Wanderer laufen, wo Karren fuhren

Mengsberger enthüllten Informationstafel überden historischen „Butterweg“ und das Wandergebiet
Wer sich vor Ort den wiederentdeckten „Butterweg“ anschauen möchte, bekommt am Lischeider Kreuz alle Informationen geboten.
von Heinz-Dieter Henkel
Mengsberg. Unter der Regie des Heimat- und Verschönerungsvereins von 1981 kamen am Samstag rund 100 Gäste und interessierte Besucher zum Lischeider Kreuz. Sie nahmen die neue Info- und Wandertafel am wiederentdeckten „Butterweg“ (die OP berichtete) in Augenschein.
Begrüßung und Einführung übernahm der Vereinsvorsitzende Helmut Zieße. Es sei nicht ganz leicht gewesen von Hessen-Forst die Genehmigung zum Aufstellen der Tafel zu bekommen. Da hätten einige Hürden genommen werden müssen, erinnerte Zieße.

Zu Beginn seines Vortrags wies Karl-Friedrich Friauf, auf dessen Initiative der so genannte „Butterweg“ unlängst wiederentdeckt wurde, auf den Aufstellplatz des neuen Schildes hin. Dort träfen mit dem „Rennweg“, dem „Butterweg“ und der Main-Weser-Wasserscheide gleich drei markante, einmalige Wegekreuzungen aufeinander. Man habe in früheren Zeiten das Gilserberger Hochland auch als „Gilserberger Scheidegebirge“ bezeichnet. Auf dessen Höhenzug verlief der „Rennweg“, der ursprünglich für schnelle Reiter angelegt worden war.
Die Wiederentdeckung des „Butterwegs“, ging auf einen bereits verstorbenen Nachbarn von Friauf zurück. Dieser Nachbar habe sein Leben lang im Forst gearbeitet und ihn immer wieder darauf hingewiesen, dass an einer bestimmten Stelle der alte Handelsweg wohl noch zu finden wäre.
Erst vor kurzem hatte sich Friauf schließlich selbst aufgemacht, um nach den Relikten des Weges zu schürfen. Unter einer schützenden, etwa 20 bis 30 Zentimeter starken Deckschicht sei er fündig geworden. Mit Unterstützung von Hessen-Forst, einem ortsansässigen Fuhrunternehmen und der heimischen Feuerwehr sei der „Butterweg“ an drei Stellen freigelegt worden. Er wurde 1869 von Waldarbeitern angelegt und diente lange Jahre als Handelsstraße nach Kassel, die von der ländlichen Bevölkerung mit Eselskarren oder Ziehwagen befahren wurde.
Warum der Weg in Vergessenheit geriet, ein neuer nahezu parallel verlaufender Forstweg angelegt wurde, konnte Friauf nicht beantworten. Dass der neue Wanderweg entstand, sei allerdings ein Glücksfall gewesen, denn ansonsten wäre der „Butterweg“ überbaut worden und „kein Steinchen mehr von ihm übrig“.
Die neue Informations- und Wandertafel halte aber noch eine Reihe weiterer Informationen für die Wanderer parat. Bebildert und mit Punkten markiert unter anderen die Wege zum ehemaligen Kalkbruch Mengsberg, einem Rundwanderweg der noch in Vorbereitung ist, zum örtlichen Naturschutzgebiet, zu den Wappensteinen, zur Quelle „Glockenborn“ und zur Wüstung „Gerwigshain“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.