Nachbarn lernen sich beim Spielplatz-Mitmachprojekt kennen, schätzen und wollen Gemeinschaft pflegen
Innerhalb von einer Woche bauten die Neustädter in der Emil-Rößler- Straße mit der Unterstützung von Handwerks- Pädagogen einen Spielplatz und weihten ihn mit einem bunten Fest ein.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Was in der vergangenen Woche auf der Grünfläche in der Emil-Rößler-Straße passierte, ist durchaus beeindruckend: Bürger bauten gemeinsam einen abwechslungsreichen Spielplatz – lernten sich dabei erst richtig kennen, kommunizierten, und eine Gemeinschaft wuchs zusammen. Wo sich die Menschen früher maximal freundlich grüßten, gibt es nun eine echte Nachbarschaft – die auch eine Anlaufstelle hat, um diesen neuen Zusammenhalt zu pflegen. Die Anlage ist schließlich nicht nur Spielplatz,
sondern auch Treffpunkt. „Neustadt lebt die „Soziale Stadt““ weiterlesen
Seifenblasen, Clowns und Trödel
Kinderfest war Bestandteil der Neustädter Innenstadtinitiative im Bürgerpark
Der traditionelle Flohmarkt im Bürgerpark Neustadt wurde in diesem Jahr von einem Kinderfest mit vielen Attraktionen für die kleinen Besucher flankiert.
von Stefanie Wellner
Neustadt. Sich einmal als Scheich, Affe, Esel oder Kapitän fotografieren lassen – bei der Fotobox von Hephata auf dem Kinderfest in Neustadt war das möglich und nicht nur für Kinder ein großer Spaß. Daneben boten die Kindertagesstätte Regenbogen und der Förderverein der Kindertagesstätte viele weitere Attraktionen für die kleinen Besucher. Für Spiel, Spaß und Unterhaltung sorgten eine Bastelecke, eine Hüpfburg,
ein Riesen-Vier-gewinnt, ein Glücksrad, Kinderschminken und Micro Soccer. Ein Ballonkünstler zauberte in Windeseile Blumen, Schwerter oder Schnecken aus bunten Luftballons. „Seifenblasen, Clowns und Trödel“ weiterlesen
Nach Diebstahl und Randale kracht es
Flüchtling kam in psychiatrisches Krankenhaus und wird auf Bitten der Stadt aus Neustadt verlegt
Nachdem ein Flüchtling in Neustadt einen Diebstahl beging und randalierte, gab es bei Facebook einen Aufschrei. Teilweise war von Selbstjustiz die Rede – ein Ansatz, vor dem die Polizei dringend warnt.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Die Stimmung im Land wird immer aggressiver – die Geschehnisse in Chemnitz untermalen dies. Nun knallt es nach einem Vorfall in einem Neustädter Supermarkt auch auch virtuell bei Facebook. Eine Entwicklung, die bei der Stadt, der Polizei und beim Regierungspräsidium nicht gerne gesehen wird. Vor allem, da von außen viel Unruhe in die Stadt gebracht wird, wie der Bürgermeister betont – der ebenfalls im Kreuzfeuer der Kritik steht, was ihm so gar nicht gefällt.
Doch der Reihe nach: Wie die Polizei berichtete, legte am Donnerstag ein 41 Jahre alter Mann in einem Supermarkt einen Teil seiner Waren auf das Kassenband, ließ aber andere Ware in seinem Rucksack. Der ausschließlich französisch sprechende Mann – ein Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge – reagierte aggressiv, als ihn Mitarbeiter auf das Diebesgut ansprachen. Die Angestellten verschlossen die Tür, um eine Flucht des Mannes zu verhindern. Dieser beschädigte die Tür durch Tritte, beleidigte, bedrohte und bespuckte die Angestellten und später auch die Polizei. Die Beamten nahmen ihn schließlich mit und übergaben ihn schließlich in ärztliche Obhut in ein psychiatrisches Krankenhaus – wo seine Aggressivität bis in die Nacht nicht abebbte. Die Polizei ermittelt wegen Ladendiebstahls, Sachbeschädigung, Beleidigung, Bedrohung und versuchter Körperverletzung. „Nach Diebstahl und Randale kracht es“ weiterlesen
Neustädter Mitteilungsblatt
Neustädter Naturportal Arbeiten am Dorfteich Speckswinkel haben begonnen
Im Rahmen des von der LEADER-Region „Marburger Land“ geförderten „Neustädter Naturportals“, welches zahlreiche kleinere und größere Umweltschutzmaßnahmen in der Kernstadt und den Stadtteilen Mengsberg, Momberg und Speckswinkel beinhaltet, haben kürzlich die Arbeiten am Dorfteich in Speckswinkel begonnen. Ortsvorsteher Karl Stehl und Bürgermeister Thomas Groll informierten sich bei einem Ortstermin hierüber. Dem Dorfteich kommt für die örtliche Naherholung eine besondere Bedeutung zu. Dort wird u. a. die Möglichkeit geboten, aktiven Anschauungsunterricht „in Sachen Natur“ zu erleben. Beispielsweise haben sich dort Wasservögel angesiedelt und es sind zahlreiche Insektenarten vorhanden.
