Grundsteuer B „muss“ weiter steigen

Neustädter wollen den Anforderungen aus Wiesbaden Genüge tun und die Abzüge gering halten

Im September beschlossen die Stadtverordneten eine Anhebung der Grundsteuern A und B um je 20 Punkte auf 350 beziehungsweise 340 Punkte. Bei der Grundsteuer B legten sie nun noch einmal nach.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. Das Land Hessen kassierte in der Haushaltsrede von Thomas Groll ordentlich Schelte. Vor allem kritisierte Neustadts Bürgermeister, dass aufgrund der Vorgaben aus Wiesbaden die kommunale Selbstverwaltung langsam, aber sicher abgeschafft werde. Nichtsdestotrotz müsse die Stadt den Vorgaben Folge leisten, will sie den Haushalt 2015 genehmigt bekommen und die Abzüge bei den Schlüsselzuweisungen im Jahr 2016 möglichst gering halten. „Grundsteuer B „muss“ weiter steigen“ weiterlesen

Das Minus sinkt auf 240 000 Euro

Vornehmlich Steuererhöhungen sorgen für die bessere Haushaltslage der Stadt Groll kritisiert das Land

Entwickeln sich die Ergebnisse wie geplant, schreibt die Stadt Neustadt ab dem Jahr 2016 wieder schwarze Zahlen. Bürgermeister Thomas Groll traut dem Frieden jedoch nicht.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. „Welcher „kleine Bürgermeister“ will es sich schon anmaßen, die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes besser als ein Staatsminister zu beurteilen“, fragte Thomas Groll gestern Abend, als er den Haushaltsplanentwurf 2015 in der Stadtverordnetenversammlung einbrachte. Die Antwort ergab sich aus seiner Rede: Er – wobei die Bezeichnung „klein“ natürlich Auslegungssache ist.

Der Neustädter Kämmerer zieht es nämlich vor, einige vom Land Hessen vorgegebene Anstiege bei den Einnahmen in Frage zu stellen – anstatt blind daran zu glauben, dass die Zuwächse auch tatsächlich eintreten. Und so kündigte er den theoretisch machbaren Haushaltsausgleich für das Jahr 2016 nur unter Vorbehalten an. Die städtischen Mitarbeiter hätten bei der Erstellung der Zahlen die Vorgaben des Landes befolgt – Groll geht allerdings nicht davon aus, dass die Gewerbesteuereinnahmen in den kommenden Jahren, wie von Innenminister Peter Beuth prognostiziert, in jedem Fall um drei oder vier Prozent beziehungsweise die Einkommenssteueranteile der Kommunen um sechs beziehungsweise fünf Prozent steigen. „Wir handeln im Eigeninteresse, wenn wir den Prognosen des Ministers folgen“, kommentierte er die positive Entwicklung des Haushalts – im Jahr 2017 soll die Stadt gar ein Plus in Höhe von fast 300 000 Euro machen. „Das Minus sinkt auf 240 000 Euro“ weiterlesen

Den Spatz in der Hand, die Taube im Blick

Zwei weitere Windräder sollen 50.000 Euro durch Pachteinnahmen in Neustadts Kassen spülen.

Eigentlich wollte die Stadt Neustadt aufgrund ihrer klammen Kassen bei der Windkraft lediglich als Verpächter von Flächen fungieren – nun schließt der Kämmerer sogar eine Beteiligung nicht aus.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. Jahrelang prägten rote Zahlen die Kasse der Stadt Neustadt. Am Montag bringt Bürgermeister Thomas Groll den Haushaltsplanentwurf in der Stadtverordnetenversammlung (18.30 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Momberg) ein. Schon jetzt verrät er, dass das Defizit deutlich geringer als in den vergangenen Jahren ausfällt – und für das Jahr 2016 ein ausgeglichener Haushalt machbar scheint. Die finanzielle Situation der Stadt bessert sich also und lässt den Kämmerer sogar über Dinge nachdenken, die bisher für ihn nicht in Frage kamen: Schloss Groll eine Beteiligung an Windrädern in den vergangenen Jahren kategorisch aus, so sagt er nun immerhin: „Wenn sich die positiven Anzeichen verfestigen und es die Zahlen zulassen, sollte man dies natürlich in Erwägung ziehen. Allerdings bleibt es auch weiterhin so, dass wir erst die Pflicht erledigen wollen, dann kann vielleicht die Kür kommen.“ „Den Spatz in der Hand, die Taube im Blick“ weiterlesen

Die Zusammenlegungen rücken näher

Mengsberg soll Standort der Grundschule werden, während in Momberg der Kindergarten angesiedelt sein wird

Ab dem Sommer 2015 gibt es aller Voraussicht nach in Mengsberg eine Grundschule und in Momberg einen Kindergarten. Die Zeiten, in denen jedes Dorf einen Schulstandort und einen Kindergarten hat, scheinen vorüber.

von Florian Lerchbacher

Mengsberg / Momberg. Die Verhandlungen zwischen Kirche und Stadt Neustadt über die Zusammenlegung der Kindergärten Momberg und Mengsberg stehen kurz vor dem Abschluss. Zudem entscheidet der Kreistag heute über die Zukunft der Grundschule Mengsberg- Momberg. Läuft alles nach Plan von Stadt und Landkreis, gibt es ab Sommer nur noch einen Kindergarten in Momberg und einen Schulstand in Mengsberg.

