Viele grüne und einige gelbe Karten für Autofahrer

Blitz für Kids: Polizei kontrollierte in Neustadt den Verkehr gemeinsam mit Schülern
Neustadt. Seit einigen Jahren betreibt das Polizeipräsidium Mittelhessen mit der Aktion „Schule beginnt“ Verkehrsprävention, um die schwächeren Verkehrsteilnehmer nach dem Ende der Ferien zu schützen. Unter dem Motto „Blitz für Kids“ kontrollierte die Polizei kürzlich gemeinsam mit Grundschülern der dritten Klasse der Neustädter Waldschule Autofahrer in der Straße „An der Weißmühle“. „Im Vordergrund stand die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer, nicht das Erheben von Verwarnungsgeldern“, betonte die Polizei. Nicht nur Neustadts Bürgermeister Thomas Groll, der die Kontrollen zeitweise vor Ort begleitete, war von der Aktion begeistert. Auch die angehaltenen Fahrerinnen und Fahrer waren voll des Lobes.
Weit über 10 000 Kinder und Jugendliche legen täglich im Landkreis ihren Weg zur Schule zurück. Als Fußgänger, Mitfahrer im PKW, im Bus oder als Fahrradfahrer bewegen sie sich im Straßenverkehr und sind dort vielfältigen Gefahren ausgesetzt. Jedes Jahr aufs Neue macht die Polizei in Mittelhessen daher mit der Aktion „Schule beginnt“ insbesondere Autofahrerinnen und -fahrer auf die Schüler und die Gefahren des Schulweges aufmerksam. Sie möchte vor allem für Schulweg-Neulinge sensibilisieren. „Viele grüne und einige gelbe Karten für Autofahrer“ weiterlesen

Auch Experten sehen keine Alternative

Baustellenbedingter Umleitungsverkehr belastet Anwohner / Stadt Neustadt zog Experten zu Rate
Von Florian Lerchbacher
Neustadt. Baustellen prägen derzeit das Bild der Stadt Neustadt und versprechen der Stadt eine bessere Zukunft – sorgen allerdings momentan dafür, dass Verkehrsteilnehmer Schleichwege nehmen oder Regeln schlicht ignorieren. Und das wiederum belastet die Anwohner.
Das Problem ist die Vollsperrung der Querallee im Herzen der Stadt und die daraus resultierenden Umleitungsempfehlungen – zu denen es keine Alternative gibt, wie sich die Kommune bescheinigen ließ: Sie hatte ein Büro beauftragt, sich mit den Umleitungen zu beschäftigen. Und das kam lediglich zu dem Schluss, dass nur eine Komplettsperrung am Weidenbrunnen wirksame Abhilfe für den Bereich Ringstraße/Töpferweg/Am Schalkert (durch den sich jede Menge Verkehr Richtung Schwalm wälzt) bringen würde. „Folge davon wäre aber eine Verlagerung des Verkehrs in die Stadtteile und weitere Umleitungsverkehre in der Kernstadt, etwa in den Bereich Hainfeld“, erklärt Bürgermeister Thomas Groll. Und das sei auch keine Alternative. „Auch Experten sehen keine Alternative“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Hausmeister Willi Lemmer nach 37 Jahren verabschiedet

