Kunst inmitten der Kommune

„Galerie auf Zeit“ in Neustadt bietet neuen Raum für Kultur, Bildung, Kreativität und Spiele / Weitere Planungen angedacht
Neustadt. Kultur braucht Raum und Leerstand braucht Nutzung. Die Schnittmenge daraus ist zumindest bis zum Jahresende die „Galerie auf Zeit“ in der Neustädter Marktstraße 11. Mit Unterstützung des Landesprogramms „Zukunft Innenstadt“ hat der Marburger Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit (bsj) ein leerstehendes Ladenlokal angemietet.

Annika Wärncke vom Planungsbüro für Regionalentwicklung und Stadtplanung „akp“ in Kassel und Annika Schlüter (bsj) ließen mit Unterstützung des städtischen Bauhofes einen Raum für Kultur, Bildung, Kreativität und Spiele entstehen. Neben Ausstellungen sollen die Räumlichkeiten auch für Vorträge, soziale Aktivitäten und zum Basteln genutzt werden.

Zur Eröffnung hatte Sonja Stark von der Stadtverwaltung mit Hilfe der Kita-Leitungen Claudia Orth („Regenbogen“), Carmen Schneider („Sonnenschein“) und Miriam Nauß (Waldkindergarten) eine Vernissage vorbereitet. Ausgestellt werden Kunstwerke der Vorschülerinnen und Vorschüler der drei Einrichtungen. Bürgermeister Thomas Groll und der Erste Stadtrat Wolfram Ellenberg nutzten bei der Eröffnung die Gelegenheit, mit den Kindern ins Gespräch zu kommen. Sie erfuhren dabei Näheres über die Bilder – unter anderem gab es Traktoren, Tiere, Blumen oder Swimming-Pools zu sehen. Groll verwies darauf, dass neben dem „Begegnungstreff“ und dem „Neustadtladen“ bereits ein dritter Leerstand für öffentliche Zwecke genutzt werde. „Kunst inmitten der Kommune“ weiterlesen

„Es ist der absolute Horror“

Reiseführer Fatih Abi riskiert als Helfer immer wieder sein Leben / Neustädter organisiert Spendenaktion
Von Florian Lerchbacher
Neustadt. „Viele Freunde und Bekannte von mir und meiner Familie liegen tot unter den Trümmern. Wie könnte ich da stillsitzen?“ Seit Montag engagiert sich Fatih Abi in der Millionenstadt Adana als Retter, sucht in den Trümmern nach Verschütteten und Vermissten, hilft den Menschen, wo er nur kann. Seine Familie hat er – eigentlich Reiseführer in der Türkei – seit Montagmorgen nicht gesehen, selber kaum geschlafen. Doch Ausruhen oder Aufgeben kommt für ihn nicht in Frage – auch nicht, nachdem er selber während eines Nachbebens beim Helfen um ein Haar von Trümmern begraben worden wäre: „Ich muss helfen. Wir müssen uns helfen“, sagt er und berichtet, dass insbesondere in den Großstädten die Rettungsaktionen auf Hochtouren laufen und die Hilfsbereitschaft untereinander groß sei. In den ländlichen Regionen sei das leider anders. Dort seien die Betroffenen größtenteils auf sich alleine gestellt. Helfende Hände gebe es dort kaum – und vor allem fehle auch das Material, beispielsweise gebe es kaum Krankenwagen, um die Verletzten von den Unglücksorten wegzutransportieren.

„Es ist der absolute Horror. Es ist ein Desaster. Alles ist zusammengestürzt – mit Worten lässt sich das kaum beschreiben“, berichtet Abi voller Entsetzen. Er befürchtet, dass Unzählige Menschen ihr Leben verloren haben, denn betroffen sei ein Gebiet, in dem 15 bis 20 Millionen Menschen leben: „Die offiziellen Zahlen treffen keinesfalls zu. Hier liegt alles in Schutt und Asche. Nichts ist mehr normal.“ „„Es ist der absolute Horror““ weiterlesen

Eine Dauerausstellung im Junker-Hansen-Turm?

Neustadt will Wahrzeichen der Öffentlichkeit vermehrt zugänglich machen
Neustadt. 2021 besuchte Angela Dorn, hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, den Junker-Hansen-Turm, der im Eigentum des Landes steht und von Schlösser und Gärten Hessen (SG) betreut wird. Die Schirmherrin des Stadtjubiläums „Neustadt 750“ war vom größten Fachwerkrundbau der Welt und insbesondere dem imposanten Turmhelm begeistert und zeigte sich offen dafür, dass Neustädter Wahrzeichen mehr in den Blickpunkt zu rücken. Ein Gedanke, der Bürgermeister Thomas Groll natürlich gut gefiel.

