von Nadine Weigel
Neustadt. Während der Stadtverordnetenversammlung am Montag teilte Bürgermeister Thomas Groll mit, dass der Zweckverband der Mittelhessischen Abwasserwerke (ZMA) beschlossen hat, die Abwassergebühren für den Bereich Neustadt von 4 Euro auf 4,70 Euro pro Kubikmeter zu erhöhen.
Groll informierte auch darüber, dass der Zweckverband Mittelhessischer Wasserwerke (ZMW) beabsichtigt, den monatlichen Wassergrundpreis ab 1. Januar 2009 von fünf auf sechs Euro anzuheben. Der ZMW begründe die Anhebung der seit fünf Jahren stabilen Gebühr unter anderem mit deutlich gestiegenen Energiekosten.
Groll teilte weiter mit, dass die Kommune rund 110 000 Euro mehr an Einkommensteueranteilen erhält, als im Etat vorgesehen. Aufgrund der deutlich gestiegenen Gewerbesteuer erhöht sich im Gegenzug die Gewerbesteuerumlage um etwa 10 000 Euro. So verbessert sich der Haushalt auf 100 000 Euro.
Im Parlament teilte Neustadts Bürgermeister auch mit, dass die Junker-Hansen-Stadt zukünftig von den Stadtwerken Marburg Ökostrom beziehen werde. Zudem denkt Groll darüber nach, eine Forstrücklage zu bilden, um „Geld für schlechte Zeiten zu haben“. Bisher wurden 14 000 Festmeter Holz eingeschlagen – 100 Prozent mehr als üblich. Der Erlös beläuft sich auf 520 000 Euro. „Abwassergebühren in Neustadt steigen um 70 Cent auf 4,70 Euro“ weiterlesen
61 Stufen ins Eheglück
Heirat im Wahrzeichen Bürger können sich an Stadtplanung beteiligen
Ab dem kommenden Frühjahr können sich Brautpaare auch im Junker-Hansen-Turm das Ja-Wort geben.
von Nadine Weigel
Neustadt. Das teilte Bürgermeister Thomas Groll gestern eher beiläufig beim Zwischenbericht zum Stadtentwicklungsgutachten mit. Eine Hochzeitsgesellschaft müsse allerdings auf 20 Menschen begrenzt werden, so Groll. Ansonsten wurde die Nutzbarkeit auch schon vom Brandschutz abgenommen. Laut Groll soll eine Heirat im Junker-Hansen-Turm ab dem Frühjahr 2009 möglich sein. 61 Stufen sind es dann bis ins Eheglück auf der ersten Ebene des Neustädter Wahrzeichens.
Damit will der Rathauschef neben dem Historischen Rathaus noch eine weitere attraktive Möglichkeit für die Eheschließung bieten.
Um ein attraktiveres Neustadt geht es Groll auch beim Stadtentwicklungsgutachten, das im Frühsommer 2008 mit dem Namen „Projekt Zukunft Neustadt“ in Auftrag gegeben wurde. Dieses Gutachten soll eine „reelle Bestandsaufnahme“ von Neustadt schaffen und nicht die „Lage rosarot malen“, wie Groll sagte. Die Zwischenbilanz fällt positiv aus: Bisher haben sich vier Arbeitsgruppen aus Bürgern der Stadt gebildet, die gemeinsam mit der Hessen Agentur Stadtentwicklungsgesellschaft (HA) und dem Büro für Architektur und Stadtplanung (BAS) das Konzept für eine langfristige Stadtentwicklung erarbeiten. „61 Stufen ins Eheglück“ weiterlesen
Neustädter kicken mit Weltmeisterin – MNZ
Waldschule erhält erstes Mini-Spielfeld/Kreis und Stadt übernehmen Kosten
Von Alfons Wieber (06428) 448840 redaktion.mnz@mittelhessen.de
Neustadt. Große Begeisterung herrschte gestern bei den Schülern der Neustädter Waldschule, als das neue Mini-Spielfeld auf dem Schulhof seiner Bestimmung übergeben wurde. Zum Übergabe-Anstoß mit Bürgermeister Thomas Groll (CDU) und den jüngsten Fußballerinnen aus der Waldschule und dem VfL Neustadt war Renate Lingor, Weltmeisterin und Weltfußballerin aus Frankfurt gekommen, die in ihrer Karriere 149 Länderspiele bestritten hat.
Renate Lingor wurde zweimal Weltmeisterin, zweimal Europameisterin, sieben mal Deutsche Meisterin. Daneben hat sie zwei Olympische Medaillen gewonnen und in 2006 bei der Wahl zur Weltfußballerin des Jahres den dritten Platz belegt.
