Neustädter Mitteilungsblatt

„Nachhaltigkeitsbericht 2025“ der Stadt Neustadt (Hessen) ab sofort online verfügbar

Die Stadt Neustadt (Hessen) hat ihren ersten Nachhaltigkeitsbe­richt für das Jahr 2025 veröffentlicht. Ab sofort steht der Bericht allen Bürgerinnen und Bürgern sowie weiteren Interessierten on­line zur Verfügung.

Der „Nachhaltigkeitsbericht 2025“ bietet einen umfassenden und transparenten Überblick über die zentralen Entwicklungen, Maß­nahmen und Fortschritte in den Bereichen Umwelt- und Klima­schutz, nachhaltige Mobilität sowie soziale Nachhaltigkeit. Er dokumentiert die Umsetzung strategischer Ziele und zeigt auf, welche Projekte im vergangenen Jahr erfolgreich realisiert werden konnten.

Darüber hinaus werden im Bericht bestehende Herausforderun­gen benannt und zukünftige Handlungsfelder aufgezeigt. Die Stadt unterstreicht damit ihr Ziel, eine nachhaltige Entwicklung langfristig und ganzheitlich zu gestalten sowie Verantwortung gegenüber kommenden Generationen zu übernehmen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Darstellung konkreter Maß­nahmen, darunter Projekte zur Reduzierung von CO2-Emissio- nen, der Ausbau klimafreundlicher Infrastruktur sowie Maßnah­men zur Stärkung sozialer Teilhabe.

„Mit dem Nachhaltigkeitsbericht schaffen wir Transparenz über unsere Fortschritte und machen zugleich deutlich, wo wir weiter­hin ansetzen müssen. Nachhaltigkeit ist eine gemeinsame Aufga­be, die nur im Dialog mit der Stadtgesellschaft erfolgreich gestal­tet werden kann“, betont Bürgermeister Thomas Groll.

Der Nachhaltigkeitsbericht ist ab sofort online verfügbar und kann über die Website der Stadt unter www.neustadt-hessen.de sowie über die Website des Klimaschutzmanagements abgerufen werden unter dem folgenden Link:

www.klimahandeln-ostkreis.de/Kommunen/Neustadt-Hessen-/

Lesung und Gespräch über Erich Honecker, die DDR und die Ostdeutschen

Am 21. Mai 2026 wird der langjährige „Spiegel“-Redakteur Nor­bert F. Pötzl um 19 Uhr im Neustädter Kultur- und Bürgerzent­rum aus seiner Biografie über den ehemaligen DDR-Staatsrats­vorsitzenden und SED-Generalsekretär Erich Honecker lesen, über die Geschichte der DDR, deren unzureichende Aufarbeitung sowie über die Entfremdung vieler Ostdeutscher von der Demo­kratie sprechen.

Norbert F. Pötzl war von Anfang 1990 bis Mitte 1994 Leiter des Berliner „Spiegel“-Büros. In dieser Eigenschaft hat der Journa­list den Untergang der DDR und die deutsche Wiedervereinigung hautnah miterlebt und darüber berichtet. Er hat in dieser Zeit so­wohl ehemalige Repräsentanten der DDR als auch Bürgerrechtler kennengelernt und mit ihnen Gespräche geführt, u.a. mit Joachim Gauck, Gregor Gysi, Erich Mielke, Manfred Stolpe, Wolfgang Thierse und Wolfgang Vogel. Er hat den Prozess gegen Erich Ho­necker wegen des Schießbefehls an der innerdeutschen Grenze beobachtet und den ehemaligen SED-Chef nach der Einstellung des Prozesses im Januar 1993 auf dessen Flug ins chilenische Exil begleitet. 2002 hat er über Honecker die erste ausführliche Bio­grafie verfasst.

Seit mehr als 30 Jahren schreibt Norbert F. Pötzl schwerpunkt­mäßig Bücher und Aufsätze über die DDR und die Gesellschaft in Ostdeutschland. So erschien 1997 unter dem Titel „Basar der Spi­one“ eine Monografie über den Rechtsanwalt Wolfgang Vogel und dessen Vermittlertätigkeit beim Austausch von Agenten und beim

Freikauf politischer Häftlinge. 2014 folgte eine umfassende Biografie über Wolfgang Vo­gel („Mission Freiheit“). 2019 veröffentlichte Pötzl das Buch „Der Treuhand-Komplex“, in dem er das Wirken der Priva­tisierungsbehörde vor allem aufgrund der kurz zuvor frei­gegeben Akten der Anstalt sachlich darstellte und viele der gegen sie erhobenen Vor­würfe ins Reich der Legen­den verwies. 2025 schließlich erschien über den früheren DDR-Devisenbeschaffer das Buch „Das Schattenreich des Alexander Schalck-Golodkowski“, das Pötzl ver­gangenes Jahr in Neustadt vorstellte.