Bei SG ist Dr. Katarina Pappajanni unter anderem für den Junker-Hansen-Turm zuständig. Sie berichtete dem Bürgermeister von der von ihr konzipierten Ausstellung „Geschichte schöpfen – Quellen aus einem Brunnen“ in der Zehntscheune des Klosters Lorsch.

Seit 2021, dem 30. Jahr der Verleihung des UNESCO-Welterbetitels an das Kloster Lorsch, bringt eine Jubiläumsausstellung einmalige Funde aus einem alten Brunnen zum Vorschein. Die multimediale Schau zeigt dem Publikum erstmals einen seltenen „Atzmann“. Die Skulptur aus dem 13. Jahrhundert ist ein steinerner Pultträger, der sich jetzt in die kleine Zahl erhaltener Exemplare dieses Typus einreiht: Nur 19 weitere waren bisher bekannt. Der „Atzmann“ und viele andere spektakuläre Architektur- und Figuren-Werkstücke waren in der Wandung eines barocken Brunnens verbaut. Sie stammen aus der zerstörten Lorscher Nazarius-Basilika, von der nur noch ein Baufragment existiert. Sie war einst als „Wunder an Pracht und Schönheit“ gerühmt worden. Die Neuentdeckungen lassen auf eine Blütezeit klösterlicher (Bau-)Kunst auch in nachkarolingischer Zeit schließen. „Eine Dauerausstellung im Junker-Hansen-Turm?“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Yvonne I. und Angelo I. das neue Prinzenpaar des VFL
Auftaktveranstaltung war voller Erfolg

Nach der zweijährigen Zwangspau­se für den Neustädter Karneval, er­schallte am Samstagabend mit etwas Verspätung um 19.52 Uhr endlich wieder der Narrhallamarsch durch die Musikgruppe „Coronas“ und Sit­zungspräsident Michael Launer eröffnete die 63. Kampagne des VfL Neustadt im neuen Kultur- und Bür­gerzentrum.
Zu Beginn seiner Ansprache wies er die Besucher, galant wie immer, in die neuen Sicherheitsbestimmungen des Hauses ein und berichtete, dass das Komitee in der Ausfallphase zwar nicht jünger geworden ist, was man an dem einen oder anderen grau­en Haar erkennen kann, aber trotzdem auf der Bühne moderne Technik Einzug gefunden hat. Stolz präsentierte Launer sein Tablet, mit dem er doch etwas mühsam in der Handhabung, durch das Programm führte. Weiterhin stellte er seinen neuen Vizepräsidenten Nico Scheidt vor.
Nun nahm die Spannung im Saal große Fahrt auf, denn das noch amtierende Prinzenpaar Henry I. und Bettina I., die we­gen Corona das Amt seit drei Jahren innehatten, betraten die Bühne. Der Sitzungspräsident Launer bedankte sich bei den beiden und gratulierte Prinz Henry sowie Bernd Reinhard zu ihrer 11-jährigen Komitee-Mitgliedschaft.
Und dann war es soweit. Der Einzug des Prinzenpaares der Kampagne 2023/24 wurde angekündigt. Mit dem Narrhalla­marsch und einem riesigen Applaus betrat das neue Prinzen­paar den Saal. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Olga Fesenko 25 Jahre als Erzieherin bei der Stadt Neustadt (Hessen) tätig

Ende 1997 begann Olga Fesenko zunächst als Aushil­fe in der heutigen Kindertagesstätte „Sonnenschein“, um wenige Wochen später einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Nun konnte Bürgermeister Thomas Groll‘ der beliebten Erzieherin zum 25-jährigen Dienstjubiläum bei der Kommune gratulieren.
Geboren in Kasachstan kam Fesenko 1993 als Spät­aussiedlerin nach Deutschland. In der ehemaligen UdSSR war sie als Grundschullehrerin tätig. Diese Ausbildung wurde später der staatlich anerkannten Erzieherin gleichgesetzt.
Nach einer kurzfristigen Beschäftigung in Kirchhain und einem nachfolgenden Erziehungsurlaub trat sie in die Dienste der Kommune. Zunächst wurde sie abwechselnd in beiden Kindergärten der Kernstadt eingesetzt, seit zwei Jahrzehnten ist sie dauerhaft im „Regenbogen“. Heute betreut sie gemeinsam mit einer Kollegin die Kinder in der altersgemischten „Häschengruppe“.
Alle Gruppen der KiTa hatten gemeinsam mit ihren Erzieherinnen einen Sprechgesang einstudiert und überraschten die Jubilarin mit Rosen und kleinen Geschenken. Zu der Melodie von „Anton aus Tirol“ sangen auch die Kolleginnen ein Ständchen in dem es u. a. hieß „Bist ein Wusel jeder Zeit, hast das Bastel­zeug bereit… Du hast Power, das steht fest…. Ja Du gibst Gas und das macht Spaß“. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Wiederbelebung der „grünen Lunge“ Neustadts

Die OP gibt einen Überblick über die geplanten Aktivitäten im Bürgerpark
Von Klaus Böttcher
Neustadt. Der Sommerfahrplan zur Belebung der „grünen Lunge“ Neustadts wurde jetzt durch den Förderverein Bürgerpark festgelegt.

