Neustädter Mitteilungsblatt

800 Jahre Momberg startet in die heiße Phase


Am 1. Mai findet der Grenzgang im Rahmen der 800-Jahrfeier von Momberg statt
Treffpunkt ist am 7 Mai 2028, 10:30 Uhr am Feuerwehrhaus in Momberg.
Dort besteht die Möglichkeit, Proviant in einem kleinen Ruck­sack für wenig Geld für den ersten Abschnitt zu erwerben. Ab­marsch wird um 11:00 Uhr sein. Die Strecke, von insgesamt knapp 12 km, führt im Nord-Westen entlang der alten Grenze zwischen dem Fürstbistum Mainz, zu dem unser Momberg gehörte, und der Landgrafschaft Hessen-Kassel.
Kommen Sie mit uns vorbei am Naturschutzgebiet „Momberger Bruchwiesen“, dem mit 220 Metern Meereshöhe niedrigsten Teil unserer Gemarkung. Hier wollte Landgraf Carl von Hessen-Kas­sel im 18. Jahrhundert einen Treidelkanal zwischen Weser und Lahn errichten. Vorbei am vergessenen Momberger Freibad, dem Diebsgraben und der Hardtmühle, die im 18. und 19. Jahrhundert Räuberbanden Unterschlupf bot.
Vorbei am ehemaligen Momberger Kalksteinbruch, in dem 1956, ein nach Momberg benanntes versteinertes 220 Millionen Jahre altes Meerestierchen, erstmals entdeckt wurde. Es fand als „Gondolella Mombergensis“ Eingang in die Paläontologische Fachliteratur.
Bevor wir in den Wald eintauchen kommen wir hinter dem heuti­gen Kalksteinbruch der Firma Hainmüller zu unserem ersten Rast­punkt. An dieser Stelle, nach 3,5 Kilometern können wir uns bei angebotenen Speisen und Getränken stärken und den ersten Teil der Strecke auf uns wirken lassen.
Hier beginnt nun der ca. 440 Hektar große Momberger Wald, der, so wie die gesamte Gemeinde, 1974 in die Stadt Neustadt (Hessen) ein­gemeindet wurde. Erklimmen Sie nun mit uns den „Martins Berg“, mit ca. 350 Metern die höchste Erhebung unserer Gemarkung.
Hier oben an der Rhein-Weser Wasserscheide war vor langer Zeit einmal ein Dreiländereck. Es trafen das Kurfürstentum Mainz, die Landgrafschaft Hessen-Kassel und die Landgrafschaft Hes­sen-Marburg aneinander. Heute sind es die Gemarkungen Mom­berg, Mengsberg und Wolferode. Nun folgen wir auf dem alten Patrouillenweg entlang der Grenzsteine aus dem Jahre 1756, die den westlichen Teil unserer Gemarkungsgrenze markieren.
Nach ca. 4 Kilometer Wanderung werden wir eine zweite Rast einlegen und es werden auch hier kühle Getränke und kleine Speisen angeboten, bevor wir zum Quellgebiet des Kählbaches kommen. Kurz vor Ende des Waldes kann man noch, etwas abseits, die Quellfassungen der ersten Momberger Wasserleitung erkunden.
Wir gehen weiter entlang der historischen Grenzsteine und kommen zum nördlichen Ende des Kählbacher Holzes. Von hieraus kehren wir am Reitplatz vorbei zum Dorfzentrum zu­rück.
Am Dorfzentrum erwarten uns bereits die Momberger Kaf­feetanten mit frischem Kaffee und leckeren selbstgebacke­nen Kuchen.
Wer es, nach dem langen Marsch, lieber deftiger mag für den wird es Grillspezialitäten und Pommes geben. Natürlich ist auch für kühle Getränke bestens gesorgt.
Zum Grenzgangfest ab 15 Uhr im Dorfzentrum ist jeder willkom­men. Auch wenn Ihr nicht mitlaufen könnt, lasst uns gemeinsam die zurückkehrenden Grenzgänger gebührend begrüßen, ihr Er­lebtes anhören und verlebt gemeinsam ein paar schöne Stunden.
Auch für die Kinder ist beim Grenzgangfest am Dorfzentrum eine Spielecke mit Hüpfburg eingerichtet, damit die überschüssige Energie nach der Wanderung aufgenommen werden kann.
So können sich die Eltern netten Gesprächen und dem „Kulinari­schen“ Angebot widmen.
Einen Hinweis für nicht so geübte Wanderer möchten wir noch geben: Sie können gerne auch nur Teilbereiche der Strecke mit erkunden. An den Rastplätzen besteht die Möglichkeit mit dem Bürgerbus zurück ins Dorf gebracht zu werden.
Und wer zwischendurch keine Energie mehr hat, der wird von dem nachfahrenden „Besenwagen“ eingesammelt.
Da die Wegstrecke teilweise über Feld- und Waldweg führt, bitte nur „geländetaugliche“ Kinderwagen mitführen. Danke.
Zum Grenzgang am 1. Mai sind auf dem Kirmesplatz in Momberg Parkplätze eingerichtet.
Bereits am Vorabend, 30.04.2026 findet um 18 Uhr im DGH der offizielle Festkommers zur 800 Jahrfeier statt.
Ab 20 Uhr treffen wir uns vor der Grillhütte in Momberg, wo bei Einbruch der Dämmerung das Maifeuer entfacht wird. Bei Brat­wurst und kühlen Getränken werden wir den Monat Mai gebüh­rend begrüßen.
Alle Informationen gibt es auf unserer Homepage www.800jahre-momberg.de

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„Immer wieder schön“

32. Neustädter Frühlingsmarkt begeistert Besucherinnen und Besucher
Von Nadine Weigel

Neustadt.
Da strahlt er, der kleine Robin. Als Uwe Bielert den Dreijährigen in das große Feuerwehrauto setzt – und er auch noch einen echten Feuerwehrhelm aufziehen darf –, da ist die Freude beim kleinen Robin Kleiner riesengroß. Doch auf die Frage, ob er denn später auch Feuerwehrmann werden will, folgt dann die Überraschung: „Nein, ich will Polizeitaucher werden“, spricht der Dreijährige schmunzelnd, rückt seine Paw-Patrol-Kappe zurecht und zieht mit Mama und Oma weiter. Schließlich gibt’s auf dem Frühlingsmarkt in Neustadt noch mehr zu erleben als die Freiwillige Feuerwehr.
Nebenan hat die DRK-Bereitschaft Neustadt nicht nur einen Krankenwagen zum Erkunden hingestellt, sondern auch ihre coole Drohne ausgestellt. „Die wird zum Beispiel eingesetzt bei der Vermisstensuche, bei der Rehkitzrettung oder wenn wir für die Feuerwehr Amtshilfe leisten und Glutnester entdecken“, erklärt Hans Julian Döring, Staffelführer des Drohnen-Teams. Das Gerät hat zwar eine Wärmebildkamera, aber ist leider nicht wasserdicht. Deshalb hoffen die Lebensretter auf Spenden, um bald auch bei schlechtem Wetter allzeit einsatzfähig zu sein.

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Musical macht Neustadts Geschichte lebendig

Das Stück „Mister Ruhl“ handelt von der Auswanderung des Neustädters Theodor Ruhl in die USA
Von Laura Lansche

Neustadt.
Verzweifelt, arm und hungrig beklagt Theo Ruhl sein Schicksal. „Wie soll mein Leben nur weitergehen?“, fragt er sich auf der Bühne des Kultur- und Bürgerzentrums in Neustadt. Die Winter in Neustadt seien eisig, eine Missernte folge auf die andere, auch wegen Schädlingsbefall. Er wünscht sich ein besseres Leben und beschließt schließlich als 19-Jähriger, auszuwandern und sein Glück in den USA zu versuchen. Das war im Jahr 1866.
Die Geschichte von Theodor Ruhl, auch Theo genannt, ist real. Er war einer von rund 600 Neustädterinnen und Neustädtern, die auf der Suche nach Wohlstand in die Vereinigten Staaten zogen. Ein Laienensemble lässt in seinem zweiten Werk über die Stadt, „Mister Ruhl“, Leben und Fluchterfahrungen aus den Jahren 1820 bis 1920 lebendig werden. Es bildete sich anlässlich des ersten Neustadtmusicals „Nova Civitas“ aus dem Jahr 2022 über die Gründungsgeschichte Neustadts.

Der Aufbruch von Theo Ruhl, gespielt von Tobias Sollorz, verursacht in dem Stück bei den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern Neustadts viel Aufsehen. „Große Güte“, „Was für Zeiten“ und „Alle wollen uns verlassen“, rufen sie bestürzt. Mit Taschentüchern winken sie Ruhl und anderen Aufbrechenden zu und beklagen in einem Lied voller Wehmut ihre Abreise.

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Momberger kommen an ihre Grenzen

800-Jahr-Feier: Grenzgang am 1. Mai führt zu Besonderheiten wie dem Unterschlupf einer Räuberbande
Von Florian Lerchbacher

Neustadt-Momberg.
Aus der Zeit 200 bis 400 nach Christus müsste der Name „Moumenberg apud tiliam“ – also Momberg bei den Linden – stammen. So heißt es in einer der Chroniken, die es über den heutigen Neustädter Stadtteil gibt. Die erste urkundliche Erwähnung fand „Muminberg“ dann in einer Urkunde des Klosters Haina, die vom 21. September 1226 stammt. Und so feiert das Dorf in diesem Jahr sein 800-jähriges Bestehen: als Nächstes mit einem Festkommers am Donnerstag, 30. April, ab 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus samt Maifeuer (ab 20 Uhr) an der Grillhütte sowie einem Grenzgang am Freitag, 1. Mai (Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Feuerwehrhaus, Start um 11 Uhr).
Dabei gibt es einiges zu sehen und zu erkunden, denn die rund zwölf Kilometer lange Strecke führt an zahlreichen Besonderheiten vorbei, wie Ortsvorsteher Timo Stark und Willibald Groß vom Orgateam betonen. Und das, obwohl der südliche Teil der Gemarkungsgrenze komplett ignoriert wird, denn dort führt heutzutage die Autobahn 49 vorbei, was die Gegend für eine Wanderung alles andere als attraktiv macht, wie Stark erklärt: „Aber zwölf Kilometer reichen ja auch völlig aus. Und wem das zu viel ist: Es besteht die Möglichkeit, sich von den beiden Rastplätzen aus mit dem Bürgerbus zurück ins Dorf bringen zu lassen.“

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Am Sonntag kommt Leben in die Innenstadt

Gewerbeverein und Stadt Neustadt laden zum 32. Frühlingsmarkt ein / Straßen werden gesperrt
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Am Sonntag, 26. April, veranstaltet der Neustädter Gewerbeverein mit Unterstützung der Stadt von 11 bis 18 Uhr die 32. Auflage des Frühlingsmarktes. An mehr als 50 Ständen von auswärtigen Beschickern und Neustädter Unternehmen wird es wieder einiges zu schauen, staunen und kaufen geben.
Mit dabei seien natürlich auch wieder heimische Vereine und Gruppierungen, freut sich Thomas Heide, der Vorsitzende des Gewerbevereins: So werde es wieder Kaffee und Kuchen bei den Biedermeierdamen und Bier bei der Bürgerwehr geben.

Außerdem nehmen die Rote Garde, die Kolpinggarde, der VfL Neustadt, die Feuerwehr, das Rote Kreuz und die Junker-Hansen-Borussen teil. Letztere kündigen an, dass es bei ihnen Kindertattoos und Pommes gibt – sowie eine Verlosung, bei der zwei Tickets für ein Heimspiel des Bundesligisten Borussia Dortmund auf den Gewinner oder die Gewinnerin warten. Um 12 Uhr öffnen dann auch die, so Heide, verbliebenen Geschäfte in der Marktstraße und bieten „Aktionen und Vorführungen“. Außerdem soll eine Ballon- und Zaubershow für Unterhaltung sorgen. Die musikalische Untermalung auf dem Marktplatz übernimmt die Band „Coronas“, und auf Kinder warten dort ein Karussell und eine Hüpfburg. Nach einigen Jahren Pause wird es beim 32. Frühlingsmarkt auch wieder Hubschrauberflüge geben, um Besucherinnen und Besuchern einen besonderen Blick auf die Stadt zu ermöglichen. Und auch das Wahrzeichen Neustadts ist wieder erkundbar, denn die „Neustadtguides“ veranstalten um 14 und 15 Uhr fachmännisch begleitete Führungen durch den Junker-Hansen-Turm (Anmeldung per E-Mail an info@neustadtguides.de).

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Neustädter Mitteilungsblatt

„Nachhaltigkeitsbericht 2025“ der Stadt Neustadt (Hessen) ab sofort online verfügbar

Die Stadt Neustadt (Hessen) hat ihren ersten Nachhaltigkeitsbe­richt für das Jahr 2025 veröffentlicht. Ab sofort steht der Bericht allen Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Interessierten on­line zur Verfügung.

Der „Nachhaltigkeitsbericht 2025“ bietet einen umfassenden und transparenten Überblick über die zentralen Entwicklungen, Maß­nahmen und Fortschritte in den Bereichen Umwelt- und Klima­schutz, nachhaltige Mobilität sowie soziale Nachhaltigkeit. Er dokumentiert die Umsetzung strategischer Ziele und zeigt auf, welche Projekte im vergangenen Jahr erfolgreich realisiert werden konnten.

Darüber hinaus werden im Bericht bestehende Herausforderun­gen benannt und zukünftige Handlungsfelder aufgezeigt. Die Stadt unterstreicht damit ihr Ziel, eine nachhaltige Entwicklung langfristig und ganzheitlich zu gestalten sowie Verantwortung gegenüber kommenden Generationen zu übernehmen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Darstellung konkreter Maß­nahmen, darunter Projekte zur Reduzierung von CO2-Emissio- nen, der Ausbau klimafreundlicher Infrastruktur sowie Maßnah­men zur Stärkung sozialer Teilhabe.

„Mit dem Nachhaltigkeitsbericht schaffen wir Transparenz über unsere Fortschritte und machen zugleich deutlich, wo wir weiter­hin ansetzen müssen. Nachhaltigkeit ist eine gemeinsame Aufga­be, die nur im Dialog mit der Stadtgesellschaft erfolgreich gestal­tet werden kann“, betont Bürgermeister Thomas Groll.

Der Nachhaltigkeitsbericht ist ab sofort online verfügbar und kann über die Website der Stadt unter www.neustadt-hessen.de sowie über die Website des Klimaschutzmanagements abgerufen werden unter dem folgenden Link:

www.klimahandeln-ostkreis.de/Kommunen/Neustadt-Hessen-/

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Neustadts SPD verwählt sich

Konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung: Kurioser Schnitzer bleibt folgenlos
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Es hätte eine ganz normale konstituierende Sitzung der Stadtverordnetenversammlung werden können. Doch ein kurioser Patzer während der Wahl des Magistrats sorgte kurzzeitig für Aufregung und dafür, dass zumindest bei einem Stadtverordneten die Stimmung kippte.
13 Sitze hat die CDU in der neu zusammengesetzten Neustädter Stadtverordnetenversammlung, auf je fünf kommen die SPD und die FWG. Und so war die Verwunderung natürlich groß, als bei der Magistratswahl 14 Stimmen auf die CDU-Liste entfielen und nur vier auf die SPD-Liste – lediglich die fünf Kreuze der FWG waren wie erwartet. Plötzlich wurden Taschenrechner gezückt und das große Rechnen begann. Denn es stand im Raum, dass die SPD durch das Verwählen (oder war es Absicht?) einen Magistratsplatz an die CDU verlieren könnte. Den Sozialdemokratinnen und -demokraten war die Aufregung deutlich anzusehen, selbst CDU-Bürgermeister Thomas Groll war unruhig – und auch Stefanie Pieper hatte kurz die Hitze, denn sie wäre von einer Stadtverordneten zum Magistratsmitglied geworden.

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Unbekannte wüten auf Rastplatz

Gerhard Sack ist entsetzt über die Zerstörungswut, mit der sein ehrenamtliches Engagement torpediert wird
Von Florian Lerchbacher

Neustadt-Momberg.
„Das hängt mir tagelang nach und lässt mir keine Ruhe“, sagt Gerhard Sack. Der Senior ist am Mittwochmittag, 15. April, sichtlich aufgebracht: Zum zweiten Mal innerhalb der vergangenen anderthalb Monate ist es an dem Rastplatz „Am Riedstrauch“ am Fahrradweg zwischen Momberg und Neustadt zu einer Sachbeschädigung gekommen. Ein zufälliger Schaden kann es mit Sicherheit nicht sein, denn zwei Scheiben der kleinen Schutzhütte sind beschädigt und der Mülleimer wurde abgetreten.
Wasser muss herbeigeschleppt werden

Dabei ist es gar nicht lange her, dass Sack die von ihm seit zehn Jahren liebevoll gepflegte Anlage wieder auf Vordermann gebracht hat. Denn schon vor rund sechs Wochen hatten Unbekannte dort gewütet. Damals waren Blumen aus den Beeten gerissen und Bilder in der kleinen Hütte zerstört worden. Außerdem hatten die Täter oder Täterinnen ein Straßenschild herausgerissen und damit zwei weitere Scheiben eingeschlagen. Und das dürfte sie einiges an Kraft gekostet haben, denn es handelte sich dabei um Panzerglas, das der frühere Ortsvorsteher Artur Groß besorgt hatte, als er die Schutzhütte im Jahr 2016 gemeinsam mit seinem Sohn errichtete. „Ich kann es nicht verstehen, dass Menschen so etwas machen“, ärgert sich Sack über die Zerstörungswut. Der 74-Jährige pflegt die Anlage, auf der neben der Schutzhütte noch Sitzgelegenheiten und ein Wegkreuz stehen, seit rund zehn Jahren. Und das mit viel Liebe und Mühe – und der finanziellen Unterstützung der Stadt Neustadt, die für die Materialkosten aufkommt. Er mäht den Rasen, gießt die Blumen – wofür er extra Wasser aus dem Dorf bis an den „Riedstrauch“ schleppen muss – und hat auch die Christus-Figur am Wegkreuz erneuert. Eigentlich habe er den Korpus renovieren wollen, berichtet er, aber die Beschädigung sei zu groß gewesen, sodass die Pfarrgemeinde eine neue Figur finanzierte. Diese bestellte Sack in Südtirol und brachte sie dann gemeinsam mit Edwin Lotter am Kreuz an. Zum Glück würden die Randalierer wenigstens die Finger von diesem Teil der Anlage lassen, seufzt Sack.

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Neustädter Mitteilungsblatt

Neustadt entdecken – Stadt- und Turmführungen begeistern Gäste aus nah und fern

Neustadt erfreut sich wachsender Beliebtheit als Ziel für erlebnis­reiche Stadtführungen. Die NeuSTADT Guides konnten in den vergangenen Wochen erneut zahlreiche Gäste willkommen hei­ßen, die von der historischen Altstadt und ihren Besonderheiten begeistert waren.
So besuchte kürzlich eine Gruppe ehemaliger Lehrer die Stadt im Rahmen einer Führung. Viele von ihnen berichteten, dass sie bereits mehrfach an Neustadt vorbeigefahren seien – wie reizvoll und sehenswert die Altstadt jedoch tatsächlich ist, habe sie über­rascht. Besonders die gut erhaltene Fachwerkarchitektur und die Atmosphäre der historischen Gassen hinterließen einen bleiben­den Eindruck.
Auch internationale Gäste zeigen großes Interesse: Besucher aus Nigeria erkundeten den imposanten Junker-Hansen-Turm zunächst von außen, bevor sie den Aufstieg bis nach ganz oben wagten. Nach der erfolgreichen Besteigung des Turms waren sie sich einig: Die Anstrengung habe sich mehr als gelohnt – der Ausblick und das Bauwerk selbst seien beeindruckend.
Ein weiteres Beispiel ist Tova Taylor, die anlässlich der letzten Stolpersteinverlegung nach Neustadt kam. Im Rahmen einer Turmführung zeigte sie sich besonders fasziniert von der Fachwerkkonstruktion des Turmes und der insgesamt außergewöhnlichen Bauweise. Die Kombination aus Geschichte und handwerklicher Meisterleistung hinterließ bei ihr einen nachhaltigen Eindruck und sie plane, er­neut nach Neustadt zu kommen.
Ein besonderer Anlass steht bereits bevor: Zum Frühlingsmarkt am 26. April bieten die NeuSTADT Guides zwei Turmführungen um 14.00 Uhr und um 15.00 Uhr an. Tickets sind ab sofort im Neu- STADTLADEN erhältlich – ein frühzeitiger Erwerb der Tickets wird empfohlen, da die Plätze begrenzt sind.
Die NeuSTADT Guides freuen sich über das durchweg positive Feedback und laden alle Interessierten herzlich ein, Neustadt selbst zu entdecken – sei es bei einer klassischen Stadtführung oder einer spannenden Turmbesichtigung.
Interessiert an einer Stadt- und/oder Turmführung? Dann melden Sie sich gerne bei den NeuSTADT Guides unter www.neustadtguides.de oder bei der Stadt Neustadt.

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Rechnung wurde auch mit Bier beglichen

Das Wahrzeichen Neustadts ist der größte erhaltene Fachwerkrundbau der Welt / Arbeiter wurden nicht nur mit Geld bezahlt
Von Laura Lansche

Neustadt.
Viele Mythen ranken sich um den Junker-Hansen-Turm in Neustadt. So zum Beispiel, dass sein Namensgeber Junker Hans öfter mit einem Ziegenbock um den Turm herumritt. Hans von Dörnberg, auch Junker Hans genannt, war „unermesslich reich“, sagt Holger Michel, der den Fachbereich Bürgerservice der Stadt Neustadt leitet und Führungen durch den Turm organisiert. Da fragten sich die Menschen natürlich, woher er das viele Geld hatte, und dachten, er habe etwas mit dem Teufel zu tun.
Der Junker-Hansen-Turm ist das Wahrzeichen von Neustadt und steht mitten in der Stadt neben dem Rathaus. Er ist der größte erhaltene Fachwerkrundbau der Welt und hat sogar einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde, steht auf der Website der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen.

Der Baumeister des Turms heißt Hans Jakob von Ettlingen. Michel erzählt, dass der Bau auf den Streit zweier Brüder zurückgeht. Der oberhessische Landgraf Heinrich III. war damaliger Eigentümer von Neustadt und stand im Konflikt mit seinem Bruder aus Kassel, dem Landgrafen Ludwig II. Nun wollte Heinrich III. sein Territorium und dessen Grenzen befestigen. Sein Hofmeister, Hans von Dörnberg, gab den Bau des Turms in Auftrag.

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