Vom 28. Mai bis 1. Juni findet die 522. Trinitatis-Kirmes statt / Organisatoren stellen Programm vor
Von Florian Lerchbacher
Neustadt.
Am Donnerstag, 28. Mai, beginnt die 522. Auflage der Trinitatis-Kirmes, und ganz Neustadt steht dann wieder im Zeichen des Kirchweihfestes. In drei Jahren steht die 525. Kirmes und somit ein Jubiläum auf dem Programm. Er könne sich gut vorstellen, dann die ein oder andere Besonderheit auf die Beine zu stellen, sagt Bürgermeister Thomas Groll: Vielleicht werde eine bekannte Kapelle verpflichtet oder ein anderes Highlight gesetzt, orakelt er. In diesem Jahr setze die Stadt aber auf das in den vergangenen Jahren bewährte Programm – in Verbindung mit einem gut gefüllten Festplatz und einem passenden Angebot an Essen und Getränken.
Gemeinsam mit Generalpächter Konrad Ruppert und Toni und Adi von der Festwirtsfamilie Ahlendorf berichtet Groll, dass beispielsweise ein Autoscooter, eine Geisterbahn, ein Karussell oder ein 3D-Simulator sowie eine Schießbude auf mehr oder weniger wagemutige Kirmesgäste warten. Hinzu kämen unterschiedliche Essens- und Getränkebuden.
„Es wäre schön, wenn die Angebote in der Lehmkaute angenommen werden, denn Schausteller kommen nur dann weiterhin nach Neustadt, wenn Karussells und Buden nachgefragt werden. Wir können dankbar sein, immer noch einen gut bestückten Festplatz zu haben“, betont Groll und verweist darauf, dass die deutsche UNESCO-Kommission die Schaustellerkultur auf Volksfesten in das Verzeichnis der immateriellen Kulturgüter aufgenommen hat. Das für Bildung und Kultur zuständige Gremium habe damit über 1.200 Jahre gelebte und gewachsene Tradition auf über 9.000 Volksfesten in Deutschland gewürdigt.
In diesem Zusammenhang äußert er auch die Hoffnung, dass diese alte Tradition auch in den kommenden Jahren weiter gepflegt wird. Es gelte aber stets, die Entwicklung zu beobachten – auch im Hinblick auf die erwähnte Jubiläums-Kirmes. So groß wie jene im Jahr 2004, als Neustadt mehr als eine Woche lang das 500. Kirchweihfest feierte, werde sie keinesfalls:
Mehr als 50 Gruppen gestalten Festzug
„Und wir müssen auch schauen, ob der Festplatz dann weiterhin Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche und natürlich auch Erwachsene ausübt – oder auch, wie sich der Umzug entwickelt.“ In diesem Jahr haben sich wieder mehr als 50 Gruppen angemeldet – unter ihnen im Vergleich zu Vorjahren sagenhafte acht Kapellen, die für die musikalische Untermalung sorgen. Das werde also wieder ein absoluter Höhepunkt der Kirmes, freut sich Groll über das große Interesse – das übrigens auch überregional Aufmerksamkeit gefunden hat: Wie der Rathauschef erklärt, wird in diesem Jahr nicht nur die Oberhessische Presse von dem farbenfrohen Festzug berichten, sondern auch ein Fernsehteam von RTL mit dabei sein.
Ein weiterer Punkt, der Groll am Herzen liegt, ist der Kirmesmontag. Denn da gibt es in diesem Jahr bereits ein Jubiläum zu feiern: 450 Jahre liegt die Weihe der Laurentiuskapelle auf dem Friedhof zurück. Aus diesem Anlass versammeln sich Gläubige am 1. Juni um 10 Uhr genau dort zu einem Gottesdienst, um der Toten zu gedenken.
Eine Stunde später schließt sich die Totenehrung durch den VfL 1864/87 Neustadt an, ehe um 11.30 Uhr der Frühschoppen der Trinitatis-Kirmes im Festzelt beginnt. Die Kirmes, die am Donnerstag, 28. Mai, um 18.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst im Bürgerpark beginnt, endet am 1. Juni gegen 20 Uhr.
Bei der Kirmes soll es übrigens auch erstmals den Neustädter „Turmgeist“ geben, eine Spirituose, die in der ehemaligen Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne von der „Brennpunkt 19 GbR“ von Fabian Lapp und Marius Kreuter hergestellt wird. Für Groll ist das nach Kirsche, Pflaume und Ingwer schmeckende Getränk, auf dessen Flasche der Junker-Hansen-Turm abgebildet ist, ein absoluter Hit: „Welche Stadt kommt schon in einem Getränkenamen vor?“, fragt er und nennt Neustadt in einem Atemzug mit Danzig (Goldwasser) und Marburg (Nachtwächter): „Das ist eine tolle Sache, die wir künftig unseren Ehrengästen überreichen werden.“

