Alles liegt in Händen der Familie Gnau

Vater Andreas schwang den Hammer beim Fassanstich, Sohn Michael nahm Schwert des Junker Hans entgegen

Multitalent Andreas Gnau hat die Narren der Kolpingfamilie als Sitzungspräsident im Griff, kontrolliert die Bürgerwehr als Hauptmann, hat zwei „Junker Hans“ gezeugt und weiß den Hammer zu schwingen.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. Die Familie Gnau prägt dieses Mal die Kirmes: Vater Andreas durfte während der Eröffnung als Anerkennung für sein großes ehrenamtliches Engagement in der Stadt den Hammer schwingen und zeigen, dass er Erfahrung beim Anstechen von Bierfässern hat (die er allerdings nicht gerade unter Beweis stellte).

Sohn Michael (18) nahm derweil das Zepter des Junker Hans von seinem Vorgänger Dominik Weitzel entgegen. Er tritt damit in die Fußstapfen seines großen Bruders Jakob, der vor zwei Jahren das Ehrenamt als Repräsentant der Stadt innegehabt hatte. Als Burgfräulein stehen Gnau junior die Abiturientin Marie Geus (18) und Lehramtsstudentin Julia Schmidt – die am Kirmessonntag ihren 19. Geburtstag feiert – zur Seite. Sie sind Nachfolgerinnen von Sophia Keßler und Maja Stepanek.

Begonnen hatte die 513. Trinitatis-Kirmes mit einem von Pfarrer Andreas Rhiel und Pfarrerin Kerstin Kandziora als Ehepaar Luther gehaltenen ökumenischen Gottesdienst, den der katholische Kirchenchor und die Trinitatis-Bläser musikalisch begleiteten.

Beim Neubürgertrunk hieß Thomas Schmid Anna Heinrich (die Lebensgefährtin des amtierenden Karnevalsprinzen David Borowka) und Carmine Pelle- grino – dessen Frau im vergangenen Jahr den obligatorischen Schluck (Feuer-) „Wasser“ aus dem Weidenbrunnen genommen hatte – willkommen. Der Chef der Pizzeria Melissa, seit vielen Jahren eigentlich schon Neustädter, musste dabei niederknien und geloben, jeden hungrigen Bürger, der an seine Türe klopft, zu speisen. Anschließend fuhr ihm zu Ehren sogar noch ein historischer Fiat 500 vor.

Zudem ernannte Schmid zwei Personen, die nicht in der Stadt wohnen, sich aber für ihr Wohl einsetzen, zu Quasi-Ehren- Neubürgern: Edgar Müller ist bei der Licher-Brauerei seit 30 Jahren für Neustadt und die Kirmes zuständig. Er fungiert nun als „Neustädter Kirmesbürger“.

Alexandra Richber leitet den Rewe-Markt und unterstützt in dieser Funktion die Kindergärten und die heimischen Vereine wie die Feuerwehr. Zudem hat sie dafür gesorgt, dass die Mitarbeiter ihres Geschäftes am Kirmesfestzug teilnehmen. Da sie mithin mehr Zeit in Neustadt als zuhause verbringt und sich der Tausch ihres Heimatortes Ruppertenrod mit Momberg als Neustädter Stadtteil nicht so schnell realisieren ließ, ernannten sie die Neustädter kurzerhand einfach so zur Neubürgerin.

Junker ruft noch einmal zum friedlichen Miteinander auf.

Der scheidende Junker Hans, Dominik Weitzel, erinnerte mit seinen Burgfräulein noch einmal an die Worte, die das Trio während der „Inthronisierung“ im vergangenen Jahr an die Neustädter gerichtet hatte: Das Zusammenleben verschiedener Menschen unterschiedlicher Nationalitäten sei vielleicht nicht immer einfach, aber gerade in Zeiten des Terrors wichtig.

Sein Nachfolger hielt sich indes politisch zurück, rief die Bürger dazu auf, die Kirmes zu besuchen und riet ihnen, erst morgens, wenn es hell ist, nach Hause zu gehen – dann sei die Gefahr geringer, dass sie im Dunkeln stolpern.

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