Professor Norbert Lammert sprach vor 250 Gästen in Neustadt
Neustadt.
„150 Jahre Konrad Adenauer – wir wählen die Freiheit“ lautete das Thema, dem sich der ehemalige Bundestagspräsident und Ehrenvorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Professor Norbert Lammert, in Neustadt widmete.
Bürgermeister Thomas Groll hatte ihn für die zeitgeschichtliche Veranstaltungsreihe der Stadt gewonnen und freute sich, den 250 Besucherinnen und Besuchern einen „herausragenden Parlamentarier, hervorragenden Redner und unabhängigen Geist“ präsentieren zu dürfen.
Der ehemalige Spitzenpolitiker Lammert gehörte dem Deutschen Bundestag von 1980 bis 2017 an, war Parlamentarischer Staatssekretär, Vizepräsident und von 2005 bis 2017 Präsident des Bundestages. Er sprach rund eine Stunde lang und stellte dabei heraus, dass Konrad Adenauer in seinem langen Leben fünf unterschiedliche Staatsformen in Deutschland erlebt hatte: Bereits im Kaiserreich amtierte er als Oberbürgermeister seiner Vaterstadt Köln. In der Weimarer Republik wurde er zusätzlich Präsident des Preußischen Staatsrates.
Auch heute noch unvergessen
1933 entfernten ihn die Nationalsozialisten aus beiden Ämtern. Nach dem Zweiten Weltkrieg ernannten ihn die Engländer dann erneut zum Oberbürgermeister Kölns. 1948 wählte man den „Alten aus Rhöndorf“ zum Präsidenten des Parlamentarischen Rates zur Erarbeitung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. 1949 schließlich wurde Konrad Adenauer Bundeskanzler und blieb es bis 1963. Während viele Politiker wenige Jahre nach ihrem Ausscheiden bereits vergessen seien, erinnere man sich fast sechs Jahrzehnte nach Adenauers Tod noch gerne an diesen Mann, der Großes geleistet habe, stellte der ehemalige Bundestagspräsident fest. Adenauer sei Gründer einer Partei gewesen und habe in vorderer Position an der Erarbeitung des Grundgesetzes mitgearbeitet.
In den Anfangsjahren seiner Regierung seien die Westbindung der Bundesrepublik und das Wirtschaftswunder grundgelegt worden, am Ende der Kanzlerschaft stehe dann die Aussöhnung mit Frankreich und Israel. Lammert betonte, dass viele wichtige Weichenstellungen in den Gründerjahren der Republik unter Adenauer getroffen wurden. Heute seien die damals strittigen Entscheidungen allgemein akzeptiert. Dies sei ein großes Lob für die Arbeit des Gründungskanzlers.
Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung hatte wieder das „Trio Semplice plus 1“ übernommen. Und Karl-Joseph Lemmer trug dabei ein selbst verfasstes Lied über den ehemaligen Bundestagspräsidenten vor – zur Melodie „Der Papa wird’s schon richten“ von Peter Alexander.
Der Refrain lautete: „Denn Norbert wird’s schon richten, der Norbert kriegt das hin, mit klugen ruhigen Worten in demokratischem Sinn.

