Neustädter Mitteilungsblatt

Arbeiten am Kunstrasenplatz gehen planmäßig voran

Eintracht Frankfurt-Traditionsmannschaft kommt zur Einweihung am 22.10.

Mitte Juli haben die Arbeiten zur Umwandlung des Hartplatzes „Ochsenwiese“ in einen modernen Kunstrasenplatz begonnen. Der offizielle Spatenstich fand am 25. Juli im Beisein des Vize-Weltmeisters von 1966 und 53fachen Fußballnationalspielers Wolfgang Weber sowie des Ehrenpräsidenten des Hessischen Fußballverbandes, Rolf Hocke, statt.

Am 15. August überzeugten sich Bürgermeister Thomas Groll, VfL-Vorsitzender Klaus Busch und Bauamtsleiter Thomas Dickhaut vom planmäßigen Verlauf der Arbeiten. Begleitet wurden sie von Wolfram Ellenberg und Lothar Gersmann. Ellenberg, über ein Jahrzehnt Vorsitzender des VfL, koordiniert das Projekt für den Verein. Der Wetzlarer Gersmann betreibt seit fast 25 Jahren ein Büro für den Bau von Sportstätten und hat rund 100 Fußballplätze insbesondere in Hessen neu geplant bzw. deren Sanierung federführend begleitet. Der VfL als Bauherr des Vorhabens, so Klaus Busch und Wolfram Ellenberg übereinstimmend, sei froh, einen solchen erfahrenen Planer an seiner Seite zu haben.

Wer die Baustelle betrachtet erkennt, was in den letzten Wochen geleistet wurde: Die Fundamente für die sechs Flutlichtmasten wurden geschaffen, Kabel verlegt, der Boden wurde „vermischt“, die Drainage wurde – wo notwendig – neu verlegt, die Voraussetzungen zum Setzen des Zaunes wurden geschaffen, Schotter und Feinschotter wurden aufgebracht. Nun stehen das Setzen der Bordsteine und Pflasterarbeiten an. Anfang September dürfte mit dem Verlegen des Kunstrasens begonnen werden.

Neben den beauftragten Fachfirmen waren auch zahlreiche VfLer bereits in Eigenleistung tätig. So wurden Bäume, natürlich im Einvernehmen mit der Unteren Naturschutzbehörde, gefällt. Die Kommune wird für Ersatzpflanzungen in der Feldgemarkung sorgen. Auch bei der Verlegung der Kabel brachten sich Vereinsmitglieder ein.

Am vergangenen Wochenende begannen die Pflasterarbeiten und auch bei der Errichtung einer Stufentribüne wird dann erneut die Muskelkraft freiwilliger Helfer gefragt sein. Dies gilt auch für das Setzen eines Teils des den Kunstrasenplatz zukünftig umgebenden Zaunes, die Herrichtung von Zufahrten und der Gestaltung der Außenanlagen.

„Ich bin sicher, dass unsere Mitglieder uns bei den anfallenden Arbeiten weiter unterstützen werden. Wir sind schließlich alle froh, dass dieses Jahrhundertprojekt in Angriff genommen werden konnte“, so Wolfram Ellenberg.

Vorsitzender Klaus Busch zeigte sich indes recht zufrieden mit dem bisherigen Spendenstand. „Wir liegen hier recht gut, aber natürlich ist noch Luft nach oben. Uns werden bestimmt noch einige Aktionen einfallen, um das Sparschwein weiter zu füllen“, erklärt Busch. Die Einweihung des Kunstrasenplatzes soll am 22. und 23. Oktober im Rahmen eines Sportwochenendes erfolgen, erläuterten Klaus Busch und Thomas Groll.

Am Samstag sind zunächst Spiele der Jugendmannschaften der neugegründeten Jugendspielgemeinschaft Stadt Neustadt geplant. Auch ein Einlagespiel von Flüchtlingen und Einheimischen befindet sich in der Planung. Gegen 15.00 Uhr findet dann ein kurzer offizieller Teil mit Ansprachen statt.

