Neustädter Mitteilungsblatt

2. Kreativbasar in Momberg

Momberger zeigen Herz!

Am 25. und 26. Oktober 2014 fand in seiner 2. Auflage der Momberger Kreativbasar statt.

Die heimischen Aussteller hatten wieder alles aufgeboten, was sie in ihrer Freizeit an künstlerischem, handwerklichem, immer aber kreativem geschaffen hatten. Von Schmuck über Weihnachtsdeko, Patchworkarbeiten, Strickarbeiten für Kinder, Näharbeiten oder Malerei, von Weihnachtskrippen, Tüchern oder Schals über selbstgemachte Dips, Tees oder Miniaturgravuren auf allen nur denkbaren Gegenständen, jeder Besucher fand das Passende in diesem breitgefächerten Angebot.

Die Erwartungen der Aussteller das Besucherinteresse betreffend wurden bei weitem übertroffen. Ging es am Samstag erst noch etwas schleppend los, so belagerten dann etwas später in den Nachmittagsstunden die zahlreichen Besucher die Ausstellungsstände und ließen sich danach die selbstgebackenen Kuchen und Torten bei Kaffee oder Tee gut schmecken.

Erst am späten Abend verließen die letzten Besucher gut gelaunt das DGH und gingen beschwingt nach Hause.

Am Sonntag hatten die Veranstalter dann schon zur Mittagszeit die Türen des DGH geöffnet und die Besucher konnten sich erst einmal mit einem deftigen Eintopf, gespendet vom Momberger Party-Service, stärken.

Wie schon am Vortag war ein ständiges Kommen und Gehen zu verzeichnen und in den späten Nachmittagsstunden wurde es teilweise sogar etwas unübersichtlich, was natürlich auch einen Grund hatte. Die Aussteller hatten sich auch in diesem Jahr wieder etwas Neues einfallen lassen, nämlich einen Malwettbewerb für die Kinder des Kindergartens Momberg und die Kinder der Grundschule Momberg/Mengsberg.

Die Prämierung der Werke erfolgte am Sonntagnachmittag und keines der Kinder ging ohne kleines Geschenk nach Hause, wobei die jeweils ersten fünf der vier Grundschulklassen etwas größere Geschenke mitnehmen durften.

„Alles in Allem eine gelungene Veranstaltung“, sowohl für die Besucher als auch für die Veranstalter, war die einstimmige Meinung aller Beteiligten.

Und das i-Tüpfelchen auf diese schöne Veranstaltung war das Einnahmenergebnis. Nach Zahlung aller Rechnungen konnte man aus den erzielten Einnahmen, nämlich dem Erlös aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen, Eintopf und Getränken sowie einer großen Summe an Spenden 1.400 EUR an eine Momberger Familie als Unterstützung zur Durchführung einer Delfintherapie für ihre erkranke Tochter zur Verfügung stellen.

Mit diesem tollen Ergebnis hatte niemand gerechnet und die glücklichen Veranstalter möchten an dieser Stelle allen danken, die in irgendeiner Form die Veranstaltung unterstützt, gespendet, Kuchen gebacken oder auf sonst irgendeine Art und Weise zum Gelingen beigetragen haben.

Es war ein tolles und schönes Signal der Mitmenschlichkeit in der Vorweihnachtszeit und zeigt einmal mehr, dass wir zusammenstehen wenn es gilt.

Im Namen aller „Steckenpferdreiter“ und mit den besten Wünschen für diese vorweihnachtliche Zeit.

AfD Ortsverband „Ostkreis“ gründet sich

Am Reformationstag, dem 31. Oktober 2014 trafen sich um 19:30 Uhr in Kirchhain Gäste, Förderer und Mitglieder der Partei Alternative für Deutschland (AfD) des Kreisverbandes Marburg-Biedenkopf, um den Ortsverband „Ostkreis“ zu gründen.

Dieser schließt die Städte Kirchhain, Neustadt, Stadtallendorf, Amöneburg und Cölbe ein.

