Das Dorf steht hinter seiner Kirmes

„Ranzemannschaft“ findet als Ausrichter immer mehr Mitstreiter • Vereine gestalteten bunten Festzug
Zuschauer und Mitwirkende freuten sich gleichermaßen über den Kirmes- Umzug, bei dem ganz Momberg auf den Beinen war. Wer nicht mitlief, stand am Bürgersteig und jubelte den Akteuren zu.
von Karin Waldhüter
Momberg. Dass es an diesem Wochenende bei der Momberger Kirmes wieder richtig rund ging, war nicht selbstverständlich: In Momberg waren bisher drei Gruppen im Wechsel für die Ausrichtung der Kirmes zuständig: die Borussia, der Schützenverein und der Männergesangverein. Letzterer hatte diese Verantwortung aufgrund des steigenden Durchschnittsalters abgegeben. Damit die Kirmes nicht ausfallen muss, hatten sich im vergangenen Jahr 15 bis 20 Bürger zusammengeschlossen und die „Ranzemannschaft“ gegründet – einen Verein, der mittlerweile auf 75 Mitglieder angewachsen ist und erstmals Ausrichter der Kirmes war.
Bei herrlichem Spätsommerwetter säumten Hunderte Besucher die fahnengeschmückten Straßen. Der Festumzug bestand aus 19 Zugnummern. Zum Beispiel schipperten die Schützen auf einem Piratenschiff durch Momberg. Es gab aber auch Ranzemann Arthur Groß, Ehrengäste, Matrosen, Elfen, Einhörner, Scheichs, Gardemädchen und Elvis Presley zu bewundern. Der Frauenverein punktete in schicken Petticoats, die Feuerwehr freute sich über Spenden für ihre Ausrüstung, und die Beigefreiten suchten Nachwuchs mit dem Hinweis: „Fürchtet euch nicht“.
„Jogis Elf – es war nur Schrott“ stellten die Kindergartenkinder fest, der RSC Fidelia nominierte gleich das ganze Dorf zur „Cold Water Challenge“. „Es ist nie zu spät, ein Einhorn zu satteln“, dachten sich die Mitglieder des Reitvereins, schmückten ihre Pferde entsprechend und schickten noch einen Wagen mit „Feenstaub“ hinterher.
Verkleidet als Scheichs machten die Borussen mächtig Stimmung. Singend zogen die Mitglieder des Gesangvereins, als Matrosen verkleidet, durch den Ort. Neustadts Bürgergarde mit den Biedermeierfrauen war erstmals dabei, die Blaskapellen aus Momberg und Emsdorf sorgten für Stimmung, und Mitglieder des Festausschusses „725 Jahre Emsdorf machten Werbung für das Apfelfest am 13. Oktober.
„Ohne Kirmes geht’s doch nicht“, stellte am Ende des Zuges die „Ranzemannschaft“ fest, die unterwegs lautstark mit dem Schlachtruf „Alle in die Ranzibar“ ins Festzelt einlud.
Vorstandsmitglied Daniela Schmittdiel wertete den Verlauf der Kirmes gemeinsam mit Mitglied Stefan Schmittdiel als vollen Erfolg. „Die Resonanz war super, die Unterstützung aus dem Dorf war da und die Mitglieder waren sehr engagiert“, freute sich Daniela Schmittdiel.
Zur Music-Party am Freitagabend seien so „viele Besucher wie noch nie“ gekommen. Dabei hätten sich die jungen Vereinsmitglieder „mächtig ins Zeug gelegt“. Auch die Neuerung, den Familientag auf den Samstagnachmittag zu verlegen und die Kirmes auf drei Tage zu begrenzen, ging auf.
Gerade der Montagabend sei immer schlecht besucht gewesen, erinnerte Stefan Schmittdiel. „Wir wollen lieber weniger und dafür intensiver feiern“, sagte er. Nach einer kleinen Anlaufzeit sei das Zelt beim Rudelsingen, den Vorführungen der Tanzgruppen und Mitmachspielen voll gewesen, und die „Silver Boys“ hätten am Abend für gute Stimmung gesorgt.
Am Sonntagnachmittag spielte traditionell die Momberger Blaskapelle auf und mit der Gruppe „By the way“ klang die Kirmes dann aus.

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