„Gott schuf alle Menschen gleich, aber nur die allerbesten durften Hausmeister werden“, mit diesem humorvollen Ausspruch leitete Bürgermeister Thomas Groll am 12. August 2020 die Verabschiedung von Willi Lemmer im Historischen Rathaus ein. Dieser schied bereits im Frühjahr nach 37 Jahren aus den Diensten der Kommune aus und genießt seitdem seinen verdienten Ruhestand. Corona-bedingt konnte das jahrzehntelange Wirken von Willi Lemmer erst jetzt im Rahmen einer kleinen Feierstunde gewürdigt werden, da ihm zahlreiche ehemalige und aktuelle Weggefährten, darunter auch der langjährige Bürgermeister Manfred Hoim und Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg, „Dankeschön“ sagen wollten und dies in den vergangenen Monaten nicht möglich war.
Zu Beginn der Veranstaltung ging Bürgermeister Groll zunächst näher auf den Lebenslauf Lemmers ein. Dieser wurde 1956 geboren und besuchte zunächst für neun Jahre die Volksschule in Neustadt. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung als Installateur für Sanitär- und Heizungstechnik. Nach der Ableistung des Grundwehrdienstes in Rothenburg/Fulda war er von 1977 bis 1983 bei der Firma Baumbach in Kirchhain beschäftigt und bewarb sich dann als Hausmeister bei der Stadt Neustadt (Hessen).
In seiner damaligen Bewerbung, so Thomas Groll, habe Willi Lemmer auf seine Vorzüge hingewiesen und damit keineswegs übertrieben. Dort hieß es u.a. „Ich habe eine solide Ausbildung, verfüge über praktische Erfahrung und bin eine selbständige Arbeitsweise gewohnt. Für eine Verwendung als Hausmeister erfülle ich auch aufgrund meiner häuslichen Tätigkeiten die geforderten Voraussetzungen.“ Mit der letzten Aussage spielte er auf die seinerzeitige Kohlenhandlung seines Vaters an, in der er tatkräftig mithalf.
„Wenn wir nun – nach 37 Jahren Jahren – Bilanz ziehen, dann können wir feststellen, dass Willi Lemmer immer ein von Vorgesetzten und Kollegen hochgeschätzter Mitarbeiter war. Er erledigte nicht nur zur vollsten Zufriedenheit aller die ihm übertragenen Arbeiten, sondern dachte stets mit und brachte sich vielfach mit Lösungsvorschlägen ein. Willi Lemmer war ein Hausmeister wie aus dem Lehrbuch: manchmal zwar etwas knorrig, aber immer hilfsbereit und darauf bedacht, die städtischen Liegenschaften so zu behandeln, als wären es seine eigenen“, betonte der Bürgermeister. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Neues Haus, neue Gebühren

Stadtverordnete müssen über Gebührenordnung für das Kultur- und Bürgerzentrum beraten
Von Florian Lerchbacher
Neustadt. Am Neubau des Kultur- und Bürgerzentrums sind die Arbeiten in vollem Gange. Die Stadt geht davon aus, dass der Neubau Anfang November fertig ist. Als Letztes muss nur noch das Mobiliar ausgeschrieben werden. Bürgermeister Thomas Groll geht davon aus, dass es bei den geplanten Kosten in Höhe von rund 6,6 Millionen Euro für das gesamte Projekt bleibt. Maximal ein Prozent könnte der Preis nach oben abweichen – allerdings hat der Rathauschef auch schon wieder 70 000 Euro an Fördermitteln aus einem Klimaschutzprogramm des Landes eingeworben, sodass die eventuellen Mehrkosten quasi schon wieder komplett gedeckt sind.
Die Finanzierung ist also kein Problem, und so konnte sich die Stadtverwaltung der Entwicklung einer neuen Miet- und Benutzungsordnung widmen, die bereits im Haupt- und Finanzausschuss Thema war. Er hätte sich durchaus ein „schlankeres Werk“ gewünscht, kommentierte SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Gerhard Gatzweiler, zeigte aber angesichts der Erläuterungen des Stadtoberhauptes Verständnis, dass der Entwurf durchaus opulent ausgefallen ist.
Groll hatte berichtet, dass sich der Magistrat über mehrere Sitzungen hinweg mit der Thematik auseinandergesetzt hatte. Die Verwaltung führte derweil Gespräche mit Mitarbeitern der Stadt Stadtallendorf (die mit der Stadthalle ein ähnliches Objekt betreibt) und einem Meister für Veranstaltungstechnik. Zudem wertete sie Unterlagen des Hessischen Städte- und Gemeindebundes und die Gebührenordnungen anderer Kommunen aus. All das sei in den Satzungsentwurf eingeflossen, sagte Groll.
Und so kamen 29 Paragrafen zustande, zu denen Sozialdemokraten und Freie Wähler noch einige Anregungen hatten, die inzwischen eingearbeitet wurden (zum Beispiel zu Anmeldefristen und Verkaufsveranstaltungen). Noch nicht ganz sicher ist, wie es mit Getränkelieferanten und Caterern läuft. Der Magistrat würde sich beispielsweise gerne auf einen Getränkelieferanten (aus dem Stadtgebiet) festlegen, SPD und FWG sehen noch Klärungsbedarf. Im Entwurf steht jedenfalls, dass der Magistrat Händler bestimmen kann und Caterer eine kostenpflichtige Einweisung bekommen müssen. „Neues Haus, neue Gebühren“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Fördergeld aus Berlin für Neustädter Bahnhof

