Müllsammler finden Binden, Unterhosen, Leergut …

Bürger wollen sich gemeinsam für die Verschönerung ihrer Heimat einsetzen und suchen Mitstreiter

Neustadt. Eine Binde und zwei Pfandflaschen sind die kuriosen Fundstücke, die Diego Pellegrino im Bürgerpark eingesammelt hat. Alexander Milewski wartet mit einer Windel auf, Ehefrau Ella Milewski mit einem achtlos weggeworfenen Mund-Nasen-Schutz und Eliane Piddiu-Ripken mit einer alten Unterhose. Jede Menge Müll haben sie von den Wiesen, aus den Gebüschen und aus dem Teich gefischt. „Neustadt ist zu dreckig“, meint Schüler Diego. Aus diesem Grund sei er sofort bereit gewesen, an der von Familienzentrum, Gemeinwesenarbeit, Quartiersbüro und Leitstelle Älterwerden organisierten Aktion teilzunehmen. „Ich wohne in der Stadt, also soll sie auch sauber sein und schöner werden“, ergänzt Piddiu-Ripken und bedauert, dass sich nicht mehr Menschen beteiligten.

Zunächst hatten sich rund zehn Bürger in der Innenstadt an die Arbeit gemacht, nach einer knappen Stunde kamen fünf weitere dazu. Und wer nun bedauert, nicht auch Müll gesammelt zu haben, der kann entweder alleine losziehen und Eigeninitiative zu zeigen (so wie ein Mann in der Kernstadt, der wöchentlich die Zigarettenstummel der Nachbarn einsammelt) oder sich an den Tagen zwei und drei der Aktion beteiligen, die in den anderen beiden „Quartieren“ der Sozialen Stadt stattfinden: heute von 14 bis 17 Uhr in der Leipziger Straße (Treffpunkt Ecke Leipziger Straße / Königsberger Straße) und am Freitag zur gleichen Zeit in der Emil-Rössler-Straße (Treffpunkt Spielplatz). Handschuhe, Zangen und Müllsäcke werden gestellt. Zum Abschluss gibts Kaffee, Kuchen, Würstchengrillen und gemütliches Beisammensein am Kulturcaféwagen. „Müllsammler finden Binden, Unterhosen, Leergut …“ weiterlesen

Gesichter, die Neustadt mitprägen

Dienstjubiläen der Stadt Neustadt / Bürgermeister bedankt sich bei verdienten Mitarbeitern
Neustadt. Im Verlauf der vergangene Wochen feierten vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Neustadt ein Dienstjubiläum. Corona-bedingt hatte man sich dazu entschlossen, die Feierstunde im kleinen Kreis vorzunehmen. Bürgermeister Thomas Groll begrüßte neben den Jubilarinnen und Jubilaren den Ersten Stadtrat Wolfram Ellenberg, Fachbereichsleiter Holger Michel, die Kita-Leiterinnen Claudia Orth und Irina Wiens sowie Dagmar Ruhl und Sonja Stark vom Personalrat im Rathaus.

Der Bürgermeister ging auf die Lebensläufe der zu Ehrenden ein, dankte ihnen für ihre Arbeit und fand für alle vier persönliche Worte. Stephan Henrich begann nach dem Realschulabschluss an der Neustädter Gesamtschule seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Neustadt, die er 1983 abschloss. Vier Jahre später besuchte er das Seminar für Standesbeamte und nimmt seit 1987 Trauungen vor. Henrich ist heute Teamleiter im Fachbereich II. „Gesichter, die Neustadt mitprägen“ weiterlesen

Immer mehr Kinder in der Kernstadt

Stadt reagiert in Kita Regenbogen mit Provisorium auf steigende Nachfrage nach Plätzen und plant Anbau
Von Florian Lerchbacher

Neustadt. Sie griffen lieber auf eine Schere zurück, um ihren Gruppenraum feierlich einzuweihen. Dabei hätten die kleinen Drachen doch auch einfach Feuer speien können, um das liebevoll geflochtene Papierband, das in der Tür Richtung Garten hing, zu entfernen. Die Gruppe ist neu in der Kindertagesstätte Regenbogen – und dennoch sind 16 der 20 Plätze bereits belegt.

Die Stadt Neustadt verzeichnet seit zwei Jahren in der Kernstadt einen massiven Kinderzuwachs. Das hänge mit dem Zuzug von Geflüchteten und Familien aus Südosteuropa und insgesamt steigenden Geburtenzahlen zusammen, erklären Bürgermeister Thomas Groll und Einrichtungsleiterin Claudia Orth. Außerdem gebe es immer mehr Eltern, die ihre Kinder bereits mit zwei Jahren den Kindergarten besuchen lassen wollen.