Gewählt wurden: Teja Lichtenberg – Sprecher (Kirchhain), Thomas Preis – stellv. Sprecher (Neustadt), Brigitte Ehmke – Schatzmeisterin und Schriftführerin (Cölbe) und Martina Weißing – Beisitzerin (Neustadt).

Vor dem gemütlichen Teil der Veranstaltung hielt der Bio- und Wirtschaftschemiker Teja Lichtenberg einen Vortrag über die kurze, aber doch sehr erfolgreiche Geschichte der AfD, die z.Z über mehr als 20.000 Mitglieder, 2.000 Förderer, sieben Europa-Abgeordnete, 36 Landtagsabgeordnete und über 500 kommunale Mandatsträger verfügt.

„Wir brauchen Bürger, keine Berufspolitiker“ zitierte Lichtenberg Prof. Dr. Bernd Lücke und schloss seinen Vortrag mit der Aufforderung an die Anwesenden, sich mutig bei der AfD Mitgliederoffensive 2014 zu beteiligen.

Mitmachen – Mitentscheiden – Mitglied werden. Der Sitz des Ortsverbandes befindet sich in Kirchhain, Am Markt 4. Sprechzeiten sind an jedem Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr.

Mengsberg auf dem Weg zum Bioenergiedorf Die Projektentwicklungsgruppe Bioenergiedorf Mengsberg informiert!

Der nächste Schritt zum Bioenergiedorf Mengsberg wird in Kürze gemacht – gehen Sie mit und nutzen Sie diese einmalige Chance für Mengsberg!

Es ist soweit! Der nächste und wichtigste Schritt auf dem Weg zum Bioenergiedorf wird noch in diesem Monat getan:

Die Gründung der Bioenergie-Genossenschaft Mengsberg erfolgt am 21. November 2014 um 19.00 Uhr mit der Gründungsversammlung im Gasthaus Ochs in Mengsberg.

Hierzu laden wir alle Interessierten herzlich ein.

Als eingetragene Genossenschaft sind wir dann endlich handlungsfähig, um das Ziel Wärme aus regenerativen Brennstoffen – unabhängig von Öl und Gas – für die Mengsberger Haushalte zu verwirklichen.

Immerhin haben sich bereits 156 Mengsberger Haushalte für den Beitritt zur Genossenschaft positiv erklärt, um damit in den Genuss der Nahwärme zu kommen. Es können und sollen noch mehr werden. Denn je mehr Haushalte von Anfang an angeschlossen werden umso besser für alle. Durch hohe Abnahme senkt sich der Wärmepreis, Investitionskosten verteilen sich besser. Wenn die Trassenplanung abgeschlossen ist, ist damit zu rechnen, dass bisher nicht gemeldete Häuser nur noch schwierig oder gar nicht mehr angeschlossen werden können. Wegen umfangreicher Investitionen und um Netzverluste gering zu halten, ist es von Vorteil, eine möglichst hohe Energiedichte zu haben. Dies wird nur durch eine hohe Planungssicherheit erreicht.

Deshalb ist Ihre frühe positive Entscheidung wichtig. Bestimmt haben Sie noch jede Menge Fragen zum Nahwärmenetz und der Genossenschaft.

Noch in dieser Woche erhält jeder Haushalt in Mengsberg eine eingehende Information über Zahlen und Planungsstand, sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

„Gemeinsam aktiv“ Informationsveranstaltung (nicht nur) für Senioren Thema: „Hilfe im Alter“

Am 4. November 2014 hatte die Stadt Neustadt (Hessen) zu einer Informationsveranstaltung rund um das Thema „Hilfe im Alter“ in das Dorfgemeinschaftshaus Momberg eingeladen.

Bürgermeister Thomas Groll zeigte sich erfreut darüber, dass er neben Mombergs Ortsvorsteher Jörg Grasse auch rund 20 interessierte Seniorinnen und Senioren begrüßen konnte.

Als Referentinnen hieß er Angela Schönemann von der Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf e. V. und Florence Kranz vom Gesundheits- und Pflegestützpunkt Ost des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Stadtallendorf willkommen.

