Dank Kleinvieh in die virtuelle Welt

Stadt Neustadt bekommt rund 5 200 Euro für WLAN-Hotspots in öffentlichen Gebäuden
Von Florian Lerchbacher

Neustadt. Einen kuriosen Ort für die Übergabe der Fördermittel aus dem Programm „Digitale Dorflinde“ hatte die Stadt Neustadt ausgewählt: Bürgermeister Thomas Groll empfing Hessens Digitalstaatssekretär Patrick Burghardt im noch mitten im Bau befindlichen Kultur- und Bürgerzentrum. „Neustadt ist eine Baustelle, daher passt das“, erklärte der Rathauschef, verwies unter anderem auf Bürgerpark, das Freibad und die Querallee und ergänzte: „Wir machen die Stadt fit für die Zukunft.“ Und das wiederum sei ja auch die Idee des Förderprogramms, die den Ausbau öffentlicher WLAN-Hotspots unterstützt.

„Die ,Digitale Dorflinde’ ist ein sehr erfolgreiches Projekt“, stellte Burghardt heraus – die Fördermittelübergabe in Neustadt sei die Nummer 976. Die tausendste Übergabe werde in der Gedenkstätte Point Alpha erfolgen, denn auch für die Pädagogik sei eine Digitalisierung fördernd. „Dank Kleinvieh in die virtuelle Welt“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Stellvertretender HSGB -Geschäftsführer Johannes Heger zu Gast im Neustädter Rathaus

Der Hessische Städte- und Gemeindebund (HSGB) ist die Interes­senvertretung der Hessischen Städte und Gemeinden. Die Stadt Neustadt (Hessen) ist Verbandsmitglied und bringt sich regelmäßig in die Arbeit der HSGB-Gremien ein. Kürzlich besuchte der im Juni 2019 neu gewählte stellvertretende Geschäftsführer Johannes Heger Bürgermeister Thomas Groll im Rathaus. Gemeinsam führte man einen intensiven Meinungsaustausch über aktuelle kommunalpoli­tische Fragestellungen. Im Mittelpunkt standen dabei die Entwick­lung der Kommunalfinanzen in Zeiten der Corona-Pandemie und die Zukunft der Kommunen im ländlichen Raum. Mit Interesse ver­folgte Johannes Heger die von Groll dargestellte Entwicklung Neu- stadts in den letzten Jahren. Er bescheinigte der Kommune eine dynamische Entwicklung und die Umsetzung zahlreicher Investitio­nen in die örtliche Infrastruktur. „Man sieht, dass sich vor Ort etwas tut. Dies hängt sicher auch mit dem guten politischen Klima in Neu­stadt zusammen“, so der stellvertretende Geschäftsführer des HSGB. Für eine Stadt unter 10.000 Einwohnern im ländlichen Raum sei Neustadt wirklich gut aufgestellt. Neben baulichen Inves­titionen spiele hier auch der Themenbereich Soziales eine große Rolle, stellte Heger fest. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

WIR-Projekt nimmt Arbeit auf Angebot von Kommune und bsj (nicht nur) für Menschen aus Südosteuropa

In Neustadt leben gegenwärtig rund 200 Menschen aus Südosteu­ropa. Ein solcher Zuzug gerade aus den EU-Mitgliedsstaaten Bul­garien und Rumänien aufgrund der Freizügigkeitsrichtlinie sei auch in vielen anderen Kommunen zu verzeichnen, so Bürgermeister Thomas Groll. Dies stelle die Städte und Gemeinden vor große und vielfältige Herausforderungen. Man könne nun wegsehen oder aktiv werden, die Verantwortlichen in Neustadt hätten sich dafür ent­schieden zu handeln.

Mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen nimmt man nun am WIR-Programm (Wegweisende Integrationsansätze realisieren) teil. Dieses ist zunächst auf drei Jahre angelegt und startete am 1. September 2020.

Aufgrund vieler positiver Erfahrungen und der bereits bestehenden Vernetzung vor Ort hat die Kommune den bsj Marburg mit dem Programm betreut.

