Neustädter Mitteilungsblatt

Interkommunale Zusammenarbeit Schwalmstadt übernimmt Lohn- und Gehaltsabrechung für Neustadt und Willingshausen

Bedingt durch personelle Veränderungen in der Neustädter Stadtverwaltung war es angezeigt, über die Zukunft der Lohn- und Gehaltsabrechnung nachzudenken. Aufgrund des mit dem Haushaltskonsolidierungskonzeptes 2014 beschlossenen Personalabbaues im Bereich von Verwaltung und Bauhof war es angezeigt, über neue Wege nachzudenken. Seitens der Kommune wurden verschiedene Gespräche geführt und Angebote eingeholt. Letztlich entschied man sich dafür, eine interkommunale Zusammenarbeit in diesem Bereich mit den Nachbarkommunen Schwalmstadt und Willingshausen einzugehen.

Auch in Willingshausen ergab sich nämlich zum 1. Juli 2014 die Notwendigkeit über Veränderungen bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung nachzudenken.

Die Bürgermeister Heinrich Vesper und Thomas Groll führten daher mit ihrem Kollegen Dr. Gerald Näser intensive Gespräche und man kam überein, dass Schwalmstadt diese Aufgabe gegen entsprechende Kostenbeteiligung übernimmt.

In der gewerblichen Wirtschaft ist es längst geübte Praxis, dass kleine Unternehmen kaum noch selbst für die Verwaltung der Lohn-und Gehaltsabrechnung verantwortlich zeichnen. Diesem Beispiel folgen nun auch die Kommunen.

Alle drei Bürgermeister wiesen anlässlich der Vertragsunterzeichnung darauf hin, dass die rechtlichen Bestimmungen, also Arbeitsrecht, Tarifrecht, Sozialversicherungsrecht und Steuerrecht immer komplizierter werden. Der Schulungsbedarf für Mitarbeiter steige also immer schneller an. Daher sei es sinnvoll, dass eine Kommune sich das vielfältige und umfangreiche Know-how aneigne und es nicht mehr in jeder Kommune vorzuhalten. Da die Voraussetzungen durch die ohnehin durch die meisten Kommunen genutzte Software für eine Datenübernahme gegeben waren, sowohl Neustadt, Willingshausen und Schwalmstadt arbeiten mit dem gleichen System, ging es letztlich nur noch um die einzelnen Umsetzungsmodalitäten.

Hier wurde man sich schnell einig. Die drei Bürgermeister Dr. Näser, Vesper und Groll verwiesen darauf, dass man auch in Zukunft nach weiteren Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit suchen werde. Diesbezüglich gibt es inzwischen einen Gesprächskreis zahlreicher Städte und Gemeinden aus dem Altkreis Ziegenhain, der auch die Stadt Neustadt angehört.

Für Bürgermeister Thomas Groll ist es eine Selbstverständlichkeit, dass interkommunale Zusammenarbeit nicht an der Kreis- und Regierungsbezirksgrenze aufhört, sondern man auch über den „Tellerrand“ schaut. „In der Vergangenheit haben wir viele Sachen gemeinsam mit unserer Nachbarstadt Stadtallendorf auf den Weg gebracht. Aber bedingt durch die unterschiedlichen Größen unserer Kommunen ist es angezeigt, auch mit kleineren Partnern zusammenzuarbeiten. Wir sind hier für viele Sachen offen. Es muss sich für uns aber natürlich rechnen.“

Bürgermeister Thomas Groll betonte zugleich, dass es vorrangig sei, solche Bereiche in interkommunaler Zusammenarbeit zu erledigen, die keine Außenwirkung entfalten. Denn auch das ist für ihn klar, Einschnitte für den Bürger sollten soweit wie möglich vermieden werden.

Meinungsaustausch mit Jägern und Jagdgenossenschaft

Auf Einladung von Bürgermeister Thomas Groll fand am 3. Juli 2014 ein Meinungsaustausch zwischen den Jagdausübungsberechtigten im Bereich Neustadt, dem Vorsitzenden der örtlichen Jagdgenossenschaft und dem Revierförster statt. Seitens der Kommune wurde diese Zusammenkunft genutzt, um die Gesprächspartner über den gegenwärtigen Stand der Realisierung des Windparks „Dreiherrenstein“ zu informieren.

Bürgermeister Thomas Groll betonte, dass diese Angelegenheit bereits seit Anfang 2013 in den städtischen Gremien behandelt werde und die regionale Presse hierüber immer wieder berichtet habe.

Vor über einem Jahr habe sich die Stadtverordnetenversammlung dafür ausgesprochen, dass bereits vom Regierungspräsidium Gießen ins Auge gefasste Windvorranggebiet im Bereich des Dreiherrensteines noch etwas zu erweitern, um die Möglichkeit zu eröffnen, dort bis zu sechs Windräder auf Neustädter Gemarkung zu errichten. In der angrenzenden Gemarkung der Stadt Kirtorf ist ebenfalls der Bau mehrerer Windräder geplant.

Zwischenzeitlich habe die Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2013 einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines Windparks „Dreiherrenstein“ gefasst, und im Juni 2014 die diesbezüglichen Pachtverträge beschlossen. Auch alle diese Schritte geschahen unter Information der Öffentlichkeit.