„Wir sind stolz darauf, dass eine Frau mit einer solchen Erfolgsgeschichte hier sein kann, um das Spielfeld den Schülerinnen und Schülern zu übergeben“, freute sich Hartmut Boss, Schulleiter der Gesamtschule Neustadt.
Bürgermeister Thomas Groll, der selbst einmal die Waldschule als Schüler besucht und dort nach eigener Angabe mit Cola-Dosen Fußball gespielt hatte, bezeichnete die Übergabe als einen schönen Tag für die Schule und für Neustadt.
Das 13 mal 20 Meter große Kleinspielfeld, das eine elastischen Tragschicht enthält, die mit einem mit Gummigranulat gefüllten Kunststoffrasen der neuesten Generation beschichtet ist, wurde außerdem zwecks Reduzierung der Lärmwerte und zum Schutz vor Vandalismus von einem Bandensystem umzäunt. „Neustädter kicken mit Weltmeisterin – MNZ“ weiterlesen
„Ich hörte die Stiefel der SS“ – MNZ
Die gebürtige Mombergerin Gisela Spier-Cohen erinnert sich an Nazi-Deutschland
Von Pelin Aytag
(0 64 41) 95 95 59
p.aytac@mittelhessen.de
Marburg/Neustadt-Momberg. 45 Jahre hat es gedauert bis Gisela Spier-Cohen begann, über das zu sprechen, was ihr widerfahren war. Als zehnjähriges Mädchen erlebte sie die Reichspogromnacht, und zwar bereits am 8. November 1938. Die SA (Sturmabteilung der Nazis) marschierte in ihren Heimatort Momberg bei Neustadt ein, um die Synagoge zu plündern und die Häuser der neun jüdischen Familien im Ort zu zerstören.
„Es war ein schöner Herbsttag. Ich spielte mit meiner Freundin Margarethe im Garten Ball, als ein Fremder in das Haus meiner Eltern ging“, erinnert sich Spier-Cohen an den Spätnachmittag des 8. November. Die damals Zehnjährige folgte etwas später dem Mann, „um zu sehen, was los war.“ Sie habe gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung war.
■ Der Vater ging zur Synagoge, um die vom Großvater gestiftete Tora zu holen
„ Es war bereits Abend und meine Mutter hatte für das Essen gedeckt. In der Ecke des Esszimmers saß eine alte jüdische Dame, die immer bei den jüdischen Familien zu Besuch war“, sagt die 80-jährige Zeitzeugin. Der fremde Mann habe neben ihrem Vater Siegfried Spier gesessen und gesagt: „Ihr seid alle dumme Leute im Dorf. Was sich alles in den Städten tut, wisst ihr nicht. Juden werden verprügelt, ihre Fenster mit Steinen beworfen.“ Der Fremde war gekommen, um die Familie zu warnen. Spier-Cohen hat nie erfahren, wer dieser Mann war. „Jahrelang habe ich überlegt. Ich denke es war ein alter Kriegskamerad meines Vaters“, sagt sie. „„Ich hörte die Stiefel der SS“ – MNZ“ weiterlesen
Ärzte organisieren Notdienst ab Januar gemeinsam
Mediziner aus Stadtallendorf, Kirchhain und Neustadt versorgen Patienten künftig in Bereitschaftsdienstzentrale
Am Donnerstagabend verständigten sich 45 niedergelassene Ärzte aus Stadtallendorf, Kirchhain, Neustadt und weiteren Orten auf ein gemeinsames Notdienstkonzept.
von Michael Rinde
Stadtallendorf. Ab 1. Januar gibt es für alle Patienten aus den Städten Stadtallendorf, Kirchhain, Neustadt und dem Stadtteil Momberg abends und an Wochenenden eine zentrale Anlaufstelle: die Bereitschaftsdienstzentrale in der Albert-Schweitzer-Straße in Stadtallendorf.
Bisher gibt es für jede der drei Städte einen eigenen Notdienstbezirk. In Kirchhain und Neustadt übernimmt jeweils ein Arzt den Bereitschaftsdienst. Das ändert sich zum Jahreswechsel. Dann existiert ein gemeinsamer Bereitschaftsdienstbezirk. Auch Patienten aus Kirchhain oder Neustadt müssen sich dann bei Notfällen an die Zentrale in Stadtallendorf wenden. Auf dieses Konzept verständigten sich rund 45 niedergelassene Ärzte aus den drei Ostkreisstädten.
