Neustädter Mitteilungsblatt

Kommunalkonferenz in Friedberg Ministerpräsident Bouffier: Größte Herausforderung neben der Wiedervereinigung

Auf Einladung von Ministerpräsident Volker Bouffier fand am 12. November 2015 eine Kommunalkonferenz zur aktuellen Flüchtlingssituation in Hessen statt. Rund 320 Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister waren in die Friedberger Stadthalle genommen. Aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf nahmen u. a. Landrätin Kirsten Fründt und die Bürgermeister Christian Somogyi und Thomas Groll teil. In seiner Ansprache bezeichnete Bouffier die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge als die größte Herausforderung für unser Land neben der Wiedervereinigung. „Diese Herkulesaufgabe wird alle gekannten Dimensionen sprengen“, betonte der Ministerpräsident, der davon ausgeht, dass Deutschland 2015 über eine Million Flüchtlinge aufnehmen muss. Auch für die Folgejahre sieht er keinen nennenswerten Rückgang. „Das Thema wird uns 30 Jahre fordern. Nach der Unterbringung kommt die noch schwierigere Aufgabe der Integration. Deutschkurse, Kindergärten, Schulen, Arbeitsplätze – alles muss auf den Weg gebracht werden“, so Volker Bouffier. Der Ministerpräsident bat „die kommunale Familie“ eindringlich um gemeinsames Handeln. „Nur zusammen werden wir die Herausforderung bestehen können“, stellte er fest. Bouffier bat die Kommunalpolitiker ausdrücklich, allen ehrenamtlichen Helfern seinen Dank für die geleistete Arbeit zu übermitteln. „Wir wissen, was vor Ort an Aufgaben zu schultern ist und dass dies ohne Ehrenamtier nicht zu bewerkstelligen wäre.“ An die Flüchtlinge appellierte der Ministerpräsident, sich an den hiesigen Werten zu orientieren, sie seien die Richtschnur des Zusammenlebens. Neben Bouffier sprachen auch Wirtschaftsminister Al-Wazir, Innenminister Beuth, Finanzminister Dr. Schäfer und Sozialminister Grüttner zu den Anwesenden. Grüttner verwies darauf, dass 2015 bisher über 55.000 Flüchtlinge nach Hessen gekommen seien. Aktuell kämen Tag für Tag rund 700 dazu. Bis zum Jahresende könnten es also durchaus knapp 100.000 Flüchtlinge werden. In Erstaufnahmeeinrichtungen sind momentan 25.000 Menschen untergebracht. Die anderen 30.000 wurden bereits auf die Landkreise und von diesen auf die Kommunen verteilt. Bürgermeister Thomas Groll bewertete die Veranstaltung „als vom Ernst der Lage bestimmt“. Insbesondere die Landräte, die für vom Land für die Errichtung von Notunterkünften per Einsatzbefehl herangezogen werden, hätten Kritik an der Landesregierung geäußert. Aufmerksam habe er registriert, so Groll, dass Bouffier auch die Einstellung zusätzlicher Polizisten in Aussicht gestellt habe. „Dies ist eine weithin bekannte Forderung von mir.

Wenn in unserer Region demnächst über 3.000 Flüchtlinge untergebracht sind, muss die Polizeipräsenz in Stadtallendorf erhöht werden. „Die Sicherheit für die Einrichtungen und Unterkünfte selbst, die Einsätze bei Streitigkeiten der Flüchtlinge untereinander, das erhöhte Sicherheitsbedürfnis der einheimischen Bevölkerung und der zusätzliche Arbeitsaufwand bei Abschiebungen können nicht mit der bisherigen Besetzung gefahren werden, schließlich muss auch das Alltagsgeschäft erledigt werden“, so Groll.