Martina Trogrlic, aus der Arbeit im Waldkindergarten und der kom­munalen Jugendarbeit in Neustadt bekannt, wird mit einer halben Stelle künftig für WIR arbeiten und zudem bei der Stadtjugend­pflege tätig bleiben, was vor dem Hintergrund der Programmziele sehr sinnvoll erscheint. Die Tätigkeit im WaldKiGa hat sie hingegen zum Bedauern von Kindern und Eltern Ende Juli aufgegeben. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Kleine Hilfen sind große Unterstützung

Neustädter Bürgerverein hat seine ersten Bürgerhelfer ausgebildet: 17 Ehrenamtler stehen bereit
Neustadt. „Ich möchte der Generation meiner Großeltern etwas zurückgeben“, sagt Markus Rühringer (39). Aus diesem Grund lässt er sich beim Neustädter Bürgerverein „Wir für uns“ zum Bürgerhelfer ausbilden und wird künftig hilfsbedürftigen Menschen über die vermeintlich kleinen Hindernisse des Alltags hinweghelfen und ihnen so ermöglichen, relativ eigenständig leben zu können: Sei es durch Unterstützung beim Putzen, Hilfe beim Einkaufen, Fahrdienste zu Ärzten, Begleitung beim Spazierengehen oder ähnliche „niedrigschwellige“ Leistungen.

Pierre Hartmann sagt, ihm sei in Gesprächen mit Senioren aufgefallen, dass viele Menschen Hilfe bräuchten – und unter finanziellen Nöten litten. Zumindest bei erstgenanntem Problem könne er sie unterstützen. Auch Hartmann will etwas zurückgeben: Man dürfe nie vergessen, dass es sich um eine Generation handele, die unser aller Heimat einst wieder aufbaute. „Manchmal hilft es schon, den Menschen Zeit zu schenken und einfach mit ihnen zu reden – insbesondere in diesen Zeiten.“

Und das fällt Hartmann besonders leicht, denn Unterhaltungen mit Senioren sind für ihn ein Geben und ein Nehmen. Er interessiert sich stark für Musik und Mode der 1950er- und 1960er-Jahre und sammelt beispielsweise Modehefte und Versandkataloge – die er auch schon zu einer Seniorin mitnahm und ein Gespräch von großem Unterhaltungswert auslöste. Die Frau strahlte und berichtete, welche Gegenstände wie Kleidung oder Möbelstücke einst in ihrem Haushalt zu finden waren. „Sie fand es toll, dass ihr jemand zuhört“, sagt Hartmann, der seinerseits die Berichte aus erster Hand natürlich aufsaugte wie ein Schwamm. „Kleine Hilfen sind große Unterstützung“ weiterlesen

Spielplatz Nummer vier ist an der Reihe

Mengsberger gestalten Anlage am Floriansplatz mit Unterstützung von Handwerks-Pädagogen um
Von Florian Lerchbacher
Mengsberg. Drei Spielplätze in der Kernstadt hat die Stadt Neustadt mit Unterstützung der Marburger Handwerks-Pädagogen von Alea und der vom Verein BSJ umgesetzten Stadtjugendpflege bereits gebaut beziehungsweise umgestaltet, nun steht das erste Projekt in einem Ortsteil bevor: Ab Montag, 5. Oktober, also dem ersten Tag der Herbstferien, ist der Spielplatz am Mengsberger Floriansplatz an der Reihe – natürlich unter Beteiligung der Bürger.

Im Vorfeld des Mengsberger Siegeszuges bei den Dorfwettbewerben hatten „rüstige Rentner“, wie Ortsvorsteher Karlheinz Kurz sie damals bezeichnete, den Spielplatz gebaut. Nun, nach zehn Jahren intensiver Nutzung, sei er renovierungsbedürftig, erklärt Kurz und hofft, dass sich viele Mengsberger am Umbau beteiligten: von Kindern über Eltern, Großeltern bis zu allen, die an handwerklichen Arbeiten Spaß haben – und wer dabei Tipps oder Ratschläge benötigt, der ist bei den Handwerks-Pädagogen, die das Projekt rundum betreuen, genau richtig. „Spielplatz Nummer vier ist an der Reihe“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Familienzentrum Neustadt stellt sich neu auf

2010/11 wurde die Kindertagesstätte „Regenbogen“ in der Allee neu errichtet. Claudia Orth, die Leiterin der Einrichtung und Bürger­meister Thomas Groll entwickelten in der Folge die Idee, im Ge­bäude der KiTa zugleich ein Familienzentrum zu etablieren. 2012 gab es dann bereits die ersten Veranstaltungen und 2013 wurde die­ses neue Angebot offiziell vom hessischen Sozialministerium aner­kannt und seitdem regelmäßig finanziell gefördert. In den folgenden Jahren konnten zahlreiche Vereine, Behörden und soziale Träger als Kooperationspartner gewonnen werden.