Wie Neustadts Bürgermeister Thomas Groll vom heimischen Bundestagsabgeordneten Sören Bartol erfahren hat, wurde der Neustädter Bahnhof gemeinsam mit 166 anderen Bahnhöfen in ein Sofortprogramm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur aufgenommen. Die Bahnhöfe sollen mit insgesamt 400 Mio. aufgefrischt werden. Auf Neustadt entfallen rund 200.000 Euro. Das Programm soll das Handwerk infolge der Corona-Pandemie stärken.
Der Bürgermeister zeigte sich sehr erfreut über diese Nachricht, der sei Bartol „oft genug auf den Geist gegangen“, dass auch beim Neustädter Bahnhof etwas passieren müsse. Daher danke er nun für dessen Unterstützung.
Momentan sind Bahn, Rhein-Main-Verkehrsverbund und Kommune dabei, dass Innere des Gebäudes „aufzuhübschen“, so Groll. Dafür würden 100.000 Euro investiert, 30.000 Euro betrage der Anteil der Stadt.
Aus diesem Grund geht der Bürgermeister davon aus, dass die Gelder vom Bund durch die Bahn im Bereich des Bahnsteiges investiert werden.
Drei Wünsche hat Thomas Groll noch im Zusammenhang mit dem Bahnhof: Eine Regelung der ungeordneten Parksituation, Barrierefreiheit und dass der neue Eigentümer des Empfangsgebäudes endlich etwas tut.
Dem Bürgermeister ist bewusst, dass dies noch ein langer Weg ist, dabei setzt er auch wieder auf Hilfe aus Berlin. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Lilli ist nicht zu bremsen

Nordhessens Comedian zu Gast am Neustädter Wallgrabenpavillon
Neustadt. In dieser herausfordernden Zeit, so Neustadts Bürgermeister Thomas Groll bei seiner Begrüßung, haben es besonders die Künstler schwer – ihnen fehlen Corona-bedingt einfach die Auftrittsmöglichkeiten. Daher habe sich die Kommune entschieden, im August die kleine Veranstaltungsreihe „Trotzdem! Kultur“ ins Leben zu rufen, die von Sonja Stark betreut wird.
Aufgrund der positiven Reaktion bei Publikum und Künstlern hält der Bürgermeister eine Fortsetzung im Herbst/Winter durchaus für möglich. „Warten wir die allgemeine Entwicklung ab und ob wir geeignete Veranstaltungsorte finden. Open Air ist
gegenwärtig halt das Beste“, so Groll. Am 22. August war Lilli, Nordhessens Comedian No. 1, bekannt aus dem Fernsehen als Frau mit den Lockenwicklern, am Neustädter Wallgrabenpavillon zu Gast und wusste mit ihrem Programm „Ein Witz kommt selten allein!“ die gut 100 auf Abstand sitzenden Besucher mit flotten Sprüchen, Witzen und Gesang zu begeistern. „Lilli ist nicht zu bremsen“ weiterlesen

Ansprechpartnerin für Senioren

Eva Hartmann ist Koordinationskraft der neuen Bürgerhilfe, die Menschen ein eigenständiges Leben ermöglichen will
Neustadt. Ursprünglich wollte Eva Hartmann als Ergotherapeutin mit Kindern arbeiten. Doch dann war sie am Seniorenheim am Richtsberg tätig: „Und in der zweiten Woche ging mein Herz auf“, erinnert sich die Mombergerin an ein paar entscheidende Tage, die ihr weiteres Leben prägen sollten. Ihre Wünsche änderten sich – und nun stehen Senioren im Mittelpunkt ihres Leben. Erst recht, seitdem sie als Koordinationskraft der Neustädter Bürgerhilfe tätig ist und sich gleichzeitig auch noch um die „Leitstelle Älterwerden“ der Stadt kümmert.
„Ich finde die Idee gut, in meiner Heimat tätig zu sein und etwas Dauerhaftes aufzubauen, das unseren Senioren hilft“, erklärt Hartmann, warum sie nach 16 Jahren in Pflegeheimen – darunter 14 Jahre als Leiterin der sozialen Betreuung im Pflegezentrum Haus Rauschenberg – bereit war, etwas Neues anzugehen. Die spezialisierte Dementenbetreuung mit vier stationären Wohngruppen hatte die 38-Jährige über Jahre aufgebaut.
Zwar gibt es in der Umgebung wie Stadtallendorf oder Amöneburg bereits Bürgerhilfen, doch in Neustadt betritt sie gemeinsam mit dem Bürgerverein „Wir für uns“ Neuland. Sie sei immer wieder angesprochen worden, ob der Posten als Koordinationskraft nicht etwas für sie sei – schließlich kenne sie Stadt und Menschen. Im vergangenen Jahr hatte sie beispielsweise den Beratungstreff Demenz im Familienzentrum ins Leben gerufen, eine Art Selbsthilfegruppe für Angehörige, die sich einmal im Monat trifft (nächste Termine sind der 1. September, 17 bis 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Momberg, sowie der 29. September, 17 bis 19 Uhr im Haus der Vereine Neustadt). Und wer sie nicht von dort kennt, der weiß vielleicht mit der Beschreibung „Goldmanns ihre aus der Ringstraße“ etwas anzufangen. „Ansprechpartnerin für Senioren“ weiterlesen