Darauf gelte es zu reagieren, betonen die beiden. Entsprechend gestaltete die Kommune in jüngster Vergangenheit den Regenbogen um: Die kommunale Bibliothek wechselt nach der Fertigstellung ins Kultur- und Bürgerzentrum. Schon jetzt beherbergen ihre ehemaligen Räume eine neue Gruppe: die „Löwen“. „Immer mehr Kinder in der Kernstadt“ weiterlesen

Jugend muss Feuerwehr weichen

Umbau der Unterkunft der Brandschützer geplant / Jugendraum wandert in Container
Von Florian Lerchbacher

Speckswinkel. „Ich muss zugeben, dass Speckswinkel in den vergangenen Jahren etwas gebeutelt war“, sagte Bürgermeister Thomas Groll während der Übergabe des Förderbescheides für den Umbau des Feuerwehr-Standortes, erinnerte an die Schließung von Kindergarten, Grundschule und Lebensmittelgeschäft und betonte, dass der Jugendraum auf keinen Fall aus dem Ort verschwinden dürfe.

Warum der Rathauschef den Jugendraum mit dem Ausbau des Feuerwehrsdtandortes in Verbindung steht? Weil beide im Zollhof sitzen, der Jugendraum allerdings aufgrund des Ausbaus der Feuerwehrheimat aus dem Gebäude verschwinden muss. „Wir bemühen uns aber um Ersatz“, betont Ortsvorsteher Karl Stehl, berichtet, dass die Einrichtung gut frequentiert wird und ergänzt, dass vorerst ein Container als Zwischenstandort fungieren soll. Für die Zeit danach habe er auch schon eine Alternative im Blick – Details möchte er aber noch nicht nennen.

Doch zurück zur Feuerwehr: Im kommenden Jahr will die Stadt aus dem Jugendraum einen Umkleidebereich für die Einsatzkräfte – 24 Männer und 4 Frauen – machen und außerdem im Zollhof einen Werkstattraum einrichten. Mit dem Umbau werde eine dringende Empfehlung der Unfallkasse Hessen umgesetzt, denn bisher war die „Schwarz-weiß-Trennung“ nicht gegeben. Will heißen, dass – wie früher üblich – sich die Umkleiden noch in der Fahrzeughalle befinden. 130 000 Euro soll dieser Umbau kosten. Das Land fördert das Projekt zu 90 Prozent, zahlt also 117 000 Euro. „Jugend muss Feuerwehr weichen“ weiterlesen

Land fördert wichtige Projekte in Neustadt

Staatssekretär Dr. Stefan Heck übergab Förderbescheide in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro
Neustadt. Dr. Stefan Heck (CDU), Staatssekretär im hessischen Ministerium des Inneren und für Sport, übergab Neustadts Bürgermeister Thomas Groll Förderbescheide über rund 1,2 Millionen Euro aus den Mitteln der „Hessenkasse“. Dieses bundesweit einmalige Investitions- und Entschuldungsprogramm für Kommunen hatte der verstorbene Finanzminister Dr. Thomas Schäfer 2018 auf den Weg gebracht.

Neustadt erhält insgesamt Fördermittel von mehr als 2,4 Millionen Euro vom Land. Da die Kommune eine Co-Finanzierung von zehn Prozent erbringen muss, stehen fast 2,7 Millionen Euro für investive Vorhaben bis 2024 zur Verfügung. Mit Mitteln aus dem Programm wurden bisher unter anderem umgesetzt: Außenbedachung Kindergarten Regenbogen, neue Außenspielgeräte Kindergarten Sonnenschein, Erwerb Mannschaftstransportwagen Freiwillige Feuerwehr Neustadt-Mitte, Sanierungsarbeiten Bauhof II (ehemalige Kaserne), Sanierungsarbeiten Freibad, Austausch Heizung und Sanierung Historisches Rathaus.

Mittlerweile läuft der Umbau der Stadtkasse im Rathaus und die Sanierung einer Gewässerverrohrung in der Querallee, teilt die Stadt Neustadt mit. Für 2021 sind Sanierungsarbeiten an den Trauerhallen Mengsberg un „Land fördert wichtige Projekte in Neustadt“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Land fördert wichtige Projekte

Staatssekretär Dr. Heck übergab Förderbescheide von rund 1,2 Mio. Euro

Dr. Stefan Heck, Staatssekretär im hessischen Ministerium des In­neren und für Sport, übergab Neustadts Bürgermeister Thomas Groll am 11. September 2020 Förderbescheide über rund 1,2 Mio. Euro aus den Mitteln der „Hessenkasse“. Dieses bundesweit ein­malige Investitions- und Entschuldungsprogramm für Kommunen hatte der verstorbene Finanzminister Dr. Thomas Schäfer 2018 auf den Weg gebracht.

