Neustädter Mitteilungsblatt

Neustadts Jugendliche verbringen einen Tag an und auf dem Eis

Am Sonntag, dem 18. Januar 2015 hat erneut ein Ausflug der Stadtjugendpflege stattgefunden.

Diesmal ging es in die Frankfurter Eissporthalle. Hier war zunächst das eigene Geschick auf den Schlittschuhen gefragt, anschließend haben wir dem DEL2-Spiel der Frankfurter Löwen gegen die Fischtown Pinguins (Bremerhaven) beigewohnt.

Erneut kamen bei diesem Ausflug Neustadts und Stadtallendorfs Jugendliche zusammen, um die in Winterberg (siehe: Bericht über die Winterbergfreizeit, im letzten Mitteilungsblatt) entstandenen Freundschaften weiter zu pflegen.

So ging es gegen 11.00 Uhr in Neustadt los. Hier bestiegen sieben gut gelaunte und motivierte Mädchen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren das Werbemobil der Stadt Neustadt. Anschließend trafen wir uns mit sechs weiteren Jugendlichen in Stadtallendorf. Nun wurde die Fahrt nach Frankfurt gemeinsam fortgesetzt.

An der Eissporthalle angekommen, wurden zunächst die passenden Schlittschuhe ausgeliehen. Daraufhin ging es direkt auf die gut präparierten Eisflächen. Insgesamt konnten die Jugendlichen hier über drei Stunden gemeinsam auf den unterschiedlichen Innen- und Außenflächen verbringen. Die meiste Zeit über, wurde der Sonnenschein am Sonntagnachmittag genutzt und die Runden auf dem Außenring der Frankfurter Eissporthalle gedreht.

Nachdem alle wohlbehalten ihr Talent auf zwei Kufen unter Beweis gestellt hatten, bereiteten wir uns auf das bevorstehende Eishockeyspiel vor. Einige nahmen noch eine Stärkung, vor oder in der Eissporthalle, zu sich. Nachdem wir die Aufwärmphase beider Teams beobachten konnten, wurde die Partie angepfiffen.

Nun wurde uns ein spannendes Spiel geboten, dieses nahm nach einem 0:1-Rückstand der Löwen schließlich noch ein versöhnliches Ende, indem die Frankfurter das Spiel im letzten Drittel zu einem

2:1-Heimsieg ummünzen konnten. Die Jugendlichen unterstützten kräftig das Heimteam, schließlich hatte uns dieses freundlicherweise die Tickets gratis zur Verfügung gestellt. Hier wurden alle von der Stimmung in der Eissporthalle angesteckt und hatten rückblickend betrachtet einen sportlichen und ereignisreichen Tag mit vielen neuen Eindrücken.

Forstbetriebsgemeinschaft Marburg-Kirchhain sieht angedachte Neuregelung der Beförsterungs- kosten durch das Land Hessen kritisch

Die Forstbetriebsgemeinschaft Marburg-Kirchhain (FBG) vertritt neun kommunale und 70 private Waldbesitzer mit einer Gesamtfläche von rund 11.500 ha, die weit überwiegend vom Landesbetrieb Hessen-Forst betreut werden.

Unter dem Vorsitz von Neustadts Bürgermeister Thomas Groll befasste sich die Forstbetriebsgemeinschaft in den letzten Wochen mehrfach mit den geplanten neuen Beförsterungskosten des Landes Hessen.

Auch wenn mittlerweile Gespräche zwischen dem Hessischen Waldbesitzerverband und dem Umweltministerium über die Thematik geführt werden, sieht es die FBG als notwendig an, ihre Stimme in der Angelegenheit zu erheben und hat sich auch gegenüber der zuständigen Staatsministerin Priska Hinz sowie verschiedenen Abgeordneten des Hessischen Landtages hierzu geäußert.

Im entsprechenden Anschreiben verweist Vorsitzender Thomas Groll darauf, dass man Verständnis für die sich aus der Haushaltslage des Landes ergebenden Sachzwänge aufbringe. Auch könne man nachvollziehen, dass die „Schuldenbremse“ ein Handeln bei den seit Jahren unveränderten Beförsterungskosten notwendig mache. Gleichwohl halte man den eingeschlagenen Weg für falsch. Nach dem Dafürhalten der FBG sollten die privaten Waldbesitzer und die sie vertretenden Institutionen und Verbände im Herbst 2014 durch die Landesregierung vor vollendeten Tatsachen gestellt werden. Anders könne man das Vorgehen mit einer äußerst kurz bemessenen Anhörungszeit nicht bezeichnen.

Es sei, so Groll, daher zu begrüßen, dass sich die Landesregierung aufgrund einer Vielzahl von Protesten dann doch zu einem anderen Vorgehen entschlossen habe und nun mit den Betroffenen gemeinsam über Lösungen nachdenke. Die FBG hält die zunächst angedachte Erhöhungen um im Mittel rund 400 % bei den Beförsterungskosten eindeutig für zu hoch. Hier werde mit dem „Holzhammer“ gearbeitet.

In Kenntnis der Notwendigkeiten spreche man sich für eine schrittweise Anhebung der Beförsterungskosten aus. Beim Kommunalwald sei seinerzeit ähnlich verfahren worden. Aber auch bei einem solchen Vorgehen dürfe die Erhöhung in der Addition keinesfalls das o. g. Ausmaß erreichen, sondern müsse in der Summe moderater gestaltet werden. Namens der Forstbetriebsgemeinschaft Mar- burg-Kirchhain verweist Thomas Groll darauf, welche wertvollen Aufgaben gerade auch von den privaten Waldbesitzern für die Gesellschaft wahrgenommen werde:

Sie erhalten einen Teil unserer Kulturlandschaft und gewährleisten die zahlreichen Schutzfunktionen ihres Waldes.

Sie leisten einen Beitrag zur Energiewende.

Sie stellen ihre Wälder als Lernort für Kindergärten und Schulen zur Verfügung.
Sie stellen ihre Wälder für die Freizeitnutzung der Bevölkerung zur Verfügung.

Sie versorgen unsere Industrie mit dem derzeit knappen, nachwachsenden Rohstoff Holz und tragen zur regionalen Wertschöpfung bei.

511. Neustädter Trinitatis-Kirmes vom 29. Mai bis 1. Juni 2015

Besucher dürfen sich auf ein tolles Unterhaltungsprogramm freuen!

In diesen Tagen konnten laut Bürgermeister Thomas Groll die Vertragsgespräche für das musikalische Programm der 511. Neustädter Trinitatis-Kirmes erfolgreich abgeschlossen werden. „Es ist uns gelungen, klasse Künstler und Partybands für das größte Volksfest im Marburger Land zu verpflichten“, so der Bürgermeister.

Am Freitagabend werden „Die Filsbacher“ im Rahmen der zweiten „Wiesengaudi“ in der Lehmkaute auf spielen. Die fünf Musiker sind die rockigste Versuchung, seit es Schlager gibt und ein Gütesiegel für frische, dynamische und einwandfrei gecoverte deutschsprachige Musik. Für Freunde der modernen Volksmusik und des deutschen Schlagers sind die Auftritte der „Filsbacher“ immer wieder ein Leckerbissen. Auftritte beim Bad Dürkheimer „Wurstmarkt“, der SWR4-Schlagerparty oder dem größten Oktoberfest in Rheinland-Pfalz belegen die Beliebtheit dieser Gruppe. Mehr zu erfahren gibt es unter www.die-filzbacher.de

Als Stargäste für den Kirmesauftakt wurde „Die Schlagermafia“ verpflichtet. Seit 2005 tourt „Die Schlagermafia“ als erste Schlagerboygroup der Welt durch Deutschland, Österreich, Luxemburg, Mallorca und die Schweiz. Nach nunmehr zehn Jahren haben die beiden Musiker insgesamt über 800 Auftritte absolviert, standen mit so ziemlich allen bekannten deutschen Musik- und Schlagerstars auf den Bühnen und haben diverse TV-Shows bei MDR, SAT 1, RTL, NDR oder RTL II mit ihrer unbekümmerten Art bereichert. Ob auf Stadtfesten, Schlagerpartys, Oktoberfesten, im Karneval oder in Discotheken: „Die Schlagermafia“ ist immer und überall ein Partygarant! Mehr unter www.schlagermafia.de

Am Samstagabend kommen die „Grumis“ in die Junker-Hansen- Stadt. Sie sind Frankens erfolgreichste Stimmungsmacher. Sechs Vollblutmusiker garantieren Top-Live-Qualität und sorgen für echte Partylaune. Von der zünftigen Festzeltgaudi über das volle Ballermann-Feeling bis zu Classic-, Rock- und brandaktuellen Chart- Hits. Die „Grumis“ haben das ganze Programm drauf und rocken das Zelt. Kommen, hören, mitfeiern! Alleine die Auftritte in 2014 sprechen für sich: Freimarkt Bremen, Cannstatter Wasen Stuttgart, Herbstdult in Regensburg, Volksfeste in Nürnberg, Landshut und Würzburg. Schauen Sie mal unter www.grumis.de nach, um mehr zu erfahren.

Am Sonntagabend heißt es dann „Wir spielen die Musik – und Sie feiern“. Mr. Starlight & Band bieten Rock und Pop, aktuelle Titel, Oldies, Evergreens, Volksmusik und selbstverständlich Stimmungsmusik – auch zum Mitsingen, www.mr-starlight.de

Den Frühschoppen am Kirmesmontag werden in diesem Jahr die „Spessart-Eichen“ musikalisch gestalten. Dabei handelt es sich um fünf Vollblutmusikanten, die mit volkstümlicher Musik und bekannten Evergreens sowie deutschen und internationalen Schlagern ein abwechslungsreiches Programm verbunden mit humorvoller Moderation bieten. Mehr unter www.die-spessarteichen.de

Den Abschluss bilden nach dem Erfolg der vergangenen beiden Jahre am Kirmesmontag wieder „Die Spaßrebellen“ mit ihrem „Anführer“ Mike „dem Bademeister“ Haidorn. (www.spassrebellen.de)

In den kommenden Wochen, so Bürgermeister Thomas Groll weiter, werde nun das gesamte Kirmesprogramm den notwendigen „Feinschliff“ erhalten. Dazu seien natürlich auch Gespräche mit dem Generalpächter Konrad Ruppert und dem neuen Festwirt Adi Ahlendorf vorgesehen.

Bereits heute verspricht er aber zwei Leckerbissen für den Festzug und die anschließende Musikshow in der Lehmkaute. Auf vielfachen Wunsch wurde die Show- and Brass Band der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld erneut verpflichtet und die Kasteler Musikanten aus Rüsselsheim werden ebenfalls mit von Partie sein.

Aus der Ortsbeirats-Sitzung Neustadt

Neben der Beratung über den Haushaltsentwurf 2015 hatte Ortsvorsteher Klaus Groll wieder zahlreiche weitere Punkte bei der ersten Ortsbeiratssitzung des Jahres auf die Tagesordnung gesetzt. Im Neustädter Ortsbeirat werden fast schon traditionsgemäß „viele Kleinigkeiten“ in der Tagesordnung aufgelistet, welche die anderen Ortsbeiräte unter „Verschiedenes“ behandeln.

Da sich im Haushaltsentwurf des Magistrates sogar mehr Ansätze für die Kernstadt wiederfinden als in der „Wunschliste“ des Ortsbeirates war der erste Punkt der Tagesordnung relativ schnell abgehakt.

Alle Ortsbeiratsmitglieder stimmten für das Zahlenwerk des Kämmerers. Nach der im vergangenen Jahr durch Hessen Mobil vorgelegten Planung hätte der erste Bauabschnitt in der Hindenburgstraße (von der Sparkasse bis zum Neukauf-Markt) längst abgeschlossen sein sollen. Dem ist allerdings nicht so.

Nach Auskunft von Bürgermeister Groll liegt das Problem vorrangig bei den im Straßenkörper relativ hoch verlegten Versorgungsleitungen, die den neuen Gegebenheiten erst angepasst werden müssen. Die Baumaßnahme wird sich deshalb noch bis zum Frühjahr hinziehen.

Im Anschluss erfolgt dann der zweite Bauabschnitt bis zur Querallee.

Da die lange Schließung des Hallenbades bei vielen Kernstädtern nach Aussage von Ortsvorsteher Klaus Groll auf Unverständnis gestoßen sei, erläuterte Bürgermeister Groll noch einmal die Personalprobleme im Bereich der Bäder und vor allem die statischen Probleme am Dach des Bades, die erst mit einer Verstärkung der Leimholzbinder gelöst werden konnten. Mittlerweile steht das Bad aber wieder zur Verfügung.

Die Situation im „Haus der Begegnung“ bezeichnete Klaus Groll nach den durchgeführten Arbeiten als zufriedenstellend. „Die kostengünstige Lösung bei der abgenommenen Saaldecke macht einen guten Eindruck. Wenn die Schiebetür zum Vorraum geschlossen ist merkt man es eigentlich nicht“, betonte er. Allerdings kommen auf die Vereine zukünftig Mehrkosten in Höhe von rund 200 Euro pro Veranstaltung für den Brandsicherheitsdienst zu, der bei allen Veranstaltungen über 200 Besuchern anzuordnen ist.

Bürgermeister Groll strebt im Verlauf des ersten Halbjahres 2015 eine Entscheidung über das künftige Neustädter Bürgerhaus an. In der Diskussion ist neben einer schrittweisen Sanierung des „Hauses der Begegnung“ auch eine Nutzung der Waldschulturnhalle gemeinsam mit dem Kreis als eine Art Mehrzweckhalle. Hier müssen aber erst, so der Bürgermeister, Zahlen auf den Tisch. Zudem müsste man wissen, wie eine solche Mehrfachnutzung organisatorisch gestaltet werden soll. Thomas Groll ist diesbezüglich in Gesprächen mit dem Kreis.

Ein weiteres Thema war die geplante Aufnahme von Flüchtlingen in der leerstehenden Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne. Die Belegung ist offensichtlich eine beschlossene Sache. Nach Bürgermeister Thomas Groll vorliegenden Informationen dürfte die Entscheidung über die Einrichtung eines Erstaufnahmelagers durch das hessische Sozialministerium unmittelbar bevorstehen.

Bereits ab Mitte März könnte dann die Unterbringung von zunächst etwa 350 Asylbewerbern erfolgen. Bis dahin gebe es aber noch Sanierungsbedarf, insbesondere auch im Bereich des Brandschutzes. Im Laufe der nächsten Monate sollen dann weitere Gebäude hergerichtet werden, so dass letztendlich eine Kapazität von etwa 1.000 Plätzen zur Verfügung stünde. Hiervon sollten aber nur bis zu 75 % belegt werden. Der Regierungspräsident habe zugesagt, kurzfristig nach der endgültigen Entscheidung zu einer Informationsveranstaltung nach Neustadt kommen zu wollen.

„Ein Bevölkerungszuwachs von bis zu 15 % ist eine große Herausforderung für die Stadt. Es ist dann schlagartig ein neuer Stadtteil entstanden“, stellte der Bürgermeister fest.

Den Zustand des Ehrenmals beim Junker-Hansen-Turm bezeichneten Bürgermeister und Ortsvorsteher als „unschön und dringend verbesserungswürdig“. Im Haushalt 2015 sind für eine Neugestaltung 20.000 Euro vorgesehen. Seitens des Ortsbeirates wurde als ein möglicher Standort eine Grünfläche zwischen Stadtmauer und Rabenauparkplatz (gegenüber dem Brunnen) ins Gespräch gebracht.

Bürgermeister Groll mochte sich damit aber nicht so recht anfreunden. „Dieser Platz ist mir zu belebt. Kinder und Jugendliche könnten das Ehrenmal als Spielplatz nutzen und auch die direkte Nähe zum Parkplatz finde ich nicht besonders ansprechend. Mein Wunschstandort wäre der Friedhof, dann könnte man die Kapelle in die Gedenkfeier miteinbeziehen“, so Groll. Er räumte allerdings ein, dass er den idealen Platz am Friedhof noch nicht gefunden habe. Ein neues Ehrenmal am alten Standort hielt er auch für vorstellbar.

Nun wollen sich alle Verantwortlichen zunächst über die Gestaltung Gedanken machen und dann einen Standort festlegen. Der Bürgermeister kündigte zur nächsten Sitzung einen Gestaltungsvorschlag an.

Die geringe Resonanz beim diesjährigen Nikolausmarkt ist für den Ortsbeirat Ansporn nach Verbesserungen zu suchen.

„Der letzte Markt war einfach, bescheiden und ohne Herzblut organisiert“, stellte Klaus Groll fest.

Diese Einschätzung fand der Bürgermeister doch recht populistisch. „Natürlich war vieles nicht ideal, aber man muss auch die Realitäten zur Kenntnis nehmen. Für einen Tag bekommt man weder auswärtige Standbetreiber noch ein Kinderkarussell. Dann möchte natürlich fast jeder ein Dach über den Kopf und kaum einer draußen stehen. Und auch das Wetter hat seinen Teil dazu bei tragen, dass keine rechte Stimmung aufkam, es fehlten Frost und Schnee zu einer richtig adventlichen Stimmung“, betonte Groll.

Darüber hinaus hatte es den Ortsbeirat überrascht, dass die Neustädter Gewerbetreibenden an diesem Tag wie gewohnt ihre Geschäfte bereits um 13.00 Uhr geschlossen hatten. Klaus Groll schlug vor, zukünftig dem Ortsbeirat die Planung und Organisation des Nikolausmarktes zu übertragen. „Selbstverständlich unter Einbeziehung des Magistrates und des Gewerbevereines“.

Dieser Vorschlag fand auch die Zustimmung des Bürgermeisters. Er machte aber auch darauf aufmerksam, dass der Ortsbeirat mit dem knappen Budget der Vergangenheit auskommen müsse und ebenfalls die oben dargestellten Schwierigkeiten haben werde. „Aber einen Versuch ist es allemal wert“, so Thomas Groll.

Abschließend befasste sich der Ortsbeirat noch mit einem Antrag der SPD-Stadtverordnetenfraktion, der am 2. Februar 2015 Tagesordnungspunkt der nächsten Stadtverordnetenversammlung sein wird. Dieser sieht neben einer Verkleinerung des Stadtparlamentes von derzeit 25 auf die nach der hessischen Gemeindeordnung vorgesehene Mindestzahl von 23 Parlamentariern auch die Auflösung des Ortsbeirates in der Kernstadt vor.

Nach Meinung der SPD hat die Einrichtung des Ortsbeirates der Kernstadt nicht den gewünschten Erfolg einer stärkeren Mobilisierung und Einbindung der Bevölkerung gebracht. Es sei nicht gelungen, zusätzliche Kernstädter für ehrenamtliche Aktivitäten zu begeistern.

„Warum soll der Kernstadt nicht auch ein Sprecherorgan zustehen? Man solle uns zumindest noch eine Legislaturperiode geben. Wir haben doch gerade erst angefangen“, wandte sich Andrea Bauscher gegen den Antrag.

„Wenn man den Ortsbeirat der Kernstadt abschafft dann müssten eigentlich auch die der Stadtteile gestrichen werden“, argumentierte Horst Bätz.

Für Hermann Schulze hat der Ortsbeirat sicherlich nicht die Sterne vom Himmel geholt. „Aber wir haben doch einiges bewegt“, so Schulze.

Mit einer Ja- gegen sechs Nein-Stimmen empfahlen die Ortsbeiratsmitglieder den SPD-Antrag abzulehnen.

Aus der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses

In „Zweiter Lesung“ berieten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses am letzten Mittwoch nur kurz über den von Bürgermeister Thomas Groll im vergangenen Dezember eingebrachten Haushaltsentwurf 2015.

Dessen wesentliche Punkte waren bereits bei der ersten Zusammenkunft des Gremiums am 8. Januar 2015 sowie in den nachfolgenden Ausschuss- und Ortsbeiratssitzungen ausreichend erörtert worden.

Bürgermeister Thomas Groll nahm noch einmal Bezug auf die vorgenommenen Änderungen am Zahlenwerk, die im Wesentlichen aus der Verwendung von rund 150.000 Euro resultieren, die nun zusätzlich zur Verfügung stehen.

Hans-Gerhard Gatzweiler hatte bei der ersten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses auf diesen Umstand hingewiesen, der auf einen Rechenfehler der Verwaltung zurückzuführen.

Alle Ausschussmitglieder stimmten dem Zahlenwerk nebst Änderungen zu und empfahlen damit der Stadtverordnetenversammlung die Annahme des Haushaltes 2015.

In der Änderung sind auch 70.000 Euro enthalten, welche die Stadt nun für die notwendige Sanierung der Mengsberger Trinkwasserversorgungsanlage verwenden will. Über die dafür eigentlich eingeplante außerplanmäßige Ausgabe, die noch auf der Tagesordnung stand, brauchten die Ausschussmitglieder daher nicht mehr abzustimmen. In diesem Zusammenhang hält Bürgermeister Groll grundsätzliche Veränderungen bei der Wasserversorgung der Neustädter Stadtteile für notwendig. Einen entsprechenden Prüfauftrag hatte die Stadtverordnetenversammlung dem Magistrat im vergangenen Jahr bereits einstimmig erteilt. In Betracht käme eine Übertragung der Versorgungseinrichtungen an einen Zweckverband oder ein kommunales Unternehmen, aber auch (nur) eine komplette Betriebsführung durch einen Dritten.

Entsprechende Gespräche mit dem Zweckverband Mittelhessischer Wasserwerke (ZMW) und den Stadtwerken Marburg wurden bereits aufgenommen. Mit Ergebnissen rechnet Thomas Groll zur Jahresmitte.

Die Kommune müsse hier langfristig planen, so Groll. Der Vorarbeiter des städtischen Bauhofes betreue auch die Wasserversorgungsanlagen in den drei Stadtteilen. Er verfüge als einziger über das notwendige Wissen. Sein Ausscheiden aus dem Dienst stünde in rund fünf Jahren an. Dies zeige, dass Handlungsbedarf bestehe. Der Bürgermeister hält es nicht für ratsam, diese Arbeiten auch zukünftig durch den Bauhof erledigen zu lassen. „Die rechtlichen Anforderungen steigen immer mehr. Hier ist ein 24-Stunden- Dienst an sieben Tagen in der Woche notwendig. Das können wir ohne eine zusätzliche Kraft nicht leisten“, so Groll.

Bereits vor rund zehn Jahren wurde schon einmal über eine Abgabe der Wasserversorgung an den ZMW nachgedacht. Damals hätte der Verband die drei Stadtteile zu gleichen Konditionen wie die Kernstadt aufgenommen, dies werde heute sicher nicht mehr der Fall sein, so die Erwartung des Bürgermeisters. „Leider bewahrheitet sich auch hier der Spruch, dass man hinterher schlauer ist als vorher“, stellte der Bürgermeister fest.

Ein Problem für eine wirtschaftliche Übernahme, aber auch für eine kommunale Versorgung, sei die in sich geschlossene „Inselversorgung“ der Stadtteile. „Wir brauchen zwei Brunnen und eine Quelle (Momberg) und drei Hochbehälter, dass macht es teuer und aufwendig“, betonte Groll.

Einstimmig stimmten die Ausschussmitglieder auch dem Vertrag zu, der zum Zweck der Zusammenführung und Neustrukturierung des kirchlichen Kindergartens Momberg mit dem kommunalen Kindergarten Mengsberg zwischen der Stadt und der katholischen Kirchengemeinde Momberg ausgehandelt worden war. In diesem Zusammenhang stehen in den kommenden Wochen diverse Ortstermine an, um die Zusammenführung vorzubereiten, die notwendigen Umbauarbeiten festzulegen bzw. Zeitpläne zu entwerfen.

Darüber hinaus plant die Stadt für Ende März/Anfang April einen Elterninformationsabend, bei dem die zukünftige Kindergartenbetreuung für beide Stadtteile nochmals besprochen werden soll.

Zur angedachten Unterbringung von Flüchtlingen in der derzeit leerstehenden Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne berichtete Bürgermeister Groll von einem für den 10. Februar 2015 anstehenden Gespräch beim Regierungspräsidenten in Gießen. „Ich denke, dass es danach relativ schnell gehen wird“, vermutete Groll. Vor einer Belegung der Kaserne werde es aber auf alle Fälle eine Informationsveranstaltung mit Regierungspräsident Dr. Lars Witteck in Neustadt geben.

Auch in der leerstehenden US-Kaserne in Büdingen sollen zukünftig bis zu 800 Flüchtlinge untergebracht werden. Rund 600 interessierte Bürger hatten in der vergangenen Woche dort an einer solchen Informationsveranstaltung teilgenommen.

Abschlägig beschieden die Ausschussmitglieder den Antrag der SPD-Fraktion zur Abschaffung des Ortsbeirates in der Kernstadt. Lediglich Thomas Horn (SPD), der zuvor noch einmal für die Annahme des Antrages geworben hatte, stimmte dafür.

Die im gleichen Antrag geforderte Verkleinerung des Stadtparlamentes von derzeit 25 auf die nach der hessischen Gemeindeordnung vorgesehene Mindestzahl von 23 Mandatsträgern wurde gegen die Stimme von Horst Bätz (FWG) angenommen. „Mit der Verkleinerung des Parlamentes können wir uns abfinden. Mit einer Abschaffung des Neustädter Ortsbeirates nicht“, argumentierte Franz Wilfried Michels für die CDU-Fraktion.

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