Im Juni hatten Neustadts Stadtverordnete – bis auf einen Ausreißer in großer Einmütigkeit (die OP berichtete) – beschlossen, dass die Kommune mit der Kirchengemeinde Momberg beziehungsweise der Diözese Fulda über eine Zusammenführung der Kindergärten verhandeln solle. Auslöser war zum einen, dass sich die Grundschule Mengsberg-Momberg darüber Gedanken machte, aufgrund rückläufiger Schülerzahlen und einer Verbesserung der Betreuungsmöglichkeiten, zukünftig nur noch auf einen Standort setzen zu wollen. Zum anderen zeigten die Geburtenzahlen, dass die Kindergärten mit je zwei Gruppen schlicht zu groß seien und in Zukunft drei, wenn nicht gar nur zwei Gruppen ausreichen würden, wie Bürgermeister Thomas Groll angab. „Die Zusammenlegungen rücken näher“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Neustädter Nikolausmarkt am 6. Dezember 2014

Bereits zum achten Male fand am vergangenen Samstag der Neustädter Nikolausmarkt statt.

2007 war die Veranstaltung von Bürgermeister Thomas Groll anlässlich der Fertigstellung der Marktstraße angeregt worden. Waren es damals rund 60 Stände ist der Rahmen inzwischen leider deutlich kleiner geworden. Dies ist u. a. der Tatsache geschuldet, dass es mittlerweile auch in den Nachbarkommunen ähnliche Veranstaltungen gibt. Da diese zumeist mehrtägig sind, haben sie für Marktbeschicker, insbesondere Karussellbetreiber, eine größere Attraktivität.

Gleichwohl war Sonja Stark von der Stadtverwaltung im Vorfeld bestrebt, möglichst viele Stände für den Nikolausmarkt zu gewinnen. Dankenswerterweise beteiligten sich neben einigen Hobbykünstlern auch mehrere Neustädter Vereine am Marktgeschehen. Die Bürgerwehr, Jungkolping, St. Maria, die Freiwillige Feuerwehr, die Reservistenkameradschaft und die türkisch-islamische Gemeinde waren dabei und sorgten für Speis und Trank. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Alles auf Platz und Haus konzentriert

Zahlreiche Vereine engagierten sich abermals am Samstag beim Neustädter Nikolausmarkt

Zum achten Mal in Folge hatte am Samstag der Neustädter Nikolausmarkt rund um das historische Rathaus und dem großen Tannenbaum in der Mitte des Marktplatzes seine Pforten geöffnet.

von Alfons Wieber

Neustadt. Der Duft von Zimt, Punsch und Glühwein, adventliche Dekoration und die stimmungsvollen Klängen der Junker-Hansen-Musikanten hüllten den Marktplatz am Samstag in adventliches Ambiente.

Neustadts Bürgermeister Thomas Groll hatte den Nikolausmarkt am frühen Nachmittag gemeinsam mit Junker Hans alias Marcel Schlitt und seinen Burgfräulein Selina Müller und Michelle Heide eröffnet.

„Die Anordnung und die Räumlichkeiten sind heute neu. Damit kehrt keine Routine, sondern Beständigkeit für unseren Nikolausmarkt ein“, begründete der Junker Hans bei seiner Begrüßung die etwas andere Form des Nikolausmarktes, bei der die Marktstraße aus- gespart worden war. „Alles auf Platz und Haus konzentriert“ weiterlesen

Ein Kilometer Hecke ersetzt 2 900 Liter Heizöl

Schnittgut soll Wärmegewinnung in Bioenergiedörfern dienen

Wer in Momberg über Feldwege geht und feststellt, dass Hecken in ungewohnter Weise daherkommen, muss sich nicht wundern: Das Dorf hat sich für ein Pilotprojekt zur Verfügung gestellt.

von Florian Lerchbacher

Momberg. 30 Meter lang kommen die Hecken in voller Pracht daher, dafür sind die nächsten 30 Meter „auf Stock“ gesetzt, also auf 60 Zentimeter zusammengekürzt. Und so wechseln sich die Abschnitte ab.