Neustadt (Hessen) erhält insgesamt Fördermittel über 2,4 Mio. Euro vom Land. Da die Kommune eine Ko-Finanzierung von 10 Prozent erbringen muss, stehen fast 2,7 Mio. Euro für investive Vor­haben bis 2024 zur Verfügung.

Staatssekretär Dr. Heck lobte die solide Finanzpolitik der Stadt Neustadt (Hessen) und zeigte sich beeindruckt von den gerade lau­fenden bzw. noch anstehenden Bauvorhaben. „Neustadt macht sich fit für die Zukunft und das Land unterstützt dabei kräftig“, so sein Fazit.

Bürgermeister Thomas Groll dankte für die Förderung. Aufgrund der aktuellen Auslastung von Verwaltungen und Firmen sprach er sich für eine Verlängerung der Laufzeit der „Hessenkasse“ um zu­mindest ein Jahr aus. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Stadt gießt die Pflanze „Familienzentrum“

Angebot der Einrichtung ist für alle Altersklassen gedacht / Neues Logo ist an das der Kommune angelehnt
Von Florian Lerchbacher
Neustadt. Das Familienzentrum bekommt im Neubau des Kultur- und Bürgerzentrums eine neue Heimat und zudem ein eigenes Logo. Angelehnt ist es an das Logo der Stadt Neustadt, dem sozusagen Leben eingehaucht wurde: Es zeigt die stilisierten Dächer des Junker-Hansen-Turms, die Arme und Köpfe bekommen haben und die Bewohner der Stadt symbolisieren.

Denn eins ist in den vergangenen Jahren etwas untergegangen, wie Bürgermeister Thomas Groll betont: Die Angebote des Familienzentrums sind für alle Bürger gedacht – und nicht nur für junge Familien, die sich angesichts des bisherigen Standorts der Einrichtung in der Kita in der Querallee vornehmlich angesprochen gefühlt hatten.

„Wir verdeutlichen mit dem Logo, dass wir zum Netzwerk Neustadt gehören“, unterstreicht Leiterin Nicole Zinkowksi, die in ihrer Arbeit Unterstützung von Annika Schlüter vom bsj bekommt.

Letztere hatte auch das neue Konzept des Familienzentrums entwickelt. „Das soll eher den Rahmen geben. Ganz wichtig ist, dass wir partizipativ agieren: Das heißt, die Bürger sollen sich einbringen und ihre Wünsche und Bedürfnisse äußern“, betont sie. Bereits existierende Angebote sind beispielsweise das „Frauenfrühstück“, die „Papa-Zeit“ und Drop In(klusive) (Eltern-Kind-Treffen). „Stadt gießt die Pflanze „Familienzentrum““ weiterlesen

Stadtradler erstrampeln knapp 180 000 Kilometer

Die Gewinner-Teams des diesjährigen Stadtradelns in verschiedenen Kategorien stehen fest. Die fleißigen Radler – vom Sechsjährigen bis zur Renter-Truppe – wurden am Tag der Nachhaltigkeit vor der Gemeindehalle Cölbe ausgerufen und vom Kreis mit kleinen Präsenten beschenkt.
Insgesamt erstrampelten die 624 Teilnehmer des dreiwöchigen Rad-Events, das hierzulande am 28. August endete, stolze 178 607 Kilometer, „Sie sind fünf Mal um die Welt geradelt, das verdient Anerkennung“, lobte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow während der Preisverleihung.
Durch Ihren Einsatz hätten alle gemeinsam zudem 26 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Angemeldet hatten sich 57 Teams, die in verschiedenen Kategorien Preise erhielten.
Die ersten drei Plätze für die meisten gefahrenen Kilometer erzielten Jan-Philipp Peter vom Klimabündnis Marburg (1 701,7 Kilometer), Roland Wermann (1 673,9) und Hans-Otto Mösch (1 566,3), beide von den „Radelrentnern“ aus Neustadt. Im Mannschaftswettbewerb um die meisten Kilometer gewannen die drei größten Teams: Das Klimabündnis Marburg mit 67 Radlern (insgesamt 19 077 Kilometer), „Wir für uns“ aus Neustadt mit 44 Mitgliedern (14 995) und die „Lahnberge-Radler“ mit 49 Teilnehmern (14 579). Die meisten Radkilometer pro Teilnehmer zählten bei der Kategorie fahrradaktivstes Team. Da gewannen die 16-köpfigen „Radelrenter“ (787,4), das „offene Team Wetter“ mit zwei Mitgliedern (747,7) und „das Sportwerk“, bestehend aus vier Radlern (662,5).
Außerdem wurden weitere Teilnehmer als „Gipfelstürmer“ ausgezeichnet: Den ersten Platz teilen sich Ulrich Schu von den „Lahnberge-Radlern“, Jacob und Clemens Möller vom VFL Marburg 1860 und auf Platz zwei landete Jan Philipp Peter vom Klimabündnis. Beim Schulradeln wurden 16 Radler von den Kaufmännischen Schulen für den ersten Platz und 11 Radler von der Adolf-Reichwein-Schule für den zweiten Platz ausgezeichnet. Und auch der sechs Jahre alte Matthis Schmidt aus Momberg schaffte es als jüngster Teilnehmer aufs Siegertreppchen – er war beim Klimaradeln 230 Kilometer gefahren.

