Neustädter Mitteilungsblatt

Friedhofsweg saniert

Durch Mitarbeiter des städtischen Bauhofes wurde auf dem Friedhof in Neustadt ein weiterer Weg saniert. Das Vorhaben wurde als „Projektarbeit“ mit eigenen Kräften umgesetzt, so dass es aufgrund anderer routinemäßiger Arbeiten sowie unvorhergesehener Ereignisse (etwa Hochwasser) zu Unterbrechungen kam.

Innerhalb der letzten Jahre wurden somit bereits zwei Wege auf dem Friedhof neu gestaltet. Auch für das kommende Jahr sind solche Arbeiten vorgesehen. Laut Bürgermeister Groll ist geplant, den Weg zum „Vertriebenenkreuz“, der momentan noch mit Asphalt hergestellt ist und erhebliche Schäden aufweist, zu pflastern. Weiterhin ist für 2014 geplant, im unteren Friedhofsbereich des „alten Teiles“ ein abgeräumtes Grabfeld herzurichten und für die Wiederbelegung mit Särgen entsprechend vorzubereiten.

„Unser Dorf hat Zukunft” – Regionalentscheid 2014 Speckswinkler stellen ihr Dorf in gelungener Weise vor

Ende 2013 hatte der Ortsbeirat Speckswinkel einstimmig beschlossen, dass man sich 2014 am Regionalentscheid des Bundeswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ beteiligen wolle.

n den vergangenen Monaten setzten sich die Speckswinkler in verschiedenen Arbeitsgruppen intensiv mit den Wettbewerbskriterien auseinander und stellten vieles auf die Beine.

Näheres über die Vorbereitungen für den Wettbewerb erfährt man auf der von Achim Kaisinger gestalteten Homepage unter www. speckswinkel info.

Am 29. September 2014 kam nun die fünfköpfige Bewertungskommission für den Regionalentscheid unter Vorsitz von Margot Schneider in den Ort, um sich näher über Speckswinkel und die dortigen „Zukunftsgedanken“ zu informieren.

Gemeinsam mit Ortsvorsteher Karl Stehl und Bürgermeister Thomas Groll begrüßten rund 80 Speckswinklerinnen und Speckswinkler die Jury im „Zollhof“.

Zu Beginn gab es einen Musikbeitrag des Gemischten Chores unter Leitung von Heinrich Ochs. Anschließend stellte Ortsvorsteher Stehl Neustadts kleinsten Ortsteil vor. Er spann dabei den Bogen von der Historie bis in die Gegenwart hinein.

Auch Bürgermeister Thomas Groll hieß die Kommission willkommen. Er verwies darauf, dass die „Oberhessische Presse“ am Morgen bereits das Motto des Tages vorgegeben habe: „Speckswinkel erobert Spitze!“ – so konnte man es im Sportteil lesen, da der örtliche TSV die Tabellenführung in der Kreisliga B am Wochenende

übernommen hatte. Ebenso wie bereits Ortsvorsteher Stehl betonte der Bürgermeister zudem, dass Speckswinkel die Zeit seit März diesen Jahres genutzt habe, um eine „Standortbestimmung“ vorzunehmen. Die Fragen, die man sich gestellt habe lauteten: „Wo stehen wir – wo wollen wir hin?“

Im Anschluss stellten Vertreter der einzelnen Arbeitsgruppen ihren Heimatort näher vor.

Den Auftakt machte Achim Kaisinger von der Koordinationsgruppe. Er ging auf die Homepage ebenso ein wie auf die gemeinsam mit der Kommune vor zwei Jahren geschaffene schnelle DSL-Verbindung für Speckswinkel.

Christiane Losekam berichtete über das rege-Speckswinkler Vereinsleben und die Veranstaltungen im Jahreslauf.

Katharina Naumann berichtete aus dem Arbeitskreis „Allgemeine Entwicklung“. Sie verwies darauf, dass kürzlich an über 50 Häusern die „Dorfnamen“ angebracht worden seien. Auch startete die Volkshochschule Marburg-Biedenkopf kürzlich EDV-Kurse für Senioren. Geplant, sei, das leerstehende Lebensmittelgeschäft in der Ortsmitte 2015 als Ausstellungsraum für die Bilder der Dorfchronik sowie aktuelle Arbeiten von Speckswinkler Künstlern zu nutzen.

Hartmut Balzer berichtete über die Nutzung von regenerativen Energien in Speckswinkel.

Gernot Pontow informierte die Anwesenden über die bürgerschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. So stellte er den neuen Dorfnaturlehrpfad ebenso vor wie die Teichanlage oder aber die neu geschaffene Einkaufsmöglichkeit mit dem „SB-Express“ aus Frielendorf auf dem neugestalteten Parkplatz in der Ortsmitte.