Bisher sieht es so nur an Mombergs Feldwegen aus, denn das Dorf ist ein Musterbeispiel im Landkreis. Die „Bioenergie-Region Mittelhessen“ und der Kreis wollen den Heckenschnitt revolutionieren – zum einen, um Pflanzen und Tieren einen Gefallen zu tun, zum anderen, um die regionalen Ressourcen auszuschöpfen, denn das Schnittgut eignet sich hervorragend als „Futter“ für die Öfen von Bioenergiedörfern, wie Dr. Norbert Clement, der Fachdienstleiter Ländlicher Raum und Verbraucherschutz betont. „Ein Kilometer Hecke ersetzt 2 900 Liter Heizöl“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Regionalentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ 2014

Lob an die „Architekten“ der Dorfgemeinschaft

17 Dörfer der Region West, sprich des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Gießen und Lahn-Dill feierten am 21. November 2014 ihre erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in Niederwalgern.

Unter den rund 200 Anwesenden war auch eine knapp 20-köpfige Delegation aus Speckswinkel mit Ortsvorsteher Karl Stehl an der Spitze.

Landrätin Kirsten Fründt lobte zu Beginn den engagierten Einsatz für die Dorfgemeinschaft, der zu neuen Sichtweisen und Kommunikationswegen geführt habe.

„Unser Dörfer haben dann Zukunft, wenn wir uns den Herausforderungen der Zeit stellen“, meinte Margot Schneider vom Amt für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landkreises Marburg-Biedenkopf, die nicht nur den Abend moderierte, sondern auch der Wettbewerbskommission vorstand. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Winterlicher Flohmarkt im Familienzentrum war gut besucht

Am Samstag, dem 15. November 2014, fand wieder ein Flohmarkt mit allem „Drum und Dran“ im Familienzentrum Kita „Regenbogen“ in der Allee statt.

Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung von dem Förderverein, dem Elternbeirat und dem gesamten Team vom Regenbogen.

Die Verkaufsstände waren allesamt in den Räumlichkeiten des Familienzentrums untergebracht, sodass Anbieter und Interessierte nicht frieren mussten.

Von gut erhaltener Kleidung über Spielsachen und Gebrauchsgegenständen rund ums Kind, bis zu selbst hergestellten herbstlichen und winterlichen Dekorationsartikeln im Basar, wurde Vielfältiges angeboten.

Für die Kinder gab es selbstgemachtes Popcorn und ein abwechslungsreiches Programm mit Ponyreiten, Muffins verzieren und als Höhepunkt ein halbstündiges Schattenspiel auf großer Leinwand, durchgeführt von den Erzieherinnen der Kindertagesstätte Regenbogen. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Gold-Dorf macht einen Riesenschritt

Bioenergiegenossenschaft Mengsberg hat mit 106 Unterschriften und 38 Zusagen schon fast ihr Ziel erreicht

Das Gold-Dorf feiert den nächsten Erfolg: Mehr als zwei Drittel der geforderten Haushalte meldeten sich schon am Freitag in der Genossenschaft an. Damit rückt die Bioenergie für Mengsberg immer näher.

von Yanik Schick

Mengsberg. Als Ortsvorsteher Karlheinz Kurz die gelungene Gründung der Bioenergiegenossenschaft verkündete, sind ihm sichtlich einige Steine vom Herzen gefallen. „Ich war in den letzten Tagen schon ein bisschen aufgeregt und habe mich gefragt, ob genug Leute kommen“, gab Kurz auf der Gründungsversammlung in der Gaststätte Ochs zu. Die Resonanz der Einwohner übertraf jedoch all seine Erwartungen bei weitem.

Rund 150 Mengberger waren zu diesem Treffen erschienen; 106 Hauseigentümer hatten sich entweder an Ort und Stelle oder am Folgetag beim Ortsvorsteher in der neuen Genossenschaft angemeldet. Darüber hinaus liegen Kurz 38 mündliche Zusagen vor. Das ist eine phantastische Quote, die Genossenschaften bereits bestehender Bioenergiedörfer nicht erreicht haben. Insgesamt braucht das Gold-Dorf die Zusagen von mindestens 150 der 261 Mengsberger Haushalte, damit sich das Projekt Bioenergiedorf mit seinem fast zehn Kilometer langen Netz, 3 5000 Quadratmeter großem Solarthermie-Park, zwei Pufferspeichern und drei Spitzenlastkesseln auch wirtschaftlich rentiert (die OP berichtete). Einen „Häuserkampf‘ werden sich die Mengsberger also sparen können, Karlheinz Kurz rechnet in maximal drei Wochen mit dem Erreichen der so wichtigen Marke. „Gold-Dorf macht einen Riesenschritt“ weiterlesen