Auch in die Stadtteile fließen Millionen

Thomas Groll spricht im OP-Interview über die Autobahn 49, Großprojekte und ihre Folgen und den Wahltag

Obwohl Thomas Groll als Alleinkandidat ins Rennen geht, betrieb er wie bei den vergangenen zwei Bürgermeisterwahlen ebenso Wahlkampf. Zum Abschluss der OP-Berichterstattung muss er noch vier Fragen beantworten.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Am Sonntag in einer Woche ist Bürgermeisterwahl. Amtsinhaber Thomas Groll benötigt „50 Prozent plus eine Stimme“, um in eine dritte Amtszeit gehen zu dürfen. Vier letzte Fragen der Oberhessischen Presse an den einzigen Kandidaten, bevor die Wähler an die Urne treten.
OP: Fürchten Sie das große Verkehrschaos, wenn spätestens 2022 die Autobahn 49 bei Schwalmstadt endet?
Thomas Groll: Die Freigabe des Autobahnabschnitts bei Schwalmstadt wird zweifelsohne zu einer Verkehrszunahme in der Kernstadt und den Stadtteilen führen. Wir haben bereits jetzt gegenüber dem Land und Hessen Mobil deutlich gemacht, dass eine vernünftige Umleitungsstrecke ausgewiesen und deren Einhaltung auch kontrolliert werden muss, um die Belastung möglichst gering zu halten. Ich bin mir aber auch bewusst, dass es dennoch temporär zu einer Zunahme kommen wird. Daher gilt es, die A 49 bis zum Anschluss an die A 5 so schnell wie möglich fertigzustellen.
OP: Für die Kernstadt sind Millionen-Projekte geplant, wohin fließen die Millionen in den Stadtteilen?
Thomas Groll: Wir werden in den Jahren 2019 und 2020 zunächst Großprojekte in der Kernstadt Umsetzern Im Anschluss werden wir mithilfe des Dorfentwicklungsprogramms und der Hessenkasse investive Schwerpunkte in den
Stadtteilen setzen. Ich denke hier an das Feuerwehrhaus und das Feuerwehrfahrzeug Speckswinkel, den Umbau des alten Kindergartengebäudes in Momberg zu einem multifunktional nutzbaren Gebäude und an das Gemeindehaus, die Friedhofshalle und das Hallenbad in Mengsberg. Dort werden sicher insgesamt auch rund zwei Millionen Euro notwendig sein.
Dabei gilt wie auch in der Kernstadt: Wir finanzieren solide und werden immer schauen, was wir uns tatsächlich leisten können.
OP: Stichworte Abschreibungen und Folgekosten: Haben Sie Angst, dass Neustadt sich mit den Großprojekten überhebt? Thomas Groll: Unsere Projekte ziehen natürlich auch Folgekosten und Abschreibungen nach sich. Unser Ziel ist es ja gerade, Folgekosten (Energie- und Unterhaltungskosten) durch Sanierung und Neubau zukünftig zu senken. Den Abschreibungen steht die Auflösung von Sonderposten gegenüber, sodass die Belastung in den kommenden Haushaltsplänen „abgemildert“ wird. Die Investitionen sind für mich aber alternativlos und zwingend notwendig.
OP: Was machen Sie am 28. Oktober gegen 21 Uhr?
Thomas Groll: Ich hoffe zunächst, dass bis dahin die Stimmen der Bürgermeisterwahl ausgezählt sind. Ich werde natürlich ein klein wenig aufgeregt sein, wie das Ergebnis ausfällt und wünsche mir, dass die Bürgerinnen und Bürger bei ihrer Wahlentscheidung eine Rückschau der vergangenen Jahre und eine Bewertung der Vorhaben für die Zukunft vorgenommen haben werden. Ich wünsche mir, dass es ein Wahlergebnis gibt, das mich für die kommenden Jahre insbesondere auch für die anstehenden Gespräche mit Kreis, Land und Bund in meiner Position als Bürgermeister stärkt.

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