Lass rollen – und zwar besser als bisher

Radverkehrsplaner des Landkreises stellte in Neustadt die Ideen für die Verbesserung des Radwegenetzes vor
Der Landkreis möchte die Radwegeverbindungen ausbauen. 182 Projekte nimmt er dafür ins Visier, fünf davon betreffen die Stadt Neustadt, wie Radverkehrsplaner Thomas Meyer berichtet.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Neun Millionen Euro will der Landkreis Marburg-Biedenkopf in den kommenden vier Jahren in die Radverkehrsinfrastruktur investieren, warf SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Gerhard Gatzweiler während der Diskussion zum Thema in der Sitzung des Neustädter Bauausschusses ein. In diesem Zusammenhang ergänzte er, dass die Bereitschaft einer Kommune, sich finanziell am Ausbau des Radwegenetzes zu beteiligen, sich positiv auf eine Priorisierung auswirke – denn es gibt beim Landkreis eine Liste, auf der insgesamt 182 Projekte stehen. Auf Rang fünf steht dabei die Verbindung zwischen Neustadt und Stadtallendorf – die Reihenfolge beziehungsweise Platzierung sage nichts darüber aus, wann die jeweiligen Projekte umgesetzt werden, betonte Radverkehrsplaner Thomas Meyer und erläuterte, dass sie jedoch sehr wohl repräsentiere, wie wichtig die jeweiligen Verbindungen für die Verkehrssicherheit, aber auch für den Alltagsverkehr der Menschen wären: „Wir wollen aktiv werden, wo Kommunen dazu bereit sind.“ Der Magistrat habe sich mit der Thematik beschäftigt, berichtete Bürgermeister Thomas Groll und ergänzte, dass die Stadt Geld in die Hand nehmen wolle. Die Neustädter stehen also theoretisch Gewehr bei Fuß – was sonst eigentlich nur bei der Bürgergarde der Fall ist.
Zwischen Neustadt und Stadtallendorf ist angedacht, einen Radweg parallel zur Bundesstraße 454 zu bauen. Die bisherige Verbindung winde sich durch die Landschaft und sei für den Alltagsverkehr nicht geeignet, betonte Meyer. Die Baulast sieht er theoretisch bei Hessen Mobil.
Der Landkreis indes sei in der Pflicht, wenn parallel zu Kreisstraßen gebaut werden solle. Den Ausbau des landwirtschaftlichen Weges parallel zur K17 zwischen Mengsberg und Florshain habe er bereits übernommen und auf 250 Metern erledigt, angedacht sei auch, entlang der Straße zwischen Momberg und Speckswinkel zu bauen: „Das muss der Kreis angehen – aber nicht sofort.“
Außerdem sieht der Verkehrsplan vor, die Verbindung zwischen Speckswinkel und Hatzbach (Baulast laut Meyer beim Land) und zwischen Mengsberg und Momberg zu verbessern. Dieser Weg sei zwar bereits erstellt worden, aber kostengünstig und nicht den Ansprüchen entsprechend – hier solle die Stadt Geld in die Hand nehmen.
Meyer wies die Ausschussmitglieder und den Magistrat darauf hin, dass das Land zwei gute Förderprogramme aufgelegt habe: „Es hat ein ähnliches Problem wie ich: Es steht ganz viel Geld zur Verfügung, das ausgegeben werden muss.“ Die Fördertöpfe seien so voll wie nie, und der Kreis unterstütze gerne bei der Beantragung von Geldern. Insgesamt sei es in Marburg-Biedenkopf jedoch über Jahrzehnte hinweg versäumt worden, vernünftig ins Radwegenetz zu investieren. Deswegen stehe der Kreis im Vergleich bundesweit schlecht da.
Über die Grenzen hinweg ist noch eine weitere Verbesserung vorgesehen. Meyer berichtete, dass ihm der „Lückenschluss Kälbachtal“ wichtig sei, also die Verbindung zwischen Neustadt und Wiera. Seiner Meinung nach sei es nicht sinnvoll, über Momberg zu fahren. Er würde gerne im Zuge des Autobahnbaus die Verbindung an die Brücke der A 49 anhängen.

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