Neustädter Mitteilungsblatt

Denkmalschutzpreis für Kim Bagus und Dr. Carl-Stefan Neumann

Mit dem Denkmalschutzpreis des Landkreises Marburg-Biedenkopf werden jährlich Eigentümerinnen und Eigentümer von denkmalge­schützten Objekten für ihre be­sondere Leistung zum Erhalt der Vielfalt historischer Bauwerke im Landkreis ausgezeichnet. Als Jury fungiert hierbei der Denkmalbeirat des Kreises.
Der Denkmalschutzpreis 2024 wur­de kürzlich in Neustadt (Hessen) an Kim Bagus und Dr. Carl-Stefan Neumann verliehen. Das in Drei­eich wohnende Ehepaar hatte 2020 das „Alte Pfarrhaus“ (Haus Heide) in der Ritterstraße erworben und in der Folge mit Unterstützung regio­naler Handwerker liebevoll saniert und eingerichtet. Mittlerweile gibt es dort neben einer Privatwohnung zwei Wohnungen, die vermietet wer­den.
Der Denkmalbeirat war von der Um­setzung des Projektes sehr angetan und empfahl dem Kreisausschuss die Auszeichnung mit dem Denkmalschutzpreis.
Diesen überreichte nun Landrat Jens Womelsdorf in Anwesen­heit des Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow, des Kreis­tagsvorsitzenden Detlef Ruffert und des Neustädter Bürgermeis­ters Thomas Groll an das Ehepaar.
Vor einer kleinen Feierstunde im Saal des Historischen Rathau­ses bestand für Kommunalpolitiker und Denkmalschutzbeirat die Möglichkeit, das Gebäude zu besichtigen. Alle waren voll des Lobes, über die Umsetzung des Vorhabens.
Landrat Jens Womelsdorf überreichte Plakette und Urkunde und hob das Engagement von Kim Bagus und Dr. Carl-Stefan Neu­mann hervor. Dem schlossen sich der Erste Kreisbeigeordnete und Bürgermeister Thomas Groll in kurzen Redebeiträgen an. Neustadts Stadtoberhaupt verwies darauf, dass die Preisträger sich dankenswerterweise auch für das Ortsgeschehen interessie­ren und wenn man vor Ort ist, Veranstaltungen gerne besucht.
Kim Bagus dankte auch im Namen ihres Ehemannes für die Auszeichnung, über die sich beide sichtlich freuten. Sie ließ die vergangenen Jahre Revue passieren und erinnerte auch an die vorherigen Eigentümer, das Ehepaar Nadebusch, die bereits mit Sanierungsarbeiten begonnen hatten. Kim Bagus schilderte die besondere Beziehung zu Denkmälern und verwies darauf, dass es nicht das erste Objekt sei, was man gemeinsam renoviert habe. Sie dankte Bürgermeister Thomas Groll für sein Engagement vor Ort und hob hervor, dass ihr als Journalistin insbesondere das
doch für eine kleine Kommune des ländlichen Raumes vielfältige kulturelle Angebot sehr gut gefalle. Mit einem regen Meinungsaustausch der Anwesenden endete die Veranstaltung.

„Neustadt-App“ geht an den Start

Nun verfügt auch die Stadt Neustadt (Hessen) über eine eigene App. Diese basiert auf „Orts.app“ der Firma apicodo aus Mainz. Die App ist ab sofort im google-Playstore und im Apple App­Store mit der Suche nach „Neustadt“ abrufbar.
Die Kommune, so Bürgermeister Thomas Groll, bietet zukünftig in der „Neustadt-App“ aktuelle Informationen rund um das Ge­schehen in der Neustädter Kernstadt und den Stadtteilen Mengs­berg, Momberg und Speckswinkel und im Laufe der nächsten Monate auch Termine, Umfragen und die Möglichkeit zum Aus­tausch in Benutzergruppen.
Die Bedienung der App erfolgt leicht, schnell und unkompliziert. Auf Wunsch können Interessierte mit Push-Benachrichtigungen über aktuelle Neuigkeiten informiert werden.
Die App ist auch vom PC aus nutzbar, die Adresse lautet: neu- stadt.orts.app. Sie ergänzt die städtische Homepage, um den mo- bilen Zugriff auf die neuesten Mitteilungen aus dem Rathaus.

Gespräch über neue Dauerausstellung im Junker-Hansen-Turm

2027 will man in Neustadt den 600. Geburtstag des Junker Hans von Dörnberg begehen.
Der Adlige war einst Pfandherr der Kommune und seine Bauten – der nach ihm benannte Fachwerkrundbau, die Stadtpfarrkirche und das Dörnberg’sche Schloss (Rathaus) – prägen bis heute das Gesicht der Altstadt.
Bürgermeister Thomas Groll und Oberamtsrat Holger Michel waren kürzlich bei der Staatlichen Verwaltung der Schlösser und Gärten Hessen (SG) im Bad Homburger Schloss zu Gast, um u. a. mit der Direktorin Kirsten Worms über eine neu gestartete Dauerausstellung für den größten Fachwerkrundbau der Welt zu sprechen.
Dr. Katarina Papajanni bei der SG für den Junker-Hansen-Turm zuständig hatte hierfür bereits erste Ideen entwickelt.
Im Mittelpunkt einer modern gestalteten Ausstellung sollte die Baugeschichte und Bauweise des einzigartigen Gebäudes stehen.
Daneben soll auf den Baumeister Hans Jakob von Ettlingen ge­blickt werden, der beispielsweise auch in Ziegenhain und Friede­wald tätig war.
Zum dritten will man sich natürlich auch den Lebensdaten des hessischen Hofmeisters Hans von Dörnberg widmen.
In 2024 wollen SG und Kommune die konzeptionellen Überlegun­gen vorantreiben und die Finanzierung möglichst sichern.
Direktorin Kirsten Worms und Bürgermeister Thomas Groll sind sich darin einig, dass der Geburtstag des Junker Hans ein gutes Datum ist, um die Bedeutung des Turmes verstärkt herauszustellen und natürlich auch ein wenig zu feiern.