Bürgermeister Groll verwies darauf, dass der Teilregionalplan Energie vom Regierungspräsidium noch nicht soweit vorangetrieben werden konnte, dass die regionale Planungsversammlung Beschluss hierüber gefasst habe. Für den angedachten Windpark werden seit Frühjahr 2014 die notwendigen naturschutzrechtlichen und vogelkundlichen Untersuchungen durchgeführt. Auch wurde im Vorfeld ein Windgutachten erstellt, welches ergeben habe, dass die Windgeschwindigkeit über den geforderten Normen liege. Der Bürgermeister vertrat die Auffassung, dass vorhandene Bedenken sicherlich im noch zu durchlaufenden Genehmigungsverfahren hinreichend berücksichtigt werden. Hierzu, so Groll, sei das Regierungspräsidium gesetzlich angehalten.

Revierförster Klaus Schild informierte im Verlauf der Zusammenkunft über die seit 2010 in der Gemarkung Neustadt durchgeführten Aufforstungsarbeiten. Bedingt durch mehrere Windwurfschäden mussten rund 45 Hektar aufgeforstet werden. 122.000 junge Bäumchen seien gepflanzt worden. Hierbei habe man die Anpflanzungen „quer durch den Garten“ betrieben. So seien etwa Ahorn, Buche, Kirsche, Eiche und Douglasie gesetzt worden. Für dieses Vorhaben wurden rund 100.000,- € seitens der Kommune aufgewandt. Für damit einhergehende Schutzmaßnahmen waren es etwa 77.000,- €. 16 Hektar wurden insgesamt eingezäunt. Dies entspricht einer Länge von sieben Kilometern.

Revierförster Schild erklärt unter Zustimmung der anderen Anwesenden, dass diese Schritte im Wege einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung notwendig gewesen seien.

Landesregierung fördert neue Gesundheits- und Pflegestützpunkte im Landkreis Marburg-Biedenkopf mit 100.000 Euro

Neue Beratungsangebote im Ost- und Westkreis haben Arbeit aufgenommen

Staatssekretär Werner Koch hat Landrätin Kirsten Fründt und den Bürgermeistern Joachim Thiemig, Bernd Schmidt, Christian Somogyi und Thomas Groll einen Bescheid über 100.000 Euro für die interkommunale Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und den Kommunen Biedenkopf, Dautphetal, Stadtallendorf und Neustadt überreicht.

Mit diesem Betrag unterstützt das Land Hessen den Aufbau der neuen Gesundheits- und Pflegestützpunkte im Ost- und Westteil des Kreises. Neben dem zentralen Pflegestützpunkt des Landkreises am Standort Marburg gibt es jetzt zwei weitere, regional verankerte Gesundheits- und Pflegestützpunkte. Das ist in dieser Form einmalig in ganz Hessen.

„Das Besondere der vom Landkreis Marburg-Biedenkopf geplanten Maßnahmen ist die neuartige Zusammenarbeit von Ärzten und medizinischen Fachangestellten mit der Altenhilfe. Ein Team, das einerseits die Gesundheit der Menschen im Blick hat, sich andererseits auf deren Alltagsbewältigung und Sozialkontakte fokussiert. Schließlich bedarf es ganzheitlicher Ansätze, um gemeinsam Krisensituationen wirksam vorbeugen zu können – dies wird im Landkreis Marburg-Biedenkopf vorbildlich umgesetzt“, so Staatssekretär Koch.

Die Mitarbeiterinnen der Pflegestützpunkte beraten Betroffene und ihre Angehörigen kostenlos und trägerneutral zu Fragen rund um die Themen Pflege, Prävention und Gesundheit. Ein zusätzlicher Baustein des Gesamtprojektes ist das Netzwerkmanagement, das über die beiden neuen Stützpunkte in den Regionen weiter ausgebaut und koordiniert werden soll.

Die neuen Gesundheits- und Pflegestützpunkte in Biedenkopf und Stadtallendorf haben ihre Arbeit im Mai aufgenommen. Annika Bajraktari und Florence Kranz haben nach einer kurzen Einarbeitungszeit im Pflegestützpunkt Marburg schon erste Beratungsgespräche geführt. Außerdem haben sie bereits vielfältige Kontakte zu relevanten Akteuren geknüpft, darunter Anbieter ambulanter Pflegedienste, Seniorenheime, Krankenhäuser, Ärzte, Heilmittelerbringer, Bürgerinitiativen und Mitarbeiter der Kommunen. Diese erste Kontaktaufnahme dient vor allem dazu, das neue Angebot vorzustellen und sich über die Kompetenzen der einzelnen Akteure zu informieren – eine zentrale Voraussetzung, um die Ratsuchenden passgenau und individuell unterstützen zu können.

Frau Florence Kranz hat sich auch bereits bei Bürgermeister Thomas Groll vorgestellt und ihre Aufgaben näher erläutert. Groll begrüßte dabei, dass Bürgerinnen und Bürger aus Neustadt nun Beratung zu einem wichtigen Themenkomplex wohnortnah in Stadtallendorf erhielten.

Gemeinsam plant man zudem eine Informationsveranstaltung in Neustadt, um den Gesundheits- und Pflegestützpunkt allen Interessierten näher vorzustellen.

Kontakt:

Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gesundheits- und Pflegestützpunkt Ost, Florence Kranz, Tel. 0 64 28 – 4 47 21 61, Stadtallendorf, Bahnhofstraße 2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.