Das Thema von Thomas Boland war die Baugestaltung und -entwicklung. Er konnte von zahlreichen Aktivitäten in den letzten Monaten berichten, die vom großen bürgerschaftlichem Engagement vor Ort zeugen.

Rolf Weber, unterstützt von Harald Geißel, trug abschließend zur „Grüngestaltung und -entwicklung“ sowie zum „Dorf in der Landschaft“ vor.

Im Anschluss daran fand ein einstündiger Rundgang durch den Ortskern von Speckswinkel statt. Hierbei wurden die schönen Seiten des Dorfes ebenso gezeigt wie „Problemfälle“. Erfreulich, so Ortsvorsteher Stehl, sei es, dass sich in den letzten Jahren neue Gewerbebetriebe angesiedelt hätten. Bedauerlich hingegen, dass aufgrund des Bevölkerungsrückganges neben der Grundschule auch der Kindergarten hätte geschlossen werden müssen. Gleichwohl, so Bürgermeister Thomas Groll, stecke man in Speckswinkel „den Kopf“ nicht in den Sand, sondern sei bestrebt, das Dorf weiter zu entwickeln und als attraktive Wohngemeinde auszubauen.

Großes Interesse der Jury fanden die intensiven Bemühungen zur Gestaltung mit einem Ideenwettbewerb für Architekten 2008 einer neuen Dorfmitte und das 2014 entstandene „Gartencafe“ der Familie Ochs.

Gelungen waren auch die musikalischen Unterbrechungen des Rundganges durch Gerhard Naß mit dem Akkordeon und Konrad Will mit der Trompete.

Am Ende des Rundganges dankte Karl Stehl allen, die sich in den letzten Wochen und Monaten für „ihr Dorf“ ins Zeug gelegt hätten. „Unser Einsatz hat sich gelohnt, unabhängig davon, ob wir aufs Treppchen kommen“, so der Ortsvorsteher.

Kommissionsvorsitzende Margot Schneider dankte dafür, dass man Einblick in das dörfliche Leben erhalten hätte. Sie sprach davon, dass Speckswinkel eine gelungene Präsentation dargeboten habe.

Den Abschluss fand der Besuch der Bewertungskommission bei einem gemeinsamen Kaffeetrinken mit selbstgebackenen Kuchen im „Zollhof“. Auch dieser war übrigens hervorragend dekoriert. Liebevoller Blumenschmuck der Gärtnerei „blumen braun“, von Heidrun Blaß, Gemälde von Theresia Hübscher und Informationsstände der Kelterei „Matsch & Brei“, des „Kunststübchens“ von „Schnittwinkel“ und des „Gartencafes“ stellten nochmals positive Aspekte heraus.

Übereinstimmend sprachen Ortsvorsteher Karl Stehl und Bürgermeister Thomas Groll von einem „gelungenen Tag“ für das Dorf. Mit den Ergebnissen des Bezirksentscheides wird übrigens Anfang Oktober gerechnet.

„Haus der Begegnung“ Neustadt (Hessen) Brandschutzkonzept liegt vor -Gremien müssen nun über weiteres Vorgehen entscheiden

Im Jahre 1993 erwarb die Stadt Neustadt (Hessen) das „Haus der Begegnung“ von der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS). Diese hatte die Einrichtung im Zuge der damaligen Umstrukturierung des Bundeswehrstandortes Neustadt aufgegeben. Der Kaufpreis betrug seinerzeit 3,9 Mio. DM und wurde der Kommune zinsfrei von der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung gestellt. Noch bis zum Jahre 2042 wird dieses Darlehen mit jährlich rund 40.000 € getilgt.

Seit dem Erwerb wird das „Haus der Begegnung“ als örtliches Bürgerhaus genutzt. Im letzten Jahrzehnt kam es zu mehreren Wechseln bei den Pächtern. Momentan wird das Haus nur bei Bedarf bewirtschaftet. Von Januar bis Ende August 2014 fanden im „Haus der Begegnung“ insgesamt 29 Veranstaltungen statt, darunter waren sieben Karnevalssitzungen, zwei Theaterabende und drei Veranstaltungen der Martin-von-Tour-Schule sowie einige Dartturniere. Für private Feiern und Trauerkaffees wurde das Haus nur vereinzelt genutzt. Lediglich bei zwei Veranstaltungen waren deutlich über 300 Gäste anwesend.