Bürger setzen Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt

Am Samstag, 24.02.24, kamen mehr als 450 Teilnehmer auf den Schlossplatz in Neustadt zur Kundgebung des Arbeitskreises #NIE WIEDER IST JETZT – Neustadt“ zusammen.
Die Erwartungen des Arbeitskreises zur Anzahl der Kundge­bungsteilnehmer* innen wurde vielfach übertroffen.
Auch viele Teilnehmerinnen waren aus der benachbarten Schwalm und dem Vogelsbergkreis sowie Stadtallendorf und Kirchhain gekommen.
Zu Beginn der Veranstaltung stellte der Arbeitskreis seine Beweg­gründe dar. Ihm geht es darum, ein deutliches Zeichen für Demo­kratie, Vielfalt und Toleranz sowie ein klares Bekenntnis für die freiheitliche-demokratische Grundordnung abzugeben.
Diese Position des Arbeitskreises wurde von allen Rednerinnen bekräftigt und unterstützt.
Bürgermeister Thomas Groll machte klar, dass Demokratie eben nicht selbstverständlich sei und um sie gekämpft werden müsse.
So der Bürgermeister weiter – wir erleben aktuell einen Populis­mus und eine Aggressivität, die sich teilweise bis zum Hass stei­gern – gegen unseren Staat, unsere Gesellschaft, unsere politisch Verantwortlichen und unsere Werte, aber auch gegen einzelne Menschen und Gruppen. Er führte weiter aus, dass das Recht auf Asyl für politisch Verfolgte ebenfalls ein Grundrecht ist. Hieran darf nicht gerüttelt werden, ist es doch eine Reaktion auf das 3. Reich und die Flucht hunderttausender Menschen aus Deutsch­land. Wenn heute in Deutschland Menschen wieder wegen Her­kunft, Glaube oder Behinderung diskriminiert werden, dann dür­fen wir nicht schweigen. Dann müssen wir dem entgegentreten, denn „Nie wieder ist jetzt“.
Herr Landrat Womelsdorf führte ebenfalls an, sich schützend vor die Demokratie zu stellen und Toleranz zu leben. Unter heftigem Beifall rief er den Menschen auf dem Schlossplatz zu: „Remigration wird es mit uns nicht geben“!
Dem Arbeitskreis war es sehr wichtig, durch die Stadtarchivarin Frau Freisberg fundiert auf historische Fakten in der Stadtgeschichte Neu­stadts hinzuweisen. So erhielt die NSDAP bei der Kommunalwahl im März 1933 lediglich 303 Stimmen – im November 1933 bei der Reichs­tagswahl waren es bereits 1462 Stimmen. Bei den darauffolgenden Wahlen gab es nur noch 100-prozentige Zustimmung.
Folge davon waren unter anderem Ausgren­zung, Verfolgung und Deportation – auch in Neustadt.
Vor diesem Hintergrund wendete sich Frau Dorn (MdL) deutlich gegen die AfD und eben jenes Potsdamer Treffen, bei dem die Gedan­ken einer Remigration von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in die Welt gesetzt wurden.
Das Transparent einer jungen Kundgebungsteilnehmerin stellte hierzu treffend fest:
„Meine Oma kannte schon die AfD, da hieß sie noch NSDAP!“ Für den Neustädter „Frauenverein 1958“ sprach Emilia Kalina- Jarcewski, eine Spätaussiedlerin, die 1990 nach Deutschland kam. Sie betonte, dass Deutschland ein Land der Vielfalt ist und bleiben muss.
Der Vorsitzende der türkischen-islamischen Gemeinde, Herr Oguz Yilmaz, betonte, dass Neustadt seine Heimat ist. Viele Ge­schäfte und Restaurants würden hier fehlen, wenn die Vertreibung von Menschen mit Migrationshintergrund umgesetzt würde.
„Wir haben uns hier verwurzelt!“ sagte er und fügte hinzu: „Es ist nicht dein Neustadt, es ist nicht mein Neustadt – es ist unser Neustadt!“
Der hiesige Landtagsabgeordnete Sebastian Sack mahnte dazu, anders als zwischen 1933 und 1945, nicht wegzuschauen. Damals schwiegen zu viele – wir dürfen heute nicht schweigen! Er forder­te dazu auf, über die Teilnahme an Kundgebungen hinauszuge­hen, weiterzumachen in Betrieben, in Vereinen, in Kirchen und in Kneipen.
Weitermachen hält auch der Arbeitskreis für immens wichtig, be­sonders im Bereich der „Jugendarbeiten“.
Es ist an dieser Stelle besonders wichtig, Werte des gesellschaft­lichen Zusammenlebens, wie Vielfalt und Toleranz, zu vermitteln und vorzuleben.
Der Arbeitskreis #NIE WIEDER IST JETZT – Neustadt be­dankt sich für
– die zahlreichen und vielfältigen Solidaritätsbekundungen
– die Beiträge der Redner*innen
– die Musik der Band 08/15 mit Fe sowie dem Duo Julia und Se­bastian
– das Kommen der Kundgebungsteilnehmer*innen
Für den Arbeitskreis #NIE WIEDER IST JETZT – Neustadt