Auslöser für die Veränderungen war die Situation in Neustadt, wo eine von früher fünf Praxen geschlossen hat und sich der Notdienst immer schwieriger organisieren ließ.
Da ähnliche Entwicklungen auch andernorts* drohen, wurden die Kirchhainer Mediziner in die Überlegungen einbezogen (die OP berichtete im Oktober). Der Stadtallendorfer Arzt Dr. Ortwin Schuchardt hat die Arbeit am neuen Bereitschaftsdienst-Konzept koordiniert. „Uns kam es auf eine Lösung an, die zukunftsfähig ist und den Status Quo für die Versorgung kranker Menschen sichert“, betont der Mediziner im Gespräch mit der OP. „Ärzte organisieren Notdienst ab Januar gemeinsam“ weiterlesen
Sanierung schreitet gemächlich voran – MNZ
Neustadt (aws). Eine Komplettsanierung des Hauses der Begegnung für lr8 Millionen Euro kann sich Neustadt nicht leisten. Deswegen setzt die Stadt Prioritäten und geht die Sanierung in kleinen Schritten an. 100 000 Euro soll jährlich ins Gebäude investiert werden. Auf wünschenswerte Verbesserungen muss Neustadt eventuell ganz verzichten.
Im Sommer hat Neustadt mit der Sanierung des Hauses der Begegnung begonnen. Am Dienstag Abend unterrichtete das beauftragte Architekturbüro aus Schweinsberg den Bauausschuss vor Ort über die bereits abgeschlossenen und zukünftig geplanten Arbeiten. Die geplanten Arbeiten wurden in zwingend erforderliche, technisch notwendige und wünschenswerte Maßnahmen unterteilt.
214 000 Euro sollen allein Maßnahmen kosten, die für die weitere Nutzung des Gebäudes zwingend erforderlich sind. Dabei handelt es sich in erster Linie um die Sicherstellung des Brandschutzes.
Für die technisch notwendigen Maßnahmen werden 420 000 Euro veranschlagt. Hier schlagen beispielsweise die Erneuerung des Schalt-schranks zur Steuerung der Lüftungsanlagen und eine neue Heizanlage im Gaststättenbereich zu Buche.
Weitere 55 000 Euro soll die Erneuerung des Eingangstür-Elementes kosten, 23 000 Euro der behindertengerechte Aufgang vom Haupteingang zum Saal. „Sanierung schreitet gemächlich voran – MNZ“ weiterlesen
Ein Mahnmal wird zur Privatsache – MNZ
Für die Renovierung der früheren Synagoge in Momberg gibt es keine Förderung
Von Horst Jon. Boßhammer (0 64 28) 44 88 40 h.bosshammer@mittelhessen.de
Neustadt-Momberg. Jahrelang hat Marc Lecher vergeblich auf eine Förderung aus der Dorferneuerung gewartet, um die Reste der früheren Momberger Synagoge zu erhalten. Dann hat er seinen Jahresurlaub geopfert und selbst angepackt.
Bis zum Pogrom vor siebzig Jahren lebten neun Familien, bis zu 36 Menschen jüdischen Glaubens, in Momberg. Sie waren im Ort integriert. Einer von ihnen saß gar im Gemeinderat. Deportation und systematische Ausrottung in Konzentrationslagern haben nur ganz wenige überstanden. Darunter Rosa Lion, die nach dem Kriege zurückkehrte und dort vor sechs Jahren verstorben ist.
Das einzige, was noch an jüdisches Leben im Ort erinnert, ist die frühere Synagoge in der Burggasse, die nach dem Krieg als Getreidelager genutzt wurde/Vom ursprünglichen Bau blieb nur das Obergeschoss mit Schablonen-Malerei im Inneren erhalten. Das Gebäude stand ursprünglich als Scheune im Ebsdorfer Grund und wurde vor genau 150 Jahren in Momberg neu aufgebaut. „Ein Mahnmal wird zur Privatsache – MNZ“ weiterlesen
Mengsberger geben Platz ein neues Aussehen
Fläche vor dem Feuerwehrhaus wurde gepflastert Im nächsten Jahr werden Spielplatz und Löschteich gebaut
Zehn Mengsberger pflasterten am Samstag den Platz vor dem Feuerwehrgerätehaus der damit ein neues Aussehen erhält.
von Klaus Böttcher und Michael Rinde
Mengsberg. Schon im vergangenen Jahr hatten die Freiwilligen den von Büschen überwucherten Platz vor dem Feuerwehrgerätehaus in Ordnung gebracht. Dadurch können die Busse die Haltestelle inzwischen besser anfahren. Die Fahrzeuge seien größer geworden und hätten Probleme gehabt, um die Kurve herumzufahren, erklärte Ortsvorsteher Karlheinz Kurz. „Für wartende Kinder stellte das eine gewisse Gefahr dar“, sagt Kurz.