Der Bürgermeister betonte, dass es Ziel der Kommune sei, regelmäßig Informationsveranstaltungen unter dem Motto „Gemeinsam aktiv“ anzubieten. Diese richteten sich thematisch an Seniorinnen und Senioren, deren Angehörige, aber auch an alle, die sich unabhängig vom Lebensalter für das jeweilige Thema interessierten.

Nach den Worten Grolls muss die Kommune auf die Folgen des Demografischen Wandels reagieren und Angebote für Menschen über 70 bereithalten.

Florence Kranz stellte zunächst die Arbeit des Gesundheits- und Pflegestützpunktes Ost im benachbarten Stadtallendorf vor. Dieser hat seine Arbeit im Frühjahr 2014 aufgenommen. Die Mitarbeiter beraten unabhängig und trägerneutral, kooperieren mit Einrichtungen und Diensten, die sich mit Hilfen zur Prävention, Rehabilitation, Pflege- und Lebensgestaltung befassen und arbeiten in enger Abstimmung mit dem Pflegestützpunkt des Landkreises am Standort Marburg. Florence Kranz lud dazu ein, die Angebote rege zu nutzen.

Angela Schönemann stellte anschließend die Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf e. V. vor, die sich als Interessenvertreterin der ca. 6.000 Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen im Landkreis versteht. Man wolle mit der Vereinsarbeit mehr Verständnis und Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung für das Thema Demenz wecken. Ziel sei es auch, für betroffene und pflegende Angehörige ein dichtes Betreuungsnetz zur Hilfe und Selbsthilfe zu entwickeln.

Die beiden Referentinnen betonten, dass man keinesfalls aus falscher Scham oder aufgrund von Ängsten darauf verzichten sollte, sich Hilfe bei Bedarf zu holen.

Mit einer gemeinsamen Kaffeetafel, organisiert von Sonja Stark, welche in der Stadtverwaltung für das Thema „Seniorenarbeit“ zuständig ist, und zahlreichen Fragen an Florence Kranz und Angela Schönemann klang die Veranstaltung aus.

Für das Jahr 2014 ist noch eine Informationsveranstaltung zum Thema „Rauchmelder“ angedacht und auch im Jahre 2015 wird es wieder in unregelmäßiger Folge verschiedene Veranstaltungen un-ter dem Motto „Gemeinsam aktiv“ geben.

„Hasenkinder“ zu Besuch im Rathaus

Kürzlich besuchte die „Hasengruppe“ des Kindergartens „Sonnenschein“ gemeinsam mit ihren Erzieherinnen Ilona Lohse und Lydia Renn das Neustädter Rathaus und stattete Bürgermeister Thomas Groll und seiner Mitarbeiterin Elke Trieschmann einen Besuch ab.

Der Bürgermeister, dessen Tochter Leonie auch ein „Hasenkind“ ist, zeigte den Mädchen und Jungen sein Büro und berichtete ihnen über seine Arbeit. Gerne nahmen die kleinen Gäste auf dem „Chefstuhl“ Platz und „spielten Bürgermeister“.

Auf besonderes Interesse der Kleinen stieß die Ritterrüstung im Treppenhaus. Hausmeister Willi Lemmer erklärte den „Hasenkindern“,dass dies der Ritter „Kunibert“ sei, der dort seit vielen Jahrhunderten Wache halte.

Im nächsten Jahr will die Gruppe gemeinsam mit Thomas Groll den Junker-Hansen-Turm besuchen.

„Maurerpritsche“ des städtischen Bauhofes wurde ersetzt

Mit dem Haushaltsplan 2014 hatte die Stadtverordnetenversammlung dem Magistrat die finanziellen Mittel für den notwendigen Austausch der „Maurerpritsche“ auf dem städtischen Bauhof bereitgestellt.

Das bisherige, 14 Jahre alte, Fahrzeug wies über 120.000 km auf. Die Wartungs- und Reparaturkosten betrugen seit 2011 fast 8.000,00 Euro.