Der Wohn- und Fremdenzimmerbereich wird nicht mehr genutzt. Die Kommune hat hierfür ein bis Ende 2016 befristetes „Angebot zum Erwerb“ an eine Investorengruppe abgegeben, die einen Um-und Neubau für betreutes Wohnen in diesem Bereich plant.

Im städtischen Haushalt wird für das „Haus der Begegnung“ 2014 ein voraussichtliches Defizit von 134.000 € ausgewiesen. Dies beinhaltet die anfallenden Nebenkosten (vorrangig Gas, Strom, Wasser und Abwasser), notwendige Reparaturen, Abschreibungen, einmalig 15.000 € für Gutachten und interne Leistungsverrechnungen. Größter Posten bei den Ausgaben sind die Abschreibungen mit 65.000 €. Diese Summe ist nicht zahlungsrelevant. Nicht enthalten ist die erwähnte Darlehenstilgung. Die erwarteten Einnahmen betragen knapp 19.000 €.

Seit 2008 investierte man etwa 300.000 € in die grundlegende Sanierung der Toiletten, in die Elektroanlagen, den Brandschutz sowie verschiedene Schönheitsreparaturen. Gleichwohl besteht nach wie vor erheblicher Sanierungsbedarf für das Mitte bis Ende der 1970er Jahre errichtete Gebäude. Eine Kostenschätzung ging vor

Jahren von etwa 3 Mio. € für eine „Rundumerneuerung“ des gesamten Areals – also auch des Wohnhauses nebst Fremdenzimmern und der inzwischen stillgelegten Kegelbahn- aus.

Ende letzten Jahres kamen Stadtverordnetenversammlung und Magistrat überein, die Entscheidung über mögliche weitergehende Sanierungsschritte zunächst bis zur Vorlage eines Brandschutzkonzeptes und der Bewertung des konstruktiven Brandschutzes zurückzustellen. Mit der Erarbeitung dieser Unterlagen wurde das renommierte Büro Reichmann + Partner Ingenieurgesellschaft mbH u. Co. KG aus Ehringshausen beauftragt.

Mittlerweile wurden die Arbeiten abgeschlossen und von Dipl.-Ing. Hartmut Schunkert den städtischen Gremien Ende September 2014 vorgestellt. Neben dem reinen Brandschutz trifft es auch Aussagen zur Beleuchtung des großen Saales und dem Dach.

Das Brandschutzkonzept sieht eine weitere Nutzung des Gebäudes zwar als gegeben an, hält hierfür aber insbesondere im Bereich des großen Saales zahlreiche bauliche Maßnahmen zwingend für nötig. Ein besonderes Augenmerk müsse hierbei den Unterdecken, dem Einbau von zusätzlichen Rauchableitungslüftungen und der Dach-Tragprofil-Stahlkonstruktion gelten. Seitens des Büros wurden die empfohlenen Schritte in die Prioritätsklassen A, B und C eingeteilt. Bei den Arbeiten im Bereich der Unterdecken wäre dann u. a. auch die Beleuchtung von Grund auf zu erneuern, die ohnehin Mängel aufweist und für die es bald keine geeigneten Birnen mehr auf dem Markt geben dürfte. Auch die teilweise undichte Dachhaut bedarf dringend einer Sanierung. Die reinen Baukosten für alle vorgeschlagenen Maßnahmen würden sich nach einer groben Schätzung „im mittleren sechsstelligen Bereich“ bewegen, so Bürgermeister Thomas Groll. Hinzu kämen dann noch die Baunebenkosten.

Die Verwaltung wird die Unterlagen nunmehr auszuwerten haben und auch das Gespräch mit den Fachbehörden suchen. „Brandschutz ist ein sensibles Thema. Die Kommune muss die Sicherheit der Besucher gewährleisten. Wir werden mit dem nötigen Augenmaß an das Thema herangehen“, erklärt Groll.

Im Anschluss an diese „verwaltungsinterne Phase“ sieht der Bürgermeister dann die städtischen Gremien gefordert. „Bisher haben wir uns alle die Entscheidung über die Zukunft des „Hauses der Begegnung“ offengehalten. Nunmehr liegen Fakten auf dem Tisch. Wir alle wissen, dass es darüber hinaus erheblichen weiteren Sanierungsbedarf gibt. Ich denke hier nur an die Eingangstüren, die Küche, die Bühne oder die zugigen Fenster im Restaurant. Mittelfristig werden auch die Lüftung und die Heizung Reparaturbedarf aufweisen. Ersatzteile hierfür gibt es aufgrund des Alters ohnehin kaum noch. Da das Gebäude fast vier Jahrzehnte auf dem Buckel hat, ist zudem der Energieverbrauch enorm. Auch ist das Gebäude in keinster Weise behindertengerecht. Bei Starkregenereignissen dringt Wasser in Teilen des Untergeschosses ein und sorgt immer wieder für Feuchteschäden. Spätestens seit der betriebswirtschaftlichen Berechnung durch einen Fachmann ist auch klar, dass das Objekt in seiner Gänze von einem Pächter nicht dauerhaft gewinnbringend zu führen ist“, betont der Bürgermeister.