Kommunalwahl 2016

„Neustädter Fragebogen“ – Die CDU fragte nach Teil II

Entwicklung hin zur Wohnstadt wird positiv beurteilt

Fragenkomplex 2 – Lebensqualität

„Insgesamt erfreulich“, so CDU-Stadtverbandsvorsitzender Franz- W. Michels nach erfolgter Auswertung der 278 eingegangenen Fragebögen, sei das Urteil über die Lebensqualität in Neustadt und den Stadtteilen ausgefallen. Vereinsleben, Sportmöglichkeiten, Wohnqualität, der Zustand der Grillhütten und die Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel sind nach Auffassung einer Mehrheit der Teilnehmer an der Befragung „gut“. Als „Befriedigend“ wurden das Kulturangebot, das Ortsbild, die Sicherheit, der Zustand der Spiel- und Bolzplätze, der Bürgerhäuser, des Bürgerparks, die DSL-Versorgung sowie das ärztliche Angebot in der Kommune und das Handwerks- und Dienstleistungsgewerbe in Neustadt und den Stadtteilen bewertet. Als lediglich „ausreichend“ wurde die Zahl der Arbeitsplätze vor Ort und die Situation der Gaststätten eingeschätzt. Nicht zu überraschen vermag die Tatsache, dass die Einkaufsmöglichkeiten im Non-Food-Bereich als „mangelhaft“ angesehen werden.

„Die Ergebnisse zeigen auf, dass man insgesamt gerne in unserer Kommune lebt. Die Aussage von Bürgermeister Thomas Groll „In Neustadt wohnen, in der Region oder den Ballungsräumen arbeiten“ muss kein Widerspruch sein und wird augenscheinlich von vielen geteilt. Unser Ziel als Kommunalpolitiker muss es sein, dass wir uns als Wohnstadt stetig weiterentwickeln“, betont Michels. Folgerichtig werde das Thema „Neustadt – Wohnstadt mit Zukunft“ breiten Raum im Wahlprogramm der CDU einnehmen.

33 % der Teilnehmer an der Befragung können sich vorstellen, eine kleinere kommunale Grünfläche ehrenamtlich zu pflegen.

83 % fänden es richtig, wenn die Kommune Bauplätze für junge Familien/Ansiedlungswillige bereitstellen würde. 56 % sprachen sich dafür aus, den Erwerb solcher Flächen seitens der Stadt auch zu bezuschussen. Das bereits bestehende Förderprogramm zur Nutzung leerstehender Räumlichkeiten begrüßen 86 %.

„Weiter gegen Leerstände in den Ortskernen angehen und junge Familien in Neustadt und den Stadtteilen halten, so lautet unser Fazit aus diesen Antworten. Dass Förderprogramm „Soziale Stadt“, in welches die Kernstadt kürzlich vom Land aufgenommen wurde, und die anzustrebende Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm für die Stadtteile können hier wichtige Akzente setzen“, stellt Franz-W. Michels fest.

Fragenkomplex 3 – Soziales

Auch die Ergebnisse im Themenblock Soziales lassen im Ergebnis eine mehrheitliche Zufriedenheit der Bevölkerung mit den derzeitigen Gegebenheiten erkennen, so Franz-W. Michels.

Die Angebote für Familien, Alleinerziehende, Kinder, Jugendliche und Senioren werden allesamt als „befriedigend“ bezeichnet. Lediglich das Angebot für Behinderte erhielt ein „ausreichend“.

Die Angebote der Kindertagesstätten und der kommunalen Bücherei werden sogar mit „gut“ bewertet. Die Jugendpflege und die Schülerbetreuung am Nachmittag sehen die Teilnehmer an der Fragebogenaktion als „befriedigend“ an.

Die Bereiche Lebensqualität und Soziales werden bei den in 2016 anstehenden Überlegungen zum Thema „Soziale Stadt“ eine wichtige Rolle spielen, betont der CDU-Vorsitzende. „Wir sind hocherfreut darüber, dass es Bürgermeister Thomas Groll gelungen ist, diese Fördermöglichkeit für Neustadt bis 2025 zu eröffnen. Daraus wird sich viel Positives für unsere Kommune ergeben.“ Nun werde es darum gehen, unter bürgerschaftlicher Beteiligung überzeugende Konzepte zu erarbeiten.

Im Wahlprogramm 2016-2021 wollen sich die Christdemokraten

auch mit den Folgerungen des Demographischen Wandels befassen. Wenn die Menschen vor Ort älter werden, müsse Kommunalpolitik darauf reagieren.

Die bisherige Integration der Flüchtlinge in Neustadt ist nach Auffassung der rund 280 an der Befragung teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger „befriedigend“. Zu diesem Punkt gab es zahlreiche handschriftliche Ergänzungen – positive und negative.

Für Michels steht daher fest, dass das Thema Flüchtlinge und Erstaufnahmeeinrichtung die Menschen „bewegt“. Erkennbar sei, dass der vom Bürgermeister und den Mandatsträgern vertretene Kurs der „realistischen Betrachtung“ Zustimmung erfahre. Gleichfalls werde aber klar, dass man sich dem Thema in den kommenden Jahren mit besonderer Intensität widmen müsse. „Sozialarbeit und ehrenamtliche Unterstützung wurden bei der Fragebogenaktion immer wieder vorgeschlagen. Dank der Förderung des Landes, wird es hier bald losgehen. Die Bürger erwarten sich hier ebenso wie wir als CDU positive Akzente.“

Kommunalwahl 2016

CDU-Bürgerdialog mit Staatsminister Dr. Thomas Schäfer am 5,12.2015

Im Vorfeld der Kommunalwahl am 6. März 2016 lädt der CDU- Stadtverband Neustadt (Hessen) monatlich zu einem Bürgerdialog ein.

Die zweite Veranstaltung findet am Freitag, dem 4. Dezember 2015 ab 18.30 Uhr im Historischen Rathaus statt. Zu Gast ist diesmal der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer.

Der Kreisvorsitzende der CDU Marburg-Biedenkopf zählt zu den bekanntesten Landespolitikern, gilt als Mann klarer Worte und ist in allen Themengebieten versiert. Daher wird es an diesem Abend sicher nicht nur um den Kommunalen Finanzausgleich 2016 oder die Finanzbeziehungen von Bund und Ländern gehen.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können gerne auch andere Fragestellungen wie etwa die aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingspolitik ansprechen.

Im Anschluss an den Meinungsaustausch – gegen 20.00 Uhr – findet die interne Jahreshauptversammlung der Neustädter Christdemokraten mit Verabschiedung der Kommunalwahlliste und Vorstandswahlen statt.

Stadtverordnetenversammlung in Neustadt (Hessen)

Zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Montag, dem 9. November, erinnerte Stadtverordnetenvorsteher

