Tempo 30 für fünf Straßen?

Der Momberger Ortsbeirat und Bürger tragen Wünsche an die Stadt Neustadt heran
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Der Verkehr in Neustadt und den Stadtteilen – insbesondere auf den „großen“ Straßen, die in die Ortschaften hineinführen – ist immer wieder ein viel diskutiertes Thema. Nun ist es erneut brandaktuell: Insbesondere in Momberg und in der Kernstadt wird an verschiedenen Stellen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde angeregt.
Im größten Stadtteil hat der Ortsbeirat einen Wunsch an die Gemeindeverwaltung herangetragen, den zahlreiche Bürgerinnen und Bürger unterstützen. „Die Speckswinkeler und die Mengsberger Straße sind sehr stark und schnell befahren, vor allem an den Ortseingängen“, sagt Ortsvorsteher Timo Stark und betont, dass es gerade für Kinder daher gefährlich sei, diese beiden Hauptverkehrsstrecken zu überqueren.

Schon vor Jahren war die Forderung nach Querungshilfen aufgekommen, aber daran gescheitert, dass die notwendigen Mindestwerte bei Erhebungen nicht erreicht wurden, erinnert sich Stark. Doch inzwischen seien die Mengsberger und die Speckswinkeler Straße von Kreisstraßen zu kommunalen Straßen herabgestuft worden – und daher hegten die Mombergerinnen und Momberger die Hoffnung, anders Besserung zu erzielen: und zwar mit Tempo 30.

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Neustadt geht Millionenprojekt an

Rund 5,8 Millionen Euro fließen in den Bau einer neuen Kindertagesstätte
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Die eine Kindertagesstätte in Neustadts Kernstadt wurde vor wenigen Jahren neu gebaut, die andere liegt nach einem Wasserschaden quasi in Trümmern – und bei der dritten, die seit vielen Monaten geplant wird, hat nun der Bau begonnen. Rund 5,8 Millionen Euro fallen für das Projekt insgesamt an, fast 700.000 Euro davon sind bereits geflossen: 12.000 Euro hatte die Stadt vor zwei Jahren für den Hartplatz der ehemaligen Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne und einen Teil der Hindernisbahn an die Bundesanstalt für Immobilienmanagement gezahlt. Ein Schnäppchen für ein 2,4 Hektar großes Areal, wie Bürgermeister Thomas Groll betont, denn Neustadt habe von der Vergünstigungsrichtlinie des Bundes für den Ankauf von Konversionsflächen (also ehemalige militärische Anlagen, die künftig zivil genutzt werden) durch Kommunen profitiert. So habe sie mehr als 120.000 Euro gespart.
62 neue Betreuungsplätze

Weitere 670.000 Euro wurden bereits in infrastrukturelle Arbeiten wie die Erschließung und die Schaffung einer Zufahrt investiert. Zudem errichtete die Stadt „aufgrund einer vertraglichen Auflage“, wie Groll betont, einen drei Meter hohen Zaun mit Übersteigschutz an der Grenze zur Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete.

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„Mutter Beimer“ schwärmt von Neustadt

Marie-Luise Marjan begeistert bei einer Lesung mit ihrem Humor und findet warme Worte für die Kleinstadt im Landkreis
Von Xaver Hartig

Neustadt.
„Das ist wie im Paradies.“ Das sagte eine Frau, die in ihrem Leben schon einiges erlebt hat, als sie am Donnerstagabend im Kultur- und Bürgerzentrum Neustadt auftrat. Mehr als sechs Jahrzehnte stand Marie-Luise Marjan auf Theaterbühnen und vor der Fernsehkamera. Millionen Zuschauer kennen sie durch ihre Figur Helga Beimer, genannt „Mutter Beimer“, aus der Kultserie „Lindenstraße“. Sie wurde so beliebt, dass sie auch als „Mutter der Nation“ bekannt wurde. Anlass für ihren Auftritt war der Mittelhessische Kultursommer. Dabei war sie mit ihrer Lesung „Mord mit Muttern“ zu Gast. Bürgermeister Thomas Groll (CDU) machte bei seiner Begrüßung deutlich, welchen Stellenwert der Besuch für die Stadt hat. „Es gibt ja viele Legenden, sagt man heute“, betonte er.


Spaziergang im Bürgerpark

Wenn ein Fußballer dreimal für Deutschland ein Tor schießt, dann spreche man schon von einer Legende, sagte er. Meistens seien das eher Eintagsfliegen. „Wir haben heute jemanden hier, auf den dieser Titel einer Legende wirklich zutrifft“, sagte Groll, der seit Langem großer Lindenstraßen-Fan ist. Dabei zeigt sich nicht nur das Publikum von ihrer Ankunft begeistert, sondern auch die 86-Jährige fand begeisterte Worte über die hessische Kleinstadt. Schon auf der Bühne hatte Marjan von ihrem ersten Eindruck geschwärmt. Sie war über mehrere Tage in Neustadt und übernachtete im Pfarrhaus.

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USA will nicht mehr „Weltordnungsmacht“ sein

Sigmar Gabriel analysierte die Veränderungen, die die Anschläge vom 11. September 2001 mit sich brachten
Von Florian Lerchbacher
Neustadt.
„Die Bilder, als viele Tausend Menschen ihr Leben vor unseren Augen verloren, haben sich bei uns allen für immer eingebrannt“, sagte Sigmar Gabriel, als er in Neustadt auf die 25 Jahre zurückliegenden Anschläge des 11. September 2001 zurückblickte.
Fast 3.000 Menschen hatten damals in den Twin Towers des World Trade Centers ihr Leben verloren – hinzu seien noch weitere 5.000 Menschen gekommen, die nach dem Einsturz der Hochhäuser in den Folgetagen freigesetzte, giftige Gase einatmeten und somit an den Spätfolgen starben, betonte der ehemalige Vizekanzler. Der Angriff der Al‑Qaida sei nicht nur ein Angriff gegen die USA gewesen, sondern gegen alle, die an Demokratie, Gewaltenteilung und die Meinungsfreiheit glauben.

Und vor allem habe sich dadurch vieles in der Folge geändert – vor allem auch im Verhältnis zwischen Deutschland und den USA. Gabriel erinnerte daran, dass die Vereinigten Staaten maßgeblichen Anteil an der Befreiung von Hitler und Stalin hatten und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges innerhalb weniger Jahre aus einer Feindschaft der beiden Länder eine Freundschaft geworden sei.

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Anzeige nach rassistischem Vorfall

Verunglimpfung auf Bild eines Kindes überschattete das Straßenmalerfestival Neustadt
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Klare Kante zeigen – gegen Rassismus, Hass, Verunglimpfung, Sexismus. Etwas anderes kommt für Roswitha Trümpert nicht infrage. Und so hat die Vorsitzende gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Arbeitskreises Straßenmalerfestival nun Anzeige gegen unbekannt wegen Beleidigung, Verleumdung und Sachbeschädigung erstattet. Sie reagierten damit auf einen rassistischen Vorfall, der sich bei der jüngsten Auflage ihrer beliebten Veranstaltung ereignet hatte.
Am späten Samstagabend hatte eine Unbekannte oder ein Unbekannter auf dem Bild eines Kindes einen rassistischen Schriftzug in arabischer Sprache hinterlassen (die OP berichtete). Zunächst habe sie befürchtet, die Worte richteten sich gegen die aus Syrien stammende Familie des Jungen – die hervorragend integriert sei, wie Trümpert betont. Nach einer Übersetzung habe sich gezeigt, dass die „sehr beleidigenden Worte“ gegen Syrien insgesamt gingen. Die Straßenkünstler und die Mitglieder des Arbeitskreises seien fassungslos gewesen, sagt die Vorsitzende. Die Worte stünden „im starken Gegensatz zu den friedlichen Kunstwerken des Festivals“, bei dem in diesem Jahr das Thema Vielfalt im Mittelpunkt stand.

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Pfarrerin ist ihr Traumberuf

Dorothee Becker ist neue Pfarrerin der St.-Elisabeth-Gemeinde Mengsberg

Neustadt-Mengsberg.
Dorothee Becker ist neue Pfarrerin der evangelischen St.-Elisabeth-Gemeinde Mengsberg, zu der auch Florshain und Wiera gehören. Beim Antrittsbesuch im Neustädter Rathaus berichtete sie kurz über ihren Werdegang.
Die 36-Jährige wuchs in Alsfeld auf und studierte Evangelische Theologie in Marburg. Nach dem Vikariat in Neuenstein und Kalbach bei Fulda wurde sie 2021 ordiniert. Ab November 2021 war sie in Schenklengsfeld tätig. „Durch die Übernahme der Pfarrstelle in Mengsberg ist sie besser in der Lage, ihre pflegebedürftige Mutter, die bei Alsfeld lebt, zu unterstützen“, berichtete Bürgermeister Thomas Groll und freut sich, dass Becker in Mengsberg mit dem TSV-Vereinsjubiläum und der Kirmes bereits zwei öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen bestens absolviert habe.

