Neustädter Mitteilungsblatt

70 Jahre Hessen – eine Erfolgsgeschichte Ministerpräsident Hans Eichel kommt nach Neustadt (Hessen)

Kurz nach dem Ende des II. Weltkrieges, am 19. September 1945, proklamierte die amerikanische Militärregierung das Land Groß- Hessen.

Nachdem die verfassungsberatende Landesversammlung seit Sommer 1946 den Entwurf einer Landesverfassung erarbeitete, wurde dieser am 1. Dezember 1946 im Rahmen einer Volksabstimmung von den Bürgerinnen und Bürgern mit großer Mehrheit angenommen. Damit war Hessen das erste Land mit einer demokratischen Verfassung.

„70 Jahre Hessen – eine Erfolgsgeschichte“ unter dieses Motto hat die hessische Landesregierung zahlreiche Veranstaltungen in den Jahren 2015 und 2016 gestellt.

Im Rahmen ihrer zeitgeschichtlichen Veranstaltungsreihe will auch die Stadt Neustadt (Hessen) den „Geburtstag“ des inmitten Deutschlands und Europas gelegenen Bundeslandes feiern und lädt hierzu alle Interessierten aus Neustadt und den umliegenden Städten und Gemeinden ein.

Bürgermeister Thomas Groll ist es erneut gelungen, einen prominenten Festredner für die am Dienstag, dem 29. November 2016, um 10.30 Uhr im Historischen Rathaus am Marktplatz stattfindenden Feierstunde zu gewinnen.

Diesmal kommt Hans Eichel in die Junker-Hansen-Stadt. Dieser war von 1975-1991 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Kassel. Anschließend war er bis 1999 hessischer Ministerpräsident. Von 1999-2005 gehörte er der Bundesregierung als Bundesminister der Finanzen an.

Am Abend des 29.11. diskutiert Eichel übrigens in der hessischen Landesvertretung in Brüssel mit seinem Nachfolger Roland Koch über „70 Jahre Hessen“.

Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung bis zum 22.11.2016 unter 06692-8911 oder trieschmann@neustadt- hessen.de gebeten.

Martin von Tours – ein europäischer Heiliger Beeindruckender Festvortrag von Domdechant Prof. Dr. Kathrein

Über 60 Interessierte folgten dem Festvortrag von Domdechant Prof. Dr. Werner Kathrein anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten „1.700 Jahre Martin von Tours – Stadtpatron der Stadt Neustadt“

am L9. Oktober 2016 im katholischen Pfarrheim. Der päpstliche Ehrenprälat verstand es in beeindruckender Weise und fast einstündiger freien Rede, das Leben und Wirken des Hl. Martin in kirchliche und historische Dimensionen einzuordnen.

Nachdem Schülerinnen der Neustädter Musikschule „Allegro“ gemeinsam mit ihrer Lehrerin Nina Köhler die Besucher musikalisch willkommen geheißen hatten, skizzierte Bürgermeister Thomas Groll den Werdegang des Gastes aus Lulda. Nach dem Erwerb des Abiturs 1972 an der Stiftschule St. Johann studierte der gebürtige Amöneburger Theologie in Lulda und Lreiburg. 1970 weihte ihn Bischof Eduard Schick zum Priester. Nach der Promotion in Kirchengeschichte wirkte Kathrein von 1983-1986 als Sekretär von Erzbischof Johannes Dyba. Seit 1993 ist er nun schon Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät in Fulda. 1997 wurde er zum Domkustos und 2004 zum Domdechant ernannt. Er steht damit dem Domkapitel vor, ist für die barocke Bischofskirche und das Dommuseum verantwortlich.

316 wurde Martin als Sohn eines römischen Soldaten in Ungarn geboren, fand dann den Weg nach Italien, später wirkte er in Tours, im heutigen Frankreich, und kam auch nach Trier. Er ist also, wie Prof. Dr. Kathrein feststellte, zweifellos ein europäischer Heiliger. Vom Soldat wurde er nach der Taufe 351 zunächst zum frommen Einsiedler, dann zum Klostergründer und Bischof von Trier. Am 8. November 397 starb er und wurde am heutigen Martinstag, dem 11.11. unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in seiner Bischofsstadt Tours beigesetzt. Als erster Nichtmärtyrer wurde er heilig gesprochen. Für die Nachwelt sei erfreulich, dass dieser Heilige eben nicht nur „nebulös“ sei, sondern dass es aufgrund mehrerer Lebensbeschreibungen von Zeitzeugen belegbare Fakten gebe.

Die Mantelteilung des Hl. Martin, so der Prälat, sei nicht nur ein Zeichen der Barmherzigkeit, sie könne auch theologisch gedeutet werden: Der heidnische Römer legt sein altes Leben wie einen Mantel ab und beginnt neu als Christ.