Auf die Seilbahn, fertig, los!

Der Spielplatz in der Struth ist fertig / Stadt setzte drittes Projekt mit Handwerkspädagogen um
Von Florian Lerchbacher
Neustadt. Ein kleines Paradies für Kinder haben rund 30 Freiwillige in der Struth geschaffen: Der neue Spielplatz – bestehend aus einer Seilbahn, einem Klettergerüst, einer Hängematte und Sitzgelegenheiten sowie zwei Fußballtoren – ist fertig und freut sich großer Beliebtheit. Er ist Resultat des dritten „partizipativen Projektes“ der Stadt Neustadt mit den Handwerkspädagogen der Alea GmbH – und wahrscheinlich auch noch nicht das letzte.
In Mengsberg möchte die Stadt Neustadt den vor rund zehn Jahren von Bürgern gebauten Spielplatz aufwerten und dort unter anderem eine Boulebahn einrichten. Außerdem ist angedacht, auch im Wohnquartier am Galgenberg einen kleinen Spielplatz einzurichten.
Bürgermeister Thomas Groll ist jedenfalls überzeugt von dem Konzept, dass Kinder und Erwachsene sich nicht nur am Bau beteiligen, sondern sich auch schon im Vorfeld in die Planungen einbringen können.
Dann sei die Identifikation mit der Anlage größer – und entsprechend auch der Umgang mit den Spielgeräten pfleglicher. Er freute sich jedenfalls über die große Beteiligung am Spielplatzbau, den die Stadt erstmals auch ohne Fördermittel umsetzte. „Auf die Seilbahn, fertig, los!“ weiterlesen