Karl Stehl zunächst an dieses historische Datum, „einen Schicksalstag der deutschen Nation“, wie er sagte. Am, 9. November 1918 hatte Reichskanzler Max von Baden eigenmächtig die Abdankung des Kaisers verkündet und den Sozialdemokraten Friedrich Ebert zu seinem Nachfolger ernannt. Damit endete der I. Weltkrieg. Am 9. November 1938 kam es in der Reichsprogromnacht zu organisierten Übergriffen gegen Juden und jüdische Einrichtungen, der viele Synagogen – auch in Neustadt – zum Opfer fielen. Am 9. November 1989 schließlich verkündete SED-Politbüromitglied Günter Schabowski bei einer Pressekonferenz eher ungewollt die sofortige Gewährung von Reisefreiheit und öffnete damit die Berliner Mauer und die Deutschland trennende Grenze. „Trauer, Scham und Freude liegen für uns Deutsche am 9. November eng zusammen“, stellte Karl Stehl fest. Bürgermeister Thomas Groll berichtete von einer für den 12. November 2015 durch Ministerpräsident Volker Bouffier nach Friedberg einberufenen Konferenz, an der die Bürgermeister aller hessischen Kommunen mit Erstaufnahmeeinrichtungen teilnehmen werden. „Wir können im Rückblick dankbar dafür sein, dass in Neustadt die Einrichtung der EAE langfristig geplant, geordnet und ruhig vonstattenging. Auch die Ehrenamtsarbeit nimmt langsam aber sicher Gestalt an“, freute sich Groll in diesem Zusammenhang. Die Nachbarstadt Schwalmstadt hat bei der Stadt Neustadt nachgefragt, ob grundsätzliches Interesse an der Schaffung eines interkommunalen Gewerbegebietes bestehe. Dies soll am geplanten Autobahnzubringer der A 49 vor den Toren Treysas am „Silberwäldchen“ im unmittelbaren Umfeld der ehemaligen Zendat Möbelfabrik entstehen. „Wir werden uns gerne einmal mit Bürgermeister Dr. Näser zusammensetzen, um mehr über das Vorhaben zu erfahren“, sagte Bürgermeister Groll zu dem Ansinnen. Die anwesenden 18 Stadtverordneten, sieben Mandatsträger fehlten entschuldigt, wickelten die Tagesordnung in weniger als 30 Minuten ab und lieferten damit wieder einmal ein Beispiel für die positiven „Neustädter Verhältnisse“. Alle zur Entscheidung anstehenden Magistratsvorlagen wurden nach den guten Vorbereitungen in den Ausschüssen in der gewohnten Einstimmigkeit beschlossen. Nach Aufgabe der Ernst- Moritz-Arndt Kaserne, der Auflösung der Panzerbrigade 14 und zuletzt auch des Luftlandefernmeldebataillons DSO mussten auch alle mit Einheiten dieser Verbände eingegangenen Patenschaften aufgegeben werden. Mit der Verlegung der 4./Versorgungsbataillon 7 aus Unna-Königsborn in die Herrenwaldkaserne und ersten positiven Gesprächen mit dem Kompaniechef soll nun eine freundschaftliche Verbindung zu dieser Einheit aufgenommen werden. Eine überplanmäßige Aufwendung wurde beim Produkt „Steuern, allgemeine Zuweisungen und allgemeine Umlagen“ beschlossen. Der Haushaltsplan für das Jahr 2015 war bereits im November des vergangenen Jahres vom Magistrat festgestellt worden, wurde im Dezember in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht und Anfang Februar 2015 beschlossen. Nach den der Kommune im Herbst 2014 vom Hessischen Finanzministerium übermittelten Planungsgrundlagen wurden damals auch die Kreis- und Schulumlage, beziehungsweise die Kompensationsumlage festgesetzt. Inzwischen sind die endgültigen Abrechnungen dieser Zahlungen im Rathaus eingegangen. Seitens der Stadt Neustadt müssen nun insgesamt 100.000 Euro mehr geleistet werden als seinerzeit geplant. Die Mehrausgaben sind durch zusätzliche Einnahmen bei der Grundsteuer B und der Spielapparatesteuer sowie mehrerer Einsparungen weitestgehend gedeckt. Ebenfalls einstimmig beschlossen die Stadtverordneten eine weitere Beteiligung der Stadt Neustadt an der EAM GmbH & Co. KG. Hierdurch ist die Kommune zum einen am regionalen Versorgungsunternehmen beteiligt und erhofft sich zum anderen langfristig zusätzliche Einnahmen für die Stadtkasse.