Neustädter Mitteilungsblatt

Eckhard Sommer 25 Jahre Ortsgerichtsschöffe

Der Speckswinkler Eckhard Sommer gehört dem Ortsgericht Neustadt (Hessen) bereits seit 25 Jahren als Schöffe an.
Ortsgerichte sind eine hessische Besonderheit und fungieren als Hilfsorgane der Justiz. Zu ihren Aufgaben gehören u. a. die Beglaubigung von Unterschriften und Abschriften, die Sicherung des Nachlasses Verstorbener und die Vornahme von Schätzungen. Der örtliche Ortsgerichtsvorsteher Joachim Riehl wird von vier Schöffen -je einer aus der Kernstadt und den Stadtteilen – bei seiner Arbeit unterstützt.
Im Kirchhainer Amtsgericht dankte kürzlich dessen Direktorin Andrea Hülshorst im Beisein der für die Ortsgerichte zuständigen stellvertretenen Geschäftsstellenleiterin Stephanie Samsa Eckhard Sommer für dessen langjähriges ehrenamtliches Engagement.
Dem Dank an den ehemaligen Fußballer schloss sich Bürgermeister Thomas Groll an. Er bezeichnete den Jubilar als „Mitbürger, wie man ihn sich für eine Dorfgemeinschaft nur wünschen kann“. Sommer wirke schließlich nicht nur beim Ortsgericht mit, sondern sei u.a. auch seit vielen Jahren als Kassierer des TSV Speckswinkel, der Jagdgenossenschaft und der Waldinteressenten aktiv.
Der Jubilar dankte abschließend für die Worte und verwies darauf, dass er sich aus Überzeugung ehrenamtlich einbringe. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Stadtverordnetenversammlung bsj Marburg e.V. stellte seine vielfältige Arbeit näher vor

Die Stadtverordnetenversammlung tagte am 31. August unter dem Vorsitz von Franz-W. Michels (CDU) erneut im DGH Momberg, da dies gegenwärtig der größte in der Kommune zur Verfügung stehende Sitzungsraum ist und dort die Einhaltung der Corona-Regeln gewährleistet werden kann.
Bürgermeister Groll berichtete davon, dass die Regionale Planungsversammlung Mittelhessen kürzlich angedachten Veränderungen beim Neustädter Kaufpark zugestimmt habe. Die Eigentümer könnten nun das planungsrechtliche Verfahren für die Neuerrichtung des REWE-Marktes auf den Weg bringen. Im bisherigen Markt solle dann nach Möglichkeit ein Baumarkt angesiedelt werden. Leider, so Groll, könne im Kaufpark nicht alles verortet werden, was aus kommunaler Sicht wünschenswert sei. Neustadt sei nur als Zentrum der Grundversorgung eingestuft, was Beschränkungen mit sich bringe. So wird aktuell die Ansiedlung einer Drogerie, die der Bürgermeister nach wie vor für wichtig hält, nicht für umsetzbar angesehen. Die Regionalplanung beim Regierungspräsidium sehe dies äußerst kritisch und verweise darauf, dass es in den umliegenden Mittelzentren bereits genügend Drogerie-Märkte gebe. „Eine Haltung, die ich als Bürgermeister und Verbraucher bedauere“, so Thomas Groll. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen