Mehr Security, besserer Sound, weniger Programm

Stadt Neustadt hat aus den Erfahrungen der Vergangenheit die Konsequenzen für die 511. Trinitatis-Kirmes gezogen

Unmittelbar vor dem offiziellen Beginn der 511. Trinitatis-Kirmes kürt die Stadt Neustadt den neuen Junker Hans und seine Burgfräulein – die Kandidatensuche gestaltete sich diesmal einfacher.

von Florian Lerchbacher

Neustadt. Ab Freitag, 29. Mai, steht Neustadt vier Tage lang ganz im Zeichen der 511. Kirmes. Doch eigentlich beginnen die Feierlichkeiten bereits am Donnerstag, 28. Mai. Dann gestalten die Pfarrer Kerstin Kandziora und Andreas Rhiel ab 19 Uhr am Wallgrabenpavillon einen ökumenischen Gottesdienst.

Danach folgen zwei Programmpunkte, die im vergangenen Jahr Sorgenkinder der Stadt waren: der Neubürgertrunk und die Einführung des neuen Junkers. Diesmal haben sich bereits im Vorfeld der Kirmes – und nicht erst in ihrem Verlauf – wieder Kandidaten gefunden, welche die Nachfolge von Marcel Schlitt und seinen Burgfräulein Selina Müller und Michelle Heide antreten wollen. Und auch beim Neubürgertrunk sieht es wieder besser aus: Stand im vergangenen Jahr bei der Anzahl der Teilnehmer die Null, so seien es diesmal vier Neu-Neustädter, die sich einen Schluck Brunnenwasser genehmigen werden.

„Junker-Hansen-Einführung und Neubürgertrunk haben nun endlich wieder einen festen Platz im Programm und können würdig begangen werden. Das

Ambiente ist auch würdevoller als im Festzelt“, betont Bürgermeister Thomas Groll und ergänzt, sie seien so ins Festprogramm eingebunden, würden im Trubel aber nicht untergehen. Das gilt auch für den Fassanstich, der auf Anregung des Festbeirates ebenfalls am Donnerstag, 28. Mai, ab 20 Uhr am Wallgrabenpavillon stattfindet. Den Hammer schwingt Thomas Schmid, der Sprecher der Neubürger. Für Musik sorgt Konrad Will mit den „Coronas“.

Einen Tag später beginnen dann die offiziellen und vor allem traditionellen vier Kirmes- tage. Zum Auftakt gibt es ab 20 Uhr einen „Partyabend für Jung und Alt“, den „Die Filsbacher“ – laut Stadt „die aus Funk und Fernsehen bekannte, rockigste Versuchung, seit es Schlager gibt“ – musikalisch gestalten. Um 22.30 Uhr erobern dann „die Stargäste des Abends“ die Bühne: Etwa eine Stunde lang tritt die aus „Joost Montämar und Torben Sälliwenn“ bestehende „Schlagermafia“ auf, ehe sie das Partyzepter zurück an „Die Filsbacher“ gibt.

Auf dem Festplatz wartet derweil auch ein im Vergleich zur Vergangenheit größeres Aufgebot an Sicherheitskräften: „Wir haben aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre aufgestockt und außerdem ein Abstimmungsgespräch mit der Polizei geführt. Wir wollen schließlich Kirmes feiern – und das friedlich“, erklärt Groll die Reaktion der Stadt auf Negativschlagzeilen durch Ausschreitungen.

Eine weitere Veränderung gibt es bei Ton- und Beleuchtung. „Nachdem es immer wieder Kritik und den Wunsch nach Verbesserung gab, entschieden wir uns für einen Wechsel des Anbieters“, erklärt der Rathauschef. Als neue Festwirte hat die Stadt Adi und Toni Ahlendorf aus Marburg verpflichtet.

Doch zurück zum Programm: Für den Samstagnachmittag (30. Mai) hat sich die Stadt nach den unterschiedlichsten Versuchen der vergangenen Jahre kein Programm überlegt. Kinder wollten sich eben lieber auf dem Festplatz amüsieren, als im Zelt bespaßt zu werden, sagt Groll und freut sich, dass Generalpächter Konrad Ruppert neben dem traditionellen Kinderkarussell noch zwei weitere, speziell auf die kleinsten Besucher ausgerichtete Fahrgeschäfte für den Festplatz organisiert habe.

„Larry“ Bielert springt am Montag für Andreas Gnau ein

Abends treten ab 20.30 Uhr „Die Grumis“ auf, die Groll und sein Mitarbeiter Rene Spatzier als „eine der führenden Kapellen für deutsche Volksfeste“ bezeichnen. Sie hätten Videos von verschiedenen Veranstaltungen gesehen, auf denen die Gäste voll mitgegangen seien – was die Band für einen Auftritt in Neustadt qualifiziere. Nach dem scheinbar zu erwartenden musikalischen Feuerwerk erleuchtet dann ab 23 Uhr das tatsächliche Feuerwerk den Himmel über der Junker-Hansen-Stadt.

Am Sonntag, 31. Mai, zelebriert Pfarrer Rhiel ab 10 Uhr auf dem Rathausplatz das Festhochamt, das die Trinitatisbläser musikalisch umrahmen. Um 14 Uhr macht sich dann der Festzug auf den Weg – der aufgrund der Bauarbeiten in der Hindenburgstraße einen anderer Weg als üblich einschlagen muss: Von der Bismarck- geht es über die Nellenburg- zur Hindenburgstraße und dann weiter über die gewohnte Strecke. „Es könnte sich noch der ein oder andere Verein finden, der mitmacht“, ruft Groll seine Mitbürger zur Teilnahme auf. Es zeichne sich ab, dass es immer weniger Zugnummern würden – ein Trend, den es zu stoppen gelte.

Nach dem Umzug findet im Festzelt die Musikschau mit der Show- und Brassband der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld, dem Neustädter Jugendblasorchester und den Kasteler Musikanten statt. Einer der Musiker des 50 Mitglieder zählenden Mainzer Orchesters lebte einst in Neustadt – was die Verbindung erklärt.

Den Sonntagabend gestalten „Mr. Starlight und Band“ mit Oldies und Evergreens – aber auch Rock, Pop und aktuellen Titeln.

Für Kirmesmontag, 9.30 Uhr, ist ein Gedenkgottesdienst in der Friedhofskapelle vorgesehen, dem sich die Totenehrung durch den VfL Neustadt anschließt. Den um 11 Uhr beginnenden Kirmesfrühschoppen im Festzelt untermalen die „Spessart Eichen“ – fünf Musiker, die mit einem breit gefächerten Repertoire aufwarten.

Nach der guten Resonanz der vergangenen Jahre gibt es diesmal natürlich auch wieder Unterhaltung durch lokale Moderatoren: Da Andreas Gnau aus persönlichen Gründen Pause macht, steht diesmal Frank „Larry“ Bielert an der Seite von Michael Launer.

Abends treten ab 19 Uhr zum Abschluss der Feierlichkeiten „Die Spaßrebellen“ um „Bademeister Mike“ auf.

 

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