Der Höhepunkt steht dann um 15.30 Uhr, also zur üblichen Anstoßzeit der Fußball-Bundesliga auf dem Programm: Die Eintracht Frankfurt-Traditionsmannschaft kommt in die Junker-Hansen- Stadt. Noch stehen die Namen der beteiligten Spieler nicht fest, aber Team-Manager Clemens Appel hat Klaus Busch und Thomas Groll zugesagt, mit einer namhaften Mannschaft gespickt mit ehemaligen Bundesligaspielern anzutreten. Gegner des Spieles über 2 x 40 Minuten wird ein „All Star-Team über 35 Jahre“ des VfL Neustadt sein ggf. ergänzt durch den einen oder anderen bekannten Spieler aus der Region.

Der Kartenvorverkauf für das Gastspiel der Eintracht-Oldies wird Anfang September beginnen.

Am Sonntag stehen dann Meisterschaftsspiele auf dem Kunstrasenplatz an. Die II. Mannschaft des VfL spielt gegen den TSV Speckswinkel, die I. tritt gegen die II. der Sportfreunde Blau-Gelb Marburg an.

„Neun Mann in einem Boot“ – Kanutour durch die Mecklenburgische Seenplatte

In diesem Jahr stand in den Sommerferien eine Kanutour auf der Mecklenburgischen Seenplatte auf dem Programm der Jugendpflege des bsj e.V. in Neustadt. Die Fahrt begann am 28. Juli morgens vor dem Jugendraum in Neustadt, hier trafen die, sich bisher nicht bekannten, Jugendlichen aufeinander. Alle Teilnehmer waren in diesem Jahr ausschließlich männlich und so trafen vier Jugendliche aus Neustadt und fünf Jugendliche syrischer Herkunft aufeinander, um sich gemeinsam auf die Reise zu begeben.

Die Fahrt wurde bereits genutzt, um sich gegenseitig etwas kennenzulernen, schließlich durften wir mit dem vollgepackten Bootsanhänger maximal 80 km/h fahren, somit stand genügend Zeit zur Verfügung. Start- und Zielort war der Kanuhof in Wustrow, hier wurde zunächst die erste Nacht im Zelt verbracht, ehe es am nächsten Morgen endlich auf das Wasser ging. Es galt sämtliche Lebensmittel, Kleidung, Zelte und persönliche Gegenstände, für die nächsten fünf Tage, in wasserdichten Tonnen und Packsäcken zu verstauen und diese auf sechs Kanus aufzuteilen.

Nachdem alle Boote zu Wasser gelassen wurden, begann die Experimentierphase. Schließlich hatte ein Teil der Teilnehmer zuvor nie in einem Kanu gesessen. Begleitet von Kathrin Kilian, Lars Kietz und Hubert Zenz gingen die Jugendlichen auf die Reise durch insgesamt 13 verschiedene Seen und über 50 Kilometer Wasserweg. Übernachtet wurde jeden Abend auf einem anderen Zeltplatz, wo es zunächst galt, gemeinsam die Zelte zu errichten und abwechselnd in Kleingruppen das Abendessen auf dem Gaskocher zuzubereiten. Hier stand auch genug Zeit zur Verfügung, um in den Seen ausgiebig zu schwimmen, gemeinsam zu spielen oder sich einfach nur auszuruhen.

Im Laufe der Woche lernten sich alle immer näher kennen und die gemeinsamen Aktivitäten an Land nahmen zu. Auf dem Wasser galt es, immer wieder Rücksicht aufeinander zu nehmen und sich der Geschwindigkeit der Gruppe anzupassen und sich gegenseitig anzufeuern, die letzten Meter der jeweiligen Tagesetappe zu schaffen. Bei starkem Gegenwind auf den Seen wurden gegenseitige Abschleppversuche unternommen, um alle ans Ziel zu bringen. Alle Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren und aus verschiedenen Herkunftsländern, mit unterschiedlichen Muttersprachen, gingen sehr respektvoll miteinander um und wurden zu einem eingespielten Team auf dem Wasser und an Land. Dies ist nicht immer selbstverständlich, wenn eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Jugendlicher aufeinander trifft. Es gilt allen Teilnehmern ein Kompliment auszusprechen, die Woche in einer positiven Atmosphäre miteinander verbracht zu haben und auch alle körperlichen und mentalen Herausforderungen in einem Boot gemeistert zu haben.

Einigkeit und Recht und Freiheit: 175 Jahre Deutschland-Lied

Gedenkveranstaltung mit Bundesminister a. D. Dr. h.c. Rudolf Seiters am 12. September

Am 26. August 1841 verfasste der Hochschullehrer und Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben auf der seinerzeit britischen Insel Helgoland das drei Strophen umfassende „Lied der Deutschen“. Er wollte damit sein Eintreten für die im 19. Jahrhundert vielerorts unterdrückten bürgerlichen Freiheiten zum Ausdruck bringen und zudem der insbesondere von Studenten und Gelehrten erhobenen Forderung nach Schaffung eines geeinten Deutschlands Nachdruck verleihen.

Im Oktober 1841 wurde das Lied erstmals auf dem Hamburger Jungfernstieg zur Melodie von Joseph Haydns „Kaiserlied“ gesungen.

In den Jahren der Weimarer Republik bestimmte Reichspräsident Friedrich Ebert 1922 das vollständige „Lied der Deutschen“ zur Nationalhymne.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde von 1933-1945 nur noch die erste Strophe gesungen, der dann das Horst-Wessel-Lied folgte.

Nach 1945 wurde kontrovers darüber diskutiert, wie die Hymne der Bundesrepublik Deutschland gestaltet sein soll. Schließlich verständigten sich Bundespräsident Theodor Heuß und Bundeskanzler Konrad Adenauer 1952 in einem Briefwechsel darauf, die dritte Strophe des „Deutschland-Liedes“ zur Nationalhymne zu bestimmen.

Nach der Wiedervereinigung gab es 1991 wieder einen solchen Schriftverkehr zwischen Präsident und Kanzler. Richard von Weizsäcker und Helmut Kohl waren sich darin einig, dass die dritte Strophe auch weiterhin deutsche Nationalhymne bleibt.

An das Jubiläum „175 Jahre Deutschland-Lied“ und dessen wechselvolle Geschichte möchte die Stadt Neustadt (Hessen) im Rahmen ihrer zeitgeschichtlichen Veranstaltungsreihe erinnern. Alle Interessierten aus Neustadt, den Stadtteilen und den umhegenden

Städten und Gemeinden sind hierzu am 12. September 2016 um 18.30 Uhr in das Historische Rathaus am Marktplatz eingeladen. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung bis zum 5. September 2016 unter 0 66 92-8 90 oder magistrat@neustadt-hessen.de gebeten.

Als Redner der Gedenkveranstaltung konnte Bürgermeister Thomas Groll wieder einen bekannten Gast gewinnen. Diesmal wird Bundesminister a.D. Dr. h.c. Rudolf Seiters nach Neustadt kommen. Der Niedersachse war von 1969-2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 1989-1991 war er Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben. Von 1991-1993 amtierte er als Bundesminister des Inneren. Vizepräsident des Deutschen Bundestages war er von 1998-2002. Seit 2003 amtiert Seiters als Präsident des Deutschen Roten Kreuzes.

In der dritten Strophe des „Deutschland-Liedes“, so Bürgermeister Thomas Groll, werden „Einigkeit und Recht und Freiheit“ besungen. Werte, die für ein demokratisches Gemeinwesen unverzichtbar seien. „Bekennen wir uns dazu. Stehen wir zu unserem demokratischen Gemeinwesen. Machen wir uns bewusst, dass Einigkeit und Recht und Freiheit auch heute nicht selbstverständlich sind“, so Bürgermeister Thomas Groll.

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