte er und widmete sich zunächst der Situation nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg. Deutschland wurde aufgeteilt, und aus der sowjetisch besetzten Zone wurde die Deutsche Demokratische Republik (DDR): „Die DDR sollte ein Schaufenster für sie werden“, betonte der ehemalige Bürgerrechtler und mein

te damit die Menschen im Westen. Die Jugend im Osten sollte zu vollendeten Sozialisten geformt werden. Die jungen Menschen wurden daher zu der Freien Deutschen Jugend und den jungen Pionieren gedrängt, die Kirche spielte keine Rolle mehr. Die Folge waren Ängste, und die Ersten gingen in den Westen – sie galten als DDR-Verräter.

Vier Millionen Bürger flohen

In Berliner Dialekt erzählte Eppelmann teilweise sehr emotional von den Einschränkungen der Bürger und von den entschädigungslosen Enteignungen der Landwirte oder Betriebsinhaber. Er ging auf markanten Eckpunkte der Geschichte der DDR ein. So den Juni 1953, als alle Werktätigen bei gleichem Lohn 10,3 Prozent mehr arbeiten sollten. Es kam zum Aufstand, der am 17. Juni mit russischen Panzern niedergewalzt wurde. Die Folgen waren 120 Tote und Tausende Verhaftete, die teilweise über 20 Jahre inhaftiert wurden.

Danach sprach Eppelmann über den 13. August 1961, den Tag des Mauerbaus. „Der antifaschistische Schutzwall sollte mich vor Ihnen schützen“, rief er den Neustädtern zu, um gleich darauf zu ergänzen: „Da wurden die DDR-Bürger Leibeigene.“ Er betonte, dass es eine gesellschaftliche Aufgabe sei, den jungen Menschen den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur zu vermitteln.

Der ehemalige Pfarrer erzählte von der Staatssicherheit und dem Wunsch vieler Bürger, in den Westen auszureisen. So schufen sich die Menschen einen Ersatz: „80 Prozent reisten jeden Abend in den Westen – außer Dresden und Rügen, da gab es keinen Empfang.“ Durch das Westfernsehen hätten sie alles gewusst und über die Menschen jenseits der Grenze gedacht: „Man, geht es denen aber gut.“

Aus der 17 Millionen Einwohner zählenden DDR seien bis 1989 vier Millionen Menschen geflohen. Alleine von 1953 bis 1961 flohen 2,2 Millionen Bürger in den Westen. Der entscheidende Meilenstein in der DDR- Geschichte war der Herbst 1989. Rainer Eppelmann erzählte von den Oktoberveranstaltungen in und um die Leipziger Nikolaikirche, wo es erst 10 000 und eine Woche später schon 70 000

Menschen waren, die friedlich aufbegehrten. „Dann kam die Selbstbefreiung der eingesperrten Leibeigenen“, sagte Eppelmann zum 9. November 1989, als Zehntausende an die Grenzübergänge kamen. “Sie haben aufgemacht, die Angst hatte die Seite gewechselt. Am Ende waren wir zahlungsunfähig und pleite“, stellte Eppelmann heraus.

IM BLICKPUNKT

15 Jahre Mitglied des Bundestags

Rainer Eppelmann war Pfarrer in der DDR. Er gehörte 1990 als Minister ohne Geschäftsbereich der Regierung Modrow an und war im gleichen Jahr Minister für Abrüstung und Verteidigung in der Regierung de Maiziere. Von 1990 bis 2005 gehörte er dem Deutschen Bundestag an. Seit 1998 ist er Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.