Seit Anfang 2020 steht das Familienzentrum nun auf eigenen Füßen. Nach erfolgreicher Aufbauarbeit durch Claudia Orth und das Team der KiTa „Regenbogen“ ist nun Nicole Zinkowski, vormals auch in der KiTa tätig, gemeinsam mit Annika Schlüter für das Familien­zentrum tätig.

Derzeit befindet sich das Büro von Nicole Zinkowski im „Haus der Vereine“. Zum Jahreswechsel steht der Umzug in das neue Kultur- und Bürgerzentrum an. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Müllsammler finden Binden, Unterhosen, Leergut …

Bürger wollen sich gemeinsam für die Verschönerung ihrer Heimat einsetzen und suchen Mitstreiter

Neustadt. Eine Binde und zwei Pfandflaschen sind die kuriosen Fundstücke, die Diego Pellegrino im Bürgerpark eingesammelt hat. Alexander Milewski wartet mit einer Windel auf, Ehefrau Ella Milewski mit einem achtlos weggeworfenen Mund-Nasen-Schutz und Eliane Piddiu-Ripken mit einer alten Unterhose. Jede Menge Müll haben sie von den Wiesen, aus den Gebüschen und aus dem Teich gefischt. „Neustadt ist zu dreckig“, meint Schüler Diego. Aus diesem Grund sei er sofort bereit gewesen, an der von Familienzentrum, Gemeinwesenarbeit, Quartiersbüro und Leitstelle Älterwerden organisierten Aktion teilzunehmen. „Ich wohne in der Stadt, also soll sie auch sauber sein und schöner werden“, ergänzt Piddiu-Ripken und bedauert, dass sich nicht mehr Menschen beteiligten.

Zunächst hatten sich rund zehn Bürger in der Innenstadt an die Arbeit gemacht, nach einer knappen Stunde kamen fünf weitere dazu. Und wer nun bedauert, nicht auch Müll gesammelt zu haben, der kann entweder alleine losziehen und Eigeninitiative zu zeigen (so wie ein Mann in der Kernstadt, der wöchentlich die Zigarettenstummel der Nachbarn einsammelt) oder sich an den Tagen zwei und drei der Aktion beteiligen, die in den anderen beiden „Quartieren“ der Sozialen Stadt stattfinden: heute von 14 bis 17 Uhr in der Leipziger Straße (Treffpunkt Ecke Leipziger Straße / Königsberger Straße) und am Freitag zur gleichen Zeit in der Emil-Rössler-Straße (Treffpunkt Spielplatz). Handschuhe, Zangen und Müllsäcke werden gestellt. Zum Abschluss gibts Kaffee, Kuchen, Würstchengrillen und gemütliches Beisammensein am Kulturcaféwagen. „Müllsammler finden Binden, Unterhosen, Leergut …“ weiterlesen

Gesichter, die Neustadt mitprägen

Dienstjubiläen der Stadt Neustadt / Bürgermeister bedankt sich bei verdienten Mitarbeitern
Neustadt. Im Verlauf der vergangene Wochen feierten vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Neustadt ein Dienstjubiläum. Corona-bedingt hatte man sich dazu entschlossen, die Feierstunde im kleinen Kreis vorzunehmen. Bürgermeister Thomas Groll begrüßte neben den Jubilarinnen und Jubilaren den Ersten Stadtrat Wolfram Ellenberg, Fachbereichsleiter Holger Michel, die Kita-Leiterinnen Claudia Orth und Irina Wiens sowie Dagmar Ruhl und Sonja Stark vom Personalrat im Rathaus.

Der Bürgermeister ging auf die Lebensläufe der zu Ehrenden ein, dankte ihnen für ihre Arbeit und fand für alle vier persönliche Worte. Stephan Henrich begann nach dem Realschulabschluss an der Neustädter Gesamtschule seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Neustadt, die er 1983 abschloss. Vier Jahre später besuchte er das Seminar für Standesbeamte und nimmt seit 1987 Trauungen vor. Henrich ist heute Teamleiter im Fachbereich II. „Gesichter, die Neustadt mitprägen“ weiterlesen

Immer mehr Kinder in der Kernstadt

Stadt reagiert in Kita Regenbogen mit Provisorium auf steigende Nachfrage nach Plätzen und plant Anbau
Von Florian Lerchbacher

Neustadt. Sie griffen lieber auf eine Schere zurück, um ihren Gruppenraum feierlich einzuweihen. Dabei hätten die kleinen Drachen doch auch einfach Feuer speien können, um das liebevoll geflochtene Papierband, das in der Tür Richtung Garten hing, zu entfernen. Die Gruppe ist neu in der Kindertagesstätte Regenbogen – und dennoch sind 16 der 20 Plätze bereits belegt.

Die Stadt Neustadt verzeichnet seit zwei Jahren in der Kernstadt einen massiven Kinderzuwachs. Das hänge mit dem Zuzug von Geflüchteten und Familien aus Südosteuropa und insgesamt steigenden Geburtenzahlen zusammen, erklären Bürgermeister Thomas Groll und Einrichtungsleiterin Claudia Orth. Außerdem gebe es immer mehr Eltern, die ihre Kinder bereits mit zwei Jahren den Kindergarten besuchen lassen wollen.

Darauf gelte es zu reagieren, betonen die beiden. Entsprechend gestaltete die Kommune in jüngster Vergangenheit den Regenbogen um: Die kommunale Bibliothek wechselt nach der Fertigstellung ins Kultur- und Bürgerzentrum. Schon jetzt beherbergen ihre ehemaligen Räume eine neue Gruppe: die „Löwen“. „Immer mehr Kinder in der Kernstadt“ weiterlesen

Jugend muss Feuerwehr weichen

Umbau der Unterkunft der Brandschützer geplant / Jugendraum wandert in Container
Von Florian Lerchbacher

Speckswinkel. „Ich muss zugeben, dass Speckswinkel in den vergangenen Jahren etwas gebeutelt war“, sagte Bürgermeister Thomas Groll während der Übergabe des Förderbescheides für den Umbau des Feuerwehr-Standortes, erinnerte an die Schließung von Kindergarten, Grundschule und Lebensmittelgeschäft und betonte, dass der Jugendraum auf keinen Fall aus dem Ort verschwinden dürfe.

Warum der Rathauschef den Jugendraum mit dem Ausbau des Feuerwehrsdtandortes in Verbindung steht? Weil beide im Zollhof sitzen, der Jugendraum allerdings aufgrund des Ausbaus der Feuerwehrheimat aus dem Gebäude verschwinden muss. „Wir bemühen uns aber um Ersatz“, betont Ortsvorsteher Karl Stehl, berichtet, dass die Einrichtung gut frequentiert wird und ergänzt, dass vorerst ein Container als Zwischenstandort fungieren soll. Für die Zeit danach habe er auch schon eine Alternative im Blick – Details möchte er aber noch nicht nennen.

Doch zurück zur Feuerwehr: Im kommenden Jahr will die Stadt aus dem Jugendraum einen Umkleidebereich für die Einsatzkräfte – 24 Männer und 4 Frauen – machen und außerdem im Zollhof einen Werkstattraum einrichten. Mit dem Umbau werde eine dringende Empfehlung der Unfallkasse Hessen umgesetzt, denn bisher war die „Schwarz-weiß-Trennung“ nicht gegeben. Will heißen, dass – wie früher üblich – sich die Umkleiden noch in der Fahrzeughalle befinden. 130 000 Euro soll dieser Umbau kosten. Das Land fördert das Projekt zu 90 Prozent, zahlt also 117 000 Euro. „Jugend muss Feuerwehr weichen“ weiterlesen