56 junge Eichen gegen den Borkenkäfer

Der neue Neustädter Geburtenwald hat auch einen ökologischen Nutzen • Aufforsten nach Windwurf
Wie seit einigen Jahren bereits in Stadtallendorf, so hat jetzt auch Neustadt einen Geburtenwald. Es war die Anregung eines Stadtverordneten, der die Initialzündung dazu gab.
von Heinz-Dieter Henkel
Neustadt. Den Standort des Geburtenwalds hatte Revierförster Klaus Schild mit Bedacht ausgewählt. Auf der Windwurffläche zwischen Neustadt und Gleimenhain standen bisher Fichten, die auf diesem Boden keine optimalen Wachstumsverhältnisse vorfanden. Nicht zuletzt deswegen hatte die Natur leichtes Spiel. Ohne menschliches Zutun fällte ein Orkan hier viele Bäume. Da hatte der Borkenkäfer leichtes Spiel, den verbliebenen Bäumen den Rest zu geben, berichtete Schild.
Zur vereinbarten Zeit wurde es laut in dem ansonsten eher beschaulichen Waldstück. Eine Autoschlange mit Eltern und ihren Kindern näherte sich der Freifläche.
Jörg Nau und Michael Lauer vom Bauhof der Stadt Neustadt hatten vorgearbeitet, alles Nötige auf einen Lkw gepackt und abgeladen. Einzig die Spaten und Schaufeln musste jeder Pflanzer selbst mitbringen.
Der Wald stehe für Langlebigkeit und Beständigkeit und sei für die Ökologie unentbehrlich, meinte Bürgermeister Thomas Groll vor versammelter Elternschaft. Viele von ihnen werden später gerne hierherkommen, um zu sehen, was aus ihrem Bäumchen geworden ist. Allerdings gab Revierförster Klaus Schild zu bedenken, dass nicht alle gepflanzten Eichenbäumchen das optimale Erntealter von 200 Jahren erreichen werden.
Dann gab es eine kurze Pflanzdemonstration von Gärtner
Jörg Nau, der alle Schritte vom Beseitigen des Mulchmaterials über das Ausheben des Erdlochs, das Wässern bis hin zum Andrücken vorgab.
Und los ging es. Auf vormarkierten Plätzen im gleichen Abstand wurden die kleinen Eichensetzlinge ausgepflanzt und natürlich ganz viele Erinnerungsfotos geschossen. Jedes der 56 Bäumchen bekam einen Pflanzstab als Wachstumshilfe, auf den jeder, der wollte, eine kleine Holztafel mit dem Namen des Kindes anbringen konnte.
Mit einem Lötkolben Namen in die Baumscheiben zu brennen, schien ausschließlich Arbeit zu sein. Den Vätern war es vorbehalten, anschließend die Namensschilder an den Pflanzstäben anzubringen. Der Unkostenbeitrag von 5 Euro für den Setzling wurde gerne entrichtet.
Auch Bürgermeister Thomas Groll beteiligte sich aktiv und pflanzte für seine Tochter ein Bäumchen. „Wir wollen zukünftig jedes Jahr einen Pflanztag unter fachlicher Anleitung durchführen, zu der die Eltern neugeborener Kinder eingeladen werden“, verriet Groll. Die Aktion helfe dem Wald und schaffe für Kinder einen Bezug zur Natur. Also für alle Beteiligten ein Gewinn.

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