Unbekannte wüten auf Rastplatz

Gerhard Sack ist entsetzt über die Zerstörungswut, mit der sein ehrenamtliches Engagement torpediert wird
Von Florian Lerchbacher

Neustadt-Momberg.
„Das hängt mir tagelang nach und lässt mir keine Ruhe“, sagt Gerhard Sack. Der Senior ist am Mittwochmittag, 15. April, sichtlich aufgebracht: Zum zweiten Mal innerhalb der vergangenen anderthalb Monate ist es an dem Rastplatz „Am Riedstrauch“ am Fahrradweg zwischen Momberg und Neustadt zu einer Sachbeschädigung gekommen. Ein zufälliger Schaden kann es mit Sicherheit nicht sein, denn zwei Scheiben der kleinen Schutzhütte sind beschädigt und der Mülleimer wurde abgetreten.
Wasser muss herbeigeschleppt werden

Dabei ist es gar nicht lange her, dass Sack die von ihm seit zehn Jahren liebevoll gepflegte Anlage wieder auf Vordermann gebracht hat. Denn schon vor rund sechs Wochen hatten Unbekannte dort gewütet. Damals waren Blumen aus den Beeten gerissen und Bilder in der kleinen Hütte zerstört worden. Außerdem hatten die Täter oder Täterinnen ein Straßenschild herausgerissen und damit zwei weitere Scheiben eingeschlagen. Und das dürfte sie einiges an Kraft gekostet haben, denn es handelte sich dabei um Panzerglas, das der frühere Ortsvorsteher Artur Groß besorgt hatte, als er die Schutzhütte im Jahr 2016 gemeinsam mit seinem Sohn errichtete. „Ich kann es nicht verstehen, dass Menschen so etwas machen“, ärgert sich Sack über die Zerstörungswut. Der 74-Jährige pflegt die Anlage, auf der neben der Schutzhütte noch Sitzgelegenheiten und ein Wegkreuz stehen, seit rund zehn Jahren. Und das mit viel Liebe und Mühe – und der finanziellen Unterstützung der Stadt Neustadt, die für die Materialkosten aufkommt. Er mäht den Rasen, gießt die Blumen – wofür er extra Wasser aus dem Dorf bis an den „Riedstrauch“ schleppen muss – und hat auch die Christus-Figur am Wegkreuz erneuert. Eigentlich habe er den Korpus renovieren wollen, berichtet er, aber die Beschädigung sei zu groß gewesen, sodass die Pfarrgemeinde eine neue Figur finanzierte. Diese bestellte Sack in Südtirol und brachte sie dann gemeinsam mit Edwin Lotter am Kreuz an. Zum Glück würden die Randalierer wenigstens die Finger von diesem Teil der Anlage lassen, seufzt Sack.

„Unbekannte wüten auf Rastplatz“ weiterlesen