Eine Asphaltschicht für „Alltagsfahrten“

Neustadt und Schwalmstadt bekommen 355.000 Euro für 1,3 Kilometer eines Radweges
Von Florian Lerchbacher

Neustadt.
Mehrere Jahre lang gab es in Neustadt und Schwalmstadt den Wunsch, dass die Radwegeverbindung von der Junker-Hansen-Stadt nach Wiera in den benachbarten Schwalm-Eder-Kreis verbessert wird. Dann kam der Bau der Autobahn 49 – und plötzlich war auch noch die über Momberg führende Verbindung über den Deutschlandradweg 4 von der riesigen Baustelle unterbrochen.
Nach Gesprächen mit Hessen Mobil sei daraufhin vom Bund als Erbauer der Autobahn der Weg durch das Frauenrod geschottert worden, erinnert sich Neustadts Bürgermeister Thomas Groll.

Dieser führe durchs Feld und an Wäldern vorbei und sei eigentlich eine sehr schöne und schnelle Alternative zum – nach Fertigstellung des Autobahnteilabschnitts wieder nutzbaren – Deutschlandradweg. Und so blieb der Wunsch nach Verbesserungen bestehen. Also setzte sich Neustadts Rathauschef gemeinsamen mit seinem Schwalmstädter Amtskollegen Tobias Kreuter und den beiden Landräten Jens Womelsdorf und Winfried Becker gemeinsam für das Projekt ein: Da nur von Wiera kommend ein Stück des Radweges asphaltiert ist, wollten sie erreichen, dass auch der Rest der Strecke eine Asphaltschicht bekommt – und wurden nun erhört.

Neustadt zahlt rund 33.000 Euro

Das Bundesamt für Logistik und Mobilität schickte Kreuter jüngst eine Nachricht, dass der Bund den Nachbarstädten Schwalmstadt und Neustadt Fördermittel in Höhe von 355.000 Euro bereitstellt, um eben jene Asphaltierung vorzunehmen. Das betreffende Teilstück ist 1,3 Kilometer lang, die Gesamtkosten belaufen sich auf voraussichtlich rund 462.000 Euro.

Da der längere Abschnitt sich in der Neustädter Gemarkung befindet, entfallen auf die Kommune 65 Prozent des Eigenanteils – wobei, wie Groll herausstellt, der Landkreis Marburg-Biedenkopf Unterstützung in Höhe von rund 37.000 Euro zugesagt habe. Das bedeutet, dass Neustadt noch etwa 33.000 Euro beisteuern muss.

Im Nachbarkreis sieht das ähnlich aus. Der Schwalm-Eder-Kreis gebe 31.200 Euro dazu, sodass Schwalmstadt nur noch etwa 6.000 Euro tragen muss.

Nun heißt es, wie Groll und Kreuter erklären, dass die Unteren Naturschutzbehörden ihr Einverständnis und grünes Licht geben, damit das Asphaltieren im Jahr 2026 „zeitig“ erledigt werden kann.

„So geht das manchmal“, kommentiert Schwalmstadts Bürgermeister lachend: „Einmal sind wir mit unserem Projektwunsch abgeblitzt und einmal hat der Bund es aus haushalterischen Gründen auf Eis gelegt – und jetzt sollen wir schnell machen.“ Aber: Er sei zuversichtlich, dass dies klappe. Von Seiten Grolls kommt großes Lob für die Stadt Schwalmstadt, die sich um den Fördermittelantrag gekümmert habe.

Insbesondere Alexander Inden und Hannes Diehl vom Bauamt hätten sich dabei sehr verdient gemacht.

Die beiden Rathauschefs sind sich einig, dass die Strecke eigentlich schon jetzt insgesamt vernünftig befahrbar ist. Aber: Während der Deutschlandradweg eher etwas für den touristischen Radverkehr sei, werde der Weg durchs Frauenrod vor allem für „Alltagsfahrten“ genutzt – und dafür sei eine Asphaltierung gut, und die geringen Eigenanteile der Kommunen würden sich lohnen.