Geblieben ist eine kleinere Grünfläche, die Kurz als grüne Insel mit Findling bezeichnet. Außerdem zieren den gepflasterten Teil drei Baumscheiben, in die Rotdornkugelbäume gepflanzt werden. Zierendes Basaltpflaster wird um die Baumscheiben und die Laterne gelegt. Ansonsten wurde der gesamte Platz vor dem Feuerwehrgerätehaus mit grauem Pflaster belegt. Am Samstag haben rund zehn Bürger des Neustädter Ortsteils 140 Quadratmeter Pflaster gelegt. Der Bauhof habe die Vorarbeiten geleistet, erzählt der Ortsvorsteher. Dazu zählten das Rausnehmen des alten Pflasters und die Schaffung des Unterbaus. „Wir brauchen nicht viele Leute, sondern Männer, die anpacken und sich auskennen“, lobt Kurz seine Leute, die emsig damit beschäftigt sind den Splitt aufzubringen, zu glätten und die Pflastersteine zu legen. Den ehrenamtlichen Helfern stehen Werkzeuge und Baumaschinen zur Verfügung, die der ortsansässige Firmenchef Erich Schenk kostenlos zur Verfügung gestellt hat. „Mengsberger geben Platz ein neues Aussehen“ weiterlesen
Auf dem Rathausdach sind die Ziegel locker
Stadt Neustadt muss kurzfristig in Dächer investieren Auswirkungen auf Straßenbauprogramm möglich
Bei drei städtischen Gebäuden muss die Stadt Neustadt in nächster Zeit die Dächer erneuern und dafür zusätzlich rund 265000 Euro bereitstellen.
von Michael Rinde
Neustadt. In Momberg lässt die Stadt Neustadt in diesem Jahr drei Straßen sanieren: die Arenecke, die Pfaffenhöfer und die Tannenbergstraße. Die Anlieger der Straßen haben bis auf wenige Ausnahmen gegen die Gebührenbescheide der Stadt Widerspruch eingelegt (die OP berichtete). Wie Bürgermeister Thomas Groll am Dienstagabend ankündigte, haben sich die Stadt und der Anwalt der Anlieger auf Musterverfahren verständigt. Aus jeder Straße wird jeweils ein Anwohner den Widerspruch weiterführen. „Ansonsten hätten wir 44 Verfahren“, sagte Groll. Zunächst befasst sich der Widerspruchsausschuss, dann möglicherweise das Verwaltungsgericht mit dem Thema. „Auf dem Rathausdach sind die Ziegel locker“ weiterlesen
Neustädter Mitteilungsblatt
Neues aus dem Rotkäppchenland Reisebus zukünftig mit dem „Rotkäppchenland-Logo unterwegs
Am 26. Oktober 2008 wurde ein Reisebus der Firma Ragoß in Schwalmstadt-Trutzhain auf den Namen Ludwig Emil Grimm getauft. Dekoriert ist das Fahrzeug mit dem Logo des Tourismusservice „Rotkäppchenland e. V.“.
Ludwig Emil Grimm war der Begründer der Malerkolonie Willingshausen und ein Bruder der berühmten Märchenerzähler Jakob und Wilhelm. Die Märchenfigur „Rotkäppchen“ wurde von den roten Kappen der Schwälmer Tracht inspiriert und stellt heute das Symbol für die Tourismusregion „Rotkäppchenland“ dar, zu welcher die Stadt Neustadt (Hessen) seit dem 01. Oktober d. J. gehört.
„Durch die Namensgebung möchten wir die Verbundenheit mit der Region zum Ausdruck bringen“, so Alexander Oesterreich, der Geschäftsführer der Firma Ragoß-Reisen. „Gerne möchten wir mit unserem neuen Reisebus Botschafter für das „Rotkäppchenland“ sein, das von Neustadt über Schwalmstadt bis nach Kirchheim oder Alsfeld reicht. Das „Rotkäppchen“ wird Aufmerksamkeit erregen und neugierig machen.“
Im Rahmenprogramm der Bustaufe durfte eine Schwälmer Trachtengruppe natürlich nicht fehlen. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

