Senioren-Karneval macht eine Pause

Stadt Neustadt und Vereine verzichten in diesem Jahr auf Traditionsveranstaltung

Nach sinkendem Interesse in den vergangenen Jahren fällt der Seniorenkarneval in Neustadt in dieser Kampagne aus. Bürgermeister Thomas Groll spricht von einer „schöpferischen Pause“.

von Michael Rinde

Neustadt. Annähernd 40 Jahre, so schätzt Bürgermeister Groll, gibt es den Seniorennachmittag mit einem Auszug aus den Programmen der karnevalstreibenden Neustädter Vereine bereits. In diesem Jahr fällt die Veranstaltung laut einer gemeinsamen Erklärung von Stadt und Vereinen aus. Das Interesse an jenem Samstagnachmittag im Haus der Begegnung sei stetig zurückgegangen, erklärt Groll im Gespräch mit der OP. Er schätzt, dass rund 100 Senioren im vergangenen Jahr noch dabei gewesen seien. „Im Saal waren am Ende vielleicht rund 150 bis 180 Leute“, so Groll. Deutlich weniger als zu den Glanzzeiten mit mehreren Hundert Besuchern.

Das Aus bedeutet diese Absage aber keineswegs, wie alle Beteiligten betonen. Groll spricht von einer „schöpferischen Pause“. Er hofft auch auf neue Anstöße und Ideen während dieser Pause. Klar ist, dass es nun einige Jahre dauern dürfte, bis es zur Neuauflage kommt. Denn im nächsten Jahr steht das Haus der Begegnung nicht zur Verfügung, es wird abgerissen und neu gebaut, wie die OP mehrfach berichtet hat. Das hat nicht nur für den Seniorenkarneval weitreichende Konsequenzen. Im vergangenen Jahr gab es bei den Sitzungen der Neustädter bereits „Abrisspartys“ in Erwartung der Schließung. Da stand noch eine Sanierung im Raum.

Ob der Karneval in Neustadt nächstes Jahr mangels Raum ganz ausfällt, sei aber noch völlig offen, betont Groll auf Nachfrage. Allein in der laufenden Kampagne sind fünf große Veranstaltungen – vom VfL, der katholischen Frauengemeinschaft St. Maria, dem Frauenverein, der Kolpingfamile und dem Jugendblasorchester – im „Haus des Karnevals“ geplant.

Bei der Zukunft des Seniorenkarnevals werde es für einen erfolgreichen „Neustart“ notwendig sein, Veränderungen vorzunehmen. Dabei seien neben der Kommune und den Vereinen alle an der Fortführung des Seniorenkarnevals Interessierten gefragt, heißt es in der Pressemitteilung. Jetzt hoffen Vereine und Stadt auf Rückmeldungen und Anregungen, um zu einem neuen Konzept nach der „schöpferischen Pause“ zu gelangen. Ansprechpartner seien die Vereine oder Sonja Stark bei der Stadtverwaltung, so Thomas Groll.

Er verweist allerdings darauf, dass Neustadts Senioren trotzdem nicht ohne eigene Veranstaltung auskommen müssen. So gibt es den Seniorentreffpunkt B in Momberg am 28. Januar ab 14.11 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus und einen Nachmittag bei „3×20 plus+minus“, dem Seniorenangebot der katholischen Kirchengemeinde, geplant am 7. Februar ab 15 Uhr.

„Und natürlich gehören Senioren auch zu allen übrigen Sitzungen unserer Vereine“, betont Groll.

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