„Wir sind nun an dem Punkt angekommen, wo wir uns entscheiden müssen, wie die Zukunft des „Hauses der Begegnung“ aussehen soll. Wir brauchen ein klares Votum der Stadtverordneten. Wer das Gebäude langfristig weiter nutzen will, der muss wissen, dass weitere hohe Investitionen anstehen werden. Dafür müssten dann in anderen Bereichen zwingend Abstriche gemacht werden“, stellt Groll die Zwickmühle für die Kommunalpolitiker dar. Kurz- oder vielleicht sogar mittelfristig werde man wohl mit „Behelfsmaßnahmen“ zurechtkommen, dies stelle aber keine langfristige Lösung dar, die notwendig sei. Zumal die Sanierungsschritte, die man verschiebt, einen später sicher einmal einholen werden.

„Neustadt braucht zweifellos eine Versammlungsstätte, aber können wir uns dafür das „Haus der Begegnung“ weiter leisten oder müssen wir nach vernünftigen Alternativen suchen“, spitzt das Stadtoberhaupt die Fragestellung für die Stadtverordneten zu. Bei dieser Bewertung müsse man zudem die kommunalen Finanzen, den Bevölkerungsrückgang und den kommenden Sanierungsbedarf bei weiteren städtischen Einrichtungen – etwa dem Freibad -im Blick haben.

„Mir ist bewusst, dass dies keine leichte Entscheidung sein wird. Auch ich weiß keinen „Königsweg“. Aber ich werbe dafür, zumindest ernsthaft über Alternativen zum jetzigen Gebäude nachzudenken, die sich an den tatsächlichen Notwendigkeiten, sprich der Anzahl der Veranstaltungen und deren Besucherzuspruch, und dem finanziell Machbaren orientieren und auch die Folge- und Unterhaltskosten im Blick haben“, stellt Thomas Groll fest. Bereits im Bürgermeisterwahlkampf 2013 hatte er diese Position formuliert.

Einen Neubau könne sich die Kommune nicht leisten. Der Erwerb des leer stehenden Saalgebäudes „Am Steimbel“ sei für ihn ebenfalls keine Alternative. Das Gebäude stehe unter Denkmalschutz und weise ebenfalls hohen Sanierungsbedarf auf. Groll spricht sich vor diesem Hintergrund dafür aus, mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf auszuloten, ob die Turnhalle der „Waldschule“, deren Sanierung ebenfalls ansteht, nicht als Mehrzweckhalle von Bevölkerung, Schule und Vereinen genutzt werden könnte. Hier gäbe es zwar viele Fragen zu klären, aber darüber einmal nachzudenken lohne sich in seinen Augen durchaus. In den 1960er und 70er Jahren wurde diese Halle übrigens bereits einmal von Schule und Kommune als Mehrzweckhalle genutzt.

Wenn die Gespräche mit dem Kreis geführt und die Modalitäten und die Kosten für die Kommune geklärt seien, dann sollte man das Für und Wider abwägen und eine Entscheidung treffen, so die Auffassung des Bürgermeisters. Bis dahin sollte aber folgerichtig eine Entscheidung über das „Haus der Begegnung“ zurückgestellt werden. Hinsichtlich des Brandschutzes seien bis dahin „akzeptable und verantwortbare Zwischenlösungen“ anzustreben. Groll rät abschließend dazu, die Thematik rational und nicht emotional an-zugehen.

Stadtverordnetenversammlung

Diesmal tagte die Stadtverordnetenversammlung ausnahmsweise im großen Saal des „Hauses der Begegnung“. Dieses hatte einen besonderen Grund: Im Vorfeld der Zusammenkunft der Stadtverordneten fand bereits eine nichtöffentliche Sitzung der drei Fraktionen mit dem Magistrat statt.

Dipl.-Ing. Hartmut Schunkert stellte den Mandatsträgern dabei die Ergebnisse des von ihm erarbeiteten Brandschutzkonzeptes für das ehemalige „Soldatenheim“ vor. Mancher Stadtverordnete dürfte ob der Ergebnisse und der genannten Kostenschätzung zumindest leicht geschockt gewesen sein. Rund 500.000 Euro soll es nach Schunkerts Worten kosten, den großen Saal des Neustädter Bürgerhauses auf den aktuellen Stand der Brandschutzrichtlinien zu bringen und damit langfristig nutzbar zu halten sowie die Beleuchtung des Raumes zu erneuern und das in Teilen undichte Dach zu sanieren. Dazu kämen dann noch die Baunebenkosten.