Junker Hans kehrt auf Burg Herzberg zurück

Amtszeit des Neustädter Repräsentanten erstmals für ein Jahr verlängert
Neustadt. Anfang August besuchten die Stadtrepräsentanten Neustadts die Burg Herzberg. Neustadts amtierender Junker Hans und die beiden Burgfräulein vertreten mit viel Lust und Leidenschaft ihre Heimatstadt. Nun geht das Trio mit seiner ehrenvollen Aufgabe wegen der coronabedingten Absage der Trinitatis-Kirmes in die einjährige Verlängerung.
Dabei gesellen sich die drei jungen Neustädter zu einer Reihe illustrer regionaler Repräsentanten bundesweit. Denn gewählte Hoheiten wie etwa die Heidekönigin im niedersächsischen Amelinghausen oder die Weinkönigin von Württemberg dürfen auch für ein weiteres Jahr ihr Amt ausüben.
Den Auftakt zu der außergewöhnlichen Amtsverlängerung für Junker Hans alias Julian Schratz und Marlene Gnau, die eines der Burgfräulein mimt, markierte nun der Besuch auf Burg Herzberg. „Doppelte Amtszeit ist gleich doppelt so viel Gelegenheit, mehr über die doppelten Bande zwischen Neustadt und Burg Herzberg zu erfahren“, dachte sich Burghauptmann und geschäftsführender Vorstand der Stiftung Burg Herzberg, Albert-Frederick Freiherr von Dörnberg, als er die Stadtrepräsentanten zu einer Führung auf die größte Höhenburg Hessens einlud.
Im 15. Jahrhundert führte Hans von Dörnberg als landgräflicher Haushofmeister die Regierungsgeschäfte der Zentralverwaltung Oberhessens. Die Burg Herzberg und Neustadt gewannen im Jahr 1477 durch ihn an entscheidender Bedeutung. Hans von Dörnberg wurde Pfandherr von Neustadt und verhalf seinem neuen Besitztum zu wirtschaftlicher Blüte. Das Wahrzeichen Neustadts, der von ihm in Auftrag gegebene Wohnturm, der Junker-Hansen-Turm, ist nach ihm benannt. Im selben Jahr erhielt der Hofmeister für seine „Managerqualitäten“ vom Landgrafen die Burg Herzberg als Lehen zugesprochen. Damit begründete er als erster Dörnberg den dortigen Stammsitz seiner Familie.
Mit der Erfindung des Schwarzpulvers begann eine neue Ära in der militärischen Kriegsführung, sodass er entschied, die Burg zu einer großen Landesfestung auszubauen. Sie sollte die von Frankfurt nach Leipzig verlaufende Handelsstraße „durch die kurzen Hessen“ sichern. Für den Wehrausbau beauftragte er Hans Jakob von Ettlingen, „den Stararchitekten seiner Zeit“, wie der Burghauptmann sagte, da dieser für den Bau und Ausbau etlicher Burgen und Schlösser zu modernen Wehranlagen und auch für den Junker-Hansen-Turm verantwortlich zeichnete.
Eine architektonische Ähnlichkeit des Neustädter Wahrzeichens mit dem auf der Burg befindlichen Wohnturm ist sogar bis heute zu erkennen. Das charakteristische Spitzhelmdach mit den vorgekragten Erkertürmchen, wie es bis heute noch in Neustadt zu bewundern ist, hatte der Herzberger Turm noch bis ins 18. Jahrhundert hinein. Doch wegen dieses prächtigen Anblicks waren weder die Truppen der berühmten Generäle Fugger und Tilly noch die Soldaten der Generäle Marquis de Grana und Graf Isolani gekommen. Der Wehrbau des Baumeisters Hans Jakob von Ettlingen für Hans von Dörnberg sollte sich lohnen: Die Festung hielt allen Angriffen erfolgreich stand.

Neustädter Mitteilungsblatt

Corona in der EAE-Außenstelle Neustadt (Hessen)

Spätestens seit Mitte März 2020 wird auch Deutschland von der Corona-Pandemie erfasst. Seitdem sind auch im Landkreis Marburg- Biedenkopf und in Neustadt Menschen an Covidl9 erkrankt. Bisher kam es im Gegensatz zu anderen EAE-Standorten oder Sammelunterkünften aber zu keiner Infektion in der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Neustadt. Dies änderte sich leider in der vergangenen Woche.
Zunächst wurde eine Infektion bei einem Flüchtling festgestellt. Ursache dürfte der Kontakt mit einer Service-Mitarbeiterin aus der Krankenstation der Einrichtung sein.
Die Kommune wurde vom zuständigen Regierungspräsidium Gießen frühzeitig über das Geschehen unterrichtet. Namens des Magistrates legte Bürgermeister Thomas Groll bei den folgenden Gesprächen mit den Verantwortlichen stets Wert darauf, dass diese die Öffentlichkeit umfassend über die Vorkommnisse unterrichten. Eine Sichtweise, die vom Regierungspräsidium und dem Gesundheitsamt des Kreises geteilt wurde. In der Folge wurden daher drei Pressemitteilungen herausgegeben. Da nicht alle Einwohner der Kommune Abonnenten der „Oberhessischen Presse“ sind, werden diese nachfolgend abgedruckt.
Bürgermeister Thomas Groll ist diese Art der Information wichtig. Es muss seiner Auffassung nach Ziel der Verantwortlichen von Land und Kreis sein, durch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit Gerüchten vorzubeugen. „Wir haben dies – entgegen einiger weniger kritischer Stimmen – als Kommune in der Vergangenheit so gehalten und werden dies auch zukünftig tun. Hier wird nichts unter den Teppich gekehrt“, stellt Groll unmissverständlich fest. Dem Magistrat sei zudem wichtig, darauf hinzuweisen, dass nicht die in der EAE-Außenstelle untergebrachten Flüchtlinge die Ursache des Corona-Ausbruches vor Ort waren, denn allzu schnell heißt es sonst „Klar, die Flüchtlinge …“.
Aus den nachfolgenden Presseerklärungen wird die Dynamik der Entwicklung der letzten Tage deutlich. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen