Verlegung am Dienstag, 17. März, wird durch besonderen Programmpunkt bereichert
Neustadt.
„Erinnern – gedenken – nicht vergessen!“ Unter diesem Leitgedanken steht die Stolpersteinverlegung, die am Dienstag, 17. März, in Neustadt stattfindet. In der Lehmkaute wurden bereits sechs Stolpersteine zum Gedenken an die Familie Stern verlegt. Dieses Mal wird Künstler Gunter Demnig insgesamt zwölf Stolpersteine vor zwei Häusern platzieren.
Die Zeremonie beginnt vor dem Haus Bahnhofstraße 6, wo die ersten Steine für Hermann Levi, seine Frau Jettchen sowie fünf ihrer Kinder und für seinen Bruder Moritz Levi verlegt werden. Im Anschluss findet die zweite Verlegung vor dem ehemaligen Haus Bogenstraße 1 statt. Es hatte früher die Bezeichnung Krumme Gasse 1 und wurde 1952 in Marktstraße 8 umbenannt. Die dortigen Stolpersteine werden an die ehemaligen Bewohner Sally Levi, dessen Frau Frida und Tochter Alma sowie Fridas Mutter Lina Stern erinnern. Die meisten dieser Familienmitglieder wurden in den Ghettos und Lagern der Nationalsozialisten ermordet. Nur drei von ihnen gelang die rechtzeitige Auswanderung in die USA und nach Palästina.
Schüler recherchierten Schicksale
Wie bereits im vergangenen Jahr ist die Verwirklichung dieser Stolpersteinverlegungen ein Gemeinschaftswerk: Der Arbeitskreis „Neustadt erinnert“, Schülerinnen und Schüler der Martin-von-Tours-Schule und die Stadt Neustadt haben unter der Federführung der Stadtarchivarin Andrea Freisberg eng zusammengearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten in den Dokumenten des Stadtarchivs und sammelten Informationen aus zeitgenössischen Quellen.
„Als besonders fruchtbar erwies sich darüber hinaus der direkte Kontakt einer Schülergruppe mit Tova Levi, der Urenkelin von Moritz Levi. Sie war vor einigen Jahren auch schon selbst in Neustadt, um den Spuren ihrer Familie nachzugehen“, betont Freisberg.
Am 17. März beginnt die Zeremonie um 14.30 Uhr vor dem Haus Bahnhofstraße 6 (mit kurzem Begleitprogramm). Um 15 Uhr geht es vor dem Haus Bogenstraße 1 (mit ausführlichem Begleitprogramm) weiter. Abends ab 18.30 Uhr werden Tova Levi und der Familienforscher und ehemalige Neustädter Hartwig Faber über die Geschichte und die Schicksale der Mitglieder der Familie Levi berichten. Freisberg ruft zur Teilnahme auf, um „gemeinsam ein Zeichen des Erinnerns zu setzen“. Die Anwesenheit stehe für Gedenken, Solidarität und Menschlichkeit.