Noch bevor der Veranstaltungsreigen im Park beginnt, lädt der Vorstand des Vereins alle Mitglieder für den 7. März zur Jahreshauptversammlung ein. Es gibt zwar in diesem Jahr keine Vorstandsneuwahlen, sondern es ist lediglich ein Kassenprüfer neu zu wählen, aber trotzdem lohnt sich der Besuch der Versammlung.

Der Vorsitzende Alexander Milewski wird über die Aktivitäten und Veränderungen und die geplanten Vorhaben im Park berichten.

Interessant ist sicherlich auch, was Neustadts Bürgermeister Thomas Groll dazu zu sagen hat, der sein Kommen zugesagt hat. Zudem sind alle Mitglieder aufgerufen, einmal vor der Versammlung mit offenen Augen durch den Park zu gehen und eventuelle Ideen zur Parkgestaltung, Veränderungen oder Verbesserungen bei der Versammlung einzubringen. Der Vorstand bittet die fast 100 Mitglieder des Vereins um Mithilfe zur Mitgliedergewinnung. Der beliebte Flohmarkt im Park, der weit über die Stadtgrenzen bei Anbietern und Käufern sehr beliebt ist, soll nach dem sprichwörtlichen Reinfall durch Regen im vergangenen September nunmehr am 6. Mai stattfinden. Wie üblich ist ein zweiter Flohmarkt für den 2. September geplant. „Wiederbelebung der „grünen Lunge“ Neustadts“ weiterlesen

Spätaussiedlerin erzieht Neustädter seit 25 Jahren

Olga Fesenko feiert Dienstjubiläum in der Kindertagesstätte „Regenbogen“
Neustadt. Olga Fesenko ist seit 25 Jahren als Erzieherin bei der Stadt Neustadt tätig. Ende 1997 begann Olga Fesenko zunächst als Aushilfe in der heutigen Kindertagesstätte „Sonnenschein“, um wenige Wochen später einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Nun hat Bürgermeister Thomas Groll der beliebten Erzieherin zum 25-jährigen Dienstjubiläum bei der Kommune gratuliert.

Geboren in Kasachstan kam Fesenko 1993 als Spätaussiedlerin nach Deutschland. In der ehemaligen UdSSR war sie als Grundschullehrerin tätig. Diese Ausbildung wurde später der staatlich anerkannten Erzieherin gleichgesetzt.Nach einer kurzfristigen Beschäftigung in Kirchhain und einem nachfolgenden Erziehungsurlaub trat sie in die Dienste der Kommune. Zunächst wurde sie abwechselnd in beiden Kindergärten der Kernstadt eingesetzt, seit zwei Jahrzehnten ist sie dauerhaft im „Regenbogen“. Heute betreut sie gemeinsam mit einer Kollegin die Kinder in der altersgemischten „Häschengruppe“.

Alle Gruppen der KiTa hatten mit ihren Erzieherinnen einen Sprechgesang einstudiert und überraschten die Jubilarin mit Rosen. Zu der Melodie von „Anton aus Tirol“ sangen auch die Kolleginnen ein Ständchen, in dem es hieß: „Bist ein Wusel jeder Zeit, hast das Bastelzeug bereit … Du hast Power, das steht fest …. Ja, Du gibst Gas und das macht Spaß“. „Spätaussiedlerin erzieht Neustädter seit 25 Jahren“ weiterlesen

30 Kerzen erinnern an 30 jüdische Schicksale

Gedenkveranstaltungen an mehreren Orten im Kreis / Neustadt plant 2024 Stolpersteine
Von Michael Rinde
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Neustadt. Vier Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse der Martin-von-Tours-Schule übernahmen eine besondere Rolle bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nazi-Terrorregimes. Sie entzündeten Kerzen des Gedenkens am Neustädter Mahnmal, in direkter Nachbarschaft zum Rathaus. Später verlasen sie die Namen von 30 Jüdinnen und Juden aus Neustadt, die deportiert und zum größten Teil in Ghettos und Konzentrationslagern von Nazis ermordet wurden.

Konzentrationslager oder Ghetto in Riga

Zugleich erzählten sie Auszüge aus der Lebensgeschichte der früheren Mitbürger mit dem grauenvollen Schicksal. Diese sind auch im neuen Gedenkbuch enthalten; an dem Buch hatte Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch vom Staatsarchiv in Marburg mitgewirkt.

Diese Art des Erinnerns findet seit 2020 statt. Seinerzeit wurde das vom Künstler Hans Schohl geschaffene Mahnmal für die ermordeten Jüdinnen und Juden aus Neustadt und Momberg der Öffentlichkeit übergeben. Auf diesem „Band der Erinnerung“, so der Titel des Mahnmals, wird alljährlich ein neues Gedenkbuch aufgelegt.

Diesmal wird an jene 30 Frauen, Männer und Kinder jüdischen Glaubens erinnert, die 1941/42 zunächst nach Roth und Fronhausen und dann nach Riga, Lublin und Theresienstadt verbracht wurden. Nur neun von ihnen überlebten. „30 Kerzen erinnern an 30 jüdische Schicksale“ weiterlesen

Neustädter Mitteilungsblatt

Dorfentwicklungsprogramm/LEADER
50.000 Euro Zuschuss für die Umgestaltung der Dorfteiche in Speckswinkel
95.000 Euro Förderung für „Tagwerk“

Im kommenden Jahr kann Speckswinkel auf seine erste urkund­liche Erwähnung vor dann 800 Jahre zurückblicken.
Im Frühjahr 2023 soll im Rahmen des Dorfentwicklungsprogram­mes der Spielplatz in der Ortsmitte zur „Grünen Mitte Speckswin­kel“ – einem Treffpunkt für Jung und Alt – umgestaltet werden.
In der zweiten Jahreshälfte sollen die Dorfteiche in Angriff ge­nommen werden. Hier ist vorgesehen, die Wegeführung zu verbes­sern und Sitzgelegenheiten sowie eine Picknickbank aufzustellen.
Im städtischen Haushalt sind für das Projekt 80.000 Euro vorge­sehen.
Kürzlich übergab Landrat Jens Womelsdorf in den Räumlichkei­ten der Tagespflege „TagWerk“ an Bürgermeister Thomas Groll und Ortsvorsteher Martin Naumann einen Förderbescheid über 50.000 Euro. Die Mittel stammen aus dem Dorfentwicklungspro­gramm des Landes Hessen.
Bürgermeister Groll dankte dem Landrat für den Bescheid und den Mitarbeitenden des Fachdienstes Kreisentwicklung für die stete Unterstützung.
Ortsvorsteher Naumann überreichte Jens Womelsdorf den Spe­ckswinkeler Heimatkalender 2023 und freute sich darüber, dass der Landrat die Schirmherrschaft für das Dorfjubiläum übernom­men hat. „Neustädter Mitteilungsblatt“ weiterlesen

Bürgerhilfe: Schmerberg ist neue Koordinatorin

Neujahrsempfang des Bürgervereins „Wir für uns“
Neustadt/Momberg. In relativ kurzer Zeit hat der Neustädter Verein „Wir für uns“ einen Neujahrsempfang ins Leben gerufen. Schließlich kam die Idee dazu erst kurz vor Weihnachten. Stattgefunden hat er nunmehr am 20. Januar. „Wie fast alles, was wir machen oder planen, war auch der Neujahrsempfang eine Art ,Versuchsballon’. Wir alle hatten solch eine Veranstaltung noch nie gemacht und keiner von uns wusste, wie die Einladung angenommen werden würde“, sagte Sandra Ramge vom Bürgerverein. Die Planung ging auf: Fast alle Plätze waren besetzt.

Eva Hartmann verlässt Verein aus beruflichen Gründen

Neben einem kurzen Rückblick verwies der Vorsitzende Dieter Trümpert auf den Ausspruch „Panta rhei“ (Alles fließt“) von Heraklit. „Das ganze Leben ist im Fluss, wie auch unser Vereinsleben. Es entstehen immer neue Ideen, manche mussten durch Corona erst einmal wieder auf Eis gelegt werden, andere wurden erst durch Corona geboren“, sagte er. Außerdem nahm er den Neujahrsempfang zum Anlass, sich bei Eva Hartmann, der Koordinatorin der Bürgerhilfe, für ihre geleistete Arbeit zu bedanken. Hartmann verlässt den Bürgerverein aus beruflichen Gründen zum 28. Februar. Gleichzeitig stellte Trümpert die zukünftige Koordinatorin Sabine Schmerberg vor. „Bürgerhilfe: Schmerberg ist neue Koordinatorin“ weiterlesen