Unter den Frankenkönigen habe sich dann im 7. und 8. Jahrhundert der Aufstieg von Martin zum universellen Heiligen vollzogen, erläuterte der Domdechant. Sein verbliebenes Mantelteil war das Nationalheiligtum und wurde bei Schlachten mitgeführt. Gerade unter Karl d. Großen habe die Verehrung Martin von Tours eine wahre Blütezeit erfahren.

Über die Jahrhunderte hinweg habe sich dessen Beliebtheit erhalten. Noch heute zähle er zu den bekanntesten Heiligen, verehrt von Christen beider Konfessionen.

Nach dem Vortrag bestand noch Gelegenheit zum Gespräch. Sichtlich erfreut war Prälat Prof. Dr. Werner Kathrein darüber, dass unter den Gästen auch ehemalige Neustädter Mitschüler von ihm waren.

Bürgerinnen und Bürger können ihre Ideen einbringen

Förderprogramm „Soziale Stadt“ startet in die Arbeitsphase

Durch das Förderprogramm „Soziale Stadt“ erhält Neustadt für die nächsten neun Jahre die Möglichkeit, bauliche und soziale Projekte zur Verbesserung des Lebens in der Innenstadt sowie in den Gebieten um, die Emil-Rössler-Straße und die Leipziger Straße umzusetzen.

Am 5. Oktober fand die Auftaktveranstaltung statt, bei der Frau Brandt vom Planungsbüro akp_ das Förderprogramm und den nun folgenden Prozess zur Entwicklung von Projekten in Neustadt dargestellt hat. Hier betonte Bürgermeister Thomas Groll bereits die Chancen zur Mitwirkung aller Bürgerinnen und Bürger in dem Entwicklungsprozess mit dem Aufruf: „Macht mit, es geht um Eure Stadt!“

In den kommenden Monaten werden an vier Terminen fünf Workshops zu einzelnen Themen stattfinden, bei denen über Stärken, Schwächen, Ziele und konkrete Projektideen diskutiert werden soll. Die Ergebnisse der Workshops werden in das „Integrierte Handlungskonzept“ aufgenommen, welches im Frühjahr 2017 fertiggestellt werden soll. Dieses Konzept bildet dann die Grundlage, um bis 2025 gemeinsam mit den Menschen in Neustadt konkrete Projekte umzusetzen und hierfür beim Land Hessen Fördermittel zu beantragen.

Die Bürgerinnen und Bürger oder Aktiven in Neustadt haben also jetzt die Möglichkeit, bei der Weiterentwicklung ihrer Stadt mitzuwirken, indem sie mitdiskutieren und ihre Meinungen, Anregungen und Ideen einbringen.

Bereits jetzt sind alle Interessierten zu den folgenden Terminen herzlich eingeladen:

Dienstag, 8. November 2016 um 19.00 Uhr im Haus der Begegnung (Querallee 11-13):

1. „Freizeit und Kultur“, zeitgleich mit

2. „Zusammenleben“

Mittwoch, 7. Dezember 2016 um 19.00 Uhr im Haus der Begegnung (Querallee 11-13):

3. „Freiraum und Aufenthaltsqualität“

Mittwoch, 11. Januar 2017 um 19.00 Uhr im Cafe Libelle (Industriestraße 3):

4. „Wohnen und Leben“ (in der Innenstadt, der Leipziger Straße und der Emil-Rössler-Straße)

Mittwoch, 8. Februar 2017 um 19.00 Uhr im Historischen Rathaus:

5. (Thema ist noch offen)

In den Workshops am 8. November soll zu den beiden Themen unter anderem über die folgenden Fragestellungen gesprochen werden:

Freizeit und Kultur

– Gibt es genügend Angebote für alle Zielgruppen, auch für Kinder, Jugendliche, Seniorinnen und Senioren?
– Wie kann die Angebotssituation ggf. gemeinsam verbessert werden?
– Welche Voraussetzungen sind dafür notwendig (Netzwerkstrukturen, Räumlichkeiten…)?
– Wie soll die zukünftige generationenübergreifende Nutzung des Hauses der Begegnung aussehen?

Zusammenleben

– Wo gibt es im Alltagsleben der Neustädterinnen und Neustädter Begegnungen und Kommunikation untereinander?
– Wie leben verschiedene Generationen und Nationalitäten zusammen?
– Wo entstehen Probleme oder Konflikte und wie kann man diese gemeinsam lösen?
– Was fehlt und welche Ideen zur Verbesserung der Situation gibt es?

Bei Fragen und Anregungen stehen Ihnen die Quartiersmanagerin Frau Nerenberg (Quartiersbüro in der Marktstraße 6, Tel.: 06692- 9691159, nerenberg@bsj-marburg.de) sowie das Planungsbüro akp_ (Tel.: 0561-7004868, sozstadt-neustadt@akp-planung.de) zur Verfügung.

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