Der Hartplatz „Ochsenwiese“ soll im kommenden Jahr in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Dazu entschied die Stadtverordnetenversammlung am vergangenen Montag über die Grundsatzregelungen. Diese sehen vor, dass der Hartplatz umgewandelt und der VfL 1864/87 Neustadt ein Nutzungsrecht von 50 Jahre erhalten soll. Die Kommune wird sich an dem Vorhaben mit einem Zuschuss in Höhe von 75.000 Euro beteiligen. Auch sind kommunale Bürgschaften insbesondere zur Zwischenfinanzierung zu gewähren, da die Zuschüsse von Land und Kreis zeitversetzt gezahlt werden. Insgesamt wird mit Fördergeldern in „mittlerer

sechsstelliger Höhe“ von Land und Kreis für das Vorhaben, das mit rund 600.000 Euro veranschlagt ist, gerechnet. Der Verein selbst wird sich mit ebenfalls 75.000 Euro beteiligen und will diverse Eigenleistungen erbringen. Auch Spendenaktionen sind fest eingeplant. Darüber hinaus sollen auch die anderen örtlichen Fußballvereine den Kunstrasenplatz nutzen können. Zunächst wird dies bis auf die Kosten für die Flutlichtanlage und die Platzunterhaltung kostenlos sein. Der städtische Zuschuss werde dafür quasi als Pachtzahlung herangezogen. Auf die Frage von Jörg Grasse (SPD) stellte Bürgermeister Groll klar, dass die Bedingungen für die Nutzung des Kunstrasenplatzes durch andere Vereine dann in einem separat abzuschießenden Nutzungsvertrag geregelt werden. Über zwei weitere Magistratsvorlagen zum Erwerb eines Sinkkastenreinigers für 12.500 Euro für den Bauhof sowie zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ wurde ebenfalls positiv abgestimmt. Bei dem zweiten Beschluss handelt es sich um ein Bundesprogramm. Kommunale Vorhaben können mit 90 Prozent der Baukosten gefördert werden. Der Magistrat wird die grundlegende Sanierung des Freibades anmelden. Bundesweit stehen 140 Millionen Euro zur Verfügung. Es wird allerdings mit hunderten von Förderanträgen gerechnet, sodass die Chancen für Neustadt hier zum Zuge zu kommen eher als gering einzustufen sind. Eine weitere außerplanmäßige Auszahlung in Höhe von 29.000 Euro soll zur Abdeckung der Personal- und Sachkosten der Ehrenamtskoordination in der Erstaufnahmeeinrichtung und der kommunalen Gemeinwesenarbeit für Flüchtlinge verwendet werden. Mit dieser Summe wird der städtische Haushalt allerdings nicht belastet. Der Magistrat hatte beim hessischen Sozialministerium zeitgerecht einen Antrag gemäß der Förderrichtlinie „Gemeinwesenarbeit in Quartieren mit besonderen sozialen Herausforderungen“ gestellt. Dieser Antrag war am 30.10. positiv beschieden worden. Für das Jahr 2015 wurden 29.000 Euro bewilligt. Die Kommune muss demzufolge keine eigenen Mittel aufbringen. Eine weitere Förderung durch das Land wurde bereits in Aussicht gestellt. Die Ausgabe wurde einstimmig beschlossen.

