Die derbe Sprache rund um den Turm war gewollt

Neustadt kehrte für zwei Tage ins Mittelalter zurück

Zwei Tage lang fühlten sich die Besucher des „Spectaculums“ auf dem Gelände rund um den  Neustädter Junker-Hansen-Turm wie im Mittelalter.

von Alfons Wieber

Neustadt. Zur Freude der vielen Gäste tummelten sich rund 20 Gruppen in den Kostümen des Früh-, Hoch- und Spätmittelalters auf dem Gelände. Ritter, Spielleute und Gaukler zeigten den Besuchern die Kleidung, Sitten und Gebräuche des Mittelalters. „Schultheis“ Thomas Groll freute sich über die gute Resonanz. Dass er an der Eröffnung des „Mittelalter Spectaculums“ ohne historisches Gewand, dafür aber in kurzen Hosen und modernem Hemd teilnahm, begründete er mit der leeren Stadtkasse: „Volk von Neustadt, für ein Gewand hat’s leider nicht gereicht.“

Die Akteure sprachen durchweg in der derben Sprache, die im Mittelalter gebräuchlich war. Neben Rittern und Spielleuten gab es auch Krämer und Kaufleute, die an über 40 Ständen ihre mittelalterlichen Waren und kulinarischen Spezialitäten feilboten.

Überall zwischen Turm und alter Stadtmauer und sogar im angrenzenden Bürgerpark standen ihre Zelte und rauchten die Lagerfeuer. Zunftmeister gingen aktiv ihrem Handwerk nach und zeigten längst verloren gegangene Handwerkstechniken. Die vielfältigen Waren der Besenbinder, Holzschnitzer, Töpfer, Weberinnen, Schmiede, Schmuckgraveure und Korbflechter entstanden direkt vor den Augen der Besucher.

Garbräter und Tavernenwirte wetteiferten um die Gunst des Publikums. Die Erwachsenen labten sich an „Weyn, Meth und Gerstensaft“, die Kinder am „Saft von der Traube oder vom Apfel“. Seinen eigenen großen Backofen hatte der Brot- und Kuchenbäcker mitgebracht.

Die historische Theatergruppe „Die Cratzer“ präsentierte spektakuläre Schaukämpfe. Mit Musik und Schabernack, verbunden mit lebhaft-fröhlicher Spontanität, verstanden es die vier rheinländischen Musikanten von „Spectaculatius“, ihr Publikum auf das Vortrefflichste zu unterhalten.

Beim „Kampf um die Befreiung der Prinzessin“ waren mutige Kinder aufgefordert, schwer gepanzerte Wikinger und Ritter zu überlisten und zu versuchen, die entführte Prinzessin zu befreien und damit an den Inhalt der Schatzkiste zu kommen -was natürlich auch gelang.

Am Ende zog Bürgermeister Groll ein sehr positives Resümee: „Die historische Kulisse Neustadts war der passende Rahmen.“

Auffallend war, dass neben den Neustädtern auch viele Gäste aus der Region gekommen sind. Es war ein farbenfrohes Bild und eine gelungene Veranstaltung.“ Eine Fortsetzung ist für 2016 geplant.

 

 

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