Finanzminister bringt 60.000 Euro mit
Dr. Thomas Schäfer übergab Förderbescheide an die Freiwillige Feuerwehr und den VfL Neustadt
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Aber keine Sorge: Hessens Finanzminister machte keinerlei Anstalten, weder den Fördermittelbescheid für die Feuerwehr, noch den für den VfL Neustadt tatsächlich wieder mit nach Wiesbaden zu nehmen. Es bestand schon eher die Gefahr, dass er Klaus Busch die Krawatte abknöpfen würde: Der Vorsitzende des Sportvereins trug nämlich einen Schlips, auf dem Euroscheine abgebildet waren – und die gefiel Dr. Thomas Schäfer ausgesprochen gut.
Zunächst hatte er die Freiwillige Feuerwehr Neustadt aufgesucht und ihr einen Förderbescheid für einen neuen Einsatzleitwagen übergeben. Jüngste Vorkommnisse machen deutlich, wie wichtig es ist, moderne und funktionsfähige Einsatzwagen und Dienststellen zu haben“, betonte er und erinnerte an die zahlreichen dürrebedingten Brände, die Hessens Feuerwehren in Atem hielten. „Finanzminister bringt 60.000 Euro mit“ weiterlesen
Graffiti für eine bessere Welt
Zwei Schülerinnen haben ein Projekt für Neustadt initiiert
Bunt soll sie sein, diese Welt, wie sie sich Gianina Klug und Laura Engel vor| stellen. Bunt wollen sie ihre Umwelt gestalten – als Zeichen gegen Gewalt und Rassismus.
von Anke Koob
Neustadt. Die beiden Schülerinnen der Martin-von-Tours- Schule in Neustadt haben die Idee entwickelt, mit Graffiti Zeichen zu setzen. Nicht nur sie, sondern zahlreiche Kinder und Jugendliche der Stadt sollen mit der Vorstellung einer „gerechten und fairen Welt infiziert werden“ – so lautet ihr Grundgedanke, mit dem sie sich beim Jugendforum ihrer Schule zu Wort meldeten.
Die Resonanz war gut. Die Umsetzung des Graffiti-Projektes nahm Jugendpfleger Lars Kietz in die Hand. Er nahm Kontakt zu Graffitikünstler Jaskarn Hanspal aus Marburg auf, der gemeinsam mit Künstlerin Anna Mahl die Aktion in der Stadt begleiten wird. Dafür wurde eine Aktionsfläche direkt in der Nachbarschaft gefunden, betonte Bürgermeister Thomas Groll während des Projektauftaktes im Jugendraum – wo der begleitende Workshop stattfindet. Denn schließlich geht es um weit mehr, als um bloßes Bemalen einer überdimensionalen Leinwand. „Wir beschäftigen uns mit der Entwicklung von Buchstaben und Zeichen, machen Skizzen“, betonte Jaskarn Hanspal alias „Eart“: „Erst dann geht es an die Fläche.“ Diese befindet sich am Baufachmarkt in der Bismarckstraße. Inhaber Thomas Heide stellt eine Wand auf der rückwärtigen Seite zur Verfügung. Ziel sei es, dass die Jugendlichen ihre Spuren hinterlassen und „mal vom Sofa wegkommen und was machen“, wie Gianina Klug betonte. Sie freut sich darauf, betonte sie, zu lernen, wie man eine Spraydose richtig hält, wie die verschiedenen Sprühaufsätze
ein neues Bild hinterlassen. „Ich finde das klasse“, lobte Bürgermeister Groll, „vor allen Dingen, dass sich zwei Jugendliche dieses Themas annehmen.“ „Graffiti für eine bessere Welt“ weiterlesen
Stadt hat das ganze Stadion im Visier
Neustädter wollen Projekt für Förderprogramm anmelden und im Optimalfall nicht nur Laufbahn sanieren
Ursprünglich wollten die Neustädter über die Hessenkasse für sie kostengünstig die Laufbahn des Waldstadions erneuern. Nun haben sie Größeres im Blick-wobei ihre Hoffnungen gering sind.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. 400 000 Euro kostet die Erneuerung der Laufbahn und des Geländers des Neustädter Waldstadions. Dies will die Stadt kostengünstig über die Hessenkasse finanzieren, da sie selbst nur zehn Prozent – also 40 000 Euro – tragen muss (die OP berichtete).
Zwischen der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses und der Stadtverordnetenversammlung erfuhr Bürgermeister Thomas Groll dann noch vom Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung – und schon denken die Neustädter größer.
Sie haben nun neue Anlagen für Wurf- und Sprungdisziplinen, die Erneuerung der Erschließung, den Bau einer Flutlichtanlage und eine stationäre Bewässerung im Visier. Kostenpunkt: überschlagene 675 000 Euro. Ein Preis, der ihnen bekannt ist, weil sich die Stadt nicht nur die neue Laufbahn planen, sondern auch gleich noch die Kosten für weitere Mosaiksteine berechnen ließ. „Stadt hat das ganze Stadion im Visier“ weiterlesen
Neustadt hat einen Lauf
2,5 Millionen Euro aus Hessenkasse sollen in Infrastruktur fließen
Mehrere Millionen Euro aus Fördermitteln fließen nach Neustadt. Die Stadt geht ein Großprojekt nach dem anderen an. Nun hat sie weitere zwei Millionen Euro verplant – und noch lange nicht genug.
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Als die Landesregierung die Hessenkasse auf den Weg brachte, wollte sie Landkreisen und Kommunen helfen, die über Jahre hinweg angehäuften Kredite abzubauen. Neustadt hatte zum Stichtag 1. Juli keine Kassenkredite nötig. „Wir haben gespart, die kommunalen Steuern erhöht, von der wirtschaftlichen Lage und der erhöhten Bevölkerungszahl durch die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge profitiert“, erinnert sich Bürgermeister Thomas Groll. Die Stadt hatte also mit Glück und Geschick quasi ihr Konto ausgeglichen – und fühlte sich benachteiligt gegenüber anderen Kommunen, die dies nicht geschafft (oder es gar nicht erst versucht) hatten. Groll wandte sich also, wie andere Bürgermeister auch, an Wiesbaden und bat um Gleichbehandlung. Ein Wunsch, der erhört wurde. Das Land ergänzte die Hessenkasse um ein Investitionsprogramm in Höhe von 600 Millionen Euro – aus dem die Stadt 2,5 Millionen Euro erhält. Sie selbst muss nur rund 250 000 Euro beisteuern. „Neustadt hat einen Lauf“ weiterlesen
Architekten setzen auf klare Strukturen
Drei unterschiedliche Basaltstein-Arten sollen bei Umgestaltung des Rathausplatzes zum Einsatz kommen
Andreas Schmidt-Maas und Projektbeauftragter Robert Bischer wollen mit der Umgestaltung des Rathausplatzes die „Bedeutung des historischen Ensembles“ betonen,
von Florian Lerchbacher
Neustadt. Schöner als zwischen Fachwerkhäusern, historischen Gebäude, dem Junk- er-Hansen-Turm und dem Bürgerpark kann ein Rathausplatz eigentlich nicht liegen. Allerdings ist er etwas in die Jahre gekommen – dessen ist sich die Stadt bewusst. Entsprechend will sie das Areal verschönern und in diesem Zuge auch gleich barrierefrei gestalten, i Aus diesem Grund hat sie das i Büro PLF mit dem Projekt betraut – das auch schon für den rundum erneuerten Rabenauplatz verantwortlich und in der Dorferneuerung Momberg tätig war. Andreas Schmidt-Maas, einer der beiden Inhaber, ist unter anderem Träger des Deutschen Städtebaupreises 2014 und des Deutschen Verkehrsplanungspreises 2016. Gemeinsam mit dem Projektbeauftragten Robert Bischer stellte er im Bauausschuss die Pläne für die Umgestaltung vor. Ein Ziel sei es, die „Bedeutung des historischen Ensembles“ herauszustellen. „Architekten setzen auf klare Strukturen“ weiterlesen
Neustädter Mitteilungsblatt
Sommerfest in der Neustädter Erstaufnahmeeinrichtung
Bereits zum zweiten Male fand kürzlich ein Sommerfest in der Neustädter Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete statt. Hierzu waren neben den Bewohnern auch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Bei der Eröffnung der Veranstaltung dankte der Gießener Regierungsvizepräsident Martin Rößler allen Beteiligten für ihr Engagement und hob die Leistungen der Stadt Neustadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger in den letzten drei Jahren dankend hervor. Auch Abteilungsleiter Stefan Sydow vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration betonte in seinem Grußwort das vertrauensvolle Miteinander von Land, Kommune, Einrichtungsleitung und Ehrenamtlern. Bürgermeister Thomas Groll verwies darauf, dass die Schaffung einer Erstaufnahmeeinrichtung eine große Herausforderung für die Kommune gewesen sei und man in den vergangenen Jahren enormes geleistet habe. Ihm sei bewusst, dass es neben positiven, aber natürlich auch immer wieder einmal negative Dinge anzusprechen gäbe, dies solle nach wie vor transparent geschehen. Die Bürgerschaft habe ein Recht auf Information. An die Geflüchteten gerichtet betonte der Bürgermeister, dass man ihnen offen gegenüber auftrete, aber zugleich auch erwarte, dass sie sich an Regeln und Gesetze hielten.
Bürgermeister Thomas Groll u.a.m. Stefan Sydow (Dritter von links), Einrichtungsleiter Dominik Zutz (Mitte) und Regierungsvizepräsident Martin Rößler (Zweiter von rechts). Foto: RP Gießen Im Rahmen des Sommerfestes wurden u. a. zahlreiche sportliche Aktivitäten angeboten, die rege genutzt wurden. Der Landesportbund Hessen zeichnete die Erstaufnahmeeinrichtung im Rahmen der Veranstaltung als anerkannten Stützpunkt „Integration durch Sport“ mit einer Plakette aus. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