Ortsbeiratssitzung Mengsberg

Bei der Kommunalwahl am 6. März 2016 wird es erstmals seit der Gebietsreform 1974 eine parteiübergreifende Liste geben, dies gab Ortsvorsteher Karlheinz Kurz bei der Ortsbeiratssitzung am vergangenen Dienstag im Feuerwehrhaus bekannt. SPD und CDU verzichten auf eigene Wahlvorschläge. Einvernehmlich hatten sich alle Beteiligten darauf verständigt, als „Gemeinsame Liste Mengsberg“ (GLM) anzutreten. Neben Mitgliedern der beiden Parteien werden auch parteilose Mengsberger kandidieren. Die GLM sei auch als Ergebnis des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ zu sehen, so der Ortsvorsteher. „Wir haben in den Jahren seit 2011 festgestellt, dass sich in einer funktionierenden Dorfgemeinschaft viel mehr erreichen lässt, wenn über Parteigrenzen hinweg alle gemeinsam zum Wohle der Sache Zusammenarbeiten“, begründete Karlheinz Kurz die Entscheidung. Am Mittwoch, dem 18. November, soll die Listenaufstellung im Feuerwehrhaus vollzogen werden. Bei Bürgermeister Thomas Groll beantragte Kurz das Abstellen von Frostschäden und Schlaglöchern im Bereich der innerörtlichen Straßen. Dem Bauhof liegt bereits eine Liste der Schadenspunkte vor. „Immer dann wenn der Schnee weggetaut ist, sollte repariert werden und nicht erst kurz bevor es wieder schneit“, betonte Kurz. Diese Vorstellung sei in der Theorie sicher richtig, aber in der Praxis leider nicht immer durchführbar, so Groll. „Wir müssen in der Kernstadt und drei Stadtteilen agieren. Unsere Vertragsfirma hat auch noch andere Aufträge, da kann manches leider erst im Herbst angegangen werden“, betonte der Bürgermeister. Er versprach aber das Abstellen der Mängel noch in diesem Jahr. In der neuesten Prioritätenliste „Innerörtlicher Straßenbau 2016 bis 2021“, welche die Stadtverordnetenversammlung am 28. September beschlossen hatte, ist auch die grundhafte Erneuerung der Straßen „Zum Engelhain“, „An den Schuleichen“ und soweit nötig auch das „Hegeholz“ vorgesehen. In diesem Zusammenhang wies Kurz auf die in 2019 anstehende Mengsberger 725-Jahrfeier hin. „Bis dahin sollte alles fertig sein, denn dort oben im Bereich des Sport- und Freizeitgeländes wird sich die Masse der Festlichkeiten abspielen“, so Kurz. Auch die Nahwärmeleitung sollte seiner Ansicht nach bis zu diesem Zeitpunkt fertig verlegt sein. Das sah Bürgermeister Groll ebenso und will die Planungen entsprechend gestalten. An der Bedachung des Backhauses ist ein Schaden durch einen auf der Kreuzung zu nächtlicher Stunde wendenden LKW entstanden. Der Schadensverursacher konnte bisher nicht ermittelt werden. Eine Anzeige gegen unbekannt wurde gestellt. Die Schadenshöhe liegt bei rund 3.000 Euro. Der Magistrat hatte im Vorfeld bereits die Reparatur und die Kostenübernahme zugesagt. Unabhängig von dieser Beschädigung zeigt der Backofen im Inneren durch die jahrelange Nutzung so starke Beschädigungen im Bereich des Gewölbes auf, dass ein Einsturz mittelfristig zu erwarten ist. Gemeinsam hatten Ortsvorsteher, Bürgermeister und Bauamtsleiter Thomas Dickhaut bereits einen Weg gefunden, die aufgetretenen Mängel dauerhaft zu beseitigen. Kurz berichtete, dass er dafür schon ein Angebot einer Fachfirma eingeholt hatte. Erfreulich ist, dass Bürgermeister Groll für die zu erwartenden Kosten in Höhe von rund 20.000 Euro bereits einen entsprechenden Fördertopf gefunden hat. Vom Leaderprogramm erhält die Stadt 12.500 Euro und muss folglich 7.500 Euro selbst tragen. Daneben wollen die Mengsberger noch Eigenleistungen für etwa 10.000 Euro erbringen. Für den Haushalt 2016 meldete der Ortsvorsteher 10.000 Euro an, die für die Erneuerung der zwölf Fenster in der Grillhütte verwendet werden sollen. „Sie sind einfach überaltert, sehen unschön aus und lassen sich auch nicht mehr richtig schließen, weil sich die Alu-Rahmen im Laufe der Zeit verzogen haben“, stellte der Ortsvorsteher fest. Weil auch der derzeitige Kühlschrank der Grillhütte das Ende seiner Lebenserwartung erreicht hat, sollen weitere 800 Euro für die Anschaffung eines neuen Kühlschranks mit Flaschenkühler bereitgestellt werden. Mit 1.500 Euro schlägt das normgerechte Umklemmen des Stromverteilers am Festplatz zu Buche. Damit soll gewährleistet werden, dass zukünftig die Nutzung beider 63-Ampere-Steckdosen gewährleistet ist. Zum Schluss beantragte Kurz noch die zeitnahe Beseitigung der angefallenen „Blättermassen“ im Ortsbereich, wobei er besonders den Lindenplatz nannte. „Das Laub fällt im Herbst dummerweise überall zur gleichen Zeit, aber wir kommen auch noch nach Mengsberg“, versprach der Bürgermeister Abhilfe.

Einen Fachvortrag hielt Dr. Ursula Mothes-Wagener von der Agentur Naturentwicklung Marburg-Biedenkopf zum geplanten Naturschutzprojekt „Wachholderheide Schöne Aussicht“, das ab dem kommenden Jahr zur Umsetzung kommen soll. Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins hatten in 2013 bei Dr. Mothes-Wagner anlässlich eines Ortsrundganges nachgefragt, ob man die Fläche nicht einer sinnvollen Verwendung im Einklang mit den Zielen des Naturschutzes zuführen könnte. Dies wurde bejaht und die Entbuschung der Wachholderheide mit einer anschließenden Beweidung vorgeschlagen. Dazu könnten dort robuste Galloways oder Highlandrinder, Nachzüchtungen von ausgestorbenen Wildpferden oder Heidschnuckenschafe zum Einsatz kommen, um dadurch das Offenhalten einer Heide- und Magerrasenlandschaft zu gewährleisten. Nach den Worten von Dr. Ursula Mothes-Wagner ist es ausgesprochen wichtig, einen Betreuer für die rund fünf Hektar große Fläche zu finden, der diese Maßnahme über mehrere Jahre begleitet und seine Tiere dort weiden lässt. „Es wäre natürlich wünschenswert, wenn wir dafür jemanden aus Mengsberg finden könnten“, rührte Bürgermeister Thomas Groll, der an der Ortsbeiratssitzung teilnahm, bereits die Werbetrommel. Im Vorfeld soll das Areal durch Entbuschung und Entnahme der Kiefernverjüngung am östlichen Rand zur Schonung der Wacholder- und Heidekrautbestände sowie des Quellbereichs vorbereitet werden. Ein sogenannter Patura-Festzaun (fest installierter Elektrozaun) von rund 1.300 Metern Länge soll die Fläche eingrenzen. Darüber hinaus soll mit einer Informationstafel und der Herausgabe eines Infoflyers auf das Projekt hingewiesen werden.

Bürgermeister Groll nannte die geplante Maßnahme ein „Leuchtturmprojekt“ für den Naturschutz in der Kommune. Für ihn ist das Naturschutzprojekt „Wachholderheide Schöne Aussicht“ ein weiteres Mosaiksteinchen bei der Umsetzung der Ziele des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“. Die Kommune hat die bisherigen Pächter bereits angeschrieben und kurzfristige Gespräche angeregt. Ziel ist es, die Flächenverfügbarkeit so schnell wie möglich herzustellen, um die Umsetzung vorantreiben zu können. Insgesamt stehen der Stadt Neustadt für das Projekt rund 40.000 Euro aus Mitteln der „naturschutzfachlichen Ersatzzahlung“ zur Verfügung. Die Kommune hatte sich beim Regierungspräsidium Gießen um die Gelder beworben, die vom Bauherrn der Windräder bei Langenstein aufgrund gesetzlicher Vorgaben zu zahlen waren und für Naturschutzprojekte in der Region Verwendung finden sollen. Bei einer von Ortsvorsteher Kurz initiierten Abstimmung stimmten die Mitglieder des Ortsbeirates geschlossen für die Umsetzung der Naturschutzmaßnahme.

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