„Regenbogen" erhält Neubau am Standort „Allee" – MNZ

Neustädter Stadtverordnete stimmen sofortigem Baubeginn für die Kindertagesstätte zu
Neustadt (sol). Einstimmig haben Neustadts Stadtverordnete in ihrer jüngsten Sitzung den Neubau der Kindertagesstätte „Regenbogen“ mit integrierter städtischer Bücherei beschlossen.
Da der Neubau mit gut 1,95 Millionen Euro deutlich teurer – rund 83 000 Euro mehr als ursprünglich geplant – ausfällt, als im Herbst 2009 geschätzt, hatte die Stadt darüber nachgedacht, den Bau auf 2011 zu verschieben und die Arbeiten neu auszuschreiben (diese Zeitung berichtete).
Diese Bedenken scheinen nun ausgeräumt: Anfang Juli wird die Stadt mit den Bauarbeiten am Standort „Allee“ beginnen, sagt Bürgermeister Thomas Groll (CDU). Darin enthalten sind auch die nötigen Bodenverbesserungsarbeiten. Damit setzt die Stadt den mit den Fachbehörden, Erzieherinnen und Elternvertretern abgestimmten Plan um, der auch vom Kreisausschuss Marburg-Biedenkopf genehmigt worden war. Dachdecker- und Klempnerarbeiten werden dagegen neu ausgeschrieben. Ein Auftrag soll noch dieses Jahr vergeben werden.
Mit dem jetzigen Baubeginn bleiben der Stadt auch die zugesagten Fördermittel von Land und Kreis in Höhe von insgesamt 750 000 Euro sowie eine „Kulanzzahlung“ von 35 000 Euro der Sparkassenversicherung Hessen-Thüringen erhalten: Das Regierungspräsidium Kassel bewilligt für „Regenbogen“ einen Zuschuss für die zwölf neuen Plätze der unter Dreijährigen. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf schießt zehn Prozent aus dem Kreisjugendplan zu den Gesamtbaukosten zu.
■ Baubeginn sichert Fördermittel
In der Kreisverwaltung in Marburg übergaben gestern Landrat Robert Fischbach (CDU) und der Erste Kreisbeigeordnete Karsten McGovern (Grüne) die Bescheide für die neue Kindertagesstätte an Bürgermeister Groll. Mit dem Neubau bekämen die Kinder und die Erzieher eine gute und zeitgemäße Kindertagesstätte, sagten beide. Er sehe in dem Neubau auch die Chance, das Betreuungsangebot auszubauen und die Tagesstätte auch als Familienzentrum zu nutzen, sagte Groll: „Auch durch die Angliederung der Bücherei und die Nähe zur Martin-von-Tours-Schule ergeben sich neue Möglichkeiten.“ Vier Gruppen, darunter eine integrative, sollen im Neubau Platz finden.
Die Stadtverordnetenversammlung besprach auch einen Prüfantrag der SPD-Fraktion, zu welchen Bedingungen die sogenannte „Faire Milch“ des Bundes Deutscher Milcherzeuger in den städtischen Kindergärten Neustadts eingesetzt werden könne. Die „Faire Milch“ werde nicht mit Mitteln
der Schulmilchförderung unterstützt, da die Landwirte bereits einen subventionierten Auszahlungspreis erhalten würden, antwortete Groll auf den Antrag. „Faire Milch“ könne über die Beschäftigungsgesellschaft „Integral“ zum Ladenpreis bezogen werden. Laut „Integral‘-Aussage würde eine Anlieferung nicht gesondert berechnet. Alternative sei, die
„Faire Milch“ bei einem Lebensmittelmarkt in Neustadt zu kaufen. Nach Aussage des Marktleiters wäre eine Anlieferung an die Kindergärten kostenlos, so Groll.
■ „Faire Milch“ in Kindergärten?
In den Kindergärten der Stadt seien 2009 rund 2400 Liter Milch getrunken worden. Die Ausgabe von „Fairer Milch“ würde jährlich rund 850 Euro mehr kosten. Für die Eltern, die zur Zeit drei Euro Verpflegungspauschale, in die auch Kosten für Bastelmaterial fallen, zahlen, bedeute eine Versorgung mit „Fairer Milch“ eine Erhöhung dieser Pauschale von etwa 30 Cent.
Die Elternbeiräte der Kindergärten „Sonnenschein“, „Zwergenstübchen“ und „Regenbogen“ würden laut einer Umfrage der Stadt ein mögliches Angebot von „Fairer Milch“ begrüßen, so Groll. Die Eltern im Kindergarten „Sterntaler“ wollten dies laut Fragebogen nicht.

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