Für das gesamte Gebäude steht eine „grob geschätzte“ Summe von rund drei Millionen Euro im Raum. Diese Kostenschätzung stammt aus dem Jahre 2011 und beinhaltet aber auch die Sanierung von Wohnhaus, Fremdenzimmer und Kegelbahn. Beträge, die bei der aktuellen defizitären Finanzlage von der Kommune nicht zu schultern scheinen, zumal auch die Raten an den Bund für den seinerzeitigen Gebäudekauf in Höhe von 40.000 Euro jährlich noch für rund 30 Jahre zu entrichten sind.

Das Gutachten wird nun ausgewertet und mit den Fachbehörden besprochen.

Ziel ist es zunächst, den Brandschutz mit vertretbaren Mitteln für einen kurz- und/oder mittelfristigen Zeitraum zu gewährleisten, um den Betrieb verantwortbar aufrecht zu erhalten. Seitens des Planers wurden entsprechende Vorschläge erarbeitet.

Die Tagesordnungspunkte der eigentlichen Stadtverordnetenversammlung wurden anschließend zügig abgearbeitet. Intensiv widmete sich Bürgermeister Groll der großen Anfrage der SPD zur Hochwasserproblematik in Neustadt, die der Stadtverordnete Reiner Bieker an den Magistrat gerichtet hatte. Hier wiederholte Groll seine Ausführungen vor den Parlamentariern aller Fraktionen, die er bereits in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauwesen, Umwelt Landwirtschaft und Forsten ausführlich vorgetragen hatte. In den vergangenen Jahren hatten mehrere Starkniederschlagsereignisse in der Kernstadt, insbesondere im Einzugsbereich Momberger Straße/Lehmkaute/Im Heidental/ Markt-/, Bogen-/ und Mauerstraße, aber auch in der Nellenburg-straße/Bismarckstraße/Neue Gartenstraße teilweise sintflutartige Überschwemmungen verursacht. Diese ließen die Abflüsse in den Straßen zu „Flüssen“ ausufern und hatten damit zu erheblichen Schäden bei den angrenzenden privaten Anwesen geführt.

Hier hält der Bürgermeister eine punktuelle Schadensbegrenzung für nicht sinnvoll. „Wir müssen mit einem Gesamtkonzept an die Sache herangehen und dabei vor allem auch die Förderrichtlinien beachten“, so Groll. Der Bürgermeister rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von rund 3,10 Millionen Euro.

Der kommunale Anteil würde sich – eine Förderhöhe von 80 Prozent unterstellt – auf zumindest 620.000 Euro belaufen. Selbst bei einer hohen finanziellen Förderung müsste die Kommune also in erheblichem Maße eigene Mittel aufbringen. Bei der dann notwendigen Abwägung wären zudem alle anderen kurz- und mittelfristig anstehenden Maßnahmen ebenso zu berücksichtigen wie die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommune und die geforderte Haushaltskonsolidierung, so Groll.

Eine einstimmig positives Votum gaben die Stadtverordneten nach dem Vorschlag durch Mitglieder des Jugend- und Sozialausschusses sowie des Haupt- und Finanzausschusses den beiden Magistratsvorlagen zur Neufassung der Gebührenordnung zur Friedhofsordnung sowie der Änderung der Gebührensatzung über die Benutzung der städtischen Kindergärten.

Auch die Friedhofsgebühren werden zum 1. Januar 2015 angehoben.

Die geplanten Erhöhungen sollen zum 1. Januar 2015 wirksam werden. Ebenso einstimmig verabschiedeten die Parlamentarier die vom Magistrat vorgeschlagene Erhöhung der Hebesätze von Grund- und Gewerbesteuer.

Auch der Verkaufsoption des statischen Grundstücks in der Hindenburgstraße 73 und 75 in der Größe von 1.330 Quadratmetern stimmte die Stadtverordnetenversammlung zu. Es handelt sich um den ehemaligen sogenannten „Bullenstall“, der früher die städtische Bücherei beherbergte und bis August als Lagerfläche des Bauhofs genutzt wurde. Er soll an einen Interessenten für 40.000 Euro verkauft werden. Zusätzlich muss der Käufer 50 Prozent der auf Grund der bereits angelaufenen grundhaften Sanierung der Hindenburgstraße anfallenden Straßenbeiträge entrichten.

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