Aus organisatorischen Grün­den bitten wir um Anmeldung bis zum 15. Mai 2026 unter Tel. 06692/89-11 oder wettlaufer@neustadt-hessen.de

Thomas Groll stellv. Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion

Die beiden Neustädter Thomas Groll und Hans-Dieter Georgi ge­hören auch nach der Kommunalwahl vom 15. März dem Kreistag Marburg-Biedenkopf an.

Kürzlich wurde Thomas Groll einstimmig in geheimer Wahl zu ei­nem der vier Stellvertreter des Fraktionsvorsitzenden Peter Hart­mann gewählt. Er erzielte hierbei das beste Ergebnis.

Groll gehört auch dem Verhandlungsteam der Christdemokra­ten an, dass mit der SPD über den Fortbestand der Koalition auf Kreisebene verhandelt.

Thomas Groll: „Im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten als Bürgermeister werde ich mich im Landkreis engagieren. Als CDU haben wir als klar stärkste nun einen Führungsanspruch. Ich stehe auch hier für Pragmatismus. Auf der Grundlage einer soliden Fi­nanzpolitik wollen wir den Landkreis gestalten.“

Konstituierende Sitzung der neu gewählten Stadtverordnetenversammlung H-D. Georgi Stadtverordnetenvorsteher – W. Ellenberg Erster Stadtrat

Am 20. April kam die am 15. März für die Legislaturperiode 2026- 2031 neu gewählte Neustädter Stadtverordnetenversammlung zu ihrer ersten Sitzung im Kultur- und Bürgerzentrum zusammen.

Bürgermeister Thomas Groll, der dazu eingeladen hatte, sprach in seiner Ansprache von einem wichtigen Tag für die Demokratie vor Ort, den man auch durch Symbole entsprechend würdigen solle. Aus diesem Grund war vor dem Gebäude geflaggt und das Stadt­oberhaupt trug seine Amtskette.

Bei einer Wahlbeteiligung von 54 Prozent (plus 4 Prozent) stärk­ten die Wählerinnen und Wähler bei der Kommunalwahl der CDU den Rücken. Die Christdemokraten konnten erneut zule­gen und kommen nun auf knapp 58 Prozent statt zuvor 52 Prozent Während sie einen Sitz gewannen, verlor die SPD zwei und kam nur noch auf 23 Prozent (minus 7 Prozent). Die Freie Wählerge­meinschaft errang ebenfalls einen Sitz mehr in der Stadtverord­netenversammlung und gewann 1 Prozent hinzu (19 statt zuvor Prozent).

Bürgermeister Thomas Groll sprach zu Beginn der Sitzung zu den Anwesenden, darunter auch zahlreiche Besucher: „Kommunal­politik ist die ehrlichste Form von Politik – denn hier merkt man sehr direkt, wenn man etwas bewegt hat, man bekommt aber auch bei Einkäufen gesagt, wenn etwas nicht funktioniert. Das ist ge­lebte Demokratie vor Ort, die Menschen kennen ihre politischen Vertreter.

Wenn ich die Stadtverordnetenversammlung und den zukünftigen Magistrat zusammennehme, dann gehören demnächst neun neue Amts- und Mandatsträgerinnen und ein „Wiedereinsteiger“ den städtischen Gremien an. Das sind 31 Prozent. Dies ist eine im Ver­gleich hohe Quote. Natürlich muss sich jeder erst zurechtfinden und wir Älteren und Erfahreneren sollten ihnen dabei helfen. Es freut mich ausdrücklich, dass auch jüngere Menschen Verantwor­tung für unsere Heimatstadt übernehmen. Frischer Wind schadet bekanntlich nur dann, wenn man das Fenster nicht öffnen will.

Bei uns in Neustadt macht Kommunalpolitik deshalb Spaß, weil wir keine Gegner sind, sondern Mitstreiter in einer gemeinsa­men Sache – das Beste für Neustadt, Momberg, Mengsberg und Speckswinkel erreichen zu wollen.

Herzlichen Dank denen, die aus Stadtverordnetenversammlung und Magistrat ausscheiden. Sie haben sich Jahre und Jahrzehnte für das Gemeinwesen eingesetzt. Wir werden sie in würdiger Form verabschieden.

Wir leben in einer Zeit, in der Vertrauen in staatliche Institutio­nen nicht selbstverständlich ist. Umso wichtiger ist es, dass wir hier vor Ort zeigen: Demokratie funktioniert – sachlich, respektvoll und lösungsorientiert.

Ich wünsche mir eine Fortsetzung des Guten und vertrauensvollen Miteinanders zwischen Fraktionen, Magistrat, Bürgermeister und Ortsvorstehern.

Der Prophet Jesaja hat gesagt: „Suchet der Stadt Bestes.“

Ich ergänze: Und zwar nicht das Beste für die eigene Fraktion – sondern für die gesamte Stadt.

Die kommenden Jahre werden keine einfachen Jahre. Wir stehen vor einer Phase ohne nennenswertes Wachstum. Gleichzeitig be­lasten aktuell – und leider wohl auch länger – hohe Energiepreise unsere Bürgerinnen und Bürger ebenso wie unsere Unternehmen und unseren städtischen Haushalt. Das bedeutet: Die Spielräume werden kleiner – die Erwartungen aber nicht.

Gerade deshalb gilt: Solide Finanzen sind kein Selbstzweck, son­dern Voraussetzung für Handlungsfähigkeit. Wir werden weiter­hin sorgfältig mit den Mitteln umgehen müssen. Nicht alles Wün­schenswerte wird auch machbar sein. Trotzdem – oder gerade deshalb – liegen wichtige Aufgaben vor uns:

Wir investieren in die Zukunft unserer Kinder mit dem Neubau eines Kindergartens.

Wir stärken die Sicherheit mit einem neuen Feuerwehrhaus und moderner Ausstattung. Wir sorgen für würdige Rahmenbedin­gungen beim Abschied geliebter Menschen mit dem Bau einer Trauerhalle in Momberg.

Wir sichern unser soziales Netz – gerade in wirtschaftlich schwie­rigen Zeiten.

Wir müssen Antworten finden auf die Frage der hausärztlichen Versorgung.

Und wir gestalten unsere Stadtentwicklung mit dem Vorhaben Bahnhof nachhaltig – ohne uns finanziell zu überheben.

Ein besonderes Augenmerk wird weiterhin auf unserer Innenstadt liegen. Die Frage ist nicht, ob sie sich verändert – sondern wie wir diesen Wandel gestalten. Hier bin ich aber dafür, dass wir auch die Realitäten anerkennen und nicht Wunschträumen hinterher­laufen.

Auch Themen wie Integration, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Lebensqualität in einer kleineren Stadt und Klimaschutz ge­hören dazu. Gerade hier entscheidet sich, ob Menschen sagen: „Hier lebe ich gern.“

Ein Wort auch an die Bürgerschaft: Nehmen sie Anteil. Beteiligen sie sich, wenn sie eingeladen werden. Seien sie durchaus auch kri­tisch und sprechen Mängel an, aber tun sie dies bitte konstruktiv. Kritik darf niemals verletzen oder beleidigen. Mit Ausnahme des Bürgermeisters sind alle Amts- und Mandatsträger schließlich eh­renamtlich tätig.“

Die Wahl des Stadtverordnetenvorstehers fand unter der Leitung von Hans-Gerhard Gatzweiler statt. Wenige Tage vor der Sitzung feierte er seinen 70. Geburtstag. Hierzu gratulierte ihm Bürger­meister Groll herzlich und dankte Gatzweiler für sein vielfälti­ges ehrenamtliches Engagement. Der Sozialdemokrat gehört der Stadtverordnetenversammlung am längsten ununterbrochen an – seit 2001 – sodass ihm diese ehrenvolle Aufgabe zukam. Auch er richtete einige Worte an die Versammlung. Der blickte dabei auf die letzten 35 Jahre Neustädter Kommunalpolitik zurück und begrüßte die eingetretenen Entwicklungen: auch wenn die CDU seit zehn Jahren eine absolute Mehrheit habe, gebe es ein wirk­lich gutes Miteinander. Alle Fraktionen seien in Entscheidungs­prozesse eingebunden und Anträge würden unvoreingenommen bewertet. Gemeinsam versuche man, die Kommune voranzubrin­gen. Die Geschäftsordnung könne man getrost zu Hause lassen, denn es gehe in den Gremien pragmatisch und sachorientiert zu. Gatzweiler bedauerte, dass für viele Fakten nicht mehr zählten und Unzufriedenheit mit der „großen Politik“ auf den Kommu­nalpolitikern abgeladen werde. Er wünschte sich eine Fortsetzung der „Neustädter Verhältnisse“ des letzten Jahrzehntes.

