Neustadt plant Jubiläumsfest

Im Jahr 1272 wurde die Stadt erstmals urkundlich erwähnt
Ein paar Ideen gibt es im Rathaus schon, wie die Stadt „Neustadt750″ in vier Jahren feiern könnte. Doch auch die Bürger sollen Vorschläge machen, daher gibt es nun einen Ideenwettbewerb.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. 2022 soll in Neustadt ein Festjahr werden. Nicht das Jahr des 750-jährigen Bestehens, wohl aber das der Ersterwähnung: Auf einer am 5. Mai 1272 von Landgraf Ludwig II. von Ziegenhain ausgestellten Urkunde taucht der Name erstmals auf. Ein „Hermann, gräflicher Schultheiß de Nova civitate“ fungiert darauf als Zeuge eines Landverkaufs.
Thomas Groll, quasi ein Amtsnachfolger des erwähnten Hermanns, hofft, diese Urkunde während eines Festaktes am 5. Mai 2022 in einer Glasvitrine im dann neuen Haus der Begegnung präsentieren zu dürfen. Des Weiteren wünscht er sich „ein bisschen Musik“, den Ministerpräsidenten als Gast sowie „wenige geladene, aber viele interessierte Gäste“ sowie einen „schönen Tag, der nicht nur aus langweiligen Reden besteht“.

Aber eigentlich möchte er das ganze Jahr zum großen Fest machen. Sein Ansatz ist, traditionelle Veranstaltungen wie die Trinitatis-Kirmes, den Altstadtlauf, die Bürgerparkkonzerte, das Neujahrskonzert oder das Straßenmalerfestival in die Feierlichkeiten „Neustadt750“ einzubinden. Besonders wichtig wäre dem Bürgermeister, dass
sich die Vereine und Bürger einbringen wie bei den großen Festen der Vergangenheit – zum Beispiel dem Neustadt-Treffen 2011 oder der 500. Kirmes im Jahr 2004: „Unser Plus war stets, dass diese Veranstaltungen von vielen hundert Neustädtern mitgetragen und gestaltet wurden. So soll es auch 2022 wieder sein.“
Und so ruft Groll dann auch gleich eine „Ideenschmiede“ ins Leben. Bürger (egal welchen Alters) sollen Ideen oder Wünsche für Festveranstaltungen einreichen: „Jeder ist eingeladen, eine oder mehrere Anregungen für das Stadtjubiläum zu machen. Stichworte sind ebenso willkommen wie detaillierte Vorstellungen.“
Unter allen Einsendungen verlost die Stadt als kleine An
erkennung zehn „Neustädter Einkaufsgutscheine“ im Wert von jeweils zehn Euro. Eine Idee zaubert der Bürgermeister dann aber noch selber aus dem Hut: Neben dem „dankbaren Bück zurück“ gehöre auch die Zukunft der Stadt zu solchen Feierlichkeiten. „Dabei könnten wir uns beispielsweise fragen, wo wir in 25 oder 50 Jahren stehen“, sagt er und schlägt die Brücke zum Städtebauprogramm „Soziale Stadt“, bei dem auch die Bürger gefragt sind: „Ein solches Jubiläum ist eine hervorragende Gelegenheit, den Bürgersinn zu stärken, das Gemeinschaftsgefühl auszubauen und sich mit der Zukunft zu beschäftigen.
Die Stadt nimmt bis zum 28. Februar Ideen entgegen: im Rathaus, per Post oder per E-Mail an magistrat@neustadt-hessen.de.

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