Becker sagt über sich, dass Pfarrerin ihr Traumberuf sei. Bürgermeister, Pfarrerin und Ortsvorsteher Karlheinz Kurz waren sich darüber einig, dass das gute Miteinander zwischen Kommune, Kirchengemeinde und Dorfgemeinschaft auch zukünftig eine Fortsetzung erfahren solle, da es den Zusammenhalt in Mengsberg stärke.

Stadt übernimmt Friedhof

Im Herbst soll die Übernahme der Friedhofsverwaltung zum 1. Januar 2027 durch die Kommune gemeinsam vorbereitet werden. Die Stadtkommt damit einem Ansinnen der Kirchengemeinde aus dem Jahr 2025 nach.

Einst anerkannt, heute torpediert

Verfassungsrichter spannte den Bogen von NS-Kriegsverbrecherprozessen in die heutige Zeit
Rund 140 Menschen wohnten der jüngsten Veranstaltung der zeitgeschichtlichen Reihe in Neustadt bei, als Strafrechtler Professor Dr. Henning Radtke, 2018 vom Bundesrat zum Richter des Bundesverfassungsgerichts gewählt, über die Kriegsverbrecherprozesse nach dem Zweiten Weltkrieg sprach. Ausgangspunkt der Veranstaltung, die Nina Köhler am Klavier untermalte, war das Ende des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses im Herbst 1946.
Seinerzeit waren 22 Hauptkriegsverbrecher angeklagt, die führenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Vertreter des NS-Staates. Die Richter aus den USA, Großbritannien, der Sowjetunion und Frankreich verhängten damals zwölf Todesurteile, drei lebenslange und drei weitere Freiheitsstrafen sowie drei Freisprüche.

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Neustadt kämpft um Bürgerbeteiligung

Unternehmen hält sich angeblich nicht an Absprachen zu Solarparks
Von Florian Lerchbacher

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Neustadt.
„Wenn man sich den Vorgang anschaut, kann man schon sehr enttäuscht sein, wie große Firmen mit uns umspringen und wie wenig man ihren Aussagen trauen kann“, ärgerte sich SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Gerhard Gatzweiler am Montagabend, als Neustadts Stadtverordnete eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 14.000 Euro für eine Rechtsberatung absegneten.
Hintergrund ist eine Meinungsverschiedenheit mit der Firma Enerparc Solar Invest GmbH, die gegenüber der ehemaligen Kaserne und am Lotterberg zwei Solarparks mit einer Größe von insgesamt rund 20 Hektar bauen durfte – mit Zustimmung der Stadtverordneten, wie Bürgermeister Thomas Groll berichtet.

Aber eben auch unter bestimmten Bedingungen: „Im Jahr 2019 hat die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag der SPD beschlossen, dass eine Bürgerbeteiligung sicherzustellen ist, wenn Unternehmen Windräder oder Photovoltaik-Freiflächenanlagen in unserer Gemarkung errichten möchten.“ Das steigere schließlich nicht nur die Akzeptanz, sondern halte auch noch Wertschöpfung in der Region.

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Feuerwehr-Neubau könnte Kirmes beeinträchtigen
Neustädter müssen neues Gebäude bauen und holten sich Inspiration in Herbstein

Neustadt.
Mitglieder des Magistrates und der Fraktionen der Neustädter Stadtverordnetenversammlung fuhren gemeinsam mit Stadtbrandinspektor Frank Bielert, dem Wehrführer der Kernstadt-Wehr Rüdiger Wickel und weiteren Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt-Mitte nach Herbstein im Vogelsberg, um das dortige Feuerwehrhaus zu besichtigen.
Nur Neubau könnte den Ansprüchen gerecht werden

Dieses wurde Ende 2025 bezogen. Es hat sechs Fahrzeugboxen und kostete etwa 6,4 Millionen Euro. Gebäude, Park- und Stellflächen nehmen rund 5.000 Quadratmeter in Anspruch. Die Gruppe um Bürgermeister Thomas Groll bekam von dessen Amtskollegin Astrid Staubach, dem dortigen Wehrführer Swen Jost, Architekt Dr. Stefan Strack und Bauleiter Lars Ruhl Informationen aus erster Hand. Zudem erhielten sie eine Führung durch das Gebäude. Groll verwies darauf, dass in der Neustädter Kernstadt der Neubau eines Feuerwehrhauses dringend notwendig sei. Das Bestandsgebäude aus dem Jahre 1982 weise zu viele Abweichungen von den heutigen Standards auf. Unfallkasse und Brandschutzaufsicht verlangten daher grundlegende Veränderungen, die nur ein Neubau bieten könne.

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