In der Nachfolge von Franz-W. Michels wurde auf Vorschlag der CDU dessen Parteifreund Hans-Dieter Georgi einstimmig zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt. Der 72-jährige ehe-« malige Ober­stabsfeldwebel gehört der Stadtverordne­tenversamm­lung seit 2012 an und führte in den letzten zehn Jahren die Fraktion der Christde­mokraten. Ge­orgi freute sich über die Zustimmung aller Fraktionen und rief dazu auf. gemeinsam das Beste für Neustadt auf den Weg zu bringen.

Zu seinen Stellvertretern wurden die Fraktions­vorsitzenden Jakob Gnau (CDU), Hans-Gerhard Gatzweiler (SPD) und Karsten Gehmlich (FWG) gewählt.

Schriftführerin der Stadtverordnetenversammlung ist nun Katha­rina Wacker, die Willingshäuserin ist in der Stadtverordnetenver­sammlung für Finanzen zuständig. Sie wird vertreten von Olga Mock, Frank Wüst und Rene Spatzier. Dem bisherigen Schrift­führer dankte Hans-Dieter Georgi für seine Arbeit in den letzten beiden Jahren.

Die Stadtverordnetenversammlung erklärte die Kommunalwah­len für gültig. Lediglich zur Wahl des Mengsberger Ortsbeirates hatte es einen Einspruch gegeben, der aber als unbegründet zu­rückgewiesen wurde. Hier wurde moniert, dass auf dem Stimm­zettel nicht aufgeführt gewesen sei, dass alle Bewerber zur Ge­meinschaftsliste gehören. Dies ist allerdings bei einer reinen Personenwahl nicht nötig.

Einstimmig wurde die Hauptsatzung der Kommune in zwei Punk­ten geändert. Der Magistrat wird auch in den kommenden fünf Jahren aus neun Damen und Herren bestehen. Es wird zukünftig nur noch zwei Fachausschüsse geben: Grundsatzangelegenheiten, Finanzen und Soziales sowie Stadtentwicklung, Umwelt und Kli­maschutz. Der Ausschuss für Familie, Soziales und Kultur soll nicht fortbestehen.

Die beiden Ausschüsse werden weiterhin im Benennungsverfahren besetzt. Die CDU stellt 5, SPD und FWG jeweils 2 Mitglieder.

Als das Ergebnis der Magistratswahl von Georgi verkündet wurde,

gab es Unruhe und Staunen. Während die FWG planmäßig 5 Stim­men erhielt waren es bei der CDU 14 und der SPD nur 4. Ein Frak­tionsmitglied der SPD hatte also die Christdemokraten gewählt. Ob Versehen oder Absicht bleibt offen. Durch dieses unerwartete Ergebnis verändert sich die erwartete Sitzverteilung im Magistrat aber nicht.

Im neuen Magistrat stellt die CDU zukünftig 5 Mitglieder (Wolf­ram Ellenberg, Klaus Schwalm, Walter Schmitt, Elena Georgi und Martin Merle), die SPD 2 (Thomas Horn und Andrea Bauscher) und die FWG ebenfalls 2 (Horst Bätz und Jessica Gehmlich-Rust.) Da die Hauptsatzung zunächst aber nur von fünf Magistratsmit­gliedern ausgeht und die Änderung erst noch veröffentlicht wer­den muss, werden Elena Georgi, Martin Merle, Andrea Bauscher und Jessica Gehmlich-Rust erst in einer Sondersitzung am 4. Mai eingeführt.

Die anderen Damen und Herren erhielten bereits an diesem Abend von Bürgermeister Thomas Groll die Ernennungsurkunde und wurden von Stadtverordnetenvorsteher Hans-Dieter Georgi verpflichtet und vereidigt. Wolfram Ellenberg fungiert wie bereits seit 2016 auch weiterhin als Erster Stadtrat.