Seitens der betreuenden Werkstatt wurde bereits vor Monaten mitgeteilt, dass das Fahrzeug im Frühjahr 2015 keine TÜV-Bescheinigung mehr erhalten werde, ohne dass erhebliche Investitionen erfolgen müssten.

Bei der Neuanschaffung handelt es sich um einen VW Transporter mit Pritsche zum Preis von 24.000,00 Euro.

Kürzlich übergab Bürgermeister Thomas Groll das Fahrzeug an die Mitarbeiter des Bauhofes zur „pfleglichen Benutzung“. Bei dieser Gelegenheit betonte der Bürgermeister, dass der Magistrat Wert darauf lege, die Fahrzeuge des Bauhofes turnusgemäß zu ersetzen. Denn nur so sei gewährleistet, dass die vielfältigen Aufgaben erfüllt werden könnten. Zudem sei es auf diese Weise möglich, Wartungs- und Reparaturkosten stets im „vernünftigen Rahmen“ zu behalten und damit letztlich auch den Ergebnishaushalt zu entlasten.

Bericht von der letzten Stadtverordnetenversammlung

Zu Beginn der letzten Stadtverordnetenversammlung setzte sich Bürgermeister Thomas Groll mit dem aktuellen Erlass des hessischen Innenministers zur Haushaltskonsolidierung auseinander. Er warf Minister Peter Beuth vor, mit der „Brechstange“ vorzugehen, die Kommunen innerhalb kürzester Zeit zu immer höheren Steuern und Gebühren zu veranlassen und damit letztlich die kommunale Selbstverwaltung auszuhöhlen. „Sparen muss sein. Belastungen für die Bürger sind leider nicht vermeidbar, aber das derzeitige Vorgehen des Ministers halte ich für falsch. Bürgermeister werden so zu Staatskommissaren, Stadtverordnete müssen bloß noch beschließen, was von „oben“ verordnet wird“, so Grolls Kritik. Er forderte eine bessere Finanzausstattung der Kommunen durch das Land und verwies darauf, dass die Landesregierung den Kommunen seit 2011 jährlich 345 Millionen Euro vorenthalte. Von der angekündigten Reform des Kommunalen Finanzausgleiches erwartet Groll nicht allzu viel für Neustadt, er geht eher von einem „Nullsummenspiel“ aus.

Nach Mitteilung von Bürgermeister Groll leben seit einigen Wochen etwa 20 Asylbewerber und Flüchtlinge in vom Landkreis bei einem Privatmann angemieteten Wohnungen in Neustadt. Letzte Woche seien weitere zehn Personen hinzugekommen. Hierfür sei vom Kreis weiterer Wohnraum im Bereich der Bismarckstraße angemietet worden. In den nächsten Wochen müsse dort mit rund 60 weiteren Asylbewerbern/Flüchtlingen gerechnet werden.

Groll berichtete, dass der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow am 19. November 2014, 20.00 Uhr, im Rahmen eines Bürgergespräches im Historischen Rathaus interessierte Bürger über die Thematik informieren wolle.

Im Mittelpunkt der Sitzung stand zum wiederholten Male das „Haus der Begegnung“ und die Frage nach der Zukunft des Neustädter Bürgerhauses. Nachdem die Nutzung des großen Saales aufgrund gutachterlich festgestellter erheblicher statischer Mängel bei der Unterdecke untersagt werden musste, war aus Gründen der Verkehrssicherheit akuter Handlungsbedarf gegeben, schließlich stehen der Volkswandertag, verschiedenste Weihnachtsfeiern, das Kolping-Theater und natürlich der Karneval vor der Tür.

Nach Gesprächen mit dem beauftragten Planungsbüro, dem Kreisbauamt und dem Brandschutzamt sprach sich der Magistrat dafür aus, die Unterdecke im großen Saal durch den städtischen Bauhof entfernen zu lassen. Hierbei, so der Bürgermeister, habe sich gezeigt, dass die Aussagen des Gutachters „voll und ganz zutreffend waren“. Diese Maßnahme zieht allerdings die Erneuerung der Standard- und Notbeleuchtung nach sich, da diese an der alten Decke befestigt war.

Zudem konnte vom Statiker die rechnerische Tragfähigkeit der Unterdecken in den beiden Nischen des großen Saales, dem Foyer, dem Flur und dem Untergeschoss nicht belegt werden, so dass auch hier nach Rücksprache mit den Behörden anlässlich eines Ortstermins und der stichprobenartigen Öffnung der Unterdecke Sicherungsmaßnahmen notwendig werden, falls man das Gebäude weiterhin nutzen will.

Als „mittelfristige Maßnahme“, die Vorlage des Magistrates sprach von einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren, kommt eine Abstützung der Unterdecken durch Joche und Unterzüge in Betracht. Dies hat den Vorteil, dass die Beleuchtung in diesen Bereichen nicht erneuert werden muss, was weitere 25.000 Euro gekostet hätte. Für die aufgezeigten investiven Maßnahmen fallen insgesamt Kosten in Höhe von bis zu 37.500 Euro an. 30.000 Euro stehen noch aus Haushaltsmitteln der Jahre 2013 und 2014 zur Verfügung, die restlichen 7.500 Euro wären durch eine überplanmäßige Auszahlung zu finanzieren.

Bürgermeister Thomas Groll begründete die Magistratsvorlage näher. „Wir haben es uns mit unserem Vorschlag nicht leicht gemacht und ausführlich darüber beraten. Letztlich halten wir die Ausgabe für vertretbar. Die Kernstadt braucht eine Versammlungsstätte. Eine Alternative zum „Haus der Begegnung“ gibt es momentan nicht. Ohne die beschriebenen baulichen Maßnahmen müssten wir das Gebäude sofort schließen. Investieren wir die 37.500 Euro, können wir das „Haus der Begegnung“ zumindest mittelfristig weiternutzen.“

Nach Grolls Worten muss „im Laufe des nächsten Jahres“ eine endgültige Entscheidung über ein zukünftiges Bürgerhaus/eine Mehrzweckhalle fallen.

Der Magistrat sieht hier laut seiner Vorlage zwei Möglichkeiten: Sanierung des „Kernbereiches“ des HdB oder gemeinsam mit dem Landkreis eine Sanierung der Turnhalle der „Waldschule“, um diese gegebenenfalls ab 2019 als Mehrzweckhalle nutzen zu können. Der Bürgermeister betonte, dass nun Zahlen ermittelt und Nutzungsmodalitäten besprochen werden müssten, um eine Entscheidungsgrundlage zu haben. Er verwies darauf, dass nach Meinung des Magistrates bis dahin nur das Notwendigste in das ehemalige „Soldatenheim“ investiert werden dürfe. Gemeinsam müsse man hoffen, dass etwa das Dach oder die Heizung diesem Ansinnen „keinen Strich durch die Rechnung“ machten.

Groll verwies darauf, dass sich die Akustik im großen Saal durch das Entfernen der Unterdecke verändern werde. Dies müsse man erproben, Abhilfe könne aber zweifellos nur mit „Bordmitteln“ geschaffen werden. Da manche der vom Gutachter festgestellten Mängel bereits seit Inbetriebnahme vorlagen will sich der Bürgermeister an die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung, von der die Kommune das Gebäude 1993 für 3,9 Millionen DM erwarb, und das Verteidigungsministerium wenden, welches seinerzeit den Betrag zinslos als Darlehen gewährte.

„Juristisch haben wir leider schlechte Karten, aber wir dürfen nichts unversucht lassen, die bis 2042 zu leistenden Raten von 40.000 Euro pro Jahr zu mindern“, resümierte Groll.

Die anschließende Debatte war ebenso wie der Beitrag des Bürgermeisters von Sachlichkeit und großer Ernsthaftigkeit geprägt. Hans-Gerhard Gatzweiler, Vorsitzender der SPD-Fraktion, erinnerte an die „unendliche Geschichte“ des HdB, zählte bauliche Mängel und stetig angestiegene Kostenschätzungen auf. „Wenn wir 2007 all das gewusst hätten, was wir heute wissen, wäre wohl manche Entscheidung von der Stadtverordnetenversammlung im Bezug auf das Gebäude nicht so getroffen wurden“, spielte er auf die stets einstimmigen Investitionsentscheidungen der letzten Jahre an.

Gleichwohl stimme die Mehrheit seiner Fraktion der aktuellen Magistratsvorlage zu, denn es gebe schlicht keine Alternative zu dieser Versammlungsstätte.

Gatzweiler ließ erkennen, dass er eine Mehrzweckhalle „Waldschule“ zukünftig für die beste Lösung halte.

CDU-Fraktionsvorsitzender Franz-Wilfried Michels kündigte ebenfalls eine „deutliche Zustimmung“ der Christdemokraten zur Vorlage an. Auch er verwies darauf, dass man eine Heimstatt für größere Veranstaltungen brauche.

Beide Redner stimmten dem Bürgermeister darin zu, Investitionen nur auf ein absolut notwendiges Mindestmaß zu beschränken.

Georg-August Metz (SPD) sprach sich hingegen „für einen klaren Schnitt“ aus. Er hielt Investitionen in das „Haus der Begegnung“, mögen sie derzeit auch noch gering sein, aufgrund der Finanzlage der Kommune für nicht verantwortbar und sprach sich für einen Neubau aus. „Wenn wir alle Mittel bündeln, dann könnte dies in einigen Jahren klappen.“ Bis dahin, so Metz, kämen der „Zollhof“ in Speckswinkel, das DGH Momberg oder die Stadthalle Stadtallendorf als Ausweichquartiere für Neustadts Vereine in Frage.

Bürgermeister Groll betonte in seiner Stellungnahme, dass ein Neubau wohl mit mindestens 2 Millionen Euro zu Buche schlagen dürfte. Geld das die Kommune auch mittelfristig nicht haben werde. Die genannten Alternativen seinen in seinen Augen nicht geeignet. Die Gebäude in den Stadtteilen seien zu klein. Karneval und Weihnachtsfeiern stünden zudem in Momberg oder Stadtallendorf zu den gleichen Terminen an, so dass die Hallen nicht frei wären. „Folgten wir Ihrem Vorschlag, dann fallen viele Vereins- und Kulturveranstaltungen ab sofort auf lange Jahre hin aus“, so Groll an Metz gerichtet.

Letztlich stimmten Georg-August Metz und Thomas Ripken (beide SPD) gegen die Investition, Joachim Rausch (CDU) enthielt sich. Die anderen Stadtverordneten von CDU, SPD und FWG billigten hingegen die Vorlage.

Angenommen wurde zudem eine weitere überplanmäßige Ausgabe für das „Haus der Begegnung“ von bis zu 20.000 Euro. Diese Summe setzt sich vorrangig aus höheren Gutachterkosten wegen der weit umfangreicher als angenommenen Arbeiten sowie zwei Schadensfällen (Wasserschaden in der Küche und im Keller – erstattet von der Versicherung, Wasserschadennach dem Unwetter vom 5. August 2014 im Bereich von Wohnhaus und Fremdenzimmern) zusammen.

Letzter Tagesordnungspunkt war die Wahl einer neuen Schriftführerin. Diese wurde nötig, da Oberamtsrat Norbert Gies Ende des Jahres in die passive Phase der Altersteilzeit wechselt.

Seit Anfang 2010 war Gies als Schriftführer der Stadtverordnetenversammlung tätig, zuvor war er lange Jahre stellvertretender Schriftführer.

Stadtverordnetenvorsteher Karl Stehl hob die engagierte Arbeit des Ordnungsamtsleiters hervor und überreichte unter dem Beifall aller Fraktionen und des Magistrates ein kleines Präsent.

Norbert Gies dankte für die lobenden Worte und wünschte den Kommunalpolitikern weiterhin gute Entscheidungen für die Heimatstadt.

Zu seiner Nachfolgerin wurde einstimmig die Verwaltungsfachangestellte Gitta Vettel, stellv. Leiterin des Fachbereiches Finanzen, Soziales und Kultur, gewählt.

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