Neustädter Mitteilungsblatt

Das Tagebuch der Anne Frank
Eine szenische Lesung mit dem Hessischen Landestheater Marburg

„Amsterdam, 1944. Ein 15-jähriges Mädchen blickt durch ein Dachbodenfenster. Mit dabei ihr Tagebuch, in dem sie ihr Leben akribisch festhält. Etwas unterscheidet sie von Teenagern heute: Sie ist Jüdin und lebt mit sieben anderen versteckt im Hinterhaus der Prinsengracht 263. Ihr Name ist Anne Frank. Sie wird den Ho­locaust nicht überleben. Nur ihr Tagebuch bleibt, das uns Zeugen einer Zeit werden lässt, die sich niemals wiederholen darf…“
Am 21. April 2026, 19.30 Uhr, Einlass 18.45 Uhr, lädt die Stadt Neustadt (Hessen) alle Interessierten ab 12 Jahren zu einer szeni­schen Lesung des Hessischen Landestheaters aus dem „Tagebuch der Anne Frank“, einem Stück der Weltliteratur, in das Kultur- und Bürgerzentrum (Achtung: anderer Veranstaltungsort) ein.

Hochbehälterbau in Speckswinkel schreitet voran

Im Stadtteil Speckswinkel muss der 100 Jahre alte Hochbehäl­ter ausgetauscht werden. Er entspricht nicht mehr dem Stand der Technik und das Gesundheitsamt hat der Kommune daher den Wechsel aufgegeben.
Nach Untersuchungen im Vorfeld wurde sich für einen Neubau in Nähe des Brunnens entschieden.
Die Kosten belaufen sich auf über 1 Mio. Euro und sind entspre­chend der Wasserversorgungssatzung der Stadt Neustadt (Hessen) zu 95 % von den örtlichen Grundstückseigentümern zu tragen.
Karten gibt es im Vorverkauf im NeuSTADTLADEN (Öffnungszeiten Dienstag 14 Uhr – 17 Uhr, Mittwoch 9 Uhr – 12 Uhr und Freitag 10 Uhr bis 12 Uhr). Erwachsene 10 Euro, Jugend­liche 7 Euro.
Nachdem Anfang März bereits die vorbereitenden Erdarbeiten durch die Fa. Bauscher begannen, wurden nun drei PE-HD (Po­lyethylen mit besonders hoher Dichte) angeliefert und mit Hilfe eines Kranfahrzeuges entladen.
Zwei der Behälter dienen als Wasserkammern mit einem Fas­sungsvermögen von insgesamt 200 Kubikmetern. Im dritten ist die Schieberkammer mit der technischen Ausrüstung, u.a. einem Flachbettbelüfter zur Wasseraufbereitung, untergebracht.
Nach Lieferung wurden die Behälter ausgerichtet und verschweißt. Anschließend steht der Rohrleitungsbau zum Brunnen und zur Fallleitung an. Dann folgen weitere Erdarbeiten, u.a. eine „Zwickelverfüllung“ mit Flüssigboden, um eine homogene Bettung der Behälter zu erhalten.
Letztlich werden diese mit Erde überschüttet.
Die Bauzeit dürfte etwa vier Monate betragen.
Nach den Sommerferien ist ein Tag der offenen Tür vorgesehen.
Fahrplan für den Neubau des Feuerwehrhauses
Aufgrund der einschlägigen Richtlinien und der Vorgaben des Technischen Prüfdienstes, der Unfallkasse Hessen und der Brand­schutzaufsicht des Landkreises entspricht das Feuerwehrhaus in der Neustädter Kernstadt nicht den heute gültigen Standards.
Das Gebäude wurde 1982 errichtet. Beispielsweise sind die Um­kleiden zu klein, eine Geschlechtertrennung ist nicht gegeben. Die vorgeschriebene Schwarz-Weiß-Trennung fehlt ebenso wie Abluftanlagen in der Fahrzeughalle. Die Zahl der Stellplätze ist zu gering und es fehlen Parkplätze für die Feuerwehrleute.
Daher fiel 2024 der Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines neuen Gebäudes. Hierzu wird eine Grundfläche von mindestens 4.000 qm benötigt. Aktuell rechnet man anhand des Baukosten­index mit Kosten von etwa 6,3 Mio. Euro.
Es sollen fünf Stellplätze entstehen. Das Sozialgebäude wird zwei­geschossig sein.
Bürgermeister Thomas Groll ist es wichtig, die Wehrführung und den Stadtbrandinspektor in den Entscheidungsprozess einzube­ziehen.
2024 wurde darüber diskutiert, ob das Gebäude auf dem Festplatz in der Lehmkaute oder auf dem Hartplatz der ehemaligen Kaser­ne errichtet werden soll, wo auch der neue Kindergarten seinen Platz findet.
Rechtlich wären beide Standorte umsetzbar. Beim Standort Fest­platz, der etwa 11.000 qm groß ist, wären allerdings gegenwärtig mehr Atemschutzgeräteträger in kürzerer Zeit vor Ort.
In einem Gespräch mit Stadtbrandinspektor Frank Bielert teilte der Bürgermeister mit, dass der Förderantrag für den Neubau im September 2027 eingereicht werden soll. Die Kommune hofft auf etwa 10 % Förderung durch das Land.
Der Baubeginn ist für 2029 und die Fertigstellung für 2031 vorge­sehen. Dem Bürgermeister ist wichtig, zunächst den Kindergarten fertigzustellen, um nicht zwei Millionenprojekte nebeneinander abzuwickeln.
Dieser Kurs wird von der Wehr und der Brandschutzaufsicht mit­getragen.
Nach Konstituierung der kommunalen Gremien sollen noch ein­mal Feuerwehrhäuser in Herbstein und bei Helmstedt besucht werden. Diese wurden innerhalb der letzten fünf Jahre errichtet und weisen eine vergleichbare Größe auf. Das Gebäude in Nieder­sachsen wurde von einem Generalunternehmer errichtet, hierzu möchte der Magistrat nähere Erkenntnisse gewinnen.
Gemäß einem Ausspruch Winston Churchills, dass man eine ge­troffene Entscheidung vor der Umsetzung eines Vorhabens noch­mals hinterfragen soll, möchte Thomas Groll im Verlauf der nächsten Monate nochmals über die bisherige Standortentschei­dung ergebnisoffen nachdenken. Dies hatte er bereits bei seiner Haushaltsrede im Februar 2026 ausgeführt. Er zeigte sich seiner­zeit fragend, ob Kirmes und Feuerwehrhaus wirklich harmonie­ren. Auch gab er zu bedenken, dass der ins Auge gefasste Standort keine Erweiterung zuließe.
Stadtbrandinspektor Frank Bielert hatte das Thema „Standort“ in seinem Jahresbericht bei der gemeinsamen Dienstversammlung der Neustädter Wehren ebenfalls angesprochen. Er regte dabei an, über eine dritte Alternative, nämlich einen gänzlich anderen Standort, nachzudenken. Auch diese Überlegung, so Thomas Groll, solle in die weitere Prüfung einbezogen werden.

CDU-Stadtverordnetenfraktion trifft Personalentscheidungen

Jakob Gnau Fraktionsvorsitzender, Hans-Dieter Georgi soll Stadtverordnetenvorsteher werden und Wolfram Ellenberg Erster Stadtrat
Am 24. März kam die neugewählte CDU-Stadtverordnetenfrak­tion zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen und traf wichtige Personalentscheidungen für die neue Legislaturperiode 2026-2031. Ziel war es dabei auch, einen Verjüngungsprozess einzuleiten.
Auf Vorschlag des stellv. Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Groll und des Spitzenkandidaten der Christdemokraten zur Kommunal­wahl Wolfram Ellenberg wurde Jakob Gnau (29 Jahre) einstim­mig zum Fraktionsvorsitzenden der Christdemokraten gewählt. Der Bankbetriebswirt gehört der Stadtverordnetenversammlung seit 2021 an und ist fest im Vereinsleben seiner Heimatstadt ver­wurzelt, wo er bereits ebenfalls Verantwortung übernommen hat.
Im Anschluss an seine Wahl richtete Jakob Gnau das Wort an die Anwesenden und gab damit die Grundlagen für die Arbeit der CDU-Fraktion in der neuen Legislaturperiode vor:
Sein Vorgänger im Fraktionsvorsitz, Hans-Dieter Georgi, wurde einstimmig für das Amt des Stadtverordnetenvorstehers nomi­niert. Er soll damit Franz-W. Michels nachfolgen, der ebenso wie Bernd Malkus, Karl-Eugen Ramb, Andreas Merten, Jan von Hol­ten, Leon Kubitschko und Eugen Dammer aus der Stadtverordne­tenversammlung oder dem Magistrat ausscheidet. Ihnen galt der Dank der neuen Fraktion und des Vorstandes der CDU Neustadt für ihr langes und erfolgreiches Wirken in der örtlichen Kommu­nalpolitik.
Die CDU-Fraktion nominierte an diesem Abend auch ihre Lis­te für den Magistrat. Dort dürfte man wieder fünf Sitze erhalten. Auf Vorschlag des stellv. Vorsitzenden Thomas Groll soll Wolf­ram Ellenberg wieder Erster Stadtrat werden, ein Amt das er seit 2016 inne hat. Weiterhin sollen dem Gremium – wie bisher auch – Klaus Schwalm, Walter Schmitt und Elena Georgi angehören. Der erstmals zur Kommunalwahl angetretene Martin Merle kom­plettiert den Wahlvorschlag, der ebenfalls einstimmig verabschie­det wurde.
Wolfram Ellenberg zeigte sich zum Abschluss der Sitzung über­zeugt davon, dass die Neustädter Christdemokraten gute Per­sonalentscheidungen getroffen hätten, um Neustadt und seine Stadtteile Mengsberg, Momberg und Speckswinkel gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Groll Schritt für Schritt weiterzuent­wickeln.
„Mit 58 % haben wir ein starkes Wahlergebnis erzielt. Dies ist ein klarer Auftrag, aber auch eine Verpflichtung, die wir in den nächsten Jahren erfüllen müssen. Das Ergebnis haben wir als Team gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Groll erreicht – mit einer starken Liste, die einen guten Querschnitt der Bürgerschaft aus Kernstadt und den Stadtteilen abbildete. Jetzt beginnt für die CDU-Fraktion in Neustadt eine neue Etappe. Viele neue Gesich­ter, neue Ideen, neue Motivation für unsere Kommune, für unsere Heimat, aber eben auch bewährte Kommunalpolitiker, die den Jungen helfen werden, in ihre Aufgaben hineinzuwachsen“, hob Gnau hervor. „Gerade in dieser Zusammensetzung liegt unsere Stärke. Die Mischung aus Erfahrung und frischem Wind, aus neu­en Ideen und bewährter Expertise.“
„Wir wollen unsere gute Arbeit der letzten Jahre fortführen und weiterentwickeln – moderner, digitaler und effizienter werden. Es geht darum Dinge einfacher zu machen, Entscheidungen klar zu treffen, um diese Fraktion und unsere Heimatstadt zukunftsfähig aufzustellen“, führte der neue Fraktionsvorsitzende weiter aus, der das gute Miteinander mit SPD und FWG trotz dem erneuten Ausbau der absoluten CDU-Mehrheit fortsetzen möchte.
„Als CDU-Fraktion haben wir bis 2031 klare Ziele vor Augen: sta­bile Finanzen und einen verantwortungsvollen Umgang mit unse­ren Mitteln, mehr Digitalisierung und eine moderne Verwaltung. Wir wollen die Lebensqualität in Neustadt und den Stadttteilen weiter verbessern, Infrastruktur erhalten und wo nötig ausbauen, unsere Vereine unterstützen, Familien stärken und dafür sorgen, dass sich die Menschen hier sicher und gut aufgehoben fühlen. Es stehen mit dem Kindergarten und dem Feuerwehrhaus zwei große Bauprojekte an, die richtungsweisend für die nächsten Jahrzehnte sein werden und das Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ wollen wir nutzen, um die Kommu­ne voranzubringen“